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Seltsame Zufälle
von Jochen Steffens
 
Gestern hat Torsten Ewert schon den groben Rahmen der weiteren Kursverläufe und die möglichen charttechnischen Potenziale abgesteckt. In weiten Teilen stimme ich Torsten zu, nur eins stimmte nicht ganz: Ich lief natürlich nicht mit einem Bärenkostüm und Narrenkappe durch die Kölner Innenstadt, auch wenn das sicherlich sehr lustig gewesen wäre. Ich habe mich, wie Dienstag letzter Woche angekündigt, aufgrund des grippalen Infekts über Karneval eher als „Couch Potato“ getarnt und so diesen Virus nun hoffentlich vollständig auskuriert.
 
Steigen wir also wieder vorsichtig ins Börsengeschehen ein, nicht ohne den Humor aus den Augen zu verlieren: Ich zitiere eine Leser-Mail von  letzter Woche:
 
"Hallo Herr Steffens,
 
während Ihrer Auszeit wird etwas Entscheidendes passieren, denn Sie sind der beste Indikator für solche Ereignisse.
 
„Steffens weg“ ist gleichbedeutend mit Börse fällt. Zu oft erlebt.
 
Sie ruhen sich aus, damit Sie uns nach dem Fassenachtscrash in erholtem Zustand weiter toll beraten.
 
Ihnen für die nächsten Tage gute Erholung von der Grippe.
 
MfG
W. L."
 
Erstaunliche Trefferquoten
 
Sie wissen ja, dass ich diesem hartnäckigen "Aberglauben", nicht wirklich anhänge. Es besteht kein Zweifel, dass es Zufall ist, wenn die Börse immer dann, wenn ich durch Abwesenheit glänze, in sich zusammenbricht.  Das Problem ist lediglich, dass die Trefferquote erstaunlich hoch ist. Ich glaube, es kam bisher nur zu einem Fehlsignal. Offenbar scheinen sich im Chaos der Börse immer wieder Strukturen auszubilden, die vermeintliche Zusammenhänge bestätigen, die in der Realität eindeutig nicht existieren. Diese behalten oft über Jahre eine seltsame Stabilität.
 
Man denke an den Superbowl-Indikator. Je nach dem welches Team gewinnt, steigen oder fallen die Kurse. Dieser Indikator gehörte in den letzten 40 Jahren mit einer Trefferquote von 75 % zu den zuverlässigsten Indikatoren an der Wall-Street, obwohl kein logischer Zusammenhang zwischen diesen Football-Spielen und  dem Verlauf der Börse besteht. Manches ist einfach nur ein seltsam langanhaltender Zufall...
 
Und keine Frage, der Markt ist auch dieses Mal gefallen. Und damit wieder zurück zum Ernst des Börsenalltags: Der DAX hat seine wichtige Unterstützungszone zwischen 4.000 Punkten (psychologisch wichtiger Widerstand) und 4.067 Punkten (letztes Bewegungstief vom 23.01.2009) deutlich und nachhaltig nach unten gebrochen. Wir müssen nun jederzeit mit einem Retest dieser Unterstützungszone von unten rechnen. Diese Unterstützung war zu lange relevant, um ohne Retest abgearbeitet zu werden. An dieser Linie wird es sich dann entscheiden.
 
 
 
Ifo-Index enttäuscht
 
Zu diesem Bruch der charttechinschen relevanten Marke passt, dass der Ifo-Index heute nach einem Anstieg im Januar doch wieder von zuvor 83,0 Punkten auf nunmehr 82,6 Punkte zurückgegangen ist. Ein dreimaliger Anstieg hätte einen bullishen Hinweis auf eine positive Entwicklung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte gegeben. Diese Entwicklung muss nun mit einem Fragezeichen versehen werden – so die Theorie.
 
 
Grundsätzlich muss man hier bei der Interpretation aber vorsichtig sein. Ein Blick auf die Charts klärt die Lage deutlich. Wir befinden uns nach diesem massiven Einbruch im letzten Jahr auf niedrigstem Niveau (sogar unter dem Niveau vom Jahreswechsel 2002 / 2003). Hier ist eine Stabilisierung zunächst erst einmal dem zuvor starken Einbruch geschuldet und hat somit keine wirklich zuverlässige Aussagequalität. Das sollten Sie bei der folgenden Analyse im Hinterkopf behalten.
 
Es fällt auf, dass sich die Erwartungskomponente (grüne Linie) von den Tiefs deutlich erholt hat und auch in der heutigen Veröffentlichung weiter angestiegen ist ( von 76,0 Punkten im Dezember auf 79,5 Punkte im Januar und auf 80,9 Punkte im Februar.) Die Einschätzung der aktuellen Lage (rote Linie), die immer noch wie ein Stein fällt, hat demnach diesen kleinen Rückgang des Gesamtindex bewirkt.
 
Und das beschreibt sehr schön die aktuelle Situation. Während sich die aktuelle Lage für die Unternehmen noch deutlich spürbar verschlechtert, steigt die Hoffnung, dass es zu einer baldigen Verbesserung (in den nächsten sechs Monaten) kommen wird. Mehr ist es jedoch noch nicht.
Denn erst, wenn sich auch eine Stabilisierung in der Einschätzung der aktuellen Lage ergibt, wäre dies ein klareres Zeichen.
 
Wir können also die Erwartungskomponente als zarten Hinweis auf eine Verbesserung sehen, dem aber angesichts der Sondersituation Crash, dem fehlenden Anstieg des Gesamtindex und einer fehlenden Stabilisierung der aktuellen Situation noch die Substanz fehlt.
 
Amis trotzen US-Konjunkturdaten
 
Dass sich die Amis trotz eines sehr schlechten US-Verbrauchervertrauens (dazu gleich mehr) stark halten, muss wiederum auch leicht positiv gewertet werden.
 
Im Nasdaq100 geht es nach dem Bruch des Trends (blaue Linie) jetzt um die Seitwärtsbewegung:
 
 
Auch diese ist gestern leicht nach unten verletzt worden. Ich hatte bereits geschrieben, dass sich gerade vor einem stärkeren Ausbruch nach oben bei Seitwärtsbewegung noch gerne ein False Break nach unten ausbildet. Aufgrund der sich mehrenden bearishen Signale sollte man sich natürlich nicht auf diesen False Break versteifen. Es ist lediglich ein mögliches Szenario.
 
Zwar könnte man auch die etwas breitere Seitwärtsbewegung (hellblau) als Maßstab nehmen, da aber der S&P500 gerade an seinem Novembertief knabbert, ist wohl tatsächlich die engere Seitwärtsbewegung die relevante.
 
Fazit
 
Noch haben wir die Möglichkeit im Nasdaq100, dass es sich bei dem gestrigen Bruch der Unterstützung um einen False Break handelt. Noch hat zudem im S&P500 das Novembertief als wichtige Unterstützung gehalten. Der DAX (und übrigens auch der Dow Jones) hingegen hat sich nun eindeutig für den Ausbruch nach unten und damit für das Bärensignal entschieden. 
 
Heute bildete sich allerdings im DAX eine Umkehrkerze (Doji mit langem Docht nach unten). Es kann sich hierbei lediglich um den Anlauf zum Retest der 4.000er Marke von unten handeln. Wenn die 4.000er Marke jedoch wieder nachhaltig zurückerobert werden sollte, wäre auch das ein klassischer False Break, der dann ziemlich bullish zu werten wäre.
 
Insgesamt jedoch mehren sich die Bärsensignale. Besonders wenn der S&P500 die Novembertiefs nachhaltig bricht und der Nasdaq100 aus der möglichen Seitwärtsbewegung nach unten ausbricht, wird es für die Märkte und dann natürlich auch für den DAX düster. Die 3.500 Punkte-Marke und auch deutlich tiefere Kurse sind in diesem Fall denkbar. 
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

 
US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Das US-Verbraucher des Conference Board sank im Februar auf einen neuen Tiefpunkt bei 25 Punkten. Das ist der tiefste Stand seit 1967!
 
Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang des Stimmungsindex auf 35,5 Punkten gerechnet, nach 37,4 Punkten zuvor. Ein sinkendes Verbrauchervertrauen weist auf eine sinkenden Konsumbereitschaft hin. Da 70 % der Wirtschaftskraft in den USA vom privaten Konsuzm abhängig sind weist diese Veröffentlichung auf eine nachhaltig schlechte wirtschaftliche Situation hin. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch eine Art Stimmungsbarometer. Das bedeutet, die Stimmung in den USA ist auf den Tiefpunkt, das kann ein Hinweis für einen Boden an den Märkten in den nächsten Wochen/Monaten sein. Analysten gehten zurzeit allerdings davon aus, dass die Werte sich noch weiter verschlechtern.

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