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Montag, 7. Juli 2008
In dieser Ausgabe:
 
 
von Jochen Steffens
 
Wissen Sie, je länger ich mich mit Wirtschaft und Politik beschäftige, desto sicherer bin ich, dass das eigentliche Problem der Menschheit bei den ganzen Problemen, die wir aktuell diskutieren, eben der Mensch selbst ist. Würde man dem Menschen seine Eitelkeit und seine Egomanie herausoperieren und gleichzeitig ein Kilo mehr Verstand und besonders Weitsicht einpflanzen, wir bräuchten keine politischen Systeme mehr, keine Bürokratie, keine Gesetze, keine Kriege, etc. Der Mensch ist eben doch dem Mensch ein Wolf. Nur einen Nutzen hat diese Erkenntnis leider kaum, sie führt mich jedoch zu dem aktuellen Thema:  

Der G8-Gipfel

Jetzt treffen sich in Toyako auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido nicht nur die Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrienationen, es ist auch einer der bisher größten Wirtschaftsgipfel, bei dem 2000 Delegierte aus über 20 Ländern erwartet werden.

360 Millionen für was?

Der ganze Spaß (sprich die Organisation und Durchführung des Gipfels) kostet nur läppische 360 Millionen Euro. Den 2000 Delegierten stehen rund 4000 (!) Journalisten gegenüber. Um diesen Massen an informationshungrigen Medienvertretern unseres Informationszeitalters gerecht zu werden, wurde extra ein eigenes Medienzentrum aufgebaut, das anschließend kurzerhand wieder demontiert wird. Warum auch nicht, Japan hat bekanntermaßen Platzprobleme.

Die Regierungschefs samt Anhang, die 2000 Delegierten und 4000 Journalisten werden wiederum von 20.000 Polizisten „bewacht“. Schaut man sich allein diese Zahlen an, wird einem schon ein wenig die Absurdität des Ganzen bewusst. Und wofür das Ganze?

Jeder ist sich selbst der Nächste

Eben für die oben genannte Eitelkeit / Egopflege? Oberflächlich betrachtet könnte man auf die fast schon zynisch wirkende Idee kommen, dass dieser Gipfel lediglich der Selbstinszenierung diverser Politiker dient. George W. Bush, der das letzte Mal an einem solchen außenpolitisch wichtigen Gipfel teilnimmt, könnte versucht sein, sich einen „epochalen“ Abgang zu verschaffen. Er hat nicht mehr viel zu verlieren.
 
Russlands neuer Präsident Dmitri Medwedew, der mit 42 Jahren der jüngste unter den Regierungschefs ist, wird sich hingegen in die Gesellschaft der Regierenden einzuführen wissen und mehr Einfluss für Russland fordern. Gordon Brown, Nicolas Sarkozy und der japanischen Regierungschef Yasuo Fukuda (mit 71 noch vor Silvio Berlusconi - ebenfalls 71 - der älteste Regierungschef) haben innenpolitische Probleme und werden versucht sein, über die Außenpolitik ein wenig „Wahlkampf im eigenen Land“ zu betreiben. Das funktioniert natürlich am Besten, in dem sie sich außenpolitisch profilieren. Wo sollen da die Kompromisse entstehen, wird sich der geneigte Beobachter fragen.

Die eigentlichen Themen

Die eigentlichen Themen des Gipfels sind unter anderem der Klimaschutz, die weltweiten Nahrungsmittelpreise und die sicherheitspolitische Lage im Nahen Osten, der hohe Ölpreis und die Krise der Finanzmärkte. Hier würde sich der immer noch geneigte Beobachter doch einmal eine Überraschung, nämlich klare Beschlüsse, Einigkeit und Taten wünschen.  
 
Aber aus oben genannten Gründen werden die Aussagen der Politiker mit hoher Wahrscheinlichkeit ausnahmslos „politisch“ sein. Die offiziell präsentierten Ergebnisse werden wie gewohnt wachsweich formuliert bleiben. Von dieser Seite darf man nichts erwarten.

Was gerne übersehen wird

Doch man vergisst dabei, dass hinter den Kulissen auf solchen Gipfeln vieles beschlossen und entschieden, ausgehandelt und taktiert wird. Fakten, die einen großen Einfluss auf die weitere Geopolitik haben werden. Abseits des medialen Theaters reiner Selbstinszenierung wird nämlich tatsächlich über die Probleme dieser Welt diskutiert. Und diese Diskussionen sind geeignet, die eigentlich wichtigen Prozesse loszutreten.
 
Nur, davon werden Sie kaum etwas in den Massenmedien lesen. Aber wie immer ist diese „reale“ Realität nicht für die mediale Schlachtbank geeignet. Hier würde zu viel Porzellan zerschlagen. Eingeständnisse von falschen Ansichten, Kompromissbereitschaft und die ganzen wirtschaftlichen Schachereinen will keiner der Anwesenden am nächsten Tag in einer der großen Boulevard-Zeitungen des eigenen Landes lesen. Und es ist in diesem Zusammenhang durchaus akzeptabel, eine Frage zu stellen, auf die es keine wirkliche Antwort gibt: Mit wie viel Wahrheit kann ein „Normalbürger“ eigentlich umgehen.

Einfluss auf die Börsen?

Ob dieser Gipfels einen Einfluss auf die Börsen hat, ist nicht zu sagen. Der deutlichste Einfluss wäre gegeben, wenn auf dem Gipfel offizielle Entscheidungen getroffen werden, die den Ölpreis nachhaltig unter Druck bringen könnten. Doch wie gesagt, davon ist nicht auszugehen. 
 
Trotzdem, heute zeigen sich die Börsen durchweg freundlich, der Dax liegt über 2 % im Plus. Hierfür ist aber weniger der Gipfel verantwortlich, sondern der Umstand, dass es leichte diplomatische Fortschritte im Atomkonflikt mit dem Iran gegeben hatte. Dies hat sich positiv auf den Ölpreis ausgewirkt. Damit steht der Dax aktuell wieder bei 6400 Punkten, und da muss er, wie Sie wissen, nachhaltig drüber.

US-Berichtssaison

Diese Woche fängt mit Alcoa auch die US-Berichtssaison an, der erste wichtige Termin dieser Saison sind dann die Zahlen von General Electric, die am Freitag veröffentlicht werden.
 
Viele Grüße
 
Ihr
  
Jochen Steffens
 
P.S. Mein Kollege Torsten Ewert schreibt heute in seiner Montags-Kolumne über ein nur allzubekanntes und jedes Jahr wiederkehrendes Phänomen. Dazu gleich mehr... 

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von Torsten Ewert
 
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
es ist soweit. Man hätte es kommen sehen müssen, denn es ist jedes Jahr das gleiche. Aber jedes Jahr wieder wird es mannhaft ignoriert. Es ist fast ein bisschen wie Weihnachten, das kommt auch immer so plötzlich ...
 
Jedenfalls: das Sommerloch ist da.

Phänomen Sommerloch

Zugegeben, wann genau das Sommerloch – auch Saure-Gurken-Zeit genannt – anfängt bzw. angefangen hat, weiß man meist erst hinterher. Aber es gibt einige verlässliche Anzeichen:
 
Die Presse, vor allem der so genannte „Boulevard“, weicht mangels anderer Alternativen auf verstärkte Berichterstattung über tatsächliche und vermeintliche Prominente aus. Beliebt sind – naheliegend – Urlaubsbilder und -storys, wobei idealerweise Trennungen, neue Liebschaften usw. thematisiert werden.
 
In der Politik beginnt das Sommerloch mit der „Parlamentarischen Sommerpause“. Dann schlägt die Stunde der Hinterbänkler. Diese können dann frei von der Leber weg all ihre Lieblingsthemen, die sonst nicht salonfähig sind, unter die Leute bringen. Mediale Aufmerksamkeit ist ihnen gewiss, die arme Presse hat ja sonst nichts anderes – siehe oben.
 
Der Normalbürger bekommt das Sommerloch in Form eines höheren Stressfaktors zu spüren. Bleibt er (arbeitend) daheim, muss er die fehlenden Urlauber ersetzen. Fährt er dagegen selbst in den Urlaub ... Na, das kennen Sie – oder gibt’s bei Ihnen keinen Urlaubsstress?

Des Traders Sommerloch

Für Trader ist das Sommerloch recht klar definiert. Es beginnt am 4. Juli (dem US-Unabhängigkeitstag) und endet am ersten Montag im September („Labor Day“ in den USA, vergleichbar unserem Ersten Mai). Dazwischen herrscht Sommerflaute an den Börsen.
 
Gewöhnlich ist diese dadurch gekennzeichnet, dass sich der Handel in den US-Futures auf die ersten beiden Stunden konzentriert (15.30 Uhr bis ca. 17.30 Uhr). Die folgende „Lunch Hour“ dehnt sich dann gern mal auf das Dreifache aus. Eventuell passiert dann in der letzten Stunde noch mal was. Aber wer will darauf in Europa schon warten?
 
Da die europäischen Börsen immer am Tropf ihrer US-Kollegen hängen und hier natürlich auch Urlaubszeit herrscht, gilt das Gesagte auch für DAX & Co.
 
Natürlich kann trotzdem an der Börse alles Mögliche passieren, aber als Trader, der auf kräftige liquiditätsgetriebene Bewegungen während des Tages spekuliert, kann man in dieser Zeit kaum einen Blumentopf gewinnen. Zu gering sind einfach die Umsätze und damit die meisten „Moves“ auch eher zufällig.

Wie stopft man ein Sommerloch?

An dieser Stelle finden Sie häufig Geschichten von Tradern, die nicht loslassen können, weil sie Angst haben, etwas an den Märkten zu verpassen. Dabei ist es eigentlich die ideale Zeit für Day-Trader, auch mal richtig Urlaub zu machen.
 
Es läuft ihnen ja nichts davon. Ob Sie hinterher bei 7.000 oder 5.500 DAX-Punkten wieder einstiegen, ist praktisch egal. Das „Spiel“ beginnt jeden Tag aufs Neue ... (ich kenne einen Kollegen, der diese zwei Monate tatsächlich für einen ausführlichen Urlaub nutzt und in dieser Zeit seinen Kindern die Welt zeigt).
 
Eine andere Möglichkeit ist, die Zeit für die Umsetzung neuer Ideen zu nutzen, die sich im Laufe des Jahres angesammelt haben, aber aus Zeitgründen nicht realisiert werden konnten: neue Trading-Systeme entwickeln und testen; Trading-Tools installieren, die die tägliche Arbeit erleichtern; Weiterbildung betreiben oder sich (persönlich) mit Kollegen treffen und austauschen und, und, und ...

Die Märkte während des Sommerlochs

Oder man beschäftigt sich zur Abwechslung mal mit den mittel- bis langfristigen Perspektiven der Märkte. In der letzten Woche hatte ich ja bereits die sehr langfristigen Parallelen zur aktuellen Situation im S&P 500 dargelegt.
 
Aber auch aus einer nicht ganz so fernen Perspektive hellt sich das Bild nicht unbedingt auf. Auch dass der Index am letzten Mittwoch ein neues Jahrestief markierte, von dem er sich in der verkürzten Vor-Feiertagssitzung am Donnerstag auch nicht mehr erholen konnte, stimmt nicht eben optimistisch.
 
 
Quelle: www.tradesignalonline.com
 
In Ergänzung zu dem damals Gesagten möchte ich Ihnen hier einmal einen Blick aus der Perspektive von 2000 geben.

S&P 500 an einem Wendepunkt?

Danach besteht nun die Möglichkeit, dass sich der US-Leitindex mit Rückfall unter die 1.250 Punkte erneut in einen breiten Langfristabwärtstrend bewegt, den er 2006 „gerade erst“ verlassen hat. Diesen testet er seit Anfang 2008 nunmehr zum dritten Mal.
 
Bedenklich stimmt, dass er zuvor nach dem März-Tief bereits über 50 % der vorherigen Abwärtsbewegung korrigiert hat. Dass er nun wieder an den alten Tiefs steht, deutet auf eine Fortsetzung dieser Abwärtsbewegung hin (rote Rechtecke). Damit hätten die Kurse theoretisch ein Potenzial bis unter die 1.150-Punkte-Marke.

Die bullishe Alternative

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass der Index an einer der vorhandenen Unterstützungen wieder dreht. In Frage kämen hierfür natürlich die runde Marke von 1.200 Punkten oder sogar das vorgelagerte Niveau knapp unterhalb von 1.220 Punkten.
 
Das wäre dann ein „Fehleinbruch“ in den Kanal. Je nach Umkehrpunkt ist dann ein Doppelboden oder (eher wahrscheinlich) eine relativ langwierige große inverse SKS-ähnliche Umkehrformation (Schulter-Kopf-Schulter) möglich.
 
Das ist aber noch Zukunftsmusik. Kurzfristig ist entscheidend, wie sich der S&P an den Tiefs weiter verhält. Wir sollten uns aber auch nichts vormachen. Ob unter den Bedingungen des Sommerlochs eine so dynamische Gegenbewegung entsteht, wie für ein „Bullen-Signal“ nötig, ist natürlich fraglich.

Keine Panik – Sommerloch!

Aber auch Panik ist höchst unangebracht. Noch ist ja nichts passiert. So ein Sommerloch reißt einen ja mitunter zu den tollsten Theorien hin. Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn einer anfängt, über das Sommerloch selbst zu schreiben. Meist haben wir das Schlimmste dann schon hinter uns ...
 
Mit besten Grüßen
 
Ihr Torsten Ewert
 
 
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www.TorstenEwert.de

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