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Lassen Sie sich nicht emotional erpressen
von Jochen Steffens
 
Hinweis: Die Übersetzung des Fed-Statements von gestern und eine Erläuterung dazu finden Sie weiter unten im zweiten Teil.
 
Ich fürchte, dass viele Anleger in den letzten Wochen viel falsch gemacht haben. Der Markt ist in so einer Art „mentaler Erpressungsphase“. Mal haut es die Kurse massiv nach unten, dabei verlieren Einzelaktien im Dax dann schon mal 4-5 %. Es folgt wieder so ein Tag wie gestern, und die selben Aktien gleichen die kompletten Verluste in wenigen Stunden wieder aus. In so einem Markt kann man eigentlich nur Fehler machen.
 
Der geneigte und durch die Kreditmarktkrise sowie andere schlechte Nachrichten verunsicherte Anleger sitzt wie paralysiert vor dem Monitor und weiß nicht, was er tun soll. Dieses „Nicht-Wissen“ ist die eigentliche Grundlage vieler Fehlentscheidungen. Denn genau diese Unsicherheit führt dazu, dass der Anleger „emotional erpresst“ wird. Er sieht,  wie der Markt urplötzlich brutal nach oben zieht und fürchtet etwas zu verpassen. Also wird, meistens erst am nächsten Tag nach so einer Intraday-Rally, noch schnell gekauft. Leider oft ziemlich genau am Hoch.

Allgemeine Hektik

Kaum ist man investiert, bröckeln die Kurse der Aktien wieder in den Keller. Häufig gehören genau die Gewinner des Vortages zu den Aktien, die anschließend wieder die größten Verluste generieren. Und hier beginnen dann die Schmerzen. Soll man jetzt verkaufen oder soll man investiert bleiben? Wenn schlussendlich der Markt auch noch wichtige Marken nach unten zu brechen scheint, kommt es wieder zu einer emotionalen Entscheidung: Es wird verkauft.

Kaum ist man beruhigt, weil die Position endlich raus ist, dreht der Markt und das Spiel fängt von vorne an. Ich muss es so deutlich sagen: Das ist extrem unprofessionelles Traden!
 
Interessanterweise erlebe ich gerade in den letzten Wochen auch bei einigen Kollegen ein derartiges Verhalten und offenbar scheinen auch einige institutionelle Anleger diesem Hexentanz zu erliegen. Der Markt hat viele in den letzten Monaten einfach weichgekocht. Kein Wunder, dass sich die Kleinanleger mittlerweile frustriert von diesem Markt verabschieden, die Anzahl der Menschen in Deutschland, die Aktien besitzen, sinkt auf ein Neunjahrestief.

Abstand hilft

Schauen Sie sich dazu einfach den Dax-Stunden-Chart an. Eigentlich ist seit dem 18.07.08, also seit drei Wochen absolut NICHTS passiert. Der Markt läuft stumpf in einer vergleichsweise engen Range von 250 Punkten seitwärts.
 
 
 
Natürlich kann es jederzeit zu einem Ausbruch kommen, aber in beide Richtungen. Zudem sind auch in diesem Chart, wie für den Juli und August typisch, Fehlsignale zu finden.
Geht die Seitwärtsbewegung weiter, müssten die Kurse jetzt wieder Richtung 6300 Punkte laufen. Dann werden wahrscheinlich viele, die heute eingestiegen sind, wieder aussteigen...
Erst wenn die Kurse nachhaltig nach oben ausbrechen, wird es bullisher.

Gelassenes Stockpicking

Lassen Sie sich also nicht emotional erpressen. Das ist leichter gesagt, als getan. Hilfreich ist auf jeden Fall eine klare Strategie für die aktuelle Situation, also das, was ich schon seit Wochen hier schreibe und wir auch im Stockstreet-Premium-Trader umsetzen.
 
Eine Strategie, die alle Eventualitäten berücksichtigt. Dazu müssen Sie folgendes wissen:
 
Wie viel Prozent meines Kapitals will ich investieren, wenn ich weiß, dass der Markt auch noch einmal auf 5400 oder sogar 5200 Punkte fallen kann. Wir haben uns für 25-30 % entschieden. Nehmen wir an, der Markt fällt noch einmal um 20 % und zwar so schnell, dass man nicht mehr aussteigen kann. In diesem Fall machen Sie bei einer Investitionsquote von 25 % lediglich ein Minus von 5 %. Sie haben dann aber noch 75 % Cash, um zu diesen tieferen Kursen wieder einzusteigen. So werden Sie diesen vergleichsweise kleinen Verlust schnell wieder ausgleichen.

Verkaufen oder investiert bleiben

Dann müssen Sie überlegen, wann Sie welche Positionen zu welchen Kursen verkaufen. Hierher gehört auch die Frage, ob man bei so einer niedrigen Investitionsquote überhaupt verkaufen soll oder diese Investments als Grundstock einfach im Depot belässt?
 
Schließlich, für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Dax um 99 % einbricht., haben Sie mit dieser Investitionsquote bezogen auf Ihr Depot, nur knapp 25 %Verlust. Das wäre zwar nicht schön, aber sicherlich zu verkraften.

Die richtigen Aktien auswählen

Wenn Sie Aktien kaufen, sollten Sie natürlich Aktien auswählen, die bei einer Erholung überproportional zulegen können. (im Stockstreet-Depot befinden sich zurzeit solche Aktien, die bei der kleinen Rally der letzten beiden Tage, zu den stärksten zählten.
 
Dann müssen Sie die Frage klären, wann Sie, für den Fall weiter steigender Kurse, ihre Positionen weiter ausbauen. Das sollte natürlich vorsichtig und nach und nach bei weiter steigenden Kursen geschehen. In diesem Zusammenhang müssen Sie klären, wo Sie diese Positionen absichern, falls es doch wieder ein Fehlsignal war.

Gelassenheit durch genaue Planung

Wenn Sie sich diese Punkte VORHER genau überlegen, werden Sie nicht in die Gefahr geraten, von einem solchen Markt emotional erpresst zu werden.

Natürlich schützt ein Tradingplan Sie nicht vor Verlusten. Aber wenn Sie vorher genau wissen, welche Verluste Sie zulassen können, wie Sie in dieser Situation weiter vorgehen und was Sie machen, wenn wirklich alles schief geht, bleiben die Risiken überschaubar.
 
Börse beinhaltet nun einmal keine Gewinngarantie. So schön es auch wäre, eine solche würde doch nur dazu führen, dass jeder Trader werden würde und somit keiner mehr einer „geregelten“ Arbeit nachginge...
 
Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens
 
............
 
P.S.: Den Stockstreet-Premium-Trader können Sie übrigens 30 Tage kostenlos testen: Hier klicken!
 
Das Statement der Fed und Erläuterung
von Jochen Steffens
 
Veränderungen zur vorherigen Version bzw. neuer Text sind fett gedruckt. Die alte Version des letzten Statements finden Sie dann in Klammern und kursiv, jeweils hinter der neuen Version. Die normal gedruckten Zeilen entsprechen der letzten Version.
 
Das Federal Open Market Committee (FOMC) hat heute entschieden, die Leitzinsen bei 2 % zu belassen.
 
Die wirtschaftliche Aktivität hat sich im zweiten Quartal ausgeweitet und reflektiert damit zum Teil die Zunahme der Verbraucherausgaben und der Exporte. (Alte Vers: Die neuesten Informationen belegen, dass die allgemeine Wirtschaftsaktivität weiterhin aufwärts gerichtet ist, was sich teilweise in der Verfestigung des privaten Konsums widerspiegelt.)
 
Allerdings schwächt sich der Arbeitsmarkt weiter ab, und an den Finanzmärkten herrscht immer noch eine beträchtliche Anspannung. Schärfere Kreditkonditionen, die anhaltende Krise am Häusermarkt, die steigenden Energiepreise dürften in den kommenden Quartalen das Wirtschaftwachstum belasten.Mit der Zeit sollte die substantielle Lockerung der Geldpolitik, verbunden mit den weiteren, die Marktliquidität unterstützenden Schritten helfen, das moderate wirtschaftliche Wachstum zu unterstützen.(Alte Version zuvor im 3. Absatz:Die substanzielle Lockerung der Geldpolitik, im Zusammenhang mit den fortgesetzten Maßnahmen zur Förderung der Marktliquidität, sollte das Wachstum in nächster Zeit unterstützen.)
 
Die Inflation bleibt hoch, getrieben durch den bisherigen Anstieg der Preise für Energie und einige Rohstoffe, und manche Inflationsindikatoren sind weiter angestiegen. Das Komitee erwartet, dass sich die Inflation Ende diesen Jahres und im kommenden Jahr abschwächen werde, aber die Inflationsprognose bleibt weiterhin höchst unsicher. (Alte Vers. Allerdings bleibt angesichts des fortgesetzten Anstiegs der Energiepreise und der Preise einiger anderer Rohstoffe und einigen erhöhten Inflationsindikatoren die Ungewissheit hinsichtlich der Inflationsaussichten hoch.)
 
Obwohl weiterhin Risiken für das Wachstum bestehen, bleibt auch das Inflationsrisiko von entscheidender Bedeutung für das Komitee. (Alte Version:Obwohl weiterhin Risiken für das Wachstum bestehen, haben sich diese etwas vermindert. Gleichzeitig haben sich die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Entwicklung der Inflationserwartungen vergrößert.) Das Komitee wird weiterhin die Entwicklung der Wirtschaft und der Finanzen beobachten und falls erforderlich eingreifen, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu gewährleisten.  
 
 
Die zwei wesentlichen Änderungen in diesem Statement sind:
 
1. Gestrichen wurde im letzten Absatz der Passus, dass sich die Abwärtsrisiken für das Wachstum vermindert haben.
 
Man muss also davon ausgehen, dass sie sich diese Abwärtsrisiken seit der letzten Fed-Sitzung wieder erhöht haben. Angesichts der Nachrichten zu Freddie Mac und Fannie Mae, den Zahlen zum US-Arbeitsmarkt und anderen Nachrichten, macht das Weglassen auch Sinn. Da zurzeit nicht mehr von einer Verminderung der Risiken ausgegangen wird, ist auch die Wahrscheinlichkeit steigender Zinsen zurückgegangen. Das hat zumindest der Markt in diese Aussage hineininterpretiert.
 
2. Auf der anderen Seite wurde der Satz: „Gleichzeitig haben sich die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Entwicklung der Inflationserwartungen vergrößert“ gestrichen. Stattdessen ist zu lesen, dass neben den Risiken für das Wirtschaftswachstum auch das Inflationsrisiko von „entscheidender“ Bedeutung für das Komitee sei.
 
Hier ist wie von mir erwartet zu erkennen, was die Fed-Mitglieder in den letzten Wochen angekündigt hatten: Die Fed rückt die Inflation immer mehr in den Vordergrund ihrer Betrachtung.
 
Bringt man die Sätze in einen Zusammenhang, wird es sinnvoll. Da die Fed im zweiten Absatz nach wie vor davon ausgeht, dass der Inflationsdruck Ende des Jahres zurück geht, bedeutet das im Umkehrschluss: Geschieht das nicht, muss mit Zinserhöhungen gerechnet werden.
 
Zusammengefasst heißt das, dass es erst einmal nicht zu Zinserhöhungen kommen wird. Sollte der Inflationsdruck bis zum Jahresende nicht abnehmen, muss man mit Zinserhöhungen rechnen (nach der US-Präsidentschaftswahl). Auch das entspricht den Erwartungen.
 
Und der Fed ist es endlich mal gelungen, das so perfekt zu formulieren und zu verpacken, dass der Markt es offensichtlich auch genauso verstanden hat und nicht, wie bisher oft üblich, erst einmal einbricht. Ben Bernanke hat dazu gelernt.
 

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