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Kreditmarktklemme weiter kritisch
von Jochen Steffens 
 
Wie in den letzten Tagen beschrieben, die Kreditmarktkrise in den USA ist weiter das beherrschende Thema und eines der massivsten Gefahrenmomente für die US-Wirtschaft und damit auch für die Weltwirtschaft.
 
Aus einer aktuellen Umfrage der Fed unter den Banken in den USA geht hervor, dass die Banken auch noch im Jahr 2009 ihre Kreditvergabebedingungen verschärfen werden. Nur wenige Banken rechnen damit, dass sich die Kreditbedingungen entspannen.

Eine große Gefahr

Dieses Problem kann die Fed nur mit niedrigen Zinsen bekämpfen und sie muss es tun, weil es eine enorme Gefahr für die Wirtschaft in den USA darstellt. Von dieser Verschärfung sind natürlich gerade auch kleine und mittlere Unternehmen betroffen. Diese haben zurzeit sowieso mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen, welche sich auf die Gewinnmargen auswirken. Eigentlich müssten diese Unternehmen jetzt investieren, um ihre Produktionskosten zu senken und damit die höheren Energie- und Rohstoffpreise zu kompensieren. Solche notwendigen Investitionen werden die meisten Unternehmen jedoch nur über Kredite finanzieren können.

Wenn das Unternehmen in so einer Situation keine Kredite mehr bekommt oder Kredite nur noch zu verschärften Konditionen erhält, wird es sich Alternativen überlegen müssen. Und hier braucht es nicht lange zu suchen: Die Lohnkosten sind ein großer Kostenfaktor, also werden Arbeitsplätze wegrationalisiert. Vielleicht erklären sich so die in den letzten Wochen stark gestiegenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Binnenkonsum geschwächt

Nur, in den meisten Fällen sind es gerade in den USA eben diese Arbeitnehmer, die als Konsumenten die Produkte der Unternehmen kaufen. Steigende Arbeitslosenquoten machen es den Unternehmen noch schwerer, ihre Produkte an den Mann zu kriegen. Es entsteht ein Preiskampf, der den Druck auf die Unternehmen noch erhöht. Und die Wirtschaft in den USA ist im Gegensatz zu zum Beispiel Deutschland hauptsächlich auf den Binnenkonsum angewiesen.
 
Die Kreditmarktkrise muss demnach aufgelöst werden, damit sich die Kreditvergabe in den USA wieder normalisiert. Die Unternehmen müssen wieder an billige Kredite kommen, um mehr zu investieren, was die US-Wirtschaft wieder stabilisieren würde. Das kann jedoch nur dann geschehen, wenn die Fed die Märkte weiter mit Liquidität fluten wird.  

Banken verdienen weniger

Denn auf der anderen Seite stehen die Banken. Diese verdienen grundsätzlich auch am Kreditgeschäft. Wenn die Kreditvergabe eingeschränkt wird, heißt das doch im Umkehrschluss, dass die Banken weniger verdienen. Das scheint zwar auf den ersten Blick nicht so wichtig. Auf den zweiten Blick erkennt man auch hier eine gefährliche Dramatik.

Die Banken haben unter der Immobilienkrise gelitten. Viel Geld ist verbrannt worden. Gerade in dieser Situation ist es natürlich mehr als wichtig, dass die Banken Geld verdienen. Auch vor dem Hintergrund, dass die Banken sich gegenseitig immer noch nicht trauen und diese somit selber Probleme haben, an Kredite heranzukommen.

Warum sollten Banken, Banken vertrauen?

Und natürlich sind es gerade die Banken, die als erstes merken werden, dass in der Branche nicht mehr so gut verdient wird. Wenn sich dann auch noch die Märkte schwach zeigen, wo soll in dieser Situation das Vertrauen zu anderen Banken her kommen? Also wird auch die Kreditvergabe im Interbankenmarkt sich weiter verschärfen, ein explosiver Teufelskreislauf.

Inflationsgefahren sinken

Es ist und bleibt also eine ernste und sehr angespannte Situation. Damit wird auch immer deutlicher, dass die Fed die Zinsen nicht anheben wird. Und das sollten die Märkte eigentlich in steigende Kurse umsetzen. Insbesondere dann, wenn auch noch der Ölpreis fällt und der Dollar steigt. Denn gerade dadurch wird doch der Inflationsdruck in den USA gedämpft. Und nur dieser ist es, der die Fed dazu bringen könnte, die Zinsen weiter anzuheben.
 
Mittlerweils ist das, was Sie hier schon seit geraumer Zeit lesen auch von Seiten der Fed offiziell verkündet worden: Der Präsident der Federal Reserve Bank of Minneapolis, Gary Stern, erkennt aufgrund des drastischen Ölpreisrückgangs einen verbesserten Inflationsausblick. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC bekannte Stern, dass er den Rückgang des Ölpreises erwartet habe. Die Verbilligung des Rohöls werde auf mittlere Sicht zu niedrigeren Inflationszahlen führen! Das sei gut für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Er wies auch darauf hin, dass dieser Effekt erst im nächsten Quartal erkennbar werden würde. 

Auch dem Markt fehlt das Vertrauen

Ich denke trotzdem, dass die Märkte noch nicht soweit sind. Zum einen, weil immer noch dieses oben genannte Gefahrenpotenzial den Markt belastet. Zum anderen traut „der Markt“ dem Einbruch im Dollar und dem Einbruch im Ölpreis noch nicht.
Das hat unter anderem damit zu tun, dass es aus saisonaler Sicht gerne im Juli und August zu einem schwachen Ölpreis kommt. Das Jahreshoch findet der Ölpreis meistens im Herbst.
 
Eigentlich kann der Ölpreis jetzt ruhig wieder etwas ansteigen, ohne dass der Inflationsdruck wieder zunimmt. Er darf lediglich nicht mehr neue Hochs ausbilden. Neben den Umfragewerten von Obama, sollte also unser Blick auch auf den Ölpreis und den Dollar gerichtet bleiben.
 
Mehr zu diesem saisonalen Muster beim Öl- und Benzinpreis und zu der Theorie, dass vor den Wahlen der Ölpreis manipuliert wird, finden Sie in meiner Kolumne „Das Ölpreiskalkül“ auf Boerse-Online.de. Klicken Sie dazu hier!

Der Dax: Ausbruch ohne Dynamik

Man sieht es gut, dem Ausbruch aus dem Rechteck fehlt einfach noch die Dynamik. Der Markt notiert unsicher weiter seitwärts. Hier ist somit immer noch keine Entscheidung gefallen. Sie sehen ja selber, dass nunmehr seit vier bis fünf Tagen eigentlich nichts passiert ist. Ich sag ja, im August sollte man vier Wochen Ferien machen, es ist nahezu jedes Jahr das gleiche Spiel...

 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S. Und dann möchte ich Sie noch auf eine charttechnische Analyse von mir hinweisen, die auf der Internetseite der Financial Times veröffentlicht wurde: Hier klicken.

US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
 
Die Handelsbilanz in den USA weist für Juni ein Defizit in Höhe von 56,8 Mrd. US-Dollar aus. Analysten hatten mit einem Minus im Bereich von 59,0 bis 61,9 Mrd. US-Dollar gerechnet. Im Vormonat hatte das Defizit noch bei 59,2 Mrd. US-Dollar gelegen.
 
Hauptgrund für den Rückgang ist der Export, der durch den bis dato schwachen Dollar gestützt wurde. Man kann sich ausrechnen, wie sich die jetzige Dollarstärke auf das Handelsbilanzdefizit auswirken wird. Das war wohl auch der Grund, warum der Dollar auf diese Nachricht kaum noch reagierte.
 

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