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Montag, 30. Juni 2008
In dieser Ausgabe:
 
 
von Jochen Steffens
 
Es war schon traurig, die deutsche Mannschaft im Endspiel verlieren zu sehen. Es hätte alles so schön sein können. Aber nach dem Gesetz der Regel: 3. Platz WM, 2. Platz EM, müsste es bei der WM in Südafrika ja wohl den 1. Platz geben. Und solche „sinnlosen“ Regeln sind wir als Börsianer schließlich gewöhnt...
 
Trotzdem, ein 2. Platz bei einer EM zeigt zumindest, dass man mit uns im internationalen Fußball „wieder“ rechnen kann... 

Zum Markt

Am Wochenende habe ich mir Gedanken gemacht, ob die Fed nicht einem Denkfehler unterliegt. Es wäre nicht der erste Fehler, seitdem Ben Bernanke als Notenbankchef vereidigt ist. Einige von Ihnen werden sich vielleicht erinnern: Die Fed hat von 2004-2006 bei jeder Fed-Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte auf schlussendlich 5,25 % (ab 2006 unter Ben Bernanke) angehoben. In dieser Zeit hatte ich immer wieder angemahnt, die Fed möge doch erst einmal abwarten, wie sich die bisherigen Zinserhöhungen auf die US-Wirtschaft auswirken. Doch diese Zeit wurde der US-Wirtschaft nicht gegönnt. 

Ein Auslöser der Kreditmarktkrise

Meines Erachtens waren diese brachial stoischen Zinserhöhungen ein ganz entscheidender Impuls, der die Immobilien- und Kreditmarktkrise zumindest erheblich begünstigt hat. Jetzt aus der Retrospektive erkennt man diesen Zusammenhang deutlich.
 
Aber auch aktuell macht die Fed meiner Meinung nach einen gewichtigen Fehler. Sie wissen, ich hatte mir von dem Statement am Mittwoch klarere Aussagen in Richtung Zinserhöhungen erwartet. Diese sind aber ausgeblieben, es blieb bei eher vagen Andeutungen. Das führt dazu, dass der Dollar wieder schwächer notierte:
 
 
 
Der Euro/Dollar Kursverlauf bildet eine kleine Flagge im Aufwärtstrend. Wenn diese nach oben aufgelöst wird, ist die Gefahr groß, dass der Euro auch noch bis zur oberen Kante des Aufwärtstrends läuft. Dabei ist der Dollar nicht das eigentliche Problem. Aber wenn der Dollar Schwäche zeigt, wird der in Dollar gelistete Ölpreis weiter steigen. Und hier liegt die eigentliche Gefahr für die Märkte. 

Ursachen des Ölpreisanstiegs

Der Ölpreisansteig hat im Zusammenhang mit der Abschwächung des Dollars zwei Ursachen. Zunächst die bekannte: Wenn eine Währung an Wert verliert, die Ware Öl aber den Wert beibehält, dann muss der Ölpreis in dieser Währung ansteigen. Auf der anderen Seite werden bei der Gefahr eines schwächeren Dollars wieder vermehrt institutionelle Anleger in den USA sich über den Ölpreis gegen diese Dollarschwäche absichern.
Hinzu kommen die Absicherungen der Unternehmen (wie zum Bsp. Fluggesellschaften) gegen einen weiter steigenden Ölpreis. Absicherungen sind aber eigentlich nichts anders als Ölkäufe. Absicherungen führen demnach dazu, dass der Ölpreis weiter steigt.

Und eben diese Auswirkungen des schwachen Dollars auf den Ölpreis könnte von der Fed unterschätzt worden sein. Der steigende Ölpreis ist der Sargnagel der Wirtschaft und treibt die Inflation an. Gegen diese von außen importierte Inflation ist bisher noch kein bekanntes Kraut gewachsen.  

Die positiven Effekte einer verbalen Zinserhöhung

Eine lediglich „verbale“ Zinserhöhung der Fed (sprich eine verklausulierte Ankündigung) hätte hier positive Impulse bewirken können. Eine solche hätte den Dollar gestützt und damit den Ölpreis unter Druck bringen können. Absicherungen gegen einen schwachen Dollar über den Ölpreis wären zumindest gefährlicher geworden und die Unternehmen hätten sich nicht mehr so massiv gegen den steigenden Ölpreis absichern müssen. Gleichzeitig wissen die Anleger, dass steigende Zinsen schlecht für die Wirtschaft sind. Eine schwächere US-Wirtschaft verbraucht weniger Öl. All diese Faktoren zusammen hätten vielleicht die Aufwärtsspirale des Ölpreises durchbrechen können.
 
Sie sehen, eine verbale Intervention hätte eine Vielzahl von positiven Einflüssen gehabt. Ob die Fed jedoch tatsächlich einen Fehler gemacht hat wird schlussendlich, wie schon in den Jahren 2005-2006, die Zukunft zeigen. Heute wissen wir, dass es ein Fehler war, die Zinsen in den USA derart kontinuierlich anzuheben. Bereits in wenigen Monaten werden wir wissen, ob die aktuelle Politik der Fed ebenfalls ein Fehler gewesen ist.
 
 
Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens
 
P.S. Mein Kollege Torsten Ewert wird Ihnen heute in seinen „Märkten am Montag“ noch einmal aus anderer Sicht aufzeigen, wie entscheidend die zuletzt hier im Steffens-Daily mehrfach genannten Marken sind. Aus charttechnischer Sicht entscheidet sich demnach tatsächlich in den nächsten Wochen die Frage: Bleibt uns der Bullenmarkt erhalten oder kommt es bereits jetzt schon zu der für Inflationsphasen typischen Seitwärtsbewegung wie in den 70ern.
 
Doch zunächst zu den US-Wirtschaftsdaten
 

 
von Jochen Steffens
 
Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex notiert im Juni bei 49,6. Erwartet wurde er im Bereich 48,5 bis 49,0. Im Vormonat hatte der Index noch bei 49,1 gestanden. Die bezahlten Preise sind zudem von zuvor 87,5 Punkten auf nunmehr 85,5 Punkten gefallen.
 
 
 
Der Index steigt und nähert sich wieder der 50 Punkte Marke: Werte über 50 Punkte weisen auf ein Wachstum in der Region hin. Der Preisindex fällt gleichzeitig, das dürfte mit der Seitwärtsbewegung des Ölpreis in den letzten Wochen zu tun haben.
Ich vermute aber sowieso, dass die USA ohne den steigenden Ölpreis ein massives deflationäres Problem hätten. Zu diesem Thema wollte ich in den nächsten Tagen sowieso einen Text verfassen.

Haben wir die Jahrestiefs bereits gesehen?
 
von Torsten Ewert
 
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
heute geht das Halbjahr zu Ende. Fonds bereiten ihre Zwischenbilanzen vor, die Urlaubszeit steht vor der Tür. Zeit also für ein vorläufiges Fazit des Börsenverlaufes 2008 und einen kurzen Ausblick. 

S&P an einem wichtigen Scheidepunkt

Die Indizes sind nach der Zwischenerholung von März bis Mai wieder an den Tiefs von Januar angekommen. Nach unten ist also nicht mehr viel „Luft“, zumal der Abstieg auch deutlich schneller ging als der Anstieg.
 
Am Wochenende habe ich daher mal versucht, die langfristigen Perspektiven vor allem im S&P 500 auszuloten. Um es vorwegzunehmen: Wir stehen an einem wichtigen langfristigen Scheidepunkt ... 

Die aktuellen Perspektiven 

Im aktuellen Chart sehen Sie, dass sich der S&P 500 bereits in einem mittelfristigen Abwärtstrend befindet (rot). Der relativ zügige Abverkauf seit Anfang Juni hat keinen Halt gefunden; im Gegenteil eine letzte „Bastion“ bei 1.300 Punkten (blau) vor den Januar-/März-Tiefs wurde am Donnerstag regelrecht überrannt.
 
Damit sollte ein Test der alten Tiefststände aus dem ersten Quartal nur eine Frage der Zeit sein, es sei denn, der Index kehrt sofort mit einer langen weißen Umkehrkerze über die 1.300-Marke zurück und markiert damit einen (bullishen) Fehlausbruch nach unten. 

Ein langfristiger Trend droht zu brechen ...

Setzt sich aber tatsächlich diese Abwärtsbewegung fort, dann droht ein langjähriger Aufwärtstrend zu brechen:
 
Bereits seit 1973 (!) befindet sich der S&P in einem Aufwärtstrend, den er nur während der Rezession Anfang der 80er Jahre kurz verlassen hat. Das letzte Mal berührte er diesen Trend 2002/203 nach dem großen Crash.
 
In der Zwischenzeit konnte er wieder Abstand gewinnen und sich parallel nach oben entwickeln – bis zum Erreichen des Allzeithochs aus 2000. Nun steht er erneut an dieser wichtigen Linie. 

Die historische Parallele

Eine ähnliche Linie wurde schon einmal zum Schicksal für den S&P 500, allerdings müssen wir dazu noch weiter zurückgehen ...
 
 
Der Nachkriegsboom, der bis Ende der 60er Jahre, dem Anfang des Endes des Vietnamkrieges anhielt, mündete nach dem Bruch dieses Trends in eine fast 15jährige Seitwärtsbewegung. Auch jetzt haben die USA einige scheinbar aussichtlose militärische „Baustellen“ (Afghanistan, Irak), wir gehen wieder in Riesenschritten auf eine spürbare Inflation (wie in den 70er Jahren) zu, den Ölpreisschock haben wir ja schon... 

Droht den Märkten also ein ähnliches Schicksal?

Leider können wir das nicht völlig ausschließen. Neben diesen offensichtlichen Parallelen gibt es nämlich auch eine im wortwörtlichen charttechnischen Sinne ...
 
 
Diese beiden Linien sind Zwillingsschwestern und verlaufen exakt parallel! Die erste wurde zudem dadurch „geadelt“, dass sich an ihr das Hoch im Jahre 2000 bildete!
 
Ich habe Ihnen zudem noch eine mögliche Seitwärtsbewegung eingezeichnet, wie sie sich aktuell vielleicht entwickeln könnte.  

Das kurzfristige Abwärtspotenzial

Diese beiden Seitwärtsbewegungen weisen jeweils eine „Mittellinie“ (rot) auf, die eine gewisse Relevanz haben. Diejenige für die aktuell mögliche große Trading-Zone (oben) liegt bei ca. 1.200 Punkten. Das stellt für mich das kurzfristige Korrekturpotenzial dar. Das sind weitere 6-7 % vom aktuellen Niveau aus.
 
Natürlich stellt sich jetzt die Frage, warum es dazu kommen sollte. 

Warum wir die Jahrestiefs wahrscheinlich noch nicht gesehen haben

Abgesehen von verschiedenen charttechnischen Projektionen nach unten ist es momentan so, dass an Märkten fast keinerlei Panik herrscht. Die Kurse fallen – und zwar, wie Sie im ersten Chart sehen konnten, auch mit einer ordentlichen Dynamik – aber praktisch nirgendwo sieht man eine Verkaufspanik.
 
Übliche Erklärungsversuche machen hauptsächlich den Ölpreis oder die Rohstoffpreise allgemein verantwortlich. An den Märkten selbst herrscht „Business as usal“. Bemerkenswerterweise war das auch beim Day-Trading in der letzten Woche so. Obwohl der S&P-Future täglich neue Tiefs markierte, schlugen die einschlägigen Indikatoren nie in die Extremzonen aus.

Noch keine Panikattacken an den Märkten

Dazu mal ein Chart auf Tagesbasis. Dieser zeigt neben dem S&P 500 (oben) den VIX, einen Volatilitätsindex aller an der NYSE gehandelten Aktien. Typisch für diese Vola-Indizes ist ein Fallen bei steigenden Kursen und ein Anstieg bei Kurseinbrüchen.
 
 
Perfekt funktioniert das von Juli 2006 bis Februar 2007 und ab Oktober 2007. Dazwischen lag eine Zeit, in der diese Korrelation wegen der Befürchtungen zur Finanzkrise nicht so recht passte. Seit März läuft alles wieder „normal“ – allerdings mit einer winzigen Abweichung ... 

Wohin fallen die Kurse, wenn die Furcht an den Börsen Einzug hält?

Das Volatilitätsniveau liegt immer noch deutlich unter den Höchstständen, die im Januar oder März zu verzeichnen waren, obwohl wir inzwischen die gleichen Kursregionen erreicht haben. Das stimmt sehr, sehr nachdenklich.
 
Ich habe Ihnen im Chart mit dem violetten Kästchen mal den Kursbereich eingezeichnet, den die Kurse nach unten schossen, als die Panik zum letzten Mal regierte, und ihn vom aktuellen niveau aus nach unten angetragen. Wir wären dann deutlich unter meinem oben genannten Niveau von 1.200 Punkten – und dieser Rücksetzer war der kleinste seit Oktober ... 

Auch noch das Umfeld ist ungünstig ...

Natürlich kann es auch zu einem Drehen an den Tiefs kommen. Aber wehe, wenn nicht! Bricht ein Tripel-Boden, dann wird die Fortsetzungsbewegung meist besonders heftig.
 
Leider ist das aktuelle Börsenumfeld auch nicht besonders günstig, denn wir bewegen uns auf die Sommermonate zu. Diese sind chronisch schwach. Zudem steigt in der Urlaubssaison auch gerne der Ölpreis nochmals kräftig. Auch die Hurrikansaison geht langsam los.
 
Auch einige bedeutende geopolitische Probleme sind weiterhin in der Schwebe. Vielleicht nutzt nun irgendein profilierungsüchtiger Mitspieler der einen oder anderen Couleur aber gerade diese Saure-Gurken-Zeit, um vermeintliche Fakten zu schaffen und damit das fragile Konstrukt zu erschüttern.
 
Sollten Sie also noch mit langfristigen Positionen engagiert sein, ist jetzt ein guter Zeitpunkt für eine enge Absicherung gekommen. Werden Ihre Stopps ausgelöst, haben Sie wahrscheinlich schon sehr bald Gelegenheit, diese Papiere deutlich günstiger einzukaufen.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Urlaubszeit.
 
 
Mit besten Grüßen
 
Ihr Torsten Ewert
 
office/at/TorstenEwert.de 
www.TorstenEwert.de
 
Quellen: MarketMaker 3.0 (Charts), VWD (Kurse); soweit nicht anders angegeben
 

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