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21.07.2008
Am Ende des Geldes fehlt oft noch so viel Erfahrung
von Jochen Steffens

Der Dax hat heute seinen ersten Ausbruch über die 6400 Punkte gewagt. Dieser Ausbruch muss nun nachhaltig werden, da sich, wie in den Sommermonaten üblich, die Fehlsignale häufen.

In vielen Dax-Charts sind in der letzten Woche wichtige Marken nach unten gebrochen worden (Aufwärtstrends, Widerstände, etc). Die starke Gegenbewegung ist ein erster Hinweis, dass dieser Abverkauf nach unten in einzelnen Aktien womöglich ein Fehlsignal war. Sollte es ein Fehlsignal gewesen sein, wäre dies ein bullishes Zeichen. Dazu muss, wie gesagt, die 6400-Punkte-Marke nachhaltig gebrochen werden. Ein einzelner Tag reicht da nicht aus. Also bleibt etwas Zeit, um über andere Dinge zu schreiben.

Trader werden

Am Samstag habe ich mich mit einem Traderkollegen getroffen, der seit einigen Jahren neben seinem Job versucht, sein Trading zu perfektionieren. Er gehört zu den Tradern, denen ich eine reelle Chance einräume, tatsächlich einmal davon leben zu können. Natürlich ist es immer schwer, das zu beurteilen, aber er hat bestimmte Voraussetzungen, die maßgeblich für den Erfolg verantwortlich sind.

Dazu gehört neben Intelligenz und einer schnellen Auffassungsgabe, die durchaus viele mitbringen, eine unnachgiebige Bereitschaft, sehr viel Zeit zu opfern, immer neue Wege zu finden, sich immer neue Tradingideen und „Systeme“ zu erkämpfen und ein ungebrochener Willen, zu den Besten gehören zu wollen. Aber, und das ist ein Punkt den viele Anwärter vergessen, eben auch seinen Job weiter zu machen, um Geld zu verdienen. Das ist so lange unablässlich, bis der Erfolg verlässlich ist.

Am Ende des Geldes fehlt noch so viel Erfahrung

Tatsächlich haben viele Anleger, die auf verschiedene Weise die Börse entdecken, irgendwann die Idee, ein Leben als Trader zu führen.  Gerade Menschen, die ihren Job verloren haben und noch etwas Vermögen besitzen, erhoffen sich hier eine „schnelle“ neue Verdienstmöglichkeit. Leider sind allerdings sehr oft entweder das Geld oder die Nerven zu Ende, bevor „die Ausbildung“ abgeschlossen ist. Und man muss leider viel Geld verlieren, muss den Schmerz spüren, sonst wird man nie wissen, wovor man sich an den Börsen schützen muss. Da führt kein Weg dran vorbei.

Besser ist es demnach, entweder über ein „beachtliches Vermögen zu verfügen“, oder über einen beständigen Geldzufluss, um die ersten fünf bis acht Jahre überstehen zu können. So lange braucht es mindestens, um dauerhaft erfolgreich sein zu können.

Freiheit als Lebensziel

Als Grund für seine intensive Beschäftigung mit der Börse gab mein Kollege an, dass er irgendwann niemandem gegenüber mehr verantwortlich sein will. Sein eigener Chef ein, ohne von Kunden abhängig zu sein, oder von Geldgebern, ohne mit anderen Menschen zusammenarbeiten zu „müssen“ und zu arbeiten, wann man will und wie lange man will.

Tatsächlich empfinden viele gerade diese scheinbare Unverbindlichkeit als erstrebenswerte Form der Freiheit. Doch wie jede Freiheit, wird auch diese teuer erkauft. Die Börse lässt einen nicht mehr los, dieser unablässige Kampf zwischen Schmerz, Erfahrung und eigener Psyche. Wie drückte mein Kollege Michael Jansen es letztens aus: „Die meisten können einfach nicht nachvollziehen, dass man, wenn man Freitags von einer Party nach Hause kommt, erst noch einmal den Computer hochfährt, um zu sehen, was die Amis gemacht haben, bevor man schlafen geht. Die halten einen für vollkommen bekloppt.“

Doch nur eine romantische Vorstellung?

Nein, Börse lässt einen nicht in Ruhe, besonders kurzfristige Trader nicht. Und die Unverbindlichkeit ist eine doch sehr romantische Vorstellung. Wenn man vom Traden lebt, ohne weiteres Einkommen, muss man beständig anwesend sein. Die guten Chancen, die großen Trades sind leider selten und diese darf man nicht verpassen. Und selbst wenn man Computersysteme benutzt, besteht die beständige Arbeit darin, diese Systeme an die neuen Marktgegebenheiten anzupassen.  Es gibt kein System, das einfach so in allen Börsenphasen funktioniert. Das ist lediglich eine schöne Illusion. Der heilige Gral der Börsen ist bisher nicht gefunden worden und wird es auch nie, weil jedes System, das an die Börsen kommt, Teil der Börse selbst wird.

Irgendwie erkauft man sich also diese scheinbare „Freiheit“ tatsächlich durch eine seltsame Form der Sklaverei. Man wird zum Sklave der ewig tickernden Kurse und Nachrichten, der Aufs uns Abs im Börsenalltag. Und die meisten Trader machen diese Aufs und Abs auch noch emotional mit – das bedeutet, die Stimmung wird abhängig von den Ereignissen an der Börse. Man braucht ein gehöriges Maß an Verrücktheit, um dieses Spiel der Spiele durchzustehen.

Mein Kollege, mit dem ich zu Abend gegessen habe, bestand aber darauf, dass er sich dieser Sklaverei des Bildschirms unter keinen Umständen unterwerfen werde. Man darf gespannt sein.

Viele Grüße

Jochen Steffens


Aufstand der Bullen
von Torsten Ewert

Verehrte Leserinnen und Leser,

ich kann nur hoffen, dass Sie seit dem 19. Mai (den letzten Hochs) nicht zu viele Verlusten erlitten habe, sonst muss Ihnen die Überschrift wie reiner Hohn erscheinen. Aber auch wer als Unbeteiligter die letzten Wochen an den Börsen verfolgt hat, wird sich etwas verwundert die Augen reiben:

Bullen? Aufstand? Wo? Fast täglich haben doch die Kurse neue Tiefstände erreicht!

Es wurden wichtige Ziel abgearbeitet

Das ist natürlich richtig, und wenn Sie meine Beiträge hier regelmäßig lesen, erinnern Sie sich sicherlich an meine Analysen zum S&P 500 vor drei bzw. zwei Wochen. Damals hatte ich aus lang- und mittelfristiger Sicht Kursziele von 1.200 bis 1.160 Punkten im S&P 500 abgeleitet.

Bemerkenswerterweise markierte der Index am letzten Dienstag tatsächlich ein vorläufiges Tief bei exakt 1.200,44 Punkten! Dazu noch einmal der aktualisierte Chart, den ich am 07. Juli hier präsentierte:

 

Es ging um den nochmaligen Test des 2000er Abwärtstrend und der Unterstützungszonen zwischen 1.220 und 1.160 Punkten.

„Fehleinbruch“ oder Warum auch ein Tief bullish sein kann

Bereits am 07. Juli hatte ich als bullishe Alternative einen möglichen „Fehleinbruch“ in diesen Kanal erwähnt. Und genau dies ist geschehen. Dazu der Detailchart:

Dieser Chart zeigt deutlich, dass der Wochenschlusskurs von 1.260 Punkten über dem gerade wiedereroberten Abwärtstrend und auch über dem Märztief bei 1.257,40 Punkten liegt. Damit besteht jetzt die Chance auf eine kräftige Umkehr.

Wichtige Targets abgearbeitet

Mit dem Tief bei 1.200 Punkten und dem kräftigen Reversal hat der S&P nun gleich zwei mögliche wichtige „Targets“ abgearbeitet. Sie sehen, dass die beiden Zielmarken bei 1.219 und 1.163 Punkten zeitlich ziemlich genau zusammenfallen. Mit dem Tief unter 1.219 Punkten hat der Index das erste Target „gespiket“ und damit gleichzeitig auch das zweite entschärft. Weitere Zielmarken auf der Unterseite liegen zunächst sowohl zeitlich als auch kursmäßig zu weit entfernt, um bereits relevant zu werden.

Idealerweise läuft also der Kurs jetzt direkt zurück bis an die obere Begrenzung des Abwärtstrends und versucht bei 1.360/70 Punkten einen Ausbruchversuch. Deutlich über 1.300 Punkte sollte der Index jedoch auf jeden Fall steigen, wenn diese Chance nicht ungenutzt verstreichen soll.

Euro STOXX 50 ebenfalls mit Umkehr an „Target“

Auch der Euro STOXX 50 hat ein wichtiges Target erreicht und hat dort gedreht (im Chart ist der Future-Endloskontrakt dargestellt):

Im Gegensatz zum S&P 500 deutet sich hier allerdings ein weiterer, steilerer Abwärtstrend an (blau). Daher ist es wichtig, dass die Kurse diesen Abwärtstrend jetzt zügig brechen, sprich: über 3.400 Punkte steigen. Auch die 3.500er Marke sollte überwunden werden, denn hier liegt das wichtige 50%-Niveau. Erst nach dessen Überschreiten kann man von einem Trendbruch sprechen.

Bodenformation im Euro STOXX 50 möglich

Aber selbst dann ist die Kuh noch nicht vom Eis. Ich habe hier noch einen anderen möglichen Abwärtstrend (rot gestrichelt) angedeutet. Dieser ist erst dann vom Tisch, wenn die Kurse auch über die 3.600-Punkte-Marke klettern und somit auch das 62%-Niveau übersteigen.

Dann allerdings besteht die Chance auf Ausbildung einer großen Bodenformation in Form einer inversen SKS (Schulter-Kopf-Schulter-Formation; hier gestrichelt dargestellt).

Und noch etwas ist interessant: Das Kursbild seit Januar teilt sich ziemlich exakt in drei gleich große Zeitabschnitte (grüne Rechtecke). Die Gegenreaktion sollte also in dem folgenden, gleich großen Zeitfenster bis etwa Anfang September einen Gutteil des letzten Absturzes wieder aufholen. Erst dann lässt sich abschätzen, wie erfolgreich der vermeintliche aktuelle Bullenaufstand wirklich ist.

Zeitliche Übereinstimmung der Kursziele von S&P 500 und Euro STOXX 50

Auch deshalb ist es wichtig, dass die Kurse möglichst bis 3.700 Punkten laufen, wie hier angedeutet. Interessanterweise liegen die beiden Targets auf der Oberseite sowohl beim Euro STOXX 50 als auch beim S&P 500 ziemlich genau auf einer zeitlichen Linie, nämlich um den 11. bis 15. September herum.

Dann ist auch das „Sommerloch“ vorbei („Labor Day“ in den USA ist am 01.09.), und die Institutionellen sollten sich auf das Jahresende positionieren. Es ist also gut möglich, dass uns dann ein heißer Herbst ins Haus steht. Schließlich erwarten wir ja auch noch eine Rallye im Zusammenhang mit dem Präsidentschaftszyklus in den USA ...

Wir haben also einige spannende Wochen vor uns.

 

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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