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Paradoxer Gruppenzwang?
von Jochen Steffens
Vielleicht haben Sie gehört, dass nun auch China ein großes Konjunkturprogramm starten will. Hier heißt es nicht kleckern, sondern klotzen: Satte 600 Mrd. Dollar sollen der zurzeit stotternden Wirtschaft in China wieder zu neuem Schwung verhelfen.
Die Frage ist nur, wie will China dieses Geld aufbringen? Natürlich verfügt China über Devisenreserven in Höhe von zwei Billionen Dollar und ist der größte Gläubiger der USA. Nur hier kann China wenig machen, ohne die USA, also ihren wichtigsten Handelspartner, komplett in den Ruin zu treiben.
Ein Ruin der USA würde sich natürlich sofort verheerend auch auf die chinesische Wirtschaft auswirken. Schließlich ist der bisherige Rückgang des Außenhandels mit den USA ein Grund für die aktuellen wirtschaftlichen Probleme in China. Die Schwäche der US-Wirtschaft wirkt sich jetzt auch noch auf Europa aus, so dass es auch von dieser Seite mittlerweile zu einem Rückgang der Nachfrage nach chinesischen Gütern kommt.
China muss also alles tun, um zu verhindern, dass die USA einen schnellen Kollaps erleidet.
Das Problem:
China braucht Geld und kann an seine Reserven nicht ran. Aktuell ist zu hören, dass China nun sogar, um dieses Konjunkturprogramm zu finanzieren, eigene Staatsanleihen auflegen will. Nach Angaben von Reuters ist dafür zurzeit ein Volumen von umgerechnet 110 Mrd. Dollar geplant.
Aber auch die USA brauchen riesige Summen im Zusammenhang mit der Finanzkrise, wahrscheinlich auch für die Automobilindustrie und weitere  Konjunkturprogramme. Die USA müssen also weiter Schulden machen, das heißt Staatsanleihen ausgeben. Die größten Gläubiger der USA sind China, Japan und Großbritannien (China hat gerade Japan mit 585 Mrd. Dollar zu 573,2 Mrd. Dollar überholt, gefolgt von Großbritannien mit 338 Mrd. Dollar).
Wenn man diese beiden Informationen zusammen analysiert fragt man sich, ob China den USA jetzt noch weiter Geld leihen wird, sprich weitere amerikanische Staatsanleihen erwirbt.
Steigende Zinsen trotz niedrigem Leitzins
Sollte die Nachfrage nach US-Staatsanleihen jetzt aufgrund der weltwirtschaftlichen Krise sinken, würde das zur Folge haben, dass die zurzeit vergleichsweise niedrigen Zinsen der US-Staatsanleihen trotz des extrem niedrigen Leitzinses in den USA massiv zulegen würden. Das wiederum hätte direkte Auswirkungen auf die Anleihezinsen der US-Unternehmen, die natürlich über dem Niveau der Staatsanleihen liegen müssen, da dort das Risiko höher ist. Es hätte aber auch Auswirkung auf den Dollar, der ebenfalls zulegen sollte.
Insgesamt wären die Folgen stark steigender Zinsen für Staatsanleihen in den USA in der aktuellen Situation eine Katastrophe für die US-Wirtschaft. Da könnte dann selbst ein wie auch immer geartetes Konjunkturprogramm der US-Regierung nichts mehr ausrichten.
China, Japan und die Welt haben keine Wahl
Da die US-Wirtschaft und die Verbraucher in den USA immer noch die Hauptabnehmer für Waren „Made in China“ und anderswo sind, würde eine Krise sich direkt verheerend auf die chinesischen Wirtschaft auswirken.
Das bedeutet also, dass China weiterhin US-Staatsanleihen kaufen muss, um selbst wirtschaftlich überleben zu können. Das wiederum trifft auch für Japan, Großbritannien und eigentlich auch den Rest der Welt zu. So absurd es klingen mag, die anderen Länder müssten weiter US-Staatsanleihen kaufen, egal wie schlecht es ihnen selbst geht, um noch Schlimmeres für das eigene Land abzuwenden.
Es ist natürlich bei einer Weltwirtschaftskrise kein langfristig realistisches Szenario, dass die anderen Staaten zusätzlich zu den eigenen Belastungen auch noch die USA subventionieren. Es zeigt aber, wie groß dass Ausmaß der Krise tatsächlich ist und eben auch, dass schnell etwas passieren muss, da das System in diesem Krisenzustand nicht lange überleben kann.
Diese Szenario ist auch eins von vielen, welches die Geschlossenheit beim Weltfinanzgipfel zu erklären vermag – sie sitzen einfach alle im gleichen Boot.
Wer soll das bezahlen?
Diese etwas schematisierte Darstellung zeigt aber auch, dass die Summen, mit denen jetzt Politiker aus aller Welt jonglieren, um sich Retter und Krisenmanager zu profilieren mit Vorsicht zu genießen sind. Denn die große Frage ist, wer soll diese gigantischen Ausgabenprogramme die zurzeit überall aufgelegt werden finanzieren soll, wenn die Welt kollektiv die Hand aufhält.
Noch einmal zum Thema Deflation
Nachdem gestern die Erzeugerpreise in den USA den stärksten Einbruch seit Aufzeichnung erlitten haben und heute die Verbraucherpreise ebenfalls mit dem stärksten Einbruch seit 1947 nachzogen, wird klar, dass jetzt erst einmal das Thema Deflation den Markt erreicht hat. Ich hatte Ende Oktober hier im Steffens Daily einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben und dieses Thema gestern aus gegebenem Anlass noch einmal in meiner Kolumne bei Boerse-Online aufgegriffen. Sofern dazu noch Informationsbedarf besteht,  hier klicken!
 
Viele Grüße 
Jochen Steffens

US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
Die Verbraucherpreise sind im Oktober mit einem Rückgang um 1,0 % stärker gefallen als von den Analysten erwartet. Diese hatten mit einem Minus von 0,8 % gerechnet. Der Oktoberrückgang war der stärkste Rückgang auf Monatssicht seit Februar 1947! .

Die Kernrate, ohne Energie und Nahrungsmittel sank um 0,1%. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg von 0,1% gerechnet.
 
 
Ich hab hier einmal den Index selbst als Chart dargestellt, da diese Darstellung einen besseren Überblick über den Verlauf erlaubt. Hier erkennt man, dass es "Jammern auf hohem Niveau" ist. Es wurde bisher lediglich eine Übertreibung abgebaut. Würde man die blaue Linie einfach aus den Jahren 2005-7 liniear fortsetzen, wäre man auch auf dem aktuellen Niveau. Trotzdem ist die Dynamik des Rückgangs natürlich bedenklich.

Die Zahl der Baubeginne ist in den USA im Oktober wie erwartet um 4,5% auf annualisiert 791.000 Einheiten auf ein neues Rekordtief gefallen. Immerhin liegen mit dieser Veröffentlichung die Baubeginne um 38,0% (!) unter dem Niveau des Vorjahres. 
Analysten hatten einen Rückgang um 4,7% prognostiziert.

Auch die Zahl der Wohnbaugenehmigungen ging um 12,05 % auf 708.000 nach 805.000 zuuvor, zurück. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 3,1 % gerechnet.

Auch im US-Immobiliensektor sehen wir alles andere als eine Erholung. Eine solche wäre einer der Nachrichten, die sich auf den Aktienmarkt stabilisierend auswirken würden.

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