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15.07.2008

Die Bankenkrise kommt eigentlich am Ende eines Aktiencrashs!
US-Wirtschaftsdaten

Die Bankenkrise kommt eigentlich am Ende eines Aktiencrashs!

von Jochen Steffens

"Die Börse ist ein Theater, in dem immer dasselbe Stück gespielt wird, aber immer unter verschiedenen Titeln und mit unterschiedlicher Spieldauer..."

Es gibt dabei verschiedene Akte: Euphorie, Panik, Hoffnung, Depression. Im Moment gehen wir an der Börse in den Bereich „Panik“ über.  Wie heißt es so schön, kaufe die Panik...

Die aktuelle Börsensituation zerrt dabei an den Nerven. Nicht ohne Grund. Ich höre von einigen Seiten, dass viele Börsenbriefe durch diesen Markt heftig auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Teilweise sollen Depots von ihren Hochs aus über 60 Prozent abgegeben haben! Andere können sich wenigstens „rühmen“, diesen Crash mit nur einer geringen Investitionsquote miterlebt zu haben. Doch ich lese kaum Erfolgsmeldungen. Wie auch, auf die Short-Seite kann man sich als vernünftiger Anleger nur bei einer Gegenbewegung stellen, aber genau diese Gegenbewegungen, die einen Short-Einstieg ermöglicht hätten, sind gerade in den letzten Wochen ausgeblieben.

Das liegt daran, dass der Markt seit einiger Zeit nicht das geringste Anzeichen von Stärke zeigt. Jeder Bodenbildungsversuch wird abverkauft.  Man merkt es auch in den Gesprächen mit Kollegen. Die Stimmung ist bedrückt bis depressiv, aber auf jeden Fall ratlos. Derweil fallen die Kurse immer weiter und weiter. Als ich gestern schrieb, dass wir auch noch einmal unter die 6000 Punkte-Marke schauen können, hätte ich nicht damit gerechnet, dass wir bereits heute schon im Tief mit 6006,6 Punkten die 6000er Marke erreichen. Ich bin sehr gespannt, ob es nur, wie gestern beschrieben, ein Fake ist, ober ob wir tatsächlich auf die 5200 Punkte fallen.

Aktuell wird mal wieder die Kreditmarktkrise gespielt. Die Börse scheint nach den schlechten Nachrichten von Freddy und Fannie und einigen regionalen Hypothekenbanken in den USA in Sorge zu sein, dass die Unternehmenszahlen diverser Kreditinstitute patzen werden. 

Das Ende eines Aktiencrash: Die Bankenkrise

Das Thema Bankenkrise bringt mich aber zum eigentlichen Thema heute, nämlich zu einer alten Bärenregel: Jeder große Aktien-Crash endet (!) erst mit der Bankenkrise.  Nur, wir haben in den letzten Jahren keinen großen Aktiencrash gesehen, vielmehr haben wir mehrere Jahre Rally hinter uns.

Alte ungehörte Börsengurus

Ich kann mich noch erinnern, dass einige der älteren Analysten in den Jahren 2003-2004 davon sprachen, dass ein Crash immer erst mit der Bankenkrise endet. So lange diese nicht gekommen sei, sei der Bärenmarkt nicht zu Ende. So sehr diese Börsenregel auch in den Medien damals herumgeisterte, die Bankenkrise blieb aus. Diese These der alten Börsengurus geriet mit steigenden Kursen zunehmend in Vergessenheit.

Was ist aber, wenn die Bankenkrise, die wir aktuell erleben, eigentlich noch zum Aktiencrash 2000-2003 gehört?

Diese Idee hat einiges für sich. Die US-Notenbank hat in den Crash-Jahren durch eine aggressive Niedrigzinspolitik in den USA nicht nur die Banken gerettet, sondern auch die Grundlage für den ausufernden Immobilienboom in den USA geschaffen. Und war es nicht dieser Immobilienboom, der auf der einen Seite die US-Wirtschaft aus seiner Depression geholt hat und andererseits den Banken über eine aggressive Kreditvergabe Milliarden-Gewinne bescherte? Waren es nicht vielleicht sogar diese beiden Folgen, welche die Bankenbranche damals vor einer solchen Krise bewahrten?

Ein Art Verschiebebahnhof

Man kann ein Haus nicht auf Treibsand bauen. Der Boom der letzten Jahre wurde jedoch zumindest zu einem Teil eben aus dem Treibsand maroder Immobilienkredite erschaffen. Kredite, die nur in Folge dieser exorbitant niedrigen US-Leitzinsen möglich waren.
Und eben diese Kredite (Hypotheken) sind es doch, die heute den Banken das Genick brechen.

So gesehen, besteht bei der aktuellen Bankenkrise durchaus eine direkte Verbindung zu dem Aktiencrash in den Jahren 2000-2003. Die Niedrigzinspolitik hätte demnach die Bankenkrise nur nach hinten verschoben.

Und so könnte die alte Börsenweisheit, dass ein großer Aktiencrash mit einer Bankenkrise endet, auch dieses Mal wieder stimmen. Es gab nur eine Verzögerung aufgrund der interventionistischen Niedrigzinspolitik der Fed.

Was kommt danach?

Sicher werden Sie nun fragen, was denn nun für eine Börsenphase folgen wird, wenn tatsächlich die aktuelle Bankenkrise den Aktiencrash 2000-2003 beendet. Normalerweise ein starker Aufwärtstrend. Da wir diesen jedoch quasi schon vorweggenommen haben, ist diese Frage wohl nicht so leicht zu beantworten.

S&P500 immer noch in der Konsolidierung, die im Jahr 2000 angefangen hat

Schauen wir uns dazu den S&P500 an. Immerhin ist der Sektor Banken und Finanzdienstleistungen mit 12 % die größte Gruppe im S&P500:

 

Im letzten Jahr ist dieser Index noch an seinem Allzeithoch aus dem Jahre 2000 gescheitert. Erst mit Überwindung dieser Marke wird ein „neuer Bullenmarkt“ eröffnet. Tatsächlich befindet sich dieser Index also immer noch zumindest in einer Konsolidierungsphase und damit ist der 2000er Crash noch nicht abgeschlossen! Vielleicht führt die Bankenkrise demnach nur zu der notwendigen Bereinigung des Marktes, die ein Überwinden dieser Marke erst möglich macht. Nach einem Doppeltop sieht es jedenfalls nicht aus, dafür ist die rechte Aufwärtsbewegung zum Hoch zu flach.

Gesamtüberblick

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will hier nicht eine trotzige Bullenstimmung verbreiten. Ich habe gestern nicht ohne Grund geschrieben, dass der nachhaltige Bruch der 6200er Marke ein bedenkliches Zeichen ist (mit dem heutigen Abverkauf ist der Bruch eindeutig nachhaltig). Mir geht es wie immer nur darum, ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen und daran lasse ich Sie, liebe Leser, jeden Tag aufs Neue teilhaben.


Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens


US-Wirtschaftsdaten

von Jochen Steffens

Die Erzeugerpreise sind im Juni um 1,8 % gestiegen.
Erwartet wurden Werte von 1,3 bis 1,4 %. Im Monat zuvor waren die Preise der Erzeuger noch um 1,4 % geklettert. Auf Jahressicht lagen die Erzeugerpreise im Juni um 9,2% höher, was der stärkste Anstieg seit Juni 1981 war.


Die Kernrate ist jedoch nur um 0,2 % gestiegen. Erwartet wurden Werte um 0,3 % nach zuletzt noch 0,2 %.



Nach wie vor haben die hohen Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise keine Auswirkung auf die Kernrate. Das ist schon seltsam und spricht für eine Art verdeckte Deflation. Was passiert wohl, wenn die Rohstoffpreise deutlich einbrechen? Dazu eventuell in den nächsten Tagen mehr.

Der Umsatz im Einzelhandel ist in den USA im Juni um 0,1 % gestiegen. Analysten hatten jedoch mit einem Umsatzanstieg im Bereich von 0,4 bis 0,5 % gerechnet, nach 0,8 % zuvor.

Ohne die Autoverkäufe ist der Einzelhandelsumsatz um 0,8 % gestiegen. Gerechnet wurde mit einem Bereich von +0,9 % bis +1,0 %, nach zuvor 1,2 %.

Die Lagerbestände sind im Mai um 0,3 % angestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,5 %. Die Umsätze sind um 0,8 % gestiegen.

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