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Sinn und Unsinn des staatlichen Stimulus
von Jochen Steffens
  
Als hätte es der Dax kommen sehen. Die negativen Signale, die ich Ihnen in den letzten Tagen vorgestellt habe, setzten sich heute in Form von weiter fallenden Kursen um. Da konnten auch die deutlich besser als erwartet ausgefallen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA nicht helfen (dazu unter den US-Konjunkturdaten gleich mehr).
 
Eine Vielzahl von Horror-Nachrichten

Es sind andere Nachrichten, die den Markt verunsichert haben: Zunächst hatte Intel zum zweiten Mal in wenigen Wochen seine Umsatzprognose für das vierte Quartal gesenkt. Der Konzern geht nur noch von einem Umsatz von 8,2 Mrd. Dollar aus, das sind 25 % weniger als im Vorjahr. Diese Nachricht belastete heute die Chiphersteller. Infineon zum Beispiel notiert aktuell über 10 % im Minus
 
Anschließend meldete der weltweit größte Medienkonzern, Time Warner, dass er Abschreibungen in Höhe von 25 Mrd. Dollar vornehmen müsse. Durch diese Korrektur wird im Gesamtjahr 2008 ein Nettoverlust anfallen.
 
Wal-Mart, der weltgrößte Einzelhändler folgte mit einer weiteren Horrornachricht. Der Konzern muss ebenfalls seine Gewinnprognosen für das Schlussquartal 2008 senken. Das wiederum belastete heute die Einzelhandelsunternehmen im Dax. Metro zum Beispiel ist heute über 5 % im Minus.
 
Düstere Berichtssaison steht und bevor
 
Diese Nachrichten sind ein kleiner Vorgeschmack auf die Berichtssaison, die uns erwartet. Es gibt sicherlich keinen Grund, auf eine durchweg positive Überraschung zu hoffen. Auf der anderen Seite sollte man sich durchaus darüber bewusst sein, dass ein großer Teil dieser Horrornachrichten auch schon eingepreist ist. Schließlich war nach dem Crash klar, dass das letzte Quartal des letzten Jahres sehr schlecht ausfallen würde.
 
Obamas Aussagen zur Konjunktur
 
Mit Spannung warten viele Anleger auf die für 17.00 Uhr anstehende Rede des designierten US-Präsidenten Barack Obama mit dem Themenschwerpunkt Wirtschaftspolitik. Das Problem ist, dass die Erwartungen an die Konjunkturprogramme, die er auflegen soll, mittlerweile derart übertrieben sind, dass eine Enttäuschung vorprogrammiert ist. In einem im Vorfeld veröffentlichten Ausschnitt warnt Barack Obama vor einer dramatischen Verschlechterung der Wirtschaftslage in den USA, wenn weitere konjunkturelle Maßnahmen ausbleiben würden. Ihm sei dabei klar, dass weitere Konjunkturmaßnahmen mit hohen Kosten verbunden sein werden. Dies sei aber eine notwendige Konsequenz, wenn 3 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten werden sollen. Im folgenden heißt es dann bezeichnenderweise: [...] nur der Staat kann einen kurzfristigen Stimulus liefern, um die Amerikaner aus dieser schweren Rezession zu holen.
 
Falsche Hoffnungen?
 
Auf Barack Obama konzentrieren sich zurzeit die Hoffnungen der Investoren. Er scheint für viele der geeignete Mann zu sein, die USA aus dem wirtschaftlichen Desaster herauszuführen. Vergessen wird dabei, dass Barack Obama, wie zurzeit viele andere Politiker, für massive Eingriffe in die Wirtschaft durch den Staat steht. Ob das funktionieren kann und wird, ist dabei alles andere als sicher.
 
Die Geschichte lehrt uns etwas anderes
 
Die Geschichte liefert uns einen konkreten Hinweis: Der rooseveltsche New Deal, ein Paket von wirtschaftlichen und sozialen Reformen mit dem die USA auf die Weltwirtschaftskrise im Zusammenhang mit dem Börsencrash von 1929 reagierte, hat anscheinend auch nur kurzfristig funktioniert. Nach den ersten Erfolgen fielen die USA wieder in die Depression zurück und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als der staatliche Stimulus nachließ.
 
Staatlicher Stimulus ohne Nachhaltigkeit
 
Hier verbirgt sich das eigentliche Problem. Der staatliche Stimulus folgt nicht einer unternehmerischen, also gewinnorientierten Idee, die sich schlussendlich im besten Fall über die Gewinne selbst tragen kann. Der Staat ist kein Unternehmen im engeren Sinne, das durch diese Investitionen neue Arbeitsplätze schafft, die eine nachhaltige Zukunft haben.
 
Ein Beispiel dazu
 
Es tritt eher das Gegenteil ein. Um das zu verdeutlichen, möchte ich ein Beispiel anführen: Wenn der Staat zum Beispiel in Infrastruktur investiert, werden Unternehmen von diesem staatlichen Stimulus abhängig. Kurzfristig macht es als Infrastrukturunternehmen logischerweise mehr Sinn, alles zu tun, um diese Staatsaufträge zu erhalten. Dieses Geld stellt jedoch einen deutlichen Wettbewerbsvorteil dar. Unternehmen, die nicht an diese staatlichen Gelder kommen, werden benachteiligt und schlimmstenfalls in den Konkurs getrieben.
 
Doch das ist nur die eine Seite, auch die Unternehmen, die staatliche Gelder erhalten, werden Probleme kriegen: Notwendige Investitionen, die ein eigenständiges Wirtschaften ermöglichen, werden hinten angestellt. Eine solche Entwicklung kann im schlechtesten Fall dazu führen, dass diese Unternehmen,  sobald die staatlich subventionierten Aufträge wegfallen, nicht mehr überlebensfähig sind, da sie sich in der Zwischenzeit nicht auf dem freien Markt behaupten mussten.
 
Die Motivation des Wohlstandes
 
Hier verbirgt sich die eigentlich Crux bei der Sache: Eine Wirtschaft kann nur funktionieren, wenn Unternehmer aus der Motivation des eigenen Vorteils heraus alles tun, um ein konkurrenzfähiges, innovatives und flexibles Unternehmen aufbauen. Sobald diese Motivation durch was auch immer ausgeschaltet wird, kommt es zu massiver Misswirtschaft, die eigentlich immer zu einer wirtschaftlichen Degeneration führt. Beispiele gibt es dazu in der Geschichte genug.
 
Der Mensch ist dem Mensch ein Wettbewerber
  
Es ist leider eine menschliche Eigenart, die gerade auch in den philosophischen (und politischen) Theorien des letzten Jahrhunderts oft unterschätzt wurde, dass der Mensch nur dann wirklich glücklich ist, wenn er irgendetwas besser kann oder mehr hat als sein Nachbar. Die eigentliche Motivation des Menschen (oder der meisten Menschen) liegt damit, so wenig er auch bereit ist, sich das einzugestehen, darin, besser zu sein, als alle anderen. Auch wenn das kein wirklich schönes Bild auf den Menschen wirft, der sich in seiner selbstphilosophischen Betrachtungen gerne als altruistisches,  soziales und vor allem intelligentes Wesen begreifen will, so müsste eigentlich jeder staatliche Eingriff eben auf diesen Wettbewerb ausgerichtet sein.
 
Mittelstand und Abbau von Bürokratie
 
Nur Maßnahmen, die diesen Wettbewerb fördern und unterstützen, werden demnach langfristig Erfolg haben. Hier wäre zum Beispiel ein massiver Abbau von Bürokratie, (gerade in Deutschland) eine Vereinfachung der steuerlichen Praxis, insgesamt eine Befreiung der Wirtschaft von zu vielen Vorschriften und Eingriffen des Staates und Investitionsausgaben des Staates sicherlich besser geeignet, um die Wirtschaft nachhaltig zu stimulieren. Es muss zudem darum gehen, gerade den Mittelstand und die kleinen Gewerbeeinheiten zu fördern, ohne sie direkt zu finanzieren. Die Menschen müssen sehen, dass es sich wieder lohnt, sich eigene Gedanken zu machen, eigene Projekte zu initiieren. Es kann schließlich nicht nur darum gehen, wer besser darin ist, den Staat zu schröpfen oder sein Geld am Staat vorbei zu „schmuggeln“.  
 
Aber obwohl mittlerweile doch immer mehr Menschen dies fordern, ist mit solchen Ideen zurzeit sicherlich keine Politik zu machen. Das Volk will wie so oft den Holzhammer, sprich milliardenschwere Konjunkturprogramme. Die Schulden vererben wir unseren Kindern...
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist überraschend um 24.000 auf 467.000 zurückgegangen. Analysten hatten hingegen einen Anstieg um 63.000 prognostiziert. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt sank auf 525.750.
 
 
Der steile Anstieg des letzten Jahres ist erst einmal durchbrochen. Die Werte sind auf ein Niveau von Oktober 2008 zurückgefallen. Das ist allerdings immer noch ein hohes Niveau.
 
Man darf die Zahlen nicht überbewerten, aber sie könnten auch schon ein kleiner Hinweis darauf sein, dass das Schlimmste vorbei ist. Allerdings kann es ebenso gut sein, dass zum Jahreswechsel viele erst einmal in Urlaub sind oder mit den Festtagen beschäftigt waren.
 
Die Werte der nächsten beiden Wochen werden darüber Aufschluss geben. Auf die neu geschaffenen Stellen, die morgen veröffentlicht werden, wird dieser Wert keinen positiven Einfluss haben.

Einladung zur Jahresprognose 2009

Wie wird das kommende Börsenjahr? 

Ich werde mich nächste Woche Donnerstag nach Oberursel bei Frankfurt aufmachen, nicht nur um meine Kollegen mal wieder zu treffen, sondern auch um den Ausblick von wellenreiter-invest.de auf die Finanzmärkte zu verfolgen. Dieser wird erstmals im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Oberursel präsentieret. Wenn Sie auch dabei sein wollen, können Sie sich jetzt noch anmelden! 

Neben Robert Rethfeld und Alexander Hirsekorn werden auch Manfred Hübner, der Gründer und Geschäftsführer der sentix GmbH, der als einer der führenden Experten der Behavioral Finance in Deutschland gilt, reden. Komplettiert wird die Rednerliste durch Chris Zwermann. Der Geschäftsführer von Zwermann Financial kann - wie kaum ein anderer - die globalen wirtschaftlichen Zusammenhänge verständlich erläutern und hat sich als Währungsexperte einen Namen gemacht. Der globale Investmentstratege ist bekannt durch regelmäßige TV-Auftritte.

Moderiert wird die Veranstaltung durch den TV-Journalisten Roland Klaus. Der CNBC-Reporter
moderierte zuvor acht Jahre lang Börsensendungen bei n-tv.
 

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