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25.07.2008
 
Die Baisse nährt die Baisse
von Jochen Steffens
 
Daimler schockt mit einer Gewinnwarnung, der starke Euro und die Rohstoffpreise werden als Begründung angegeben. Heute kommt die Münchener Rück und senkt überraschend ihre Gewinnprognose. Was ist los? Wir wissen, Börse nimmt die Zukunft vorweg. Zeigte der Dax sich in den letzten Monaten so schwach, weil er bereits mit solchen Nachrichten rechnete? Das stimmt nur zum Teil. Bei Daimler ist offensichtlich, dass Rohstoffpreise und der starke Euro belasten. Gerade die Rohstoffpreise und hier insbesondere der Ölpreis sind natürlich mit ein Grund für die Kursrückgänge gewesen, da steigende Rohstoffpreise sich ganz besonders auf die Margen des produzierenden Gewerbes auswirken.
 
Bei der Münchner Rück verhält es sich hingegen anders. Im Prinzip ist die Aktie der Münchener Rück auch eine Art „Fonds“. Mit Kapitalanlagen im Wert von ca. 166 Mrd. Euro ist der Rückversicherer einer der größten Investoren der Welt. Somit ist es nur logisch, dass es in Folge von starken und unerwarteten Kursverlusten an den Börsen zu Abschreibungen kommen kann, welche das Ergebnis belasten.

Der Teufelskreis

Gerade am Beispiel der Münchener Rück zeigt sich die Gefahr, dass eine Baisse (Phase anhaltender Kursrückgänge) die Baisse nährt. Nicht nur die Münchener Rück leidet unter den Kursverlusten. Auch andere Unternehmen halten Aktien, Beteiligungen etc, die im Zuge eines Abwärtstrends alle an Wert verlieren.

Die Spirale beginnt

Doch das ist nicht das Einzige. Wenn die Gewinne einzelner Unternehmen durch Kursrückgänge schrumpfen, kommt es auf der einen Seite zu Entlassungen und damit zu steigender Arbeitslosigkeit. Diese wiederum wirkt sich auf den Gesamtkonsum aus, der dadurch zurückgeht. Auf der anderen Seite verringern die Unternehmen ihre Investionen. Beides belastet wiederum andere Unternehmen.

Schleichender Kaufkraftverlust

Gleichzeitig werden die Arbeitnehmer in so einer Situation kaum Möglichkeiten haben, höhere Lohnforderungen durchzusetzen. Schon bei einer normalen Inflation führen stagnierende Löhne bereits zu einem Kaufkraftverlust der Gesamtbevölkerung, der sich auch belastend auf die Unternehmensgewinne auswirken kann.
 
Doch auch die Unternehmen untereinander geraten in Schwierigkeiten. Sinkende Gewinnmargen in Verbindung mit sinkenden Produktionsmengen führen dazu, dass auch die Zulieferer weniger Absatz haben. Zudem werden die Unternehmen versuchen, einen Teil ihrer gesunkenen Gewinnmargen über einen massiven Preisdruck auf die Zulieferer abzuwälzen.

Eine Krise weitet sich aus

Schlussendlich sind auch ganz andere Bereiche betroffen: Für weniger Arbeitnehmer müssen zum Beispiel weniger Bürostühle, Büroeinrichtungen und Bürobedarf erworben oder erneuert werden. Die Kantinen produzieren weniger Essen. Es wird weniger Werbung geschaltet, darunter leiden nicht nur Werbeunternehmen sondern auch Zeitungen usw.. Und so wird am Ende nahezu jeder auf die eine oder andere Art und Weise von der Krise betroffen.

Der psychologische Effekt

Auch nicht unbedeutend ist der psychologische Effekt. Wenn die Kurse einbrechen, wird die Stimmung schlechter. Die Zeitungen greifen „Angst-Themen“ auf, um die Kursverluste zu erklären. So bekommen auch Börsenunbeteiligte (eine Spezies, die es eigentlich nicht geben sollte) auf einmal mit, dass da etwas nicht richtig läuft. Die Stimmung der Gesamtbevölkerung wird schlechter, das sogenannte „Verbrauchervertrauen“ sinkt. Und das ist ein sehr entscheidender Punkt.

Die Eitel-Sonnenschein-Mentalität

Blicken die Verbraucher positiv in die Zukunft, werden sie natürlich bereitwillig konsumieren, Geld ausgeben, Häuser kaufen, Kinder in die Welt setzen, neue Projekte starten und sich - natürlich auf Kredit - das neue große Auto in die Garage stellen. Sprich, die Konsumneigung nimmt zu, das fördert die Binnenkonjunktur.

Die Weltuntergangsstimmung

Haben dieselben Verbraucher allerdings Angst vor der zukünftigen Entwicklung, werden sie lieber sparsam mit dem Geld umgehen, um für den Fall der Fälle über einen Notgroschen zu verfügen. Tatsächlich werden in solchen Zeiten auch weniger Kinder, also weniger Konsumenten geboren. Die Immobilienpreise sinken, weil man sich in so einer unsicheren Situation nicht unbedingt auch noch hoch verschulden will, und das alte Auto reicht schließlich auch noch für ein paar Jahre.

Tiefe Verflechtungen

Auch wenn ich hier nur einen winzigen Ausschnitt der unvorstellbar engen Verflechtung der Unternehmen und Verbraucher eines Wirtschaftsraumes zeigen kann, so erkennt man doch schon sehr gut den Teufelskreis, der zumindest theoretisch allein nur durch fallende Kurse verursacht werden könnte. Normalerweise sind diese Faktoren nur ein Teil der Prozesse, die eine Wirtschaft in eine Rezession führen, aber dieser Einstieg verdeutlicht, warum eine Baisse die Baisse nährt.

Die notwendige Intervention

Normalerweise wird eine solche Entwicklung dadurch gestoppt, dass man das System mit Geld flutet (z.B. durch niedrige Leitzinsen.) Dieses billige Geld führt, um es kurz zu machen, zu mehr Investitionen. Das bedeutet, dass Unternehmen Aufträge vergeben, neue Projekte starten, die Zulieferer wieder mehr Waren liefern müssen, etc. Der vorherige Kreislauf wird gestoppt und dreht sich um.

Die Crux der Inflation bei gleichzeitig schwacher Wirtschaft

Was aber passiert, wenn bereits durch eine enorme Ausweitung der Geldmenge, die Inflation angeheizt wurde, und es der Wirtschaft trotzdem nicht gut geht (wie zurzeit in den USA)? Eine unkontrollierte Ausweitung der Inflation kann eine Wirtschaft zerstören. Es gibt einen Punkt, da wird die Inflation zu einem sich selbst nährenden und damit unaufhaltsamen Prozess (galoppierende Inflation).
 
Ein probates Mittel gegen Inflation sind drastische Zinserhöhungen. Kommt es in einer Schwächephase zu solchen Zinserhöhungen, werden diese den oben beschriebenen Kreislauf nur noch mehr anheizen.
 
Senkt man die Leitzinsen, um die Wirtschaft zu stützen, besteht die Gefahr, dass die Inflation ausufert. Die Notenbanken stehen in solchen Momenten zwischen Tod und Teufel.
Und genau das ist die aktuelle Situation in den USA, aber auch in Europa und anderen Ländern.

Die verschiedenen Ansätze

Die USA versuchen durch niedrige Zinsen zunächst die Wirtschaft zu stützen. Das macht Sinn, da die US-Wirtschaft durch die Immobilienkrise und die Finanzmarktkrise stark angeschlagen ist. Es gilt hier zunächst dafür zu sorgen, dass das Finanzsystem liquide bleibt, andernfalls würde es zusammenbrechen. Sobald das gewährleistet ist, wird die Fed die Zinsen anheben.
 
In der Eurozone, wo die Wirtschaft noch vergleichsweise gut läuft, hat die EZB die Möglichkeit, an der Zinsschraube zu drehen, aber auch das muss sie sehr vorsichtig und bedächtig machen.

Zwei Wirtschaftsräume, verschiedene Probleme, andere Ansätze. Werden die Notenbanken die Probleme in den Griff bekommen? Das werden wir wahrscheinlich erst zum Ende des aktuell gespielten Börsenthrillers mit dem klangvollen Namen: „Kreditmarktkrise, Crash und Inflation“, und dem Untertitel: „Dramatisch inszenierte Rohstoffpreisexplosionen“ wissen.

Das Dumme ist nur, als Spekulanten müssen wir bereits jetzt auf den möglichen Ausgang setzen. Mehr zu dieser Wette und deren Ausgang in den nächsten Wochen und Monaten natürlich in Ihrem Steffens-Daily.
 
Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens

US-Wirtschaftsdaten 
von Jochen Steffens
 
Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind im Juni um 0,8 % gestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Minus im Bereich von 0,0 bis -0,4 % gerechnet, nach einem Plus von 0,1 % zuvor. Damit lagen die Zahlen deutlich über den Erwartungen.
Das ist ein gutes Zeichen. Hier zeigen sich meines Erachtens nun deutlich die Auswirkungen der US-Leitzinssenkungen. Wie oben beschrieben, setzt die Flutung der Wirtschaft mit Liquidität nun stabilisierende Prozesse in Gang. Und das war wohl auch der eigentlich Grund, warum sich der US-Markt nach dem schwachen Donnerstag und den schlechten Zahlen und Vorgaben aus Übersee gut entwickeln konnte.
 
Die Zahl der Neubauverkäufe ist in den USA im Juni um 0,6 % auf 530.000 zurückgegangen. Analysten hatten mit einem etwas leichteren Rückgang gerechnet.
 
Der endgültige Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan notiert im Juli bei 61,2 nach 56,6 in der vorläufigen Fassung. Im Monat zuvor hatte der Index noch bei 56,4 notiert.
 
 
Und auch hier positive Signale. Wenn Sie sich den Verlauf in dem Diagramm ansehen, könnte sich auf dem aktuell sehr niedrigen Niveau ein Boden ausbilden. Insbesondere dann, wenn sich auch in den nächsten Wochen und Monaten die US-Wirtschaftsindikatoren durch die niedrigen US-Leitzinsen verbessern. 

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