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Ein schleichender Prozess in den Ruin...
von Jochen Steffens
 
Wie ich schon geschrieben hatte, besteht die Gefahr, dass die Finanzkrise, wenn sie sich zu einer weltweiten Rezession auswächst, noch andere Unternehmen mit in den Abgrund reißt. Deswegen war das Einschreiten der Regierungen und Notenbanken auch so eminent wichtig. Diese Hilfe kam vielleicht etwas spät, so dass eine weltweite Rezession mittlerweile erwartet wird. Einer der ersten Branchen, die durch eine solche in Bedrängnis gerät, ist natürlich die Autobranche. So war in den letzten Wochen schon von Seiten der Automobilindustrie der Ruf nach staatlicher Hilfe laut geworden.
 
US-Autobranche doppelt gebeutelt
 
Gerade in den USA ist die Situation besonders kritisch, da die US-Automobilindustrie bereits durch den hohen Ölpreis der letzten Monate/Jahre gebeutelt war.
 
Gestern hat die Deutsche Bank das Kursziel für General Motors (GM) auf Null gesenkt und erwartet damit faktisch die Pleite des Konzerns. Zuvor, am Freitag, hatte GM selbst gewarnt, dass der Konzern ohne staatliche Hilfen womöglich bis zur Jahresmitte 2009 pleite sei. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die drei großen amerikanischen Autobauer GM, Ford und Chrysler die amerikanische Regierung um Unterstützung gebeten haben. Es wurde gefordert, das Rettungspaket für die Banken auch auf die Automobilindustrie auszuweiten.
 
Die Aktien von GM brachen aufgrund der vielen schlechten Nachrichten - hauptsächlich auch im Zusammenhang mit der Herabstufung durch die Deutsche Bank - am Montag um 25 % ein und markierten damit ein 62 Jahrestief! Den Kursverlauf der GM-Aktie kann man mittlerweile nur noch als klassischen Insolvenzchart bezeichnen:
 
 
 
Allgemein sagt man schon seit vielen, vielen Jahren, dass mindestens ein bis zwei Autobauer zu viel auf der Welt agieren. Aber GM ist keine kleine Nummer: Bis ins Jahr 2008 hinein war GM nach Verkaufszahlen über 77 Jahre lang der größte Automobilhersteller der Welt, musste diesen Platz jedoch Anfang des Jahres an Toyota abgeben.
 
Allein in den USA sollen über 100.000 Menschen bei GM arbeiten, insgesamt hat GM 266.000 Mitarbeiter weltweit (nach eigenen Angaben). Die Bild-Zeitung schreibt sogar etwas von 2,5 Millionen Jobs, die durch eine Pleite von GM gefährdet sein sollen. In diese Zahl sind wahrscheinlich auch die Jobverluste bei den Zulieferern und in der übrigen Wirtschaft eingerechnet.
 
To big to fall
 
Ein Kollege meinte gerade: Die werden GM so oder so nicht fallen lassen, schließlich handelt es sich um eine der Schlüsselindustrien in den USA. Es ist wieder das gleiche Problem, das wir schon vor ein paar Wochen im Bankenbereich hatten. Die Folgen einer GM-Pleite wären zu dramatisch für die USA.
 
Durchtrainierte Wirtschaft
 
Dabei gilt auch hier das gleiche wieder, was ich schon im Zusammenhang mit den Banken gesagt habe: Nur wenn alte, behäbige, verknöcherte Industrien absterben, können neue innovativere Industrien entstehen. Krisen sind absolut notwendig, um eine Wirtschaft jung und belastbar zu halten. Rezessionen und Krisen sind sozusagen das Training der Wirtschaft.
 
Leider wurden durch eine „geschickte“ Politik und ein massives Intervenieren der Notenbanken über Jahrzehnte die Rezessionen immer mehr abgefangen. So kann man seit Anfang des Jahrhunderts beobachten, wie die Dauer und die Intensität der Rezessionen immer weiter abnehmen. Dazu folgender Chart, den mir mein geschätzter Kollege Robert Rethfeld vom wellenreiter-invest.de freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat und der diese Entwicklung eindrucksvoll belegt:
 
 
 
Einerseits ist es natürlich gut, wenn uns immer weniger Rezessionen belasten. Weniger Arbeitslose, eine gleichmäßigere Konjunkturentwicklung, etc.
Auf der anderen Seite geht es zu Lasten der Agilität und der Belastbarkeit der Wirtschaft. Und das ist das eigentliche Problem zurzeit. Dadurch, dass immer mehr Rezessionen verhindert wurden, ist das an sich höchst funktionelle marktwirtschaftliche System von unten angefault und morsch. Wäre eine GM nicht zu so einem bürokratischen Riesenkonzern angewachsen, hätte er wahrscheinlich wesentlich schneller und agiler auf die Veränderungen durch die Globalisierung, den Ölpreisanstieg und auf die anderen neuen Herausforderungen für die Automobilindustrie reagieren können. Toyota war aber tatsächlich einfach das innovativere Unternehmen.
 
Ein schleichender Prozess
 
Leider denken die meisten Menschen zurzeit, dass wir die Folgen von zu wenig Regulierung und staatlichen Eingriffen erleben. Meines Erachtens sehen wir eher die Folgen von zu vielen Eingriffen, zu viel Bürokratie, zu wenig Unterstützung der innovativen und jungen Energien in der Marktwirtschaft. Nur handelt es sich bei diesem Prozess um einen Faktor, der kaum wahrnehmbar seit Jahrzehnten das System marodiert. Diese Faktoren kann man nicht in kurze Worte fassen und sie sind damit sicherlich nicht geeignet, um Politik zu machen.
 
Ein Streben nach Sicherheit und Zerstörung
 
Der Mensch strebt einfach nach Sicherheit und Ordnung, nach Verlässlichkeit und dass alles ja so bleibt, wie es immer war. Würde er aber diesen Zustand tatsächlich erreichen, wäre der Mensch der erste, der diese Ordnung möglichst schnell wieder zerstören müsste, wie ein kleines Kind, das den eigenen Turm aus fein säuberlich aufgebauten Bauklötzen wieder umschmeißt. Denn auch die Ordnung und Sicherheit würde ihn auf Dauer nicht befriedigen. Der Mensch strebt immer nur nach dem, was er nicht hat.

Es gibt demnach kein falsches System, der Mensch selbst ist die Krankheit, die uns zu schaffen macht...
  
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

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