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Prognose für 2009 - 2016
von Jochen Steffens
 
Gestern konnte ich die möglichen Prognosen für die weitere Zukunft nur kurz anreißen. Heute will ich die Zusammenhänge noch etwas vertiefen. Zum weiteren Kursverlauf des Nasdaq100.Future, den ich in den letzten Tagen vorgestellt habe, dann mehr im zweiten Text.
 
These 1: Große Seitwärtsbewegung
 
Es gibt natürlich viele mögliche Szenarien für die weitere Zukunft, die zum Teil auch durchaus ihre charttechnische oder fundamentale Berechtigung haben. Meines Erachtens ist jedoch das wahrscheinlichste Szenario eine große Seitwärtsbewegung wie in den 60/70er Jahren. In diese große Seitwärtsbewegung wären wir dann bereits in den Jahren 1996/1997 eingetreten. Am deutlichsten erkennt man diese Entwicklung zurzeit im S&P500:
 
 
 
Auch wenn es so aussieht, als wäre die Spanne der Seitwärtsbewegung in den 60er und 70er kleiner gewesen, so täuscht dieser Eindruck. Tatsächlich kam es auch damals zu Einbrüchen von über 50 % und entsprechenden Rallys von 70 % - 80 %. Prozentual gesehen geschah damals genau das Gleiche wie heute (das linke Rechteck ist nur enger gezeichnet und umfasst nicht die gesamte Spanne der Bewegungen).
 
Der übergeordnete Verlauf des S&P500 macht auch Sinn: Die Seitwärtsbewegung damals dauerte 15-20 Jahre, anschließend kam es zu einer Aufwärtsbewegung, die 15-20 Jahre anhielt. Nun werden wir wieder in eine 15-20 jährige Phase der Seitwärtsbewegung übergehen - ein bekannter Zyklus. Man kann also spätestens im Jahr 2016/17 mit dem Ende dieser Seitwärtsbewegung rechnen.
 
Keine eindeutigen Begrenzungslinien
 
Zurzeit ist nicht sicher, ob das Tief im Oktober bereits das eigentliche Tief war. Schaut man sich den S&P500 Chart an, könnten die Kurse auch noch einmal auf die alten Tiefs der Jahre 2002 und 2003 zurückfallen. Ob das passiert, ist aktuell aus charttechnischer Sicht nicht zu prognostizieren. Wenn das passiert, ergeben sich gute Einstiegschancen, da man die Positionen vergleichsweise dicht absichern kann.
 
Das Schwierige an solchen Seitwärtsbewegungen ist immer wieder, dass die Begrenzungslinien, also die Unterstützung im unteren Bereich und der Widerstand an den Hochs nur selten eindeutig sind. Oft kommt es zu sogenannten False Breaks, also falschen Ausbrüchen unter, beziehungsweise über die besagten Begrenzungs-Linien. Solche Ausbrüche zeigen sich deutlich in der Seitwärtsbewegung der 60er und 70er Jahre im S&P500 (unten links)
 
Auf der anderen Seite kann es immer wieder passieren, dass die Kurse bereits deutlich vor den Begrenzungslinien drehen, also ohne diese zu erreichen. Beim S&P500 wäre das der Fall, wenn wir tatsächlich im Oktober das Tief gesehen hätten und nun wieder an die alten Hochs laufen.
 
Wie tradet man Seitwärtsbewegungen?
 
Im sehr kurzfristigen Bereich kann man solche Seitwärtsbewegungen vergleichsweise gut traden. In der Nähe der Begrenzungslinien kann man gut mit Abstauberlimits arbeiten. Ansonsten tradet man die Trends zwischen den Hochs und Tiefs.
 
Im mittel- bis langfristigen Bereich ist so eine Seitwärtsbewegung schwierig. Sie können natürlich bei einem Anlagezeitraum von 10-20 Jahren keinen Gewinn machen, da ihr Einstieg wahrscheinlich „gemittelt“ wäre. Hier empfiehlt es sich im Bereich der unteren Linie Positionen nach und nach aufzubauen und im Bereich der oberen Linie wieder abzubauen. Man kann es dabei belassen, da die Abwärtsmoves meistens wesentlich stärker und schneller ablaufen. Man kann aber auch versuchen, in der Nähe der Hochs zusätzlich  langsam Short-Positionen aufzubauen und diese in der Nähe der Tiefs wieder nach und nach abzustoßen. Hierzu gibt es eine Reihe von interessanten Derivaten, die ein solches Vorgehen unterstützen.
 
Eine andere, sehr lukrative Vorgehensweise in einer Seitwärtsbewegung für langfristige Investoren ist, bestehende Positionen an den Hochs über Short-Positionen abzusichern und die Gesamtposition an den Tiefs immer weiter auszubauen. Das ist sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass die Seitwärtsbewegung nach oben aufgelöst wird.
 
These 2: Ab Anfang 2009 enge Seitwärtsbewegung
 
Von dieser langfristigen Prognose unterscheidet sich die Prognose für die nächsten Monate. Auf Barack Obama als neuem Präsident der USA werden eine Vielzahl von schwierigen Problemen zukommen. Es geht dabei nicht nur um die Finanzkrise, die Immobilienkrise, die Staatsverschuldung, die Schwierigkeiten im sekundären Sektor (z.B. die Automobilindustrie in den USA) und auch nicht nur um den teuren Einsatz im Irak und in Afghanistan. Es geht zudem schlussendlich um einfache strukturelle Probleme: Die Sozialsysteme in den USA und die Probleme im Zusammenhang mit den Baby-Boomern. Schließlich kommt diese Generation nun so langsam in das Rentenalter (als "Baby-Boom" wird der deutlichen Anstieg der Geburtenrate nach dem zweiten Weltkrieg bezeichnet, der in den USA von Mitte der 40er bis Mitte der 60er Jahre andauerte.).
 
Erheblicher Reformeifer
 
Barack Obama scheint, wenn man sich seinen Wahlkampf ansieht, ein Mann der Taten und der Organisation zu sein. Man muss also davon ausgehen, dass er anders als George Bush, die Probleme wirklich angehen wird. Das bedeutet jedoch, dass wir bereits im Jahr 2009 mit erheblichem Reformeifer der neuen Regierung rechnen müssen.

Und genau dieser Reformeifer wird einen negativen Einfluss auf die Börsen haben. Denn es ist davon auszugehen, dass viele Reformen erst einmal zu einer Verschlechterung der aktuellen Situation führen und sowohl den Dollar als auch den Staatshaushalt durcheinander bringen könnten. Börse mag keine Unsicherheit. Das bedeutet, so lange niemand weiß, was da genau auf die US-Wirtschaft zukommt und wie sich die Reformen auswirken werden, wird die Börse insbesondere ab Anfang 2009 wahrscheinlich durch diese Erwartungen belastet sein.
 
Niedrige Zinsen sollten sich stützend auswirken
 
Dagegen steht, dass weltweit die Leitzinsen sinken. Heute hat die Bank of England überraschend den Zins um satte 150 Basispunkte gesenkt. Die EZB folgte mit einem Schritt von 50 Basispunkten. Es wird damit gerechnet, dass die Zinsen in den USA bald auf unter 1 % sinken werden.
 
Das macht auch Sinn, da die erwartete, erhebliche wirtschaftliche Abschwächung in den USA zu einer deflationären Phase führen wird. Diese wird durch mehrere Faktoren verstärkt. Durch die Immobilienkrise und die vielen Zwangsversteigerungen durch geplatzte Hypotheken wird der Konsum belastet. Ebenfalls in diese Richtung wirkt die erschwerte Kreditaufnahme und die durch die Finanzkrise verursachte Arbeitslosigkeit.

Wenn die Nachfrage sinkt, werden auch die Preise sinken. Gerade das produzierende Gewerbe kann sich nun Preissenkungen leisten, weil ihre Gewinnmargen aufgrund der einbrechenden Rohstoffpreise wieder gestiegen sind.
 
Kurz: Eine eventuell auch nur kurze, aber heftige Deflation könnte die USA treffen. Die Fed wird nun alles tun, um das zu verhindern, sprich sie wird die Leitzinsen möglichst niedrig halten, um die Deflation gar nicht erst aufkommen zu lassen. Diese niedrigen Zinsen werden den Markt früher oder später mit Liquidität fluten. Allein die Erwartung des positiven Effekts niedriger Zinsen wird den Markt ab 2009 stützen.
 
Patt Situation

Die Unsicherheit angesichts der neuen Regierungspolitik und der neuen Reformen/Gesetzen wird die Kurse belasten, die niedrigen Zinsen werden die Kurse stützen. Es ist also davon auszugehen, dass wir spätestens ab Jahresanfang eher mit einer kleinen Seitwärtsbewegung zu rechnen haben.
 
 

Gehen wir einmal davon aus, dass wir das Tief im Oktober gesehen haben. In diesem Fall halte ich es für wahrscheinlich, dass die Kurse wieder in die Nähe der Mittellinie der Seitwärtsbewegung laufen. Anschließend werden sie sich um diese (oder unter dieser) hochvolatil hin und herbewegen. Es könnte also innerhalb der großen Seitwärtsbewegung noch zu einer kleinen kommen.
 
Das ist mein bisher favorisiertes Szenario. Kommt es allerdings im S&P500 zu einem nachhaltigen Bruch der Tiefs aus dem Jahre 2002-2003, muss man dieses Szenario überdenken.

Nasdaq100 Chart am Widerstand gescheitert
von Jochen Steffens
 
Und damit zu dem Nasdaq100 Chart, der uns seit einiger Zeit begleitet:
 
 
 
Der Nasdaq100 hat die Widerstandslinie bei 1.380/1.400 Punkten nicht überwunden und ist tatsächlich, wie befürchtet, wieder in Richtung 1.230 gelaufen. Die Unterstützungszone hier ist eigentlich etwas breiter: Sie reicht von 1.200 bis 1.230 Punkten. In diesem Bereich sollten die Kurse wieder nach oben drehen, ansonsten würde es bearisher werden. 
  
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
US-Wirtschaftsdaten
Von Jochen Steffens
 
 
Die Zahl der Erstanträge in den USA ist auf 481.000 gefallen. Erwartet wurden 475.000 bis 476.000 neue Anträge nach zuvor 485.000.
 
Wenn man die gesamten Zahlen der letzten Wochen zum Arbeitsmarkt zusammenfasst, muss man damit rechnen, dass morgen der US-Arbeitsmarktbericht enttäuschend ausfallen wird. Allerdings wird schon mit einem massiven Rückgang der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft von 183.000 gerechnet. Ob das noch negativ zu toppen ist?
 
 
Die Arbeitsproduktivität (im Nonfarm Business) ist im dritten Quartal saisonbereinigt und annualisiert um 1,1 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich von 1,0 % nach 3,6 % im Vorquartal (revidiert von 4,3 %).
 

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