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Zwischen Obama und Berichtssaison
von Jochen Steffens
 
Der Markt befindet sich im Moment zwischen der Hoffnung auf einen Obama-Effekt und der Sorge um schlechte Nachrichten in der Berichtssaison, die gestern mit den Zahlen des weltgrößten Aluminiumherstellers Alcoa in den USA gestartet ist.
 
In sieben Tagen wird Obama das Präsidentenamt übernehmen. Als neuer Präsident will er gigantische Konjunkturprogramme beschließen, um die US-Wirtschaft vor einer Mega-Rezession zu bewahren. Beobachter behaupten nach der Veröffentlichung der verheerenden Arbeitsmarktdaten am Freitag letzter Woche, es werde langsam Zeit! Es müsse sofort etwas getan werden. Diese Dringlichkeit wird auch daran deutlich, dass Bush gestern auf Bitten Obamas den Kongress um die Freigabe der verbleibenden 350 Mrd. Dollar aus dem Rettungspaket für die Finanzwirtschaft gebeten hat. Obama möchte das Geld direkt nach seinem Amtsantritt zur Verfügung haben.
 
Wir sind Meckerweltmeister
 
Auch in Deutschland wird energisch Geld ins System gepumpt. Die Koalition hat sich gestern Abend auf das größte Konjunkturprogramm der Geschichte der Bundesrepublik geeinigt. Direkt hagelt es, wie in Deutschland so üblich, von allen Seiten Kritik. Dabei ging es jedoch weniger um die Frage, ob solche Konjunkturpakete generell Sinn machen, sondern hauptsächlich um die jeweiligen Maßnahmen selbst, die genüsslich von vermeintlich berufener Seite Stück für Stück zerpflückt werden. Wieder einmal wird deutlich: Wir Deutschen sind die Meckerweltmeister schlechthin. Daran will ich mich erst gar nicht beteiligen.
 
Wie ich schon im Zusammenhang mit den Plänen in den USA sagte: Es bleibt insgesamt fraglich, ob dieser Aktionismus auf lange Sicht Sinn macht. Kurzfristig wird er natürlich Effekte haben, daran besteht kein Zweifel. Ich kann ganz besonders die Amerikaner verstehen. Der Konsum ist die tragende Säule der eigenen Wirtschaft. Wenn es zu einer Massenarbeitslosigkeit kommt, wird der Konsum wegbrechen, was zu weiteren Arbeitslosen führen wird. Am Ende dieses Kreislaufs wartet eine der größten Rezessionen der Nachkriegszeit. Die Hoffnung und der Wunsch, durch entsprechend umfangreiche Programme diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist entsprechend groß.
 
Binnenkonjunktur in Deutschland?
 
Warum in Deutschland ein ähnlicher Aktionismus betrieben wird, ist allerdings fraglich. Wir sind ein Exportland, kurz: Der Export ist die tragende Säule unserer Wirtschaft. Wie soll man aber durch binnenwirtschaftliche Maßnahmen den Export anheizen? Dazu müsste man schon die Länder unterstützen, die Waren aus Deutschland importieren, und das ist natürlich Unsinn.
 
Die Hoffnung, dass die Binnenwirtschaft den Export als Stütze ablöst, ist ebenfalls etwas abwegig. Das wird gerade in Deutschland nicht funktionieren. Hier neigen die Bürger doch dazu, bei jeder Krise in eine panikartige „Spar-Starre“ zu verfallen. Konsumiert wird nur noch das allernötigste, der Rest wird für die schlechten Zeiten, die man erwartet, zurückgelegt.
 
So löblich auch manche Maßnahmen des Konjunkturprogramms sind, sie werden keinen nennenswerten Erfolg haben, wenn nicht die Weltwirtschaft mitspielt.
 
Allenfalls können sie das Wirtschaftswachstum in den nächsten ein bis zwei Jahren um bis zu einen Prozentpunkt aufgehübschen, was noch lange nicht heißt, dass es positiv wird.
 
Sollte sich die US-Wirtschaft aufgrund der dortigen Konjunkturprogramme erholen, wird auch das Konjunkturprogramm in Deutschland als Erfolg gefeiert. Sollte die US-Wirtschaft weiter in eine Rezession abrutschen, werden sich die Maßnahmen hier als Luftnummer herausstellen. So einfach ist das in der letzten Konsequenz.
 
Machtlose Mächtige
 
Aber welcher Politiker will schon zugeben, dass er trotz seiner scheinbar machtvollen Stellung tatsächlich keinen besonderen Einfluss auf diese Geschehnisse hat, dass er eigentlich nur zusehen kann, was in den USA und in der Welt geschieht und dabei hoffen muss, dass die Politiker dort das Richtige tun.
 
Damit wendet sich unser Blick auch weiterhin in die USA. Wie werden die Programme dort die Konjunktur beeinflussen?  Schafft es Obama die aktuelle Abwärtsspirale umzukehren? Kurzfristig werden die immensen Summen auch hier einen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben, und die Börse sollte das eigentlich vorweg nehmen. Die entscheidenden Fragen dazu lauten: Wann und von welchem Niveau aus wird der Markt auf eine Erholung der Wirtschaft spekulieren.
 
Die Charts verraten zurzeit dazu noch nichts Konkretes
 
 
Im S&P500 bildet sich ein kleiner Aufwärtstrend heraus. Hier ist noch alles möglich, da noch kein relevanter Ausbruch in welche Richtung auch immer stattgefunden hat.
 
Der kleine Aufwärtstrend kann jedoch mit einigen Fehlsignalen, die noch zu erwarten sind, den Anfang einer größeren Aufwärtsbewegung darstellen. Es wäre typisch: In der Unsicherheit nach einem starken Einbruch kommt es zunächst zäh und langsam, bei niedrigem Volumen zu steigenden Kursen.  Nach und nach kommen immer mehr Anleger hinzu, die ebenfalls erste Positionen eingehen. Dieses Vertrauen könnte sich  in unserem speziellen Fall  eben durch die Hoffnung begründen, dass die US-Konjunkturprogramme Wirkung zeigen.
 
Zäher als gewohnt, fehlen die US-Investmentbanken?
 
Was mich allerdings wundert ist, dass die Kurse sich in letzter Zeit nicht mehr wie „gewohnt“ verhalten. Die beschriebene Entwicklung ist extrem zäh, viel zäher als wir das von anderen starken Konsolidierungen her gewohnt sind.
 
Im Moment frage ich mich, ob das nicht vielleicht sogar damit zusammen hängt, dass die größten US-Investmentbanken vom Markt verschwunden sind. Es muss doch auffallen, dass diese großen Player nicht mehr mitspielen. Seltsam, dass das niemand anders thematisiert.
 
Bearflag?
 
Dieser kleine Aufwärtstrend könnte aber auch einfach nur eine sogenannte Bear Flag, eine bearishe Flagge darstellen. Solche Flaggen entstehen oft in großen Abwärtsbewegungen und sind lediglich Konsolidierungsformationen. Sie haben die Eigenschaft, leicht gegen die vorherige Trendbewegung zu verlaufen. Der Umsatz sollte in die Spitze dieser Bewegung hinein sinken. Nach einem Ausbruch nach unten folgt dann ein weiterer dynamischer Kursrücksetzer.
 
Doch ein wichtiges Kriterium ist, wie gerne vergessen wird, dass solche Flaggen in einem Tageschart nicht länger als 3-4 Wochen andauern sollten. Bereits nach 3 Wochen sinkt die Prognosequalität, die ansonsten sehr gut ist, erheblich.
 
Wie Sie sehen, braucht diese mögliche Flagge bereits knapp 6 Wochen und ist damit charttechnisch aus dem Rennen (was im Umkehrschluss aber nicht heißt, dass es nicht zu weiter fallenden Kursen kommen kann).
Aber auch das bedeutet nur, dass weiterhin noch alles offen ist.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
 
Die US-Handelsbilanz weist für November ein Defizit in Höhe von 40,44 Mrd. US-Dollar aus. Analysten hatten mit einem Wert im Bereich 51,5 bis 52 Mrd. US-Dollar gerechnet. Im Vormonat hatte das Defizit noch bei 56,69 Mrd. US-Dollar gelegen. Damit fällt das Handelsbilanzdefizit der USA über den stärksten Rückgang seit Oktober 1996 auf den niedrigsten Stand seit November 2003.
Als Grund für diesen starken Rückgang ist neben dem starken Rückgang des Ölpreises auch der deutlich zurückgegangene Konsum in den USA zu nennen. Damit ist diese Zahl eigentlich eher ein schlechtes Zeichen. Auf der anderen Seite braucht die USA weniger Geld um das Handelsbilanzdefizit zu finanzieren, das ist wiederum positiv. Die Märkte werteten diese Zahl tendenziell eher positiv.

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