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EZB beschließt größte Zinssenkung ihrer
 
Geschichte
Von Jochen Steffens
 
Die EZB hat heute überraschend die Leitzinsen um 75 Basispunkte gesenkt. Das ist die größte Zinssenkung in der Geschichte der EZB. Analysten waren nur von 50 Basispunkten ausgegangen. Ich denke, die Medien werden als ausschließlichen Grund für diesen großen Zinsschritt die wirtschaftlichen Probleme in der Euro-Zone angeben. Wahrscheinlich wird sogar die EZB selbst wirtschaftliche Gründe vorschieben. Dieser große Zinsschritt ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass nun auch die EZB Sorge vor einer deflationären Entwicklung hat.
 
(Hinweis: Während ich diesen Text schreibe, läuft gerade die Pressekonferenz)
Ich höre gerade, dass die EZB zwar von einem Rückgang der Inflation ausgeht, doch bereits im nächsten Herbst wieder mit einem Anziehen der Inflation rechnet.
Das wird meines Erachtens allerdings nur funktionieren, und das sagt die EZB natürlich nicht, wenn die aktuell weltweit beschlossenen Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen zu einem Erfolg führen und die deflationären Tendenzen überkompensieren. Davon gehe ich jedoch zurzeit noch aus. Es wird alles getan: So senkte Schweden heute die Leitzinsen sogar um 1,75 Prozentpunkte, die Bank of England um 1 Prozentpunkt. Es ist jedoch wichtig zu begreifen, wo man steht, um die weitere Zinspolitik in den USA prognostizieren zu können.
Ich möchte dabei noch einmal betonen, dass die Gefahr, dass diese ganzen Maßnahmen greifen, eine Deflation verhindern und dann etwas später zu einer massiven Inflation in den USA führen, meines Erachtens sogar höher ist.
Trichet spricht von Disinflation
Gerade wird Trichet von einem Journalisten gefragt, ob er eine Deflation erwartet. Genau, das ist die spannende Frage. Leider weicht Trichet aus. Fast Schullehrerhaft klärt er den Journalisten auf, dass man da begrifflich etwas nicht durcheinander bringen dürfe. Es müsse zwischen Disinflation und Deflation unterschieden werden. Er definiert dabei Disinflation als einen Rückgang der Inflation (Rückgang der Verbraucherpreisindizes (CPIs)), ohne dass der eigentlich Inflationsdruck selbst abnimmt. Den Rückgang der CPIs begründete er mit dem Rückgang der Rohstoffpreise.
Er hat sich damit zwar rhetorisch sehr geschickt aus der Affäre gezogen, aber es ist natürlich nur eine Teilwahrheit. Hätten wir es „nur“ mit einem Rückgang der Rohstoffpreise zu tun, könnte man so argumentieren. Sobald sich die Rohstoffpreise wieder beruhigen, würden sich auch die Verbraucherpreise schnell wieder stabilisieren. Das wäre dann eine Disinflation gewesen. Nur, wenn es so wäre, warum hat er dann die die Zinsen gesenkt?
Mögliche Rezession außen vor gelassen
Nein,  zurzeit wird eine erhebliche, weltweite Rezession erwartet. Und in einer Rezession die mit einem Rückgang der Nachfrage verbunden ist, ist Inflation in den meisten Fällen kein Thema. Diese Tatsache ließ er in seiner Antwort außen vor.
Folgt man also seiner eigenen Argumentation, dann bestehen tatsächlich Deflationsgefahren, da zum einen die CPIs stark zurückgehen und sogar negativ werden könnten und gleichzeitig, bei einer manifesten Rezession auch der Inflationsdruck verschwindet. Und so kann sehr schnell aus dieser vermeintlichen Disinflation eine handfeste Deflation werden. Ich denke, es wurde deutlich, dass hier versucht wird, die eigentliche Problematik zu verschleiern.
Es gibt zwei Gründe, warum die EZB nicht von einer Deflation reden will:
Das böse „D“-Wort
Zunächst wäre es sowohl für die Wirtschaft als auch für die Börsen ein katastrophales Zeichen, wenn die EZB deutlich von Deflationssorgen sprechen würde. Diese sind schon genug mit der Sorge um eine Weltwirtschaftskrise beschäftigt. Insofern ist es sinnvoll, davon zu reden, dass die Inflation bald wieder zurückkehren wird.
Die psychologische Komponente und ein Beispiel
Zum zweiten gibt es aber auch eine psychologische Komponente. Bei der Deflation warten die Bürger darauf, dass die Produkte immer billiger werden und geben somit das Geld langsamer aus. Dieses Abwarten führt wiederum dazu, dass die Preise tatsächlich sinken. Das ist zunächst schwer zu verstehen, deswegen dazu ein Beispiel:
Beispiel: PKW-Absatz in Deutschland
Einen solchen „deflationären“ Effekt sehen wir zum Beispiel jetzt beim PKW-Absatz in Deutschland: Viele Konsumenten denken sich, dass sie mit einem Autokauf bis zum nächsten Jahr warten sollten, da sie davon ausgehen, dass die Autohäuser bald die Rabatte erhöhen bzw. die Preise senken müssen. Das ist (neben vielen anderen Gründen) auch ein Grund dafür, dass aktuell weniger Autos verkauft werden. Das wird wiederum dazu führen, dass die Erwartung preiswerterer Autos sich auch erfüllen wird.
Sprich, die Erwartung bewirkt den Eintritt der Erwartung. Das ist eben auch bei der Deflation so und einer der Gründe, warum eine Deflation, die sich einmal etabliert hat, so schwer zu bekämpfen ist.
Fazit:
Man muss diese drastische Zinssenkung der EZB also tatsächlich als Maßnahme verstehen, die deflationären Gefahren zu verringern. Genau das ist auch die Aufgabe der EZB. Die anderen Begründungen lassen wir einmal außen vor. Im Prinzip muss man sich dazu nur die eigenen Inflationserwartungen der EZB ansehen, die Trichet heute in der Pressekonferenz wie folgt prgnostizierte: Trichet erwartet eine Inflationsrate  zwischen 1,1 und 1,7 % im nächsten Jahr. Die EZB hat die Aufgabe, die Inflation knapp unter 2 %  zu halten. Eine Erwartung von 1,1 % zwingt sie also, die Zinsen deutlich zu senken. Das ist eigentlich alles.
Erneutes Fehlsignal im Dax?
Der Dax reagierte auf die Zinssenkung „geschockt“. Nach einem Plus von über 3 % rutschte er bereits vor der Eröffnung der amerikanischen Indizes wieder ins Minus, und damit bildete sich ein erneuter falscher Ausbruch (false break):
 
 
Der Dax hat heute sowohl den Abwärtstrend, als auch die 4700 Punkte-Marke überwinden können. Nicht umsonst schrieb ich gestern: Aber die jeweiligen Ausbrüche müssen schon mehr als „nachhaltig“ sein, bis man ihnen vertrauen kann. In der aktuellen Phase hat es bereits zu viele False Breaks gegeben.“ Der heutige Verlauf des Dax ist bisher ein erneuter Beleg dafür, dass man im Moment in beiden Richtungen sehr vorsichtig sein sollte. Wahrscheinlich entscheidet es sich also mit den morgigen Arbeitsmarktdaten, ob der Dax diese Abwärtstrendlinie nachhaltig brechen kann oder nicht. 
Viele Grüße
Ihr

Jochen Steffens
 
US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
Die Zahl der Erstanträge ist in den USA auf 509.000 gefallen. Erwartet wurden 540.000 neue Anträge nach zuvor 530.000 (revidiert von 529.000).
Diese Zahl lässt zumindest die Hoffnung zu, dass die Arbeitsmarktdaten morgen nicht ganz so schlecht wie erwartet ausfallen. Ob das aber reicht, um die amerikanischen Indizes vor diesen Zahlen heute noch ins Plus zu bringen? Ich denke, die meisten ANleger werden abwarten.
Die Industrieaufträge sind im Oktober um 5,1 % gefallen. Analysten hatten mit einem Rückgang im Bereich -2,7 bis -4,5 % gerechnet, nach einem Minus von zuvor 3,1 %.  Die Industrieauftäge brechen weiter mit steigender Dynamik ein. Auch das ist ein weiterer Hinweis auf eine sich verschärfende Rezession.

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