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Börse - Intern ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Sven Weisenhaus. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.


 
Offenbarungseid der Fondsindustrie
von Jochen Steffens 
  
Was für ein Tag gestern. Die Bankentitel sind geradezu explodiert. Die Deutsche Bank legte zum Beispiel um über 22 Prozent zu. Man hatte fast das Gefühl, das Institut hätte bei dem Versuch faule Kredite zu verbuddeln plötzlich eine Goldader unter ihrer frankfurter Filiale gefunden. Diese plötzliche Euphorie bei den Finanzwerten hatte damit zu tun, dass die Märkte auf die Einrichtung einer „Bad Bank“, einem Institut in dem faule Wertpapiere ausgelagert werden, in den USA spekulierten.

„Bad Bank“ ist das aktuelle Hoffnungswort für die Bankenbranche. Die Rettungsschirme der Regierungen reichen offenbar nicht mehr aus, das Vertrauen der Banken untereinander zu untermauern. Etwas Neues muss her: Wenn erst die USA eine Bad Bank errichten, müssen andere Länder nachziehen, um diesen Wettbewerbsvorteil der USA auszugleichen. Wenn überall auf der Welt Bad Banks gebildet werden, dann endlich, dann wird alles gut... so das Lied der Banken.
 
Es riecht ein wenig faulig
 
Leider gewinnt der geneigte Beobachter den Eindruck, dass das ganze Spiel so langsam faulig wird. Nicht nur, weil die Fed doch in den USA quasi schon Bad Bank spielt. Nein, es sieht eher so aus, als ob die Schwierigkeiten der Banken viel größer sind als zugegeben und dass sich die Banken von einer Hoffnung zur nächsten retten, nur um nicht zugeben zu müssen, wie groß die Bomben in ihren Büchern tatsächlich sind. Ob diese Salamitaktik Sinn macht?
 
Situation bleibt undurchsichtig
 
Für uns bleibt somit die Situation auf der fundamentalen Seite, zumindest was die Probleme der Banken anbetrifft, mehr als undurchsichtig. Kein Wunder also, dass zurzeit die Gerüchte brodeln. Auf den bekannten Internetseiten für Börsen-Bären finden Sie zurzeit eine Menge Verschwörungstheorien und Weltuntergangsszenarien. Auf der anderen Seite, sprich in der Fondsindustrie und bei den bankabhängigen Analysten herrscht krampfhafter Zweckoptimismus. Es muss 2009 einfach aufwärts gehen, so die Devise.
 
Mannheimer Fondskongress übt sich in verkaufsförderndem Optimismus
 
Ich habe eben mit einem Kollegen telefoniert, der sich auf dem Mannheimer Fondskongress befindet. Er zeigte sich überrascht, dass die aktuelle Krise dort kaum ein Thema sei. Die Fondsindustrie ist scheinbar nach wie vor auf Optimismus getrimmt. Keine Frage, wenn die Fondsindustrie noch einmal so ein katastrophales Jahr wie 2009 hinlegt, wird es für viele sehr, sehr eng. Und die Gefahr ist auf beiden Seiten groß, dass die Fondsindustrie erneut patzt. Brechen die Indizes ein, werden die Mittelabflüsse vielen Fonds ein schmerzhaftes Ende bereiten. Steigt der Markt jedoch massiv an, werden viele unterinvestiert sein. In diesem Fall wird es ebenfalls schwer werden, den eigenen Kunden verständlich zu machen, warum die Rendite so deutlich unterhalb der DAX-Rendite liegt.  
 
Lassen Sie sich nicht von solchen Euphorie-Schüben anstecken
 
Kein Wunder also, dass die Kurse, sobald sich erste Hoffnungsschimmer zeigen, derart explodieren. Doch ein bullishes Zeichen ist das noch nicht. Dazu müsste es erst noch zu Anschlusskäufen kommen. Erst wenn die Bullen einmal längere Zeit den Markt kontrollieren, wird sich das Bild wirklich aufhellen. Um das zu verdeutlichen, hier der Chart der Deutschen Bank:
 
 
 
In diesem Chart wird deutlich, dass selbst so ein Tag wie gestern die Kuh nicht vom Eis holt. Auch wenn solche Kursgewinne zunächst den Anschein erwecken, es sei tatsächlich etwas Entscheidendes passiert, so wirkt ein Blick auf den Chart ernüchternd.
 
Nein, bevor wirklich bullishere Zeichen ausgebildet werden, muss viel, viel mehr passieren. Alles was wir bisher gesehen haben, ist bisher nur eine Gegenbewegung nach einem stärkeren Einbruch.
 
Ein Narr, wer Böses dabei denkt
 
Ich frage mich derweil, ob es nicht ein eindrucksvolles Zeichen der aktuellen Dramatik ist, wenn ein Fondskongress von „Dieter Bohlen“ eröffnet wird und dieser über Erfolg und den "Bohlenweg" sinniert. Nichts gegen Herrn Bohlen, der sich sicherlich als tüchtiger Geschäftsmann bewiesen hat und als „Macher“ meinen ganzen Respekt verdient. Doch die tiefere Symbolik des Ereignisses zwingt sich einem Fondsskeptiker wie mir einfach derart auf, dass ich nicht umhin kann, diese bizarre Realität aufzuschlüsseln:  
 
Wie tief muss die aktuelle Finanzkrise die Grundfeste der Finanzwelt erschüttert haben, wenn sich eine Industrie, die ansonsten die Metapher für personifizierte Arroganz schlechthin ist, die Welt von einem Entertainer erklären lässt? Und welch offensichtlicher Hohn ist es, wenn ein Dieter Bohlen als Lehrmeister in Sachen Fleiß und Erfolg des Tüchtigen auftritt.
 
Ist es nicht sogar ein wenig so, als würde ein Clown mit der Narrenkappe vor die Mächtigen treten und Ihnen den Spiegel ihrer eigenen Unfähigkeit vorhalten? Und zwar auf eine Weise, dass sie nachher erfreut und amüsiert applaudieren, ohne zu merken, was gerade eigentlich passiert ist?
 
Ich überlasse es nun Ihnen, diese Frage zu beantworten und damit diesen versteckten Offenbarungseid der Fondsindustrie zu genießen.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
      
P.S. Vielen Dank für die vielen Tips zur Vermeidung von Erkältungen.

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US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 3.000 auf 588.000 gestiegen. Analysten hatten hingegen einen Rückgang um 4.000 erwartet. Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt stieg auf 542.500, nach 518.250 zuvor. 
 
 
Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA ist im Dezember um 2,6% zurückgegangen. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang von 2,0% gerechnet.
  
Die Zahl der US-Neubauverkäufe sind im Dezember um 14,7% auf einen saisonbereinigten Jahreswert von 331.000 zurückgefallen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang um 2,9% gerechnet.

2008 wurden insgesamt 482.000 US-Neubauten verkauft. Das ist das niedrigste Absatzniveau seit dem Jahr 1982. Auch die Hauspreise selbst fallen im Dezember um 9,3% auf 206.500 Dollar. Der Durchschnittspreis gab um 13,2% auf 246.900 Dollar nach.
 
Insgesamt weiterhin extrem schlechte Nachrichten vom Arbeits- und Immobilienmarkt. Erst wenn hier ein klare Stabilisierung zu erkennen ist, kann man auf ein Ende der Krise spekulieren. Zuvor werden sich aber die anderen Indikatoren, die diesen Daten vorlaufen erholen. Insofern sollte man diesen Zahlen zurzeit keine zu große Bedeutung beimessen.

Wunschanalyse Bank of America
 
Allgemeiner, rechtlicher Hinweis: Die hier dargestellte Analyse und Prognose gibt lediglich die persönliche Meinung der Autoren wieder und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung von Stockstreet.de.
 
Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise.de  Für die Chartanalyse haben wir Christian Kämmerer um seine Meinung gebeten. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der Bank of America gewünscht.
 
Bank of America laut Sharewise.com:
  Prognositiertes Kursziel kaufen halten verkaufen
9 Mitglieder Ø13,86 € 8 - 1
0 Analysten Ø kein 0 0 0

Bank of America (WKN 858 388, ISIN US0605051046)
 
     
 
1.) Fundamentale Analyse
Bank of America - Entstehungsgeschichte
Die Geschichte der Bank of America (auch BofA oder BoA) reicht bis in das Jahr 1784 zurück, als damals die Bank of Massasuchetts gegründet wurde. Damit ist die Bank of America geschichtlich gesehen auch die zweitälteste Bank der Vereinigten Staaten von Amerika. Durch die Finanzkrise wurde die Bank of America zuletzt auch zur größten Bank der USA und könnte - doch dazu später mehr - sogar zur größten Bank der Welt aufsteigen. Die Marke "Bank of America" war im Jahr 2008 mit einem "Markenwert" in Höhe von 33,1 Mrd. US$ auf Platz 14 der wertvollsten Marken der Welt und zugleich die wertvollste Marke im weltweiten Bankensektor.
 
Die Bank of America entstand dabei durch eine ganze Reihe von Fusionen und Unternehmenszusammenschlüssen. Der heutige Namensgeber jedoch wurde im Jahr 1923 als Bank of America, Los Angeles, von Orra E. Monnette gegründet, welche dann im Jahr 1929 mit der Bank of Italy, San Francisco fusionierte. Die so neu geschaffene Bank beschränkte ihre Geschäftstätigkeit infolge diverser Gesetze und Regulatorien in den USA, die nach der Weltwirtschaftskrise 1929 erlassen worden waren, zunächst nur auf den Bundesstaat Kalifornien. Erst nach dem Wegfall dieser Beschränkungen unter der Regierung Reagan im Jahre 1983 wurde dann die Expansion in den USA durch den Kauf der Seafirst Corp., Seattle, fortgesetzt. 1992 erfolgte dann der Kauf der Security Pacific Corp., was bis dahin die größte Übernahme in der Geschichte des Bankensektor darstellte.
 
Die heutige Bank of America entstand letztendlich durch den Kauf der Bank of America durch die NationsBank im Jahr 1998. Bei der NationsBank handelte es sich um eine bereits 1874 als Commercial National Bank gegründete und dann im Jahr 1957 mit der American Trust Co zur American Commercial Bank fusionierte Geschäftsbank, die schließlich im Jahr 1960 zur North Carolina National Bank wurde. Nach etlichen weiteren Übernahmen wurde diese schließlich im Jahr 1991 in NationsBank umbenannt, bevor aus der NationsBank nach der Übernahme der Bank of America dann die heute bekannte Bank of America wurde, also ganz ähnlich wie es bei Wells Fargo der Fall war.
 
 
Bank of America, Hauptquartier in Charlotte, North Carolina, USA
Bank of America - in der Finanzkrise von 2007 bis heute
 
Im Zuge der Finanzkrise 2007/2008 kaufte die Bank of America den angeschlagenen, damals größten nichtstaatlichen Immobilienfinanzierer (bitte beachten Sie, dass Fannie Mae und Freddy Mac ja halbstaatliche Immobilienfinanzierer waren und inzwischen staatliche Immobilienfinanzierer geworden sind) der USA, Countrywide Financials, für 2,5 Mrd. US$. Ferner sollte die Bank of America am 15. September 2008 eigentlich in einer Nacht- und Nebelaktion die damals viertgrößte US-Investmentbank Lehman Brothers übernehmen und diese damit vor dem Aus bewahren, entschied sich dann jedoch kurzfristig anders und übernahm mit der US-Investmentbank Merrill Lynch dann doch lieber die Nummer 3 der Branche per Aktientausch, was schließlich zur folgenschweren Pleite von Lehman Brothers führte. Nach Ausübung einer Kaufoption übernahm die Bank of America 44,7 Mrd. Aktien des chinesischen Staatsfonds China Safe Investments im Wert von ca. 24 Mrd. US$. Am 11. Dezember 2008 schließlich folge eine öffentliche Erklärung, derzufolge die Bank innerhalb von drei Jahren 30.000 bis 35.000 Arbeitsplätze abbauen will. Nachdem man im letzten Jahr schon Geld aus dem staatlichen Rettungspaket für Banken der US-Regierung erhalten hatte, musste die Bank kürzlich weitere 20 Mrd. US$ aus dem staatlichen Rettungspaket in Anspruch nehmen, wofür der Staat im Gegenzug Vorzugsaktien bekam. Als Grund für die erneute Inanspruchnahme von Staatshilfe nannte die Bank of America übrigens hauptsächlich massive und bis dato noch verschleierte Schieflagen der im September 2008 übernommenen US-Investmentbank Merrill Lynch. In der Folge musste dann auch der Ex-CEO von Merrill Lynch, John Thain, der nach dem Zusammenschluss für die Bank of America gearbeitet hatte, seinen Hut nehmen.
 
Bank of America - Erfinder der Kreditkarte
 
Die Bank of America gab im Jahr 1959 die damals erste Kreditkarte, die BankAmericard heraus. Diese BankAmericard, die 1977 in VISA Card umbenannt wurde, war damals die erste Kreditkarte, so dass die Bank of America gemeinhin als Erfinder der Kreditkarten gilt.
 

Bank of America Tower in New York City, New York, USA bei Nacht
 
Bank of America, langfristig ein Profiteur der Krise? - Fundamentale Bewertung
 
Doch damit genug zur Geschichte der Bank of America und zur fundamentalen Bewertung der Aktie. Natürlich könnte man es sich nun einfach machen und die Aktie dank eines KGV von unter 10 sowie eines KUV von nur noch knapp über 0 als Schnäppchen bezeichnen. Genauso einfach könnte man es sich machen und auf die möglichen Schieflagen der Bank hinweisen und sie dann, wie nahezu alle Bankaktien derzeit, verteufeln.
 
Aber die Wahrheit liegt hier wohl eher, wie so oft, in der Mitte. Ich möchte daher heute mal weniger wert auf die sonst üblichen Kennzahlen wie KUV, KGV, Eigenkapitalrendite, Eigenkapitalquote und Co. legen, sondern die Bank als solche bewerten. Und wenn man dies tut, so muss man folgendes konstatieren:
 
Die Bank of America war ursprünglich, zumindest gemessen an ihrer Größe, nur in einem relativ geringen Umfang im amerikanischen Immobilienmarkt investiert und hätte daher die Krise wohl recht gut überstehen können. Doch diese eigentlich umsichtige Geschäftspolitik wurde ihr dann im Nachhinein zum Verhängnis.
 
So übernahm die Bank of America, wie bereits ausgeführt, relativ zu Beginn der Krise den größten nichtstaatlichen amerikanischen Immobilienfinanzierer Countrywide Financials (für 2,5 Mrd. US$) und kaufte sich damit sicherlich einige Probleme ein, was jedoch wohl auch noch zu stemmen gewesen wäre. Doch im September 2008 übernahm man dann, auch aufgrund eines gewissen politischen Drucks, die Investmentbank Merrill Lynch und erst damit die richtig großen Probleme.
 
Sicherlich wäre auch eine - eigentlich ja auch zunächst angedachte - Übernahme von Lehman Brothers durch die Bank of America kaum eine bessere Lösung gewesen, aber die Übernahme von Merrill Lynch war es eben auch nicht. Denn nur durch diese Übernahme traten die zuletzt aufgetauchten Löcher in der Bilanz auf. Insofern könnte man den Kauf von Merrill Lynch im Nachhinein durchaus als "Fehler" bezeichnen, zumindest zu diesem Preis.
Andererseits jedoch geschah diese "Rettung", wie bereits angesprochen, auch auf politischen Druck und darum konnte und kann sich die Bank of America wohl in der Not auf den Staat als Retter verlassen. So gab es kürzlich keine großen Diskussionen, als die Bank of America weitere 20 Mrd. US$ des staatlichen Bankenrettungspaketes benötigte und die Transaktion wurde sehr zügig abgewickelt.
 
Zusammenfassend muss man also dem Management der Bank of America um CEO Kenneth D. Lewis eine ursprünglich umsichtige Geschäftspolitik bescheinigen, die der Bank jedoch im Nachhinein zum Verhängnis geworden ist. Dies ist auf der einen Seite schade, da die Bank of America es ohne die großen Übernahmen sehr gut alleine und womöglich sogar ohne staatliche Hilfen durch die Krise gekommen wäre. Andererseits aber kann man sich in der aktuellen und ja nicht unbedingt ganz selbstverschuldeten Lage auf den Retter "Staat" verlassen und wird daher diese Krise auf jeden Fall überleben. Und wenn die Bank of America diese Krise übersteht, so ist sie am Ende langfristig gesehen wohl eines der besten Investments, die man derzeit tätigen kann. Denn wie schon Charles Darwin wusste: "Die Stärksten überleben und gehen einer neuen Ära entgegen!". Um es daher kurz zu machen; kurzfristig mag die Übernahme von Countrywide Financials, ganz sicher jedoch die Übernahme von Merrill Lynch, ein Fehler gewesen sein. Aber langfristig könnten sich genau diese Übernahmen auszahlen. Derzeit nämlich mag man nämlich das Investment Banking, wie es einst von Goldman Sachs, JP Morgan, Merrill Lynch, Lehman Brothers und Bear Stearns betrieben wurde, in einer sehr großen Krise stecken. Aber langfristig wird das bis zur Krise hochgelobte Investment Banking natürlich wieder eine - ja m.E. sogar eine herausragende - Rolle im Bankgeschäft spielen. Und sobald dies der Fall ist, heißen die Profiteure Goldman Sachs (und deren Investor Warren Buffett), JP Morgan, Morgan Stanley (wegen Bear Stearns) sowie eben die Bank of America (mit Merrill Lynch). Und die Gewinnmargen hier dürften sogar höher sein als je zuvor, denn immerhin gibt es nach dieser Krise, mit der ja eine Marktbereinigung einherging, viel weniger Konkurrenz in diesem Bereich und damit logischerweise höhere Gewinnmargen.
 
Aus fundamentaler Sicht muss man daher konstatieren, dass ein sofortiger Einstieg in die Aktie der Bank of America mit sehr hohen Risiken verbunden ist, zumal die Volatilität der Aktie derzeit exorbitant hoch ist. Andererseits jedoch bietet die Aktie der Bank of America langfristig auch exorbitant hohe Kurschancen. Sicher, derzeit kommen fast täglich neue Hiobsbotschaften aus dem Banken- und Finanzsektor auf uns zu und noch ist die Krise auch nicht zu Ende. Aber wenn die Krise erstmal zu Ende ist, wird die Bank of America sicherlich zu den größten Profiteuren gehören. So wäre es m.E. durchaus möglich, dass die Bank of America sich in den nächsten 15 Jahren ähnlich entwickeln wird, wie es die bis dato größte Bank der Welt, die Citigroup, seit Anfang der 90er Jahre tat. Damals (man erinnere sich an den Börsencrash im Jahr 1989) gab es auch eine Krise an den Märkten und die Citigroup war eine relativ unbedeutende US-Regionalbank. Dies änderte sich jedoch zwischen 1990 und 2006 und die Citigroup wurde zur größten Bank der Welt. Warum sollte dies der Bank of America also nicht gelingen?
Das es dabei gewisse Risiken geben mag, ist klar. Aber wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen. So bin auch ich natürlich kein Hellseher und kann mich täuschen, aber wenn ich es derzeit einer Bank zutraue, aus dieser Krise als größte Bank der Welt und somit als Gewinner hervorzugehen, dann der Bank of America. Wer derzeit also sein Geld mit einem Anlagehorizont von 15 Jahren anlegen will und dabei auch einen (bei Aktien ja immer möglichen) Totalverlust verkraften kann, der sollte die Aktie kaufen und - à la Kostolany - Schlaftabletten nehmen.
 

                   Eine Filiale der Bank of America in New York City, New York 
 
Quellenverzeichnis: Die Unternehmensgeschichte der Bank of America wurde auszugsweise entnommen bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Bank_of_America
 
2.) Charttechnische Analyse
Die Chartanalyse wird in Zusammenarbeit mit Christian Kämmerer erstellt (www.TA4YOU.com):
 
Bank of America – ein taumelnder Riese
 
Einleitung:
Wie aus den letzten Analysen bekannt, möchte ich heute wieder mit einem so bezeichneten „Big Picture“ starten. Konkret bedeutet dies, dass ich mir den Chart der
Bank of America in US$ aus größerer Entfernung in Form eines 10-Jahrescharts betrachte um mögliche Unterstützungs- und Widerstandszonen definieren zu können. Dem folgend ergänze ich den 10-Jahreschart um einem 1-Jahreschart, um so Ableitungen zur zukünftigen Entwicklung anhand zweier Szenarien zu skizzieren. Hintergrund der Szenarien ist die Tatsche, dass die Technische Analyse nicht statisch ist und es sich zudem um eine Momentaufnahme handelt. Im Grunde müsste jedes Verhalten der Aktie fortlaufend kommentiert werden, um dies zu vermeiden gebe ich dem Chart die Chance sich zu entwickeln und folglich entsprechende Szenarien abzuarbeiten.
 
Bank of America, Chart, 10 Jahre

Zum 10-Jahreschart:
Der erste Blick auf den Chart veranschaulicht eindrucksvoll die Abverkaufsstimmung der
Bank of America sowie allgemein die aktuelle Stimmung im Bankensektor, nämlich absolute und nackte Panik. Denn erinnern wir uns an die Wunschanalyse der letzten Woche – Deutsche Bank – so steht dieser Sektor im Zuge der andauernden Finanzkrise massiv unter „Beschuss“. Auch wenn gestern im Zusammenhang mit der FED-Sitzung ein wahres Kursfeuerwerk zündete, bleibt die charttechnische Lage nach wie vor äußerst angespannt. Die Bank of America verlor seit den Höchstkursen im November 2006 im Bereich von 55 US$ fortwährend an Wert und erzeugte mit dem nachhaltigen Bruch der langjährigen Aufwärtstrendlinie im März/April 2007 ein deutliches Verkaufssignal. Seither verlor die Aktie in der Spitze mehr als 90% an Wert und befand sich in diesem Zusammenhang nicht mehr weit entfernt von den Tiefskursen der Jahre 1985 bis 1991. In jedem Fall markierte die Aktie seit dem Millennium am 20. Januar 2009 ein neues „Jahrtausendtief“ bei 5,05 US$.
 
Bank of America, Chart, 1 Jahr

Zum 1-Jahreschart und Fazit:
Chance/Risiko-Verhältnis: 25/75 – eine nachhaltige Bodenbildung steht noch immer aus – die
Bank of America bleibt mit Kursen unterhalb von 9 US$ aus charttechnischer Sicht ein Verkauf mit einem Kursziel nahe der eingangs schon erwähnten Tiefs der Jahre 1985 bis 1991. Entwarnung ergibt sich erst oberhalb von 9 US$ und insbesondere oberhalb von 12,50 US$. Auch bei dieser Aktie gilt, dass angesichts der massiven Verluste ein rascher Wechsel in eine mittelfristige Erholungsbewegung nicht zu erwarten ist. Starke Ausschläge werden dennoch weiterhin auf der Agenda stehen – eine ideale Spielwiese für Trader, doch Investoren sollten starke Nerven mitbringen.
 
LONG Szenario:
Die Aktie der
Bank of America kann die begonnene Erholung fortsetzen und markiert folglich keine neuen Tiefs. Sofern Kurse oberhalb von 6 US$ Bestand haben, besteht die Möglichkeit mit dem Ausbruch über die Marke von 9 US$ die sekundäre Abwärtstrendlinie bei aktuell 12,50 US$ zu attackieren. Oberhalb dieser Abwärtstrendlinie hellt sich die angespannte Chartsituation dann deutlich auf und es eröffnet sich erhebliches Aufwärtspotenzial mit Kurszielen bis in den Bereich von 22 US$.
 
SHORT Szenario:
Die jüngst Erholungsbewegung scheitert entweder bereits im Widerstandsbereich um 9 US$ oder spätestens an der sekundären Abwärtstrendlinie im Bereich von aktuell 12,50 US$.
Sofern die
Bank of America einen Tagesschlusskurs unterhalb von 5,40 US$ verzeichnet, wird neues Abwärtspotenzial bis zu den Tiefstkursen der Jahre 1985 bis 1991 im Bereich von rund 4 US$ generiert. Unterhalb dieses Kursniveaus rufen die Tiefststände der 70er und 80er Jahre von unter 2 US$.

© Christian Kämmerer

Die dargestellten Charts wurden mit TradeSignal -Webedition- erstellt.

Haftungssauschluss:
Die vorgestellten Szenarien dienen lediglich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf dar. Jedes Geschäft mit Derivaten und sonstigen Finanzprodukten ist mit entsprechenden Risiken behaftet. Eine Haftung für Vermögensschaden wird nicht übernommen. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko.
 
3.) Sentimenttechnische Analyse
Die Sentimentanalyse heute einzig auf Basis der Sharewise Datenbank vorzunehmen, ist etwas schwierig. Denn zwar haben wir dort genügend Daten von den Sharewise Mitgliedern, jedoch keine einzige Analystenempfehlung. Daher habe ich mal ein wenig im Internet gestöbert und musste dabei erstaunt feststellen, dass es in den letzten Monaten in der Tat nur wenige Analysteneinschätzungen zu der Aktie gab.
 
So habe ich in den letzten 6 Monaten gerade mal 8 Analysteneinschätzungen gefunden, davon 5 Kaufempfehlungen und 3 Hold Empfehlungen. Dabei wurden teilweise Kursziele bis zu fast 30 US$ genannt, was bei einem derzeitigen Kurs von unter 10 US$ unrealistisch erscheint, sich aber dadurch erklären lässt, dass insbesondere Bankaktien zuletzt rasend schnell an Wert verloren haben. Insofern blieb mir nichts anderes übrig, als das Sentiment anhand der Einschätzungen der privaten Sharewise Mitglieder zu bestimmen und da ist das Ergebnis sehr eindeutig, nämlich positiv.
 
So gibt es aktuell 9 Empfehlungen von Sharewise Mitgliedern zur Bank of America Aktie, davon 8 Kaufempfehlungen bei nur einer einzigen Verkaufsempfehlung. Das durchschnittliche Kursziel von 13,86 Euro liegt zudem fast 100% über dem aktuellen Aktienkurs und unterstreicht die sehr bullishe Einschätzung der Sharewise Mitglieder.
Doch schaut man sich den Kursverlauf der letzten Tage, Wochen und Monate an, so passt dieser eigentlich in keinster Weise zu dieser bullishen Einschätzung. Denn die Aktie hat sich binnen etwas mehr als eines Jahres im Wert mal soeben fast gezehntelt. Insbesondere nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers beschleunigte sich, wie bei nahezu allen Finanzwerten, der Abwärtstrend noch einmal erheblich.
 
Allerdings darf man auch nicht vergessen, auf welchem Niveau die Aktie dadurch mittlerweile angekommen ist. Zwar ist ein solch positives Sentiment in Verbindung mit einem stark fallenden Aktienkurs zwar eigentlich kontraindikativ negativ zu werten, aber die Aktie hat sich ja bereits fast gezehntelt und auf 0 wird sie wohl nicht fallen, da der Staat diese Bank nicht pleite gehen lassen wird. Insofern möchte ich Ihnen an dieser Stelle das negative Ergebnis der Sentimentanalyse keineswegs vorenthalten, es jedoch aufgrund des recht dünnen zur Verfügung stehenden Datenmaterials auch nicht zu hoch hängen.

4.) Zusammenfassung
Zusammenfassend erhalten wir also heute folgendes Ergebnis. Fundamental betrachtet ist zwar noch längst nicht alles eitel Sonnenschein und kurzfristig wird die Volatilität auch hoch bleiben. Langfristig hingegen bietet die Aktie möglichen Investoren jedoch eine exorbitant hohe Kurschance bei natürlich ebenso hohem Risiko.
Charttechnisch sieht die Lage schon, wie Christian Kämmerer festgestellt hat, ebenfalls kritisch aus. Kurzfristig sind seiner Meinung nach noch tiefere Kurse möglich, auf jeden Fall aber wird die Aktie auch weiterhin hochvolatil bleiben, ähnlich wie ich es ja auch in der fundamentalen Analyse schon herausgearbeitet habe. Derzeit sieht Herr Kämmerer die Aktie daher noch pessimistisch, was ich nachvollziehen kann, da die Aktie ja noch in einem klaren Abwärtstrend steckt. Jedoch berücksichtigt die Chartanalyse, die ich selbst ja eigentlich nur zu Timingzwecken einsetze, niemals das Potential einer Aktie bei einer längerfristigen Trendwende. Von daher kann ich die charttechnisch derzeit noch pessimistische Einschätzung von Herrn Kämmerer nachvollziehen, ja aus charttechnischer Sicht hat er 100%ig Recht. Aber langfristig kann dies natürlich ganz anders aussehen...
Nicht verhehlen möchte ich auch, dass das Ergebnis der Sentimentanalyse natürlich alles andere als positiv ausgefallen ist. Denn eine derart positive Einschätzung der Aktie bei einem solch negativen Kursverlauf ist alles andere als positiv zu sehen. Jedoch war das Datenmaterial, auf dessen Basis ich die Sentimentanalyse vornehmen musste, heute auch etwas dünn, so dass ich das Ergebnis der Sentimentanalyse auch nicht zu hoch hängen möchte.
 
Eine, zumindest langfristig, positive fundamentale Bewertung, eine charttechnisch natürlich pessimistische Einschätzung sowie eine aus sentimenttechnischer Sicht eher negative Einschätzung der Aktie ergibt kein klares Bild. Die Empfehlung kann daher nur lauten, die Aktie der Bank of America kurzfristig erst einmal nur zu beobachten, sich dann aber an sehr schwachen Tagen durchaus auf lange Sicht hier einzukaufen. Wobei langfristig hier wirklich langfristig meint, sprich die Aktie der Bank of America ist keine Aktie für 1 Jahr oder gar für 3 Jahre, sondern eher für 10 Jahre, besser noch 15 Jahre.
 
Weitere Wunschanalysen finden Sie auf Sharewise.de!
 
Über den Autor
Sascha Huber, Jahrgang 1978 und wohnhaft in Trier, ist schon seit Zeiten des damaligen Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightechbranche bekannt. Er betrieb in den Jahren 1998 bis 2001 zusammen mit einem Partner eine der damals führenden Börsenhotlines sowie eines der damals führenden Börsenportale und gehörte damit zu den Ersten, die das Potential von Aktien wie Amazon.com, eBay oder Intershop Communications erkannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Experten riet er allerdings rechtzeitig im März 2000 zum Ausstieg aus dem Neuen Markt und warnte sehr frühzeitig vor Luftnummern wie ComROAD, Gigabell oder Infomatec. Mittlerweile gehört er zu den aktivsten Sharewise Mitgliedern und zeichnet sich dabei durch exzellentes Börsen Know How aus. Dabei liegt seine Spezialität unverändert im Hightechsektor, den er aufgrund eines Informatikstudiums auch bestens einschätzen kann. 
 

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