In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: ...
Börse - Intern ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Sven Weisenhaus. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.


Der Verschwörungsmail-Indikator
von Jochen Steffens
 
Zunächst noch ein Nachtrag zu gestern: US-Präsident Barak Obama hat sich nach der internationalen Kritik an den protektionistischen Maßnahmen des US-Konjunkturprogramms für offene Märkte ausgesprochen. Im US-Fernsehsender ABC sagte er, dass Protektionismus ein Fehler wär und eine potenzielle Quelle von Handelskriegen, die man sich zurzeit nicht leisten könne. Das Thema ist damit hoffentlich vom Tisch.
 
Ich weiß, ich bin in den letzten Tagen nicht mehr auf die Charts eingegangen. Das hat einen triftigen Grund: Es lohnte sich nicht. Wir sahen in den letzten acht Handelstagen nur ein unmotiviertes Hin und Her.
 
 
 
Heute konnte sich der DAX stabilisieren und das letzte Hoch bei 4.533 Punkten überwinden. Ein kleines Zeichen der Stärke, es sieht ein wenig danach aus, als ob wir nun wieder in Richtung der oberen Begrenzung der Seitwärtsbewegung laufen. Schauen wir mal, ob der Ausbruch nachhaltig wird.
  
Kommen wir damit zu einem anderen Thema, das vielleicht ganz passend ist:
 
Der Verschwörungsmail-Indikator
 
Eigentlich müssten wir nun eine Rally erleben. Einer meiner persönlichen Indikatoren schlägt nämlich gerade aus. Leser, die mich länger lesen, kennen sicherlich noch den Hass-Mail-Indikator. In den Jahren 2003-2007, als ich auch in den damaligen Konsolidierungen immer sehr bullish geblieben bin, erhielt ich meistens ziemlich genau am Tag des Tiefs einer Konsolidierung viele Mails, die mich aufs Übelste wegen meiner bullishen Einstellung und der damit verbundenen offensichtlichen Dummheit beschimpften. Für mich war das immer ein klares Signal: Jetzt kaufen! Wenn die Anleger „durchdrehen“, ist das Tief erreicht. Da ich das auch öfters im meinen Kolumnen geschrieben habe, können Sie bestätigten, dass dieser Indikator ein außerordentliches Timing zugelassen hat.
 
Nun bin ich aktuell nicht mehr vehement bullish, also sind auch keine solchen Hass-Mails zu erwarten. Aber es gibt noch einen anderen Indikator: Dem Verschwörungsmail-Indikator.
 
Die Krise hat Auswirkungen auf die Interessengebiete der Menschen
 
Interessanterweise führen größere Krisen (also nicht kleine Konsolidierungen) dazu, dass sich immer mehr Menschen mit Themen wie Geld, Zinsen, Marktwirtschaft, FED etc. auseinandersetzen. Je schärfer die Krise wird, desto mehr erlangen somit die Kritiker und die Verschwörungstheoretiker Aufmerksamkeit.
 
Wenn die Krise dann vorbei ist, lässt dass genauso schnell wieder nach. Die Menschen finden alles wieder prima, sind froh einen neuen Job gefunden zu haben, die Aktionäre zählen mit Dollarzeichen in den Augen ihre Gewinne – nur die Verschwörungstheoretiker, die Kritiker, auf die will keiner mehr hören – sie stören beim Geldzählen und warum sollte man auch etwas ändern, wenn alles doch gerade so perfekt funktioniert?   
 
Häufung von Mails
 
Mir ist also aufgefallen, dass die Mails, die mich auf die neuesten (meistens aber schon sehr, sehr alten) Verschwörungstheorien, auf die Absurdität unseres Geldsystems, auf die Hintergründe der FED, auf die 97 prozentige Abwertung des Dollar seit Anfang des 20 Jahrhunderts, auf die Theorie, dass die Zinsen doch Grundlage allen Übels seien, dass das System auf Schulden gebaut sei, dass alles was geschieht generalstabsmäßig geplant sei, nur um einmal die populärsten Themen zu nennen..., dass diese Mails dann anfangen Überhand zu nehmen, wenn wir einen Boden erreicht haben. Sie erreichen ihren Hochpunkt allerdings meistens erst dann, wenn die Märkte sich schon wieder deutlich erholt haben.
 
Das war 2003 so. Das war 1998/99 so und, wie ich aus Büchern erfahren habe, 1987 so, und auch jetzt wieder finden diese Theorien großen Anklang. Vieles, was man darin liest ist sicherlich nicht falsch, manche Schlussfolgerungen vielleicht etwas einseitig betrachtet, andere durch geschicktes Weglassen ein wenig manipulativ, einiges geht natürlich auch komplett an der Wirklichkeit vorbei, aber das ist gar nicht mein Thema. Diesen Theorien haben oft eines gemeinsam: eine verdeckte Suche nach dem Schuldigen.
 
Die Suche nach einem Schuldigen
 
Wenn es der Gesellschaft schlecht geht, muss halt einfach ein Schuldiger her: Der Kapitalismus, die Marktwirtschaft, die Banken, die Politiker, die Trader, die Spekulanten, die Hedgefonds, die EU, die USA, der Dollar, der Euro, egal – alles ist perfekt geeignet, um es bei Bier und Schnaps unter wortreichen Reden zunächst an den Pranger zu stellen und anschließend dem Henker zu übergeben. So kann der Mensch bierselig ruhig schlafen, er hat schließlich scheinbare Struktur in das beängstigende Chaos gebracht.
 
Selten, nur ganz selten kommt jemand auf die Idee, die Ursachen allen Übels auf dieser Welt dem Menschen selbst zuzuschreiben. Es sind nie die Systeme gewesen, niemals die Strukturen, es war immer der Mensch, der in allen Staatsformen der Geschichte, in allen großen Kulturen, der eigentliche Übeltäter war. Aber es ist so einfach mit dem Finger auf andere zu zeigen. Dabei gibt unzählige Beweise dafür, dass 90 % der Menschen, wenn man ihnen nur genügend Macht gibt, sich über kurz oder lang zu wahren Monstern entwickeln.
 
Was kann man tun?
 
Die eigentliche Frage ist also: Wie kann man den Menschen dazu bringen, mit Gier und Macht verantwortungsvoll umzugehen? Die Antwort ist so einfach wie ernüchternd: Gar nicht. Und so müssen wir wohl oder übel mit all diesen Schwierigkeiten weiterkämpfen – vielleicht werden wir die Entscheidungen irgendwann den Computern übergeben, aber ob man sich dann wohler fühlt?
 
Das ist bullish
 
Der Verschwörungsmail-Indikator kommt mittlerweile in Bereiche, die auf eine Trendwende hinweisen. So viele Mails, wie ich in dieser Woche dazu erhalten habe, habe ich seit 2003 nicht mehr bekommen. Leider ist er vom Timing nicht so genau, wie der Hassmailindikator. Während der Hass-Mail-Indikator das Tief auf ein-drei Tage trifft, ist der Verschwörungsmails-Indikator etwas schwammiger. Hier geht es eher um Monate. Aber gut, lange kann es nicht mehr dauern, bis wir eine stärkere Gegenbewegung erleben - zumindest wenn man diesem Indikator vertraut. Ich dachte, das sollten Sie wissen...
 
Viele schmunzelnde Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Die Beschäftigung im privaten Wirtschaftssektor der USA ist nach einem Bericht des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing Inc (ADP) im Januar um 522.000 Stellen zurückgegagen. Analysten hatten mit einem Rückgang um 508.000 gerechnet, nach einem Minus von 659.000 zuvor. Das lässt hoffen, dass am Freitag die Zahlen des US-Arbeitsmartbericht auch besser ausfallen werden.

Der neue ISM-Index des nicht-verarbeitenden Gewerbes in den USA im Januar auf 42,9 Punkte gestiegen. Analysten hatten hier mit einem Rückgang auf 39,0 Puntken gerechnet, nachdem sich schon der Vormonatswert auf 40,1 verbessert hatte.

  

Hier zeigt sich nun ebenfalls eine Stabilisierung. Wie gesagt, bis auf den Chicagoer-Einkaufsmanagerindex verbessern sich die anderen Indikatoren weiter. Das muss als günstiges Zeichen gewertet werden und führte heute auch zu weiter steigenden Kursen an den Märkten.

 


 

  Auf Fischfang mit Kapitän Javier

Die Börsen schlagen Wellen. Und auch die Fischer am spanischen Atlantik bekommen das zu spüren. Weil dort die Dieselpreise im letzten Jahr stark gestiegen waren, lohnte für manche die Fahrt kaum noch: der Fischverkauf deckte an schlechten Tagen gerade mal die Tankfüllung. Doch Not macht erfinderisch. Nun dürfen zahlungswillige Neugierige aufs Boot.

 
Mein alter Freund, der Journalist und Buchautor Tobias Büscher, hat das harte Leben der pescadores in Nordwestspanien beobachtet und berichtet für Sie. Wenn Sie selbst einmal ein solches Abenteuer auf einem Fischerboot erleben oder mehr über Spanien erfahren möchten: mit einem Klick zu seiner Homepage
 
 
Auf Fischfang mit Kapitän Javier
 
Von Tobias Büscher
 
Die Sehnsucht, einmal mit Fischern aufs Meer zu fahren, lässt sich im nordwestspanischen Galicien verwirklichen. Über die Organisation Pescanatur dürfen Besucher für 45 Euro mit aufs Boot. Kleidung und Versicherung inklusive.
 
 
Es ist noch stockdunkel. 6 Uhr morgens auf der „Vendaval“. Gefühlte 32 Möwen schreien gegen den Schiffsmotor an. Das Meer ist ruhig. Und Anke bleich. Die Wiesbadenerin hat in O Grove eine Bootsfahrt gemietet, raus aufs Meer, davon hat sie schon immer geträumt. Vom Fischerdorf O Grove bis vor die galicischen Ons-Inseln werden wir fahren und so einmal acht Stunden lang eine ganz typische Arbeitsschicht der Marineros miterleben. Und danach eine Seezunge essen, wie sie gerade noch im Netz hing. Zwei Magentabletten hat die junge Journalistin geschluckt, allerdings ist die Sonne noch nicht aufgegangen, sodass sie das Ufer kaum sieht. Ihr wird unwohl, der Blick starr, der Magen dreht sich. Nach 45 Minuten übergibt sie sich. Und sofort geht es ihr besser.
 
Ein Fischer verdient zwischen 800 und 1200 Euro im Monat
 
Wir sitzen im hinteren Teil des Boots, dort, wo später die Netze aufgerollt werden. Wir, das sind zwei galicische und zwei deutsche Besucher, sowie die Schiffsmannschaft. Kapitän Javier Iglesias hat neben einem Galicier zwei Peruaner in seiner Mannschaft, wie so viele seiner Kollegen auch. Jetzt rauchen sie an Deck und erzählen, das Fischerleben in Peru sei ganz ähnlich, nur die Kälte im Winter auf dem Atlantik finden Victor und Hamilton gewöhnungsbedürftig. In ihrer Heimat fallen die Temperaturen auf See kaum unter 14 Grad. Dafür aber die Löhne, und so lassen sie sich gerne von den Galiciern abwerben. Je nach Fang verdienen sie hier im Monat bis zu 1200 Euro netto.
Noch haben wir Zeit, uns zu unterhalten, während es langsam heller wird und die Schiffslampen ausgeschaltet werden. Sobald die erste Boje der Vendaval erreicht ist, an der die Netze hängen, ist Schluss mit reden. Am Vortag haben die Männer das Netz ausgeworfen und hoffen, dass sich über Nacht möglichst viele Tiere darin verfangen haben. Dann beginnt die Knochenarbeit: Fisch und Schalentiere aus den Maschen holen und vor allem das Netz aufrollen, das hoffentlich nicht viel Schaden genommen hat.
 
Hilfe für den Kapitän
 
„Pescanatur“ heißt die Organisation lokaler Fischerverbände, die hinter dem Projekt steht, Touristen mit auf die Boote zu lassen. Den Kapitän stört das nicht, im Gegenteil. Er bekommt 75 Prozent von jeder „Eintrittskarte“, und weil die Besucher bei Beginn der eigentlichen Arbeit im vorderen Bootsbereich sind, stehen sie auch nicht im Weg. Im Vorfeld haben wir unsere Schuhgröße angegeben und eine Kopie des Ausweises gefaxt, wegen der Versicherung. Nun tragen wir Gummistiefel, gelbe Gummianzüge und Sicherheitswesten. Doch Sorgen machen wir uns nicht, denn hier in den südlichen Rías (Fjörden) von Galicien ist der Wind viel harmloser als oben an der „Todesküste“, wo die Fischer weit härtere Bedingungen haben.
Die Sonne brennt inzwischen, und das in einer Gegend, wo die Menschen einem spanischen Scherz zufolge schon mit dem Regenschirm zur Welt kommen.
 
Juwelen für den Umsatz: Steinbutt und Seezunge
 
Das Netz einzurollen dauert gut 45 Minuten, danach hat der Kapitän wieder Zeit für ein Gespräch. Er zeigt uns die vorgelagerte Ons-Insel, die unter Naturschutz steht und erzählt, wie wichtig eine gute Ausbeute für ihn ist. Wenn er in acht Stunden Fisch für mindestens 600 Euro zurück zum Hafen bringt, hat sich die Fahrt gelohnt. Denn er muss nicht nur die Mitarbeiter bezahlen, sondern auch die Verkäufer in der Fischhalle und die Bootswartung. Heute sieht es gut aus. Ihm ist ein 5 Kilo schwerer Steinbutt ins Netz gegangen. Wunderbar, denn der fast kreisrunde Speisefisch ist sehr wertvoll. Javier bekommt für ihn pro Kilo 30 Euro, 10 Euro mehr als für eine ebenso begehrte Seezunge, er weiß also jetzt schon, die Fahrt rentiert sich. Manchmal reißen die Netze und alles ist umsonst. Doch als wir nach acht Stunden wieder an Land gehen, sind drei Netze eingeholt und die weißen Plastikschachteln randvoll mit wertvoller Ware aus dem Atlantik.
Auch Anke freut sich, sie hat inzwischen längst wieder Hunger, auch wenn die Erde erst einmal schwankt an Land. Den bärtigen Kapitän und seine Crew fand sie richtig nett und ein paar spanische Vokabeln hat sie auch dazugelernt. „Seezunge“ heißt lenguado, „Steinbutt“ rodaballo und „hervorragend“ estupendo. Genau das rief Javier gegen das Schreien der Möwen an, als ihm sein erster Steinbutt vor die Nase kam.
 

 

 


Anmeldung zum kostenlosen Newsletter "Börse - Intern"

  • Kostenloser Tagesbericht vom Börsenprofi Sven Weisenhaus.
  • Börsentäglich nach Börsenschluss direkt zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Newsletter "Börse - Intern" ab der nächsten Ausgabe.

Anmeldung zum kostenlosen Rohstoffdienst

  • Die ganze Welt der Rohstoffe in einem Newsletter.
  • Mehrmals pro Woche direkt per E-Mail kostenlosen zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Rohstoffdienst ab der nächsten Ausgabe.

Alle Angebote von Stockstreet.de

  • Logo Steffes Daily
  • Logo Der Rohstoffdienst
  • Logo Premium-Trader
  • Logo Hebel-XXL
  • Logo Investment-Strategie
  • Logo Aktien-Perlen
  • Logo Allstar-Trader
  • Logo Target-Trend-Spezial

Allstar-Trader

Das erwartet Sie

Allstar-Trader Cover

Vom Traden leben!

Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Investment-Strategie

Das erwartet Sie

Investment-Strategie Cover

Ihr langfristig orientierter Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Premium-Trader

Das erwartet Sie

Premium-Trader Cover

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Target-Trend-Spezial

Das erwartet Sie

Target-Trend-Spezial Cover

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und Beispiele lesen!

Aktien-Perlen

Das erwartet Sie

Aktien-Perlen Cover

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Hebel-XXL

Das erwartet Sie

Hebel-XXL Cover

Zocken aus Leidenschaft!

Begleiten Sie uns in
das Casino der Hebelprodukte!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!