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Folgen einer Rezession in China
von Jochen Steffens
 
Ein Faktor, der die aktuelle wirtschaftliche Schwächephase maßgeblich verstärken könnte, ist China. Das Wirtschaftswachstum dort soll sich im Jahr 2009 halbieren und damit auf ein Wachstum von „nur“ noch 5 % fallen. China braucht jedoch ein deutlich höheres Wachstum, um genug Arbeitsplätze für die Menschen zu schaffen, die zurzeit ins arbeitsfähige Alter kommen.

Zahlen sind nur Zahlen
 
Zudem muss man berücksichtigen, dass ein „gemeldetes“ Wachstum von 5 % noch lange nicht ein reales Wachstum von 5 % bedeutet. Die zentralistische Struktur in China bewirkt, dass von den kleinsten bis zu den größten Einheiten, von den Dörfern bis zu den Provinzen die Zahlen „aufgehübscht“ werden. Leider weiß demnach niemand, wie das Wachstum nun genau aussieht.
 
Destabilisierungstendenzen und sozialer Sprengstoff
 
Sollte es jedoch so oder so nicht gelingen, das Wachstum in China vergleichsweise schnell wiederzubeleben, wird China mit einem Problem konfrontiert, vor dem ich schon 2006/07 gewarnt hatte: Eine Rezession in China wird das Land destabilisieren. Schon seit vielen Jahren kommt es überall im Land zu Aufständen und Revolten. Zahlen von 40.000-70.000 Revolten pro  Jahr geistern durch die Medien, wobei diese Zahl 2008, also im olympischen Jahr, angesichts massiver Überwachung etwas zurückgegangen sein soll. Doch ein viel größerer Unsicherheitsfaktor sind die 200-300 Millionen Wanderarbeiter, die es in China gibt. Menschen, die von Stadt zu Stadt, von Region zu Region ziehen, um Arbeit zu suchen.
 
Mittlerweile gibt es unzählige Fabriken in China, die schließen mussten oder die Zahl der Arbeitsplätze drastisch reduziert haben. Gerade diese Wanderarbeiter werden also die ersten sein, die keine Arbeit mehr finden. Sollte das Wirtschaftswachstum nicht bald zulegen, werden diese Menschen anfangen zu hungern. Die Anzahl der Revolten und Aufstände wird dramatisch zunehmen. 200-300 Millionen hungernde Menschen sind ein ungeheurer sozialer Sprengstoff für China.
 
China und die USA in Abhängigkeit
 
Wir reden bisher immer über die Probleme, die in den USA in Folge einer Rezession entstehen können. Wenn die USA der Auslöser der weltweiten Rezession ist, dann ist China der Sprengstoff der Weltwirtschaft. Kein Wunder also, dass die chinesische Regierung alles tut, um die heimische Wirtschaft mit Konjunkturprogrammen zu stützen. Sie muss es tun, um soziale Unruhen zu bekämpfen. Unruhen die schlimmstenfalls zum Ende der kommunistischen Regierungsform in China führen könnten.
 
Das aberwitzige an der Situation ist, dass China eigentlich am besten beraten wäre, wenn das Land die US-Konjunktur unterstützen würde (also das System des „politischen“ Gegners). Ein großer Teil der chinesischen Export-Produkte landet schließlich auf dem US-Markt, aber auch Europa ist ein wichtiger Abnehmer. Dazu ein kleiner Einschub:
 
Ein Leben ohne chinesische Produkte
 
Mittlerweile haben schon einige Familien das Experiment gewagt, ohne Produkte aus China auszukommen. Für die WDR-Sendung „Markt“ hat eine Familie aus Dormagen eben dies versucht. Das Ergebnis ist überraschend, denn es ist auch in Deutschland kaum noch möglich ohne Produkte aus China den Alltag zu gestalten. In den USA ist dieses Experiment noch schwieriger. Sara Bongiorni hat darüber ein Buch mit dem Titel: „ Ein Jahr ohne Made in China“ geschrieben.
 
Ohne ein Wachstum in den USA und China wird auch hier in Europa das Wachstum zurückgehen (dazu gleich noch mehr). Und ohne diese beiden gigantischen Absatzmärkte wird China nicht mehr auf die Füße kommen. So verrückt es also klingen mag, China müsste, wie gesagt,  die USA unterstützen. Das wird jedoch offiziell nicht geschehen. Wie sollte man auch der eigenen Bevölkerung verständlich machen, dass man den Erzfeind USA unterstützt, während die eigenen Landsleute hungern...
 
Es ist wie so oft: Die vernünftigsten und besten Strategien, sind eben die, die man der eigenen Bevölkerung nicht „verkaufen“ kann.
 
Keine Chance
 
Doch genauso klar wird dem geneigten Skeptiker sein, dass aufgrund dieser Zusammenhänge die chinesischen Konjunkturprogramme (übrigens ähnlich wie die europäischen) ohne ein Wirtschaftswachstum in den USA sinnlos verpuffen werden, beziehungsweise nur eine zeitlich begrenzte Auswirkung haben können. Warum sollte mehr produziert werden, wenn es weniger Abnehmer gibt – auf Halde zu produzieren kann man sich immer nur kurze Zeit erlauben. Ein Konjunkturprogramm in dieser Situation ist also, als ob man versuchen würde, mit Wasser einen Vulkan zu löschen. Es entsteht viel Qualm, und das war es.
 
Szenarien kaum zu prognostizieren
 
Was passiert, wenn China sich destabilisiert, ist kaum zu prognostizieren. Zunächst wird der Staat versuchen, den Druck auf die Bevölkerung zu erhöhen, sprich Polizei und Militär gegen die eigene Bevölkerung einsetzten. Aber man weiß aus der Geschichte, dass das in so einem großen Land nur eine gewisse Zeit funktionieren kann. In Destabilisierungsphasen wird aber gerne ein außenpolitisches Szenario entworfen, das von den innenpolitischen Problemen ablenkt.  Es wird zum Beispiel ein Feindbild entworfen (siehe Nordkorea, Iran). Solche Versuche enden auch gerne mal in einem Krieg (was wir nicht hoffen wollen).
 
Verheerende Folgen für Deutschland und die USA
 
Eine Destabilisierung in China wäre für die Exportwirtschaft in Europa verheerend. Hier würde uns ein entscheidender Absatzmarkt, der zum Wirtschaftswachstum beigetragen hat, wegfallen. Schließlich exportiert zum Beispiel Deutschland ganze Produktionsstätten nach China. Für die USA wäre es ebenfalls verheerend, wer sollte denn die gigantischen Staatsschulden finanzieren, die ja gerade angesichts der Immobilien- und Finanzmarktkrise ins Uferlose ausarten.
 
Ein kurzer Einblick in ein weites Feld
 
Auch wenn ich in diesem Text nur einen sehr oberflächlichen Blick auf die intensive Vernetzung der Weltwirtschaft geworfen habe, reicht dieser allein schon aus, um die ungeheuren Kreisläufe sich gegenseitig bedingender Abhängigkeiten zu erahnen. Die USA bleibt vielen Skeptikern zum Trotz, und das ist durch die Ereignisse in den letzten Wochen offensichtlich geworden, nach wie vor der Motor der Weltwirtschaft. Wenn dieser ins Stottern gerät, kommt alles zum erliegen. So wenig uns das vielleicht gefallen mag, so wenig kann man daran ändern.
 
Aufgeregter, aber sinnloser Aktionismus
 
Aber wenn Sie aus diesem Blickwinkel die aufgeregten Bemühungen unserer Politiker (egal von welcher Partei) betrachten, nach Maßnahmen zu suchen, welche die deutsche Wirtschaft stützen könnten, werden Sie anfangen zu schmunzeln. Ohne ein Wachstum in den USA, das zu Wachstum in China führt, wird es kein dauerhaftes Wachstum in Deutschland geben - egal was welche Regierung auch immer für Hexentänze veranstaltet - egal wie viel Geld in die Wirtschaft gepumpt wird. Einzig die USA wird es sein, die den Karren der Weltwirtschaft aus dem Dreck ziehen kann.
 
Aber all die Schulden, die jetzt gemacht werden, laden wir unseren Kindern auf. Den Kindern, die, wenn sie groß sind, schon die große Last einer überalternden Gesellschaft tragen müssen. Aus diesem Blickwinkel ist meines Erachtens weniger Aktionismus mehr. Doch ich fürchte, in einem Wahljahr 2009 wird der Aktionismus gegenüber der Vernunft siegen – leider.  Nach uns die Sinflut.
 
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist um 21.000 auf 554.000 gefallen. Analysten hatten mit einem Rückgang um 23.000 gerechnet.
 
 
Ein leichter Rückgang auf nach wie vor hohem Niveau. Der Einfluss auf die Märkte ist damit gering. Hier müsste es schon zu einem deutlicheren Rückgang kommen.

Der Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt stieg auf 543.750, nach 541.000 an. Das ist der höchste Stand seit 26 Jahren. 
 
Der Philadelphia Fed Index ist im Dezember überraschend auf minus 32,9 Punkte angestiegen. Analysten hatten mit einem Minus von 40,0 Punkten gerechnet, nach 39,3 Punkte zuvor.
 


Der Index für die bezahlten Preise sankt im Dezember auf minus 33,2 nach minus 30,7 zuvor. Der Index für erzielten Preise brach auf minus 37,8 Punkte ein, nach 15,5 Punkte zuvor. Immer deutlicher werden die deflationären Entwicklungen in den USA. Aber wie gesagt, mittlerweile dürfte kein Zweifel mehr an dieser Tendenz bestehen.
Dass der Gesamtindex doch wieder leicht angestiegen ist, ist ein weiterer kleiner bullisher Hinweis. 
 
Weniger positiv ist, dass die Frühindikatoren für die Entwicklung der US-Wirtschaft im November stärker als erwartet um 0,4% auf einen Stand von 99,0 gefallen sind. Analysten hatten im Konsens mit einem Rückgang von 0,3% gerechnet.
 
 
 
 
 
 
 

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