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Welchen Fonds soll man nehmen, um der Abgeltungssteuer zu entgehen?
von Jochen Steffens
 
Da wir heute die US-Wirtschaftsdaten im Blickpunkt stehen, kann ich die Zeit bis dahin für ein anderes zurzeit wichtiges Thema nutzen. Zu den Wirtschaftsdaten, wie gewohnt, anschließend weiter unten mehr.
 
Man hört immer wieder, dass zwei Drittel aller Fonds es nicht schaffen, ihre Benchmark (meistens ein Index, also zum Beispiel den Dax) zu schlagen. Man braucht sich nur den ZEW-Index anzuschauen, dann verwundert diese Feststellung nicht. Für die Erstellung des ZEW-Index werden bis zu 350 Finanzexperten zur zukünftigen Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten in Deutschland befragt.
 
Wenn Sie meine Texte schon länger lesen, wissen Sie, dass ich diesen Index als Kontraindikator verwende. Ist hier die Stimmung zu optimistisch, stehen die Märke gerne in der Nähe eines Tops. Ist hier die Stimmung hingegen zu pessimistisch, befinden sich die Märkte gerne in der Nähe eines Tiefs.

Zeitliche Verzerrung

Nun könnte man behaupten, dass die Börsen die Entwicklung der Wirtschaft schließlich vorweg nehmen, und das stimmt auch. Während die Wirtschaft sich noch in der tiefsten Rezession befindet, spekulieren die Börsen häufig schon auf eine bessere Zeit. Frei nach dem Motto: Mitten in der Nacht wird schon der Morgen geboren. Und so kommt es natürlich zu einer zeitlichen Verzerrung zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Entwicklung der Börsen.
 
Doch genau das ist das Problem. Viele Fondsmanager, Analysten und sonstige Finanzexperten sind durch die verschiedensten Studiengänge mit dem Thema Wirtschaft gegangen. Es wird demnach das Hauptaugenmerk auf die Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung gelegt und daraus dann oft zu leichtfertig direkt auf die weitere Börsenentwicklung geschlossen, ohne diese oben genannte zeitliche Verzerrung zu beachten.

Psychologie und Fondsmanager

Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass die Fondsmanager eben auch nur Menschen sind. Und wir kennen es doch alle: Nichts ist schwieriger als sich von dem Massengefühl der Börse zu distanzieren. Gerade auch, weil wir Menschen soziale Wesen sind. Das können wir nur sein, wenn wir gelernt haben, uns der „Masse“ anzupassen. Das, was also in der „alltäglichen Wirklichkeit“ förderlich ist, ist an der Börse absolut kontraproduktiv. Um überhaupt Fondsmanager eines bekannteren Instituts zu werden, muss man meistens auch eine gewisse soziale Kompetenz haben. Diese widerspricht gerne dem erfolgreichen Börsenhandel.

Mittelab- und zuflüsse

Ein weiterer Punkt ist, dass ein Fondsmanager oft einfach ein strukturelles Problem hat. In Phasen, wo Panik die Märkte heimsucht, müsste er investieren. Leider werden in diesen Phasen aber die Anleger nervös und ziehen ihr Geld aus den Fonds zurück. So sieht sich der Fondsmanager im schlimmsten Fall gezwungen, Positionen zu verkaufen, wo er doch kaufen möchte. Umgekehrt ist der Mittelzufluss am höchsten, wenn die Börsen vor Euphorie nur so strotzen. Wie der geneigte Börsianer weiß, ist allerdings die Euphorie gerade vor großen Tops am größten. Und genau dann, kurz vor einem solchen Top, fließt das meiste Geld in die Fonds. Geld, das investiert werden will...

Hocheffiziente Märkte

Ein letzter und entscheidender Punkt ist jedoch, dass sehr viele Fondsmanager heute noch in der Hoffnung arbeiten, über die fundamentale Analyse einen Informationsvorsprung ausnützen zu können. Das würde auch funktionieren, wenn die Märkte nicht so extrem effizient geworden wären. Genau genommen ist es eben das Internet, dass der althergebrachten fundamentalen Analyse diesen wesentlichen Vorteil abgegaunert hat.
 
Jetzt, wo Information sich schneller um den Erdball verbreiten als ein normaler Mensch „reagieren“ kann, ist gerade im Bereich europäischer oder US-amerikanischer Indizes ein wirklicher geldwerter Informationsvorsprung mit einer fundamentalen Analyse kaum noch herauszuarbeiten. Die Zeiten sind einfach vorbei. Aber viele Fondsmanager haben das noch nicht verstanden und operieren weiter nach althergebrachten Vorgaben.

Erfahrung wird zunehmend entscheidend

Den Vorteil, der schlussendlich bestehen bleibt, kann man letzten Endes nur mit einem Wort umschreiben: Erfahrung! Und Erfahrung kann man sich nicht in einer Ausbildung, einem Studium oder in kurzer Zeit anlernen. Erfahrung muss man leider selber, meistens unter größeren (finanziellen) Schmerzen, über Jahre aufbauen.

Wenn Fonds, dann achten Sie auf den Fondsverantwortlichen

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, wenn man schon Fonds kaufen will, einen Fondsmanager auszuwählen, der über viel Erfahrung verfügt, lange im Geschäft ist und nachweisen kann, in den schlechten Jahren eine gute Performance erzielt zu haben.
 
Das ist zurzeit umso wichtiger, da viele nun so langsam überlegen müssen, ob Sie nicht doch noch vor dem Ablauf dieses Jahres einen Teil ihres Vermögens auf lange Sicht in einen Fonds investieren, um der Abgeltungssteuer zu entgehen.

ETFs, ETFs und ETFs

Wenn zwei Drittel aller Fonds allerdings nicht in der Lage sind, den zugrunde liegenden Index auf Dauer zu schlagen, gleicht auch hier die Auswahl wieder einem Glückspiel. Sollte man da nicht lieber direkt auf einen ETF, also einen passiv gemanagten Fonds zurückgreifen, der lediglich den Index eins zu eins abbildet? Die Chance, dass man damit auf sehr lange Sicht besser fährt, als mit einem aktiv gemanagten Fonds, steht damit immerhin 2 zu 1.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
 
In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend um 44.000 auf 448.000 gestiegen. Das ist der höchste Wert seit 5 Jahren (ich musste sogar die Skala neu justieren). Analysten hatten hingegen mit einem leichten Rückgang auf 398.000 gerechnet. Im aussagekräftigeren Vierwochendurchschnitt kletterte die Zahl der Erstanträge in der abgelaufenen Woche um 11.000 auf 393.000.
 
 
Nach den guten ADP-Zahlen gestern hatten sich hier Anleger mehr erhofft. Das konnte man daran erkennen, dass vor den Zahlen die Märkte kurzfristig anzogen. Als dann die Zahlen enttäuschten, mussten all diese kurzfristigen Trader wieder aus dem Markt. Es kam somit zu einem doch deutlichen Intraday-Einbruch. Ob nach diesen Zahlen die Märkte immer noch mit einem besseren Ergebnis bei den Arbeitsmarktdaten rechnen, ist nun schwer zu beurteilen. Grundsätzlich verringert ein schwacher Arbeitsmarkt aber das Risiko von Zinserhöhungen.
 
Gerade in diesem Zusammenhang enttäuschten andere Zahlen:
 
Das US-Bruttoinlandsprodukt ist nach der ersten Veröffentlichung im zweiten Quartal annualisiert um 1,9% gestiegen. Analysten hatten jedoch mit einem Anstieg um 2,3% gerechnet. Als Grund für diese positive Entwicklung wurden eine starke Entwicklung der Exporte und ein robuster Konsum angegeben.
 
Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte PCE-Deflator stieg um 4,2%, nach einem Anstieg um 3,6% im Vorquartal. Der BIP-Deflator betrug ebenfalls plus 4,2%, nach plus 3,5% im Vorquartal. Damit ist die Inflation weiterhin zu hoch. Das wiederum müsste zu Zinserhöhungen führen. Eine schwierige Situation für die Fed und damit auch für uns, die die Schritte der Fed prognostizieren müssen.
 

 
Deutlich erkennt man, dass das BIP in den letzten drei Quartalen nach und nach anzieht. Das ist natürlich eine klare Folge der niedrigen Zinsen. Wir können somit damit davon ausgehen, dass es auch in den nächsten Quartalen zu einem weiteren Anstieg des BIPs kommt, alles andere wäre eine Enttäuschung.
 
 
Der Chicagoer Einkaufsmanager-Index ist nur leicht auf 50,8 Punkte angestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg auf 51,0 Punkte gerechnet, nach 49,6 Punkten im Juni. Werte über 50 Punkte deuten auf eine Expansion, Zahlen darunter auf eine Kontraktion im verarbeitenden Gewerbe der Region.
 
 
Also auch hier zeigen sich erste Hinweise auf eine Stabilisierung. Gerade die Chicagoer Region steht für die US-Automobilindustrie. Ein Anstieg hier ist angesichts der aktuellen Situation der Branche etwas höher zu bewerten. Demnach kann man darauf schließen, dass der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes, der morgen um 16.00 Uhr veröffentlicht wird, doch deutlicher anziehen wird. Auch das könnten die Märkte nach den Arbeitsmarktdaten, die bereits um 14.30 Uhr veröffentlicht werden, stabilisieren.
 
Doch auch diese Zahl hat einen Pferdefuß: So stiegen die bezahlten Preise von zuvor 85,5 auf 90,7. Auch hier schrillen die Inflations-Alarmglocken. Der US-Markt zeigte sich dann auch etwas unentschlossen. Schwierig zu sagen, wie er diese Zahlen im weiteren Verlauf umsetzen wird.  

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