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Nicht Fleisch, nicht Fisch
von Jochen Steffens
 
Nicht Fleisch, nicht Fisch, anders kann man die aktuellen Kursbewegungen kaum benennen. Dabei rückt durch die zwar höchst volatile aber doch irgendwie einschläfernde Seitwärtsbewegung nach und nach das Gefahrenpotential aus dem Bewusstsein der Anleger.
 
Das führt dazu, dass meines Erachtens zurzeit zu viele Spekulanten zu optimistisch sind. Und dieser Optimismus stört mich. Mir wäre lieber, sie wären alle sehr bearish. In diesem Fall könnte ich hoffen, dass wir nicht noch einen finalen Sell-Off, einen dramatischen Kursschocker mit einigen 5-10 % Minustagen erleben. Dazu der DAX-Chart:
 
 
Immer deutlicher bildet sich hier die kleine Seitwärtsbewegung aus, die Zeichen der aktuellen Orientierungslosigkeit der Anleger ist. Gefährlich ist, dass das letzte Hoch nicht mehr die obere Begrenzung erreicht hat (siehe Pfeil). Das muss als Zeichen der Schwäche gewertet werden. Die untere Begrenzung hat vor fünf Handelstagen gehalten. Es ist der dritte Test dieser Linie. Man muss kein Hellseher sein, um sich vorstellen zu können, wie viele Anleger nun ihre Stopps unterhalb dieser 4000er Marke platziert haben. Auch werden sicherlich viele beim Bruch dieser Marke Short gehen wollen.
 
Der bittere Weg der Miss Dax
 
Wir kennen doch unsere Miss DAX. Sie neigt dazu, immer den Weg des größten Schmerzes zu gehen. Es würde mich demnach tatsächlich etwas wundern, wenn jetzt ein großer Aufwärtstrend entstehen würde, ohne dass zuvor diese wichtige 4.000er Marke nach unten verletzt würde, ohne dass all die Stopps, die sich dort befinden, abgefischt werden.
 
Die Seitwärtsbewegung geht weiter
 
Es gibt aber noch ein weiteres Szenario. Wenn die 4.000er Marke jetzt noch nicht kurz nach unten gebrochen wird, muss man das als Hinweis werten, dass die Seitwärtsbewegung fortgeführt wird. Sprich, dass die nächste Aufwärtsbewegung wiederum nur bis in die Nähe der 5.300-Punkte-Marke reichen wird und es anschließend zu einem erneuten Abverkauf an die untere Linie kommt.
 
Egal was in den nächsten Tagen auch passiert, so lange diese 4.000er-Marke nicht zumindest kurz nach unten verletzt wurde, wird jeder halbwegs erfahrene Trader ein mulmiges Gefühl haben, wenn die Kurse nun weiter steigen.
 
Die Kapitulationsphase
 
Zudem fehlt mir, wie Sie wissen, bis jetzt auch immer noch die Kapitulationsphase. Diese würde folgen, wenn die 4000er Marke nachhaltig nach unten gebrochen wird. Schließlich wäre es für viele Anleger das bearishe Zeichen schlechthin. Besonders wenn gleichzeitig auch in den USA neue Tiefs ausgebildet würden.
 
Ein Hinweis auf eine mögliche Kapitulationsphase ist, dass die Märkte zurzeit etwas eingelullt sind. Diese Phase der Ruhe hat man häufiger, bevor dramatische Ereignisse den Markt erreichen.
 
Ein neues dynamisches Tief im DAX würde die „Massen“ wieder aufschrecken lassen. Die zurzeit noch zu optimistische Stimmung würde sich schnell in Panik wandeln. Die letzten Bullen würden innerlich kapitulieren und ihre Hoffnung aufgeben. Und das ist die eigentliche Stimmung aus der sich Aufwärtstrends entwickeln. Wie weit der DAX bei einem solchen Szenario tatsächlich fallen würde, ist dabei kaum auszumachen. Der Markt ist einerseits sehr überverkauft, zudem  sind viele Aktien doch schon vergleichsweise unterbewertet. Doch die Psychologie der Panik gehorcht eigenen Gesetzen.
 
Eine andere Krise
 
Immer wieder, wenn ich all diese Szenarien durchspiele, komme ich schlussendlich zu der Erkenntnis, dass diese Krise anders ist, als die Krisen, die wir in den letzten 20 Jahren durchgemacht haben. Sie ist existenzieller. Spielen die großen Jungs überhaupt noch wie sonst mit? Schließlich hat sich die Szene durch den Zusammenbruch der Investmentbanken in den USA, aber auch aufgrund der allgemeinen Schwierigkeiten der Banken maßgeblich verändert. Auch die erheblichen Mittelabflüsse bei den Fonds werden einen gewichtigen Einfluss haben.

Gibt es also noch große Jungs, die einen Markt noch mal unter eine markante Unterstützung treiben, um dort die Stopps abzufischen? Haben diese dann noch die Kraft gegen den einsetzenden Verkaufsdruck neue Aufwärtstrends einzuleiten? Was ist, wenn sich zudem Institutionellen verschoben haben und sie risikoaverser handeln, als in den letzten Jahren?
 
Es besteht demnach die Gefahr, dass wir, zumidnest für eine gewisse Zeit, in eine vollkommen neue Börsenphase übergehen. Und die ersten Hinweise, die eine solche Vermutung unterstützen, sind zu erkennen. Es fällt eben auf, dass viele Indikatoren, viele Prognosemittel und Erfahrungswerte, die bisher immer gut funktioniert haben, aktuell versagen. Ich sehe diese Tendenz auch bei vielen Kollegen, die immer noch auf bisher altbewährte Strategien zurückgreifen und zurzeit damit keine sinnvollen Ergebnisse erzielen. Wir können nur hoffen, dass es eine vorübergehende Entwicklung ist. Auf der anderen Seite muss man gerade als Trader die Fähigkeit haben, sich immer wieder schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen. Trotzdem sinkt durch diese Faktoren die Prognosesicherheit.
  
Vorsicht ist nach wie vor oberstes Gebot

Es ist also nach wie vor erhöhte Vorsicht angesagt. Prognosen sind schwierig, man muss konsequent und sehr genau die jeweiligen Kursbewegungen beobachten. Es ist auch nicht die Zeit für starre Überzeugungen, bullish wie bearish. In solchen Phasen gewinnt der, der sich am besten und schnellsten dem Markt anpasst.
 
Lassen Sie sich also nicht durch die scheinbare Stabilität der Seitwärtsbewegung einlullen. Rechnen Sie in Ihren Entscheidungen immer damit, dass es durchaus noch einmal deutlich tiefer gehen kann. Sollte sich jedoch weiter Stärke zeigen, verfallen Sie nicht dem Fehler, aus Angst nicht zu handeln. So paradox es ist, je weniger der Markt eine Richtung anzeigt, desto nervöser und vorsichtiger muss ein Trader werden.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S. Ein Kompliment an den Spieler mit dem Nick „Stromberg“, der die 30.000 Euro Marke bei dem Spiel „Intuitives Trading“ auf www.trading-spiele.de geknackt hat!

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich im vierten Quartal um annualisiert 3,8% verringert. Das ist der stärkste Rückgang seit 1982. Der von der US-Notenbank als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) fiel im vierten Quartal um 5,5%, nach einem Anstieg um 5,0% zuvor. Die Deflation enttarnt ihr Gesicht.
 
 
Das ist nun der zweite Rückgang des BIP in Folge und damit befindet sich die US-Wirtschaft auch nach offizieller Leseart in einer Rezession. Das ist wiederum, man mag es nach der Börsenkrise 2000-2003 kaum glauben, die erste Rezession dieser Art seit 1990/1991.
Die Ausgaben für den privaten Konsum sind im vierten Quartal um annualisiert 3,5% gesunken, nachdem sie bereits im dritten Quartal um 3,8% gesunken waren. Die Unternehmensinvestitionen brachen um unglaubliche 19,1% ein, nachdem sie im dritten Quartal nur um 1,7% zurückgegangen waren. Dies kostete weitere 2,3 Prozentpunkte Wachstum. Und das waren die Zahlen, die den Markt eigentlich belastet haben. Es sind schlechte Vorgaben auch für das erste Halbjahr 2009.

 
Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex ist im Januar auf saisonbereinigt 33,3 Punkte zurückgegangen. Das ist der tiefste Stand seit 27 Jahren. Analysten hatten mit einem Wert von 34,5 gerechnet. Nach 35,1 Punkten zuvor.
 
 
 
Der kleine Ansatz eines Bodens, der vermeintlich in den letzten Veröffentlichungen zu erkennen war, ist damit vorerst wieder aus dem Markt genommen. Wenn sich die anderen Konjunkturdaten ähnlich schlecht entwickeln sind die hier benannten ersten zarten Ansätze einer Erholung hinfällig. Interessant ist, dass sich aber der Wert für die bezahlten Preise wieder leicht erholte, allerdings auf niedrigem Niveau.
 
Alles in Allem keine guten Nachrichten. Die US-Indizes reagierten entsprechend.

 

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