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Alles nur, um den Dollar zu stützen?
von Jochen Steffens
 
Die einen sagen, es ist alles halb so schlimm mit dieser Kreditmarktkrise, die anderen behaupten, das Schlimmste stände uns noch bevor. Alan Greenspan ist der Meinung, diese Krise sei anders, sie sei eines dieser Ereignisse, die nur ein- oder zweimal im Jahrhundert vorkommen. Sie kennen meine Meinung, ich glaube, dass diese Krise immer noch die Folge des 2000er Crashs ist und bin damit eigentlich im Prinzip gar nicht so weit von Alan Greenspan entfernt. Der Unterschied liegt wohl darin, dass ich der Auffassung folge, eine solche Bankenkrise „beende“ einen Crash. Kurz: Im Anschluss an diese Bankenkrise finden sich gute Einstiegschancen. Natürlich ist damit noch nicht gesagt, wann diese Krise ihr Ende findet und wie viel Aktien-Porzellan zwischenzeitlich noch zerschlagen wird.  

Hierzu gibt es noch einen weiteren Punkt, bei dem ich mit den Aussagen Old Greenspans konform gehe: Das Ende der aktuellen Krise wird an der Entwicklung des US-Immobilienmarkts zu erkennen sein. Erst wenn sich dieser beruhigt, wird sich auch die Situation an den Kreditmärkten entspannen. Die Börse wird natürlich weit vorher schon ihren Boden finden.
 
Das große „Wann“ bleibt damit die eigentliche Frage. Wann wird sich der US-Immobilienmarkt beruhigen, wann wird sich die Kreditmarktkrise beruhigen, wann werden die Börsen anfangen auf eine bessere Zeit zu spekulieren und kommt es zuvor noch zu einer großen Rezession?

Verschwörerische Gedanken

Ich habe mich gestern gefragt, warum Alan Greenspan in der letzten Woche wieder einmal so eindeutig und konkret vor einer Rezession warnen muss und damit die Märkte jedes Mal in Aufruhr bringt. Braucht er Anerkennung? Immerhin war er einmal einer der mächtigsten Männer der Welt und man sagt, es sei nicht einfach, so plötzlich aus dem Rampenlicht zu treten. Will er vielleicht seinem Nachfolger das Leben schwer machen? Schließlich hat er einen Ruf zu verlieren. Doch das alles sind keine ernstzunehmenden Ansätze. So mag der geneigte Börsianer sich wünschen, Greenspan solle doch lieber in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Doch diese Einschätzung ist vielleicht etwas vorschnell.

Ein Gedanke

Und dann kam mir folgender Gedanke: Gehen wir davon aus, dass Alan Greenspan insoweit Recht hat, dass die aktuelle Situation zumindest brenzlig ist. Gehen wir weiter davon aus, dass alle Beteiligten weltweit große Sorge haben, dass sich die Krise ausweitet und es zu einer längeren und großen Rezession kommt.

Die Situation

Um diese Kreditmarktkrise zu bekämpfen, muss die Fed die US-Leitzinsen niedrig halten. Ansonsten droht eine Kreditklemme mit dramatischen Folgen. Aufgrund der hohen Inflation gerät sie aber zunehmend unter Druck, eben diese Zinsen anzuheben.

Die Lösung

Im Moment versucht sie durch verbale Interventionen den Dollar zu stützen. Nur ein starker Dollar wird den Inflationsdruck dämpfen. Gerade auch, weil ein starker Dollar aus verschiedenen hier bereits mehrfach dargestellten Gründen auch den Ölpreis unter Druck bringen wird. Ein fallender Ölpreis würde vergleichsweise schnell den Inflationsdruck abbauen, da sogar in den USA die Kernraten (also die Inflationsraten ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) noch vergleichsweise stabil geblieben sind.

Es geht also um den Dollar und den Ölpreis

Wenn Alan Greenspan vor einer Rezession warnt, dann betrifft das natürlich sofort auch den Ölpreis. Eine Rezession in den USA würde das Weltwirtschaftswachstum bremsen und hätte somit Einfluss auf den weltweiten Ölverbrauch. Wollte also Alan Greenspan mit der Warnung vor einer Rezession eigentlich nur den Ölpreis unter Druck bringen?

IWF spielt auch noch mit

In diesem Zusammenhang passen auch die neuesten Aussagen des Internationalen Währungsfonds, der in seinem jährlichen Länderbericht zur Euro-Zone die EZB davor warnte, die Zinsen weiter anzuheben. Als offizieller Grund wurde die Verschärfung der Finanzierungsbedingungen genannt. Eine geldpolitische Verknappung berge gewisse Risiken in der aktuellen Situation, heißt es. Damit ist natürlich genau wie in den USA die Sorge um die Kreditmarktkrise und um eine möglichen Kreditklemme gemeint, obwohl das in Europa sicherlich nicht ein so großes Problem wie in den USA ist.

Die EZB darf die Zinsen nicht erhöhen

Doch vielleicht geht es auch hier um etwas anderes. Wie gesagt, die US-Notenbank versucht zurzeit alles, um den Dollar zu stützen. Würde die EZB nun die Zinsen weiter anheben, würde das auch den Dollar wieder stärker unter Druck bringen. Ein schwächerer Dollar wird den Ölpreis antreiben. Ung genau das darf nicht passieren.
 
Auch die Warnung des IWF geht in dieselbe Richtung. Explizit geht der IWF in seinem Statement davon aus, dass sich die Lebensmittel- und Energiepreise stabilisieren werden und die Inflation wieder sinkt. Ein weiterer Hinweis, der ebenfalls in diese Richtung geht, ist, dass der IWF behauptet, der Euro sei mittlerweile überbewertet. Auch diese Aussage ist geeignet den Euro unter Druck zu bringen, bzw. den Dollar zu stärken.

Zusammenhang oder nicht?

Hängt also all das zusammen? Ist vielleicht sogar all das abgesprochen? Versuchen verschiedene Adressen alles, um den Dollar zu stützen und den Ölpreis zu schwächen? Es wäre nicht verwunderlich, schließlich sind alle Beteiligten von einer solchen Krise betroffen.
Oder sehe ich hier einen Zusammenhang, der nicht wirklich existiert und auf Zufälligkeiten beruht?
 
Wir werden es leider nicht erfahren. Aber ich mag es, wenn alles in ein zusammenhängendes Bild passt und so auf einmal Sinn ergibt. Gerade an den Börsen ergeben sich daraus häufig die besten Trades. Ob es dann schlussendlich stimmt, ist dabei zweitrangig.
 
Ich bin trotzdem gespannt, ob heute im Statement der Fed neue und deutlichere Hinweise zu finden sind, dass die Fed die Zinsen erhöhen wird, falls die Inflation nicht sinkt. Das wäre zumindest ein weiteres Indiz.

Zum Markt

Und tatsächlich, die ganzen Interventionen scheinen zu fruchten. Heute hat der Ölpreis schließlich auch die 120er Marke durchbrochen. Sie erinnern sich, ich hatte auf diese Marke (am 30.07.08) als wichtige Unterstützung hier im Steffens Daily hingewiesen. Offenbar haben noch einige andere diese Marke als wichtige Unterstützung erkannt, denn als diese 120-Dollar-Marke fiel, stieg der Dax sprunghaft an und schaffte ein Plus von über 2,6 %.

Nervöser Markt

Der Markt ist offensichtlich hochnervös. Ich vermute das Problem auf institutioneller Seite. Schaut man sich die Performances der letzten sechs Monate von Fonds, Hedgefonds, Vermögensverwalter, etc an, erkennt man, dass viele in diesem Jahr noch keine sonderlich gute Rendite erzielt haben (um es einmal positiv auszudrücken). Keine Frage, es war auch sehr, sehr schwer.

Unterinvestiert

Im Moment sind viele dieser institutionellen Anleger deutlich unterinvestiert. Das Schlimmste was nun passieren kann ist, dass der Markt unerwartet noch oben ausbricht. Es dürfte schwer sein, für seine Produkte zu werben, wenn die eigene Performance unter der Performance des Dax geblieben ist. Ganz besonders dann, wenn der Dax doch noch auf Jahressicht ins Plus läuft und die eigene Performance im Minus bleibt.

Kein Wunder also, dass viele sehr nervös sind. Diese Nervosität im Zusammenhang mit einem aktuell niedrigen Handelsvolumen führt dazu, dass der Markt beständig in beide Richtungen überreagiert.

Nervosität ist kein guter Ratgeber

Doch Nervosität ist kein guter Ratgeber. Wir bleiben dabei: Vorsichtig einsteigen, mit einer geringen Aktienquote, denn noch immer sind die Gefahren für einen weiteren dynamischen Rutsch nach unten durchaus relevant. Wenn der Markt nach solchen impulsiven Tagen weiter Stärke zeigt und wichtige charttechnische Marken nach oben genommen hat, kann man diese Positionen vorsichtig weiter ausbauen. Mehr kann man in dieser verschrobenen Situation kaum tun.

Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S.: Mehr zum Thema Dollar/Euro und einen interessanten Chart finden Sie in meiner Kolumne auf www.boerse-online.de
 
 

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US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
 
Der ISM-Index des nicht-verarbeitenden Gewerbes der USA hat sich im Juli auf 49,5 Punkte erhöht. Analysten hatten mit einem Stand von 48,3 gerechnet, nach 48,2 Punkten zuvor. 
 
 

Ein Indexstand von über 50 Punkten weist auf eine Expansion des Dienstleistungssektors hin, ein Niveau unterhalb dieser Marke signalisiert eine Kontraktion. Zwar hat der Index diese wichtige Marke noch nicht überwinden können, doch eine Erholung ist zu erkennen. Das ist umso wichtiger, als dass die Dienstleistung rund 80% der US-Wirtschaft ausmacht.
 
Positiv ist auch, dass der Preisindex von seinem im Vormonat verzeichneten Rekordhoch bei 84,5 auf nunmehr 80,8 Punkte zurückfiel. Hier erkennt man vielleicht schon die ersten Auswirkungen des stagnierenden und nunmehr fallenden Ölpreises.


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