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Sanierungskonzepte der US-Automobilindustrie
von Jochen Steffens
Ich hatte ja versprochen, nicht mehr so schnell über das Thema Deflation zu schreiben, da ich Sie damit schon genug gequält habe. Aber nachdem gestern der Preisindex des ISM-Index mit einem Wert von 25,5 Punkten den tiefsten Stand seit Juni 1949 erreichte, kann man das Thema nicht einfach übergehen. Doch es gibt eine einfache Lösung: Ich habe das Thema in meiner Kolumne auf Boerse-Online.de aufgegriffen, in der ich auch auf die Ähnlichkeiten zwischen der aktuellen Entwicklung in den USA und Japan nach 1990 eingehe. (Mehr dazu lesen Sie hier).
Derweil geht das hochvolatile Spiel an den Börsen weiter, und es wird mit sehr harten Bandagen gekämpft. Gestern rutschten die US-Indizes nach einer sehr guten Woche und vielen kleineren Kaufsignalen im weiteren Verlauf zwischen 7 und 8 % in den Keller. Auslöser sollen Aussagen von Ben Bernanke und Henry Paulson zur aktuellen wirtschaftlichen Situation in den USA gewesen sein. Ben Bernanke kündigte sogar an, dass die Fed notfalls auch zu unkonventionellen Maßnahmen greife und US-Staatsanleihen aufkaufen wolle, um die Rendite zu verbessern und somit die Papiere für Investoren interessanter zu machen. Auch eine weitere Zinssenkung wurde in Aussicht gestellt.
Deflation noch nicht eingepreist
Ich glaube aber nach wie vor, dass es der Preisindex des ISM-Index gewesen ist, der gerade den institutionellen Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn getrieben hat. Eine Rezession ist sicherlich schon in den aktuellen Börsenkursen eingepreist, eine stärkere und längere Rezession auch, schließlich hat sich der S&P500 in wenigen Monaten mal eben halbiert. Aber eine anhaltende Deflation ist sicherlich noch nicht eingepreist, und das könnte gestern einige Marktteilnehmer verunsichert haben, so dass die massiven Kursverluste zum Ende hin sogar noch ausgebaut wurden.
Die Fed wird es richten?
Ich nehme aber an, dass weiterhin das Vertrauen der US-Anleger in die Macht der Fed groß ist. Solange sich die Deflation noch nicht eindeutig in den Preisindizes manifestiert, wird dieses Thema ignoriert werden. Einfach weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Uns geht es nicht viel anders. Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass die Fed noch einmal die Kurve kriegt. Als Aktienanleger wäre uns eine Inflation alle mal lieber, als eine Deflation. Wenn Sie sich die Entwicklung des Nikkeis während der Deflation in den Jahren nach 1993 anschauen, da konnte man kaum einen Blumentopf gewinnen.
Sanierungskonzepte der US-Automobilindustrie
Heute müssen die drei großen US-Autokonzerne GM, Ford und Chrysler dem US-Kongress ihre Sanierungspläne einreichen, um die erwarteten Milliardenhilfen vom Staat zu bekommen. Bei der letzten Sitzung war die Frage aufgekommen, warum die Firmenchefs, die eigentlich alles tun müssten, um zu sparen, ihre teuren Firmenjets genutzt hätten, um vor dem Kongress zu erscheinen. Sparen sähe doch anders aus. Um sich diesen „peinlichen“ Fragen heute nicht mehr stellen zu müssen, reisen die Chefs der Autokonzerne dieses Mal mit dem Auto an. Auch wenn dies nur politisches Theater ist, vielleicht helfen solche Maßnahmen auch den Verantwortlichen die Tragweite der Krise deutlich zu machen.
Zu den Strategien, die die Automobilkonzerne dem Kongress vorlegen werden, gehören Kostensenkungen, Senkung der Managerbezüge, Stellenabbau und Umstellung auf sparsamere Modelle. Eigentlich die typischen Sanierungskonzepte. Für die Börsen wird interessant, wie der US-Kongress die Sanierungsstrategien bewertet und ob es tatsächlich Hilfen vom Staat geben wird. Wenn nicht, werden wir wohl mit einem weiteren Kurseinbruch rechnen müssen.
GM und Chapter 11
In diesem Fall sollten Sie davon ausgehen, dass sich GM unter Chapter 11 stellen wird und Gläubigerschutz beantragt. Mit dem Chapter 11 des US-Insolvenzrechts will ein Unternehmen versuchen, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und das Unternehmen wieder geschäftsfähig zu machen.
Aktionäre können im Fall einer Insolvenz nach "Chapter 11" auch einen kompletten Wertverlust erleiden. Aus diesem Grund sollten Sie zurzeit vorsichtig mit den Aktien von GM sein – zwar kann es hier zu erheblichen Kursgewinnen kommen, aber auf der anderen Seite droht der Totalverlust.
Eine vollständige Liquidierung des Unternehmens wird übrigens in Chapter 7 geregelt.
Reaktion der Börsen
Kommt es zu den Staatshilfen für die US-Automobilindustrie, könnte es zu einer weiteren Beruhigung der Märkte kommen. Angesichts der Deflationsgefahren in den USA müsste die US-Regierung eigentlich eingreifen. Schließlich ist es letzten Endes egal, auf welchem Weg der Staat das Geld unter die Leute bringt. Und der Bankrott von US-Automobilherstellern würde nur zu noch mehr Arbeitslosen führen, die wiederum eine Deflation zusätzlich verschärfen würden.
Ich denke, der Staat wird eingreifen. Nur was passiert dann? Wer steht als nächstes in der Schlange der US-Unternehmen und hält die Hand auf? Ich tippe auf die Fluggesellschaften...
Und wieder ein Gap
Eigentlich hätte man es sich ja denken müssen. Wir kennen doch den „Gapschluss-Fanatismus“ der Amerikaner - ich hatte diesen oft genug hier im Steffens-Daily dokumentiert.
Im Nasdaq100 war noch unterhalb der 1.100 Punkte eine Kurslücke (Gap) offen. Diese wurde gestern mit dem starken Kurseinbruch nahezu geschlossen. Es ist immer wieder das gleiche: Gaps im Tageschart des Nasdaq100 haben eine extrem hohe Anziehungskraft auf die Kurse.
Ob es jetzt allerdings zu weiteren Kurssteigerungen kommt, kann aus diesem Gapschluss nicht abgeleitet werden. Im Nasdaq100 ist noch keine klare Umkehrformation zu erkennen. Heute erleben wir bisher nichts anderes als eine technische Gegenreaktion nach dem starken Abverkauf von gestern.
Hier kann man nur sagen: Über 1.200 Punkte  wird es bullisher unter 1.000/1.020 Punkten bearisher. Dazwischen bleibt zumindest im Nasdaq100 zurzeit alles offen. Allerdings haben sich die Chartbilder durch den gestrigen Tag insgesamt etwas eingetrübt. Lediglich im S&P500 könnte es zu einer Umkehrformation kommen, dazu mehr, wenn sich eine solche klarer abzeichnet.  
Viele
Grüße
Jochen Steffens

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