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Mittwoch, 9. Juli 2008
In dieser Ausgabe:
 
von Jochen Steffens
 
Am Ende eines langen Telefonats mit einem Kollegen, konnte ich dieses Gespräch mit folgenden Worten zusammenfassen: „Du weißt also, dass du nichts weißt, bist dir diesbezüglich aber auch nicht ganz sicher...“
 
Ich denke, das beschreibt vortrefflich die aktuelle Börsensituation. Gestern ging es dann bei den Amis, aufgrund eines sinkenden Ölpreises, stark aufwärts. Und heute? Wieder in die Gegenrichtung?
 
Bevor ich mich hier weiter in wilden Spekulationen verliere, greife ich das gestern angekündigte Thema auf und schreibe darüber, wie man eigentlich von einer großen Seitwärtsbewegung, die über mehrere Jahre bis Jahrzehnte gehen kann, profitiert. Auch wenn ich dieses Thema im Rahmen eines Newsletters nur sehr oberflächlich behandeln kann, denke ich, dass die folgenden Zeilen einen guten Einblick in das Wesen der großen Seitwärtsbewegungen geben. Dazu habe ich ein fast perfektes Beispiel bei einer Aktie aus dem Dax gefunden. Man mag es kaum glauben:
 
 
 
Es handelt sich um den Chart der Deutschen Bank, die mit dem aktuellen Einbruch im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise, nun tatsächlich vielleicht am Anfang einer großen, sehr langen Seitwärtsbewegung steht (immerhin läuft diese schon seit mehr als 10 Jahren).
 
Die interessante Frage ist nun, wie geht man mit so einer Seitwärtsbewegung um.
 
Vorgehensweise in einer Seitwärtsbewegung anhand des Beispiels der Deutschen Bank

1. Schritt: Schalten Sie das Informationszeitalter einfach ab

Schalten Sie alle Nachrichten, Börseninformationen, Newsletter (bis auf einen natürlich), am besten das gesamte Internet und das Fernsehen ab. Meiden Sie Kioske, Diskussionen mit Kollegen über die Wirtschaft, politische Diskussionen und insbesondere Zukunftsdiskussionen. Ich weiß natürlich, dass das nicht funktionieren wird.
 
Um aber bei einer solchen Seitwärtsbewegung zu den Gewinnern zu gehören, dürfen Sie sich unter keinen Umständen von den Nachrichten und Informationen verrückt machen lassen! Sie hätten 2003 die Deutsche Bank nicht bei 35 Euro gekauft. Nicht angesichts all der Untergangszenarien, schon gar nicht eine Bank, die schließlich von dem vorherigen Crash der Märkte am meisten betroffen war und durch die enge Verflechtung mit all den anderen Finanzinstituten wirklich gefährdet war (Stichwort Deutschland AG). Schließlich mussten Milliarden an Beteiligungen, die plötzlich fast nichts mehr wert waren, abgeschrieben werden – damals. Und wenn jemand aus antizyklischer Sicht gekauft hat, hat er nicht bis 100 € durchgehalten...
 
So sehr unterscheidet sich die Nachrichtenlage im Jahr 2003 nicht von der heutigen. Heute gibt es die Finanzmarktkrise und wieder müssen Milliarden abgeschrieben werden. Wieder drohen Pleiten, die Stimmung ist, um es einmal umgangssprachlich auszudrücken, grottenschlecht. Eins ist sicher: (Fast) Keiner will Bankaktien im Depot haben.
 
Es ist wichtig zu begreifen, dass am unteren Ende einer Seitwärtsbewegung die Stimmung so sein MUSS! Sonst wäre es nicht das untere Ende...
 

2. Schritt: Warten Sie nicht zu lange mit den ersten Positionen

Seitwärtsbewegungen sind selten wirklich eindeutig zu begrenzen. Sie sehen hier den Ausbruch der Deutschen Bank über die 100 Euro-Marke, der eigentlich ein Fehlausbruch war. Das ist mehr als typisch für solche Seitwärtsbewegungen.
 
Genauso kann es sein, dass auch die untere Begrenzung gar nicht erst erreicht wird. Schließlich ist die Deutsche Bank, lassen wir die Bankenkrise einmal außen vor, auf dem aktuellen Niveau mehr als günstig. Sie können davon ausgehen, dass sie besser aufgestellt ist, als noch in den 90er Jahren, als die Welt noch begrenzter und weniger global gewesen ist.
 
Es kann also durchaus sein, dass sie schon jetzt dreht. Mit anderen Worten, im letzten Drittel, so bei 50 Euro kann man, wenn man davon ausgeht, dass es eine Seitwärtsbewegun ist, eine erste Position eingehen (wer hätte überhaupt gedacht, dass die Aktie so weit runter kommt!). Sollte sie schon vorher drehen (ein wenig sieht es ja danach aus), egal, dann hat man den Move verpasst. Auch das muss man in einer Seitwärtsbewegung vertragen können, ansonsten geraten Sie in Gefahr, zu früh einzusteigen.
 
Sie sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass die Deutsche Bank nach einem Kauf bei 50 Euro auch noch bis zur 35 Euro-Marke fallen kann. Es ist sogar jederzeit möglich, dass die Deutsche Bank auch nach unten „übertreibt“, so wie sie nach oben übertrieben hat. Legt man die Übertreibungsspanne (grünes Rechteck) an die unter Begrenzung, erhält man ein Kursziel von ca. 20 Euro! (Auch eine Pleite kann bei einer Aktie natürlich nie ausgeschlossen werden. Tatsächlich muss man in seiner gesamten Vermögensplanung auch mit solchen Unwahrscheinlichkeiten zumindest rechnen.)
 
Dann hätte Ihre erste Position, die Sie bei 50 Euro erworben haben, allerdings schon einen Verlust von 60 % im Depot stehen. Das müssen Sie einkalkulieren und deswegen dürfen Ihre ersten Positionen nicht zu groß sein. Der gesamte Tradingplan muss demnach vorher festgelegt sein, so dass auch die Größe der höchst möglichen Gesamtposition bereits vorher unverrückbar feststeht und alle Eventualien bedacht sind.

3. Schritt: Nerven wie Drahtseile und Nachkäufe

Und jetzt geht es um Nerven wie Drahtseile. Die Aktie fällt. Keiner ist wirklich glücklich, wenn er Geld verliert. Dazu die schlechte Stimmung überall. Sie müssen aber Ihrem Tradingplan treu bleiben und das bedeutet: z.B. bei 40 Euro die nächste Position, bei 35 Euro weiter nachkaufen, während die Aktie weiter fällt.
 
Selbst wenn Sie jeweils kleine Positionen nehmen, wird die Positionsgröße insgesamt durch die Nachkäufe deutlich ansteigen. Und dann fangen Verluste an, doch weh zu tun. Besonders wenn die Seitwärtsbewegung nach unten gebrochen wird. Haben Sie dann die Nerven investiert zu bleiben? Sind Sie in der Lage, sogar noch weiter einzukaufen, obwohl scheinbar gerade um Sie herum die Börsenwelt untergeht?
 
Wenn nicht, haben Sie nichts in Seitwärtsbewegungen verloren! Dazu ein Beispiel:
 
 
 
Das ist die inflationär bedingte Seitwärtsbewegung des Dow Jones Industrial zwischen 1965 und 1983.
 
Hier sieht man deutlich, wie die Begrenzung nach unten dynamisch und zumindest einmal auch erheblich verletzt wurde (das sind Monatskerzen, als Tageschart sähe das noch deutlich dramatischer aus).
 
Man muss schon sehr abgebrüht sein, hier die Nerven zu behalten! Aber selbst wenn nicht, immerhin hätte man auf der Oberseite fünf klare Verkaufssignale und unten zumindest vier gute Einstiegssignale gehabt. Zwei mal wäre man als etwas vorsichtigerer Mensch ausgestoppt worden. Doch das ist eine Betrachtung im Nachhinein, und im Nachhinein ist Börse immer sehr einfach...

4. Schritt: Nach und nach verkaufen, auch wenn die Börsenwelt voller Geigen hängt.

Wenn Sie unten all die Aktien eingesammelt haben, die panisch gestimmte Menschen Ihnen verkaufen wollten, müssen Sie natürlich, sobald die Mittellinie überwunden ist anfangen, diese Positionen nach und nach zu verkaufen. Das sollte in einer Weise geschehen, dass Sie oben an der Linie absolut flat sind (keine Positionen mehr haben).
Nur, zu diesem Zeitpunkt werden Sie überall Gründe hören und lesen, warum es immer weiter geht. Sehr überzeugende Gründe!!! Und ausgerechnet Sie besitzen keine Aktien mehr (oder noch schlimmer, Sie haben sogar auf fallende Kurse gesetzt, siehe weiter unten)
 
Zudem wissen Sie, dass wenn diese Seitwärtsbewegung tatsächlich beendet wird, Sie mit dieser Methode viel Geld verlieren werden (siehe den massiven Anstieg im Dow Jones ab 1983). Aber zuvor hätten Sie 9-10 Mal entsprechen viel verdient, so dass Sie diesem Verlust gelassen entgegensehen können.

5. Schritt: Und wieder auf die Gegenbewegung setzen

In dem Maße, in dem Sie Positionen abbauen, können Sie schon anfangen, Positionen auf fallende Kurse zu kaufen. Das gleiche Spiel geht dann von vorne los, nur in die andere Richtung
 
Sie brauchen demnach um eine Seitwärtsbewegung traden zu können:
 
1. Viel Geduld
2. Viel Erfahrung
3. Die Fähigkeiten auch einmal Kursen hinterherzuschauen (und ich rede hier von Monaten/Jahren)
4. Nerven aus Stahl
5. Genug Kapital, um auch größere Verluste aussitzen zu können
6. Einen unerschütterlichen Glauben
7. Eine ganz große Portion Gelassenheit in Verbindung mit einem gewissen sozial verträglichen Wahnsinn

Hinein in die Forbes Liste

Sollte es also ähnlich wie in den 70er und 80er Jahren aufgrund eines weltweiten Anstiegs der Inflation, tatsächlich zu einer großen Seitwärtsbewegung kommen, sollten Sie sich diese Eigenschaften zu eigen machen. Dann haben Sie eine große Chance reich zu werden. Die Deutsche Bank kann sich von 35 Euro aus mal eben verdreifachen. Vom Hoch aus sind sogar Abwärtsmoves von 60 % - 70 % drin. Da reichen allein Aktien, um richtig zu verdienen. Wenn Sie jedoch so eine Seitwärtsbewegung mit Zockerscheinen oder Hebelprodukten traden...
 
Gönnen Sie mir nach dieser Menge Text noch diesen kleinen, augenzwinkernden Schlussabsatz:
 
Wenn Sie diese Tips beherzigen und die Börse es zusätzlich richtig gut mit Ihnen meint, werden Sie sich in 15-20 Jahren unter den Top 1000 der Forbes Liste widerfinden. 
 
Wenn Sie sich dort schon einmal anschauen wollen, wer zurzeit Ihren angestrebten Rank für Sie warmhält:
http://www.forbes.com/lists/2008/10/billionaires08_The-Worlds-Billionaires_Rank.html
 
 
Viele schmunzelnde Grüße
 
Jochen Steffens
 
 
Wichtiger Hinweis: Die Deutsche Bank dient hier lediglich als Beispiel für einen möglichen Anfang einer Seitwärtsbewegung. Die im Text genannten „Einstiegsmarken“ sind weder charttechnisch noch fundamental begründet, sie sollen lediglich der beispielhaften Darstellung dienen. Es handelt sich demnach NICHT um eine Kaufempfehlung oder eine Analyse der Deutschen Bank.

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