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Der Obama-Effekt nur Strohfeuer?
von Jochen Steffens
 
Noch einmal mit korrigierter Überschrift. Ich bitte um Verzeihung...
 
Obama wird heute als Präsident vereidigt. Viele Hoffnungen, viel zu viele Hoffnungen lasten auf seinen Schultern. Gleichzeitig ist der Zweifel groß, ob er diese Hoffnungen erfüllen kann. Das liegt zum einen daran, dass neben den Problemen des Finanz- und Immobilienmarktes auch noch einige strukturelle Probleme die USA belasten. Zum anderen ergibt eine genauere Analyse, dass Obama eine gefährliche Politik verfolgt. Um das zu erläutern, muss ich noch einmal auf das Thema Deflation zurückkommen, das endlich auch von den Massenmedien als Gefahrenszenario erkannt wird.
 
Deflation wie in Japan
 
In den Jahren nach dem 2000er Crash, aber auch in späteren Diskussionen im Zusammenhang mit dem Thema Deflation, wurde immer wieder der Vergleich mit der Entwicklung in Japan herangezogen. Doch dieser Vergleich war zu diesem Zeitpunkt abwegig. In Japan wurde im Anschluss an die damalige Aktien-, Immobilien- und Kreditkrise anno 1990 alles getan, um Unternehmen und Banken zu retten. Das war kein konjunkturpolitischer Ansatz, man wollte vielmehr den beteiligten Verantwortlichen den Gesichtsverlust des Konkurses ersparen. Wir in den westlichen Industrieländern können uns nicht vorstellen, wie tief diese kulturelle Besonderheit in der japanischen Wirtschaft verankert war und ist. Aber es war nach Meinung einiger Experten (u.a. Alan Greenspan) eben dieser Zwang die Unternehmen, koste es was es wolle, am Leben zu erhalten, der in der letztendlichen Konsequenz die Krise unverhältnismäßig in die Länge zog. Wie Greenspan über Japan schreibt: Schneller wäre es gegangen, hätte man einen Teil der japanischen Banken für bankrott erklärt, deren Vermögenswerte in einer Abwicklungsgesellschaft zusammengefasst und den Rest stark verbilligt abgestoßen, um so den japanischen Immobilienmarkt mit neuer Liquidität zu versorgen.

Es wäre zwar ein tiefer schmerzhafter Schnitt ins Fleisch der japanischen Wirtschaft gewesen, aber er hätte die abgestorbenen und nahezu verwesten Teile herausgeschnitten. Da dieser Schnitt ausblieb, wurde die japanische Wirtschaft über nun bald 20 Jahre vergiftet und konnte sich, wie wir jetzt wissen, tatsächlich nur sehr langsam erholen.
 
Vergleichbare Ausgangsposition
 
Schaut man sich die Rahmenbedingungen an, die aktuell in den USA zu erkennen sind, gibt es viele vergleichbare Aspekte. Zunächst einen Aktien- und besonders einen dramatischen Immobilienboom, dann der Crash, der unter anderem wegen fauler Kredite das gesamte Finanzsystem bedroht.
 
Nun frage ich mich, warum das, was bis vor Kurzem als die richtige Lösung für Japan noch wissenschaftlicher Konsens gewesen ist, nun nicht auch für die USA gelten soll?
 
US-Mentalität
 
In den Jahren nach der Krise 2000-2003 wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dass die USA anfangen, Banken und Automobilunternehmen durch massive staatliche Interventionen vor dem Konkurs zu stützen. Nicht nur weil das einen massiven Eingriff in den freien Wettbewerb darstellt, sondern eben weil es eigentlich gegen jede Vernunft ist und letzten Endes auch gegen die amerikanische Mentalität.
 
Bisher sagte man den Amerikanern nach, dass sie kein größeres Problem damit hätten, zu scheitern. Der Gesichtsverlust ist irrelevant, es gibt nur neue Herausforderungen. So soll es Topmanager geben, die sich, nachdem sie ihren Job verloren haben, als Tellerwäscher und Tankwart durchschlagen. Ein solches Verhalten wird in den USA sogar (teilweise) honoriert, zumindest wenn die Betreffenden anschließend das Restaurant oder die Tankstelle übernommen haben. Und es war eben genau diese Mentalität, immer wieder aufzustehen, immer wieder neu anzufangen, egal wie tief man auch gefallen ist, die Amerika einst zu der führenden Wirtschaftsnation gemacht hat. Es steckt die tiefe Überzeugung und der Glaube dahinter, dass Erfolg etwas mit „selber machen“ zu tun hat und dass man als „Macher“ immer wieder, von jedem Startpunkt aus, erfolgreich sein wird. Das ist das ureigene Prinzip des amerikanischen Traums.
 
Obama nur ein Strohfeuer?
 
Doch die Zeiten haben sich offensichtlich geändert. Obwohl viele Abgeordnete im US-Kongress sich anfänglich massiv weigerten, Banken und Unternehmen staatlich zu stützen, werden von Barack Obama die größten und aberwitzigsten Konjunkturprogramme aufgelegt werden, die die USA je gesehen haben. Ich bin in einem der letzten Kommentare schon darauf eingegangen, dass es alles andere als sicher ist, dass die Programme funktionieren.
 
Doch dieses Mal geht es mir um etwas anderes, um einen wesentlich existenzielleren Aspekt:
 
Die Hoffnung der Massen, dass Barack Obama den amerikanischen Traum verwirklicht, ein Macher ist und die Wende schafft („Yes, we can“), steht im direkten Gegensatz zu den staatlichen Interventionen, die er plant: Die Wirtschaft wird damit entmündigt, das „Machen“ wird zur Passivität degradiert und entartet in der hilflosen Hoffnung: „Der Staat wird es schon richten“. Wie tief greifend dieser Mentalitätswandel ist, scheint den meisten Kommentatoren zu entgehen. Wie gefährlich diese neue Richtung für den mächtigsten Wirtschaftsstandort der Welt ist, wird somit unterschätzt.
 
Die USA in den Fußstapfen Japans
 
Denn wenn man es genau nimmt, ist gerade das, was zurzeit von allen bejubelt wird, der Grund, warum zum ersten Mal ein Vergleich zwischen den USA und Japan realistisch ist. Die Politik in den USA muss sich darüber im Klaren sein, dass sie mit den ausufernden Rettungsmaßnahmen mehr denn je in Gefahr steht, in die Fußstapfen Japans zu treten.
 
Entschieden ist das natürlich noch nicht. Die US-Notenbank wird alles tun, um aus der Deflation möglichst schnell wieder in eine Inflation zu kommen. Denn nur mit Inflation ist wirtschaftliches Wachstum möglich  Aber der zeitliche Rahmen für dieses Wendemanöver ist begrenzt (vielleicht bis Mitte 2010). Wenn sich die Deflation erst einmal etabliert hat, wird die Fed Schwierigkeiten haben, aus dieser Falle noch einmal herauszukommen. Zumal der Fed nach den letzten Zinssenkungen so langsam die Munition ausgeht und sie in eine Liquiditätsfalle gerät. 
 
Warum nicht ein paar Jahre Deflation?
 
Nun könnte man ja anführen, dass es Japan schließlich mit dieser Deflation in den vergangenen 18 Jahren doch gar nicht so schlecht gegangen sei. Nur, während Japan mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfte, boomte die Weltwirtschaft. Das stützte natürlich auch die japanische Wirtschaft und verhinderte dramatischere Entwicklungen.

Wenn die USA hingegen in eine langanhaltende Phase der Deflation geraten sollten, wird die Weltwirtschaft in eine tiefe globale Krise verfallen. Massenarbeitslosigkeit als direkte Folge deflationärer Entwicklungen wird die Gefahr sozialer Unruhen vergrößern. Wie in diesem Fall die Welt in zehn oder 15 Jahren aussehen wird, kann sich heute wohl noch keiner wirklich vorstellen.
 
Nicht nur vor diesem Hintergrund wünsche ich Barack Obama für sein neues Amt alles erdenklich Gute und dass er die richtigen Entscheidungen zum Wohle aller trifft.
 
Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens
 
P.S. Im Moment scheint der Obama Effekt die Börsen zumindest kalt zu lassen. Hier werden offensichtlich die schlechten Nachrichten aus dem Bankensektor eingepreist. Wenn das bis zum Handelsschluss anhält, wäre das ein eher schlechtes Zeichen. Morgen dazu mehr.
 

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