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Mit Schleudertrauma durch den Trend
von Jochen Steffens
 
Während heute alles auf die Zinsentscheidung der Fed wartet, möchte ich an den Text von gestern anknüpfen und Sie auf einen sehr interessanten Chart aufmerksam machen. Mein Kollege Robert Rethfeld hatte sich die Mühe gemacht und einen inflationsbereinigten Chart des Dow Jones bis in das Jahr 1800 zurückgerechnet. Mein Kollege Michael Jansen kam daraufhin auf die Idee, diesen Chart nach klassischer Chartanalyse zu analysieren.

Daraus ergab sich folgendes Bild:
 

 
 
Tatsächlich befindet sich der Dow Jones seit 1800 in einem klaren, deutlich erkennbaren Aufwärtstrendkanal. Man kann sogar eine Mittellinie einzeichnen, die ebenfalls eine erhebliche Relevanz besitzt. Das bedeutet, dass die Kurse gerne an dieser Linie zumindest kurzfristig gedreht haben.
 
Wende an der Mittellinie?

Schaut man sich nun den aktuellen Einbruch an, befinden sich die Kurse bereits wieder in der Nähe dieser Mittellinie. Hier könnte es also zu einer Trendwende kommen, zumindest kurzfristig. Das bleibt abzuwarten. Sollten die Kurse nachhaltig die Mittellinie unterschreiten, würde die Wahrscheinlichkeit ansteigen, dass diese auch noch bis zur unteren Linie des Trendkanals laufen.
 
Doch hier müssen Sie vorsichtig sein, es geht schließlich um „inflationsbereinigte“ Zahlen. Dazu gleich mehr.
 
1929 und 1960-80 von oben nach unten
 
Zunächst sollten Sie sich anschauen, wann die Kurse in der Vergangenheit die gesamte Spanne von der oberen Trendlinie zur unteren Trendlinie des Trendkanals durchschritten haben. Das war einmal 1929. Gut, nicht wenige Analysten vergleichen die aktuelle Situation mit dem Crash 1929, und dieser Vergleich ist nicht einmal abwegig. In dieser Zeit waren es jedoch mehr die Kursverluste selbst, die zu diesem massiven Einbruch führten, weniger die Inflation.
 
Das nächste Mal wurde diese Spannen in der Seitwärtsbewegung der 1960er / 70er Jahre durchschritten. Hier waren es hingegen weniger die Kursverluste, schließlich bildete sich in dieser Zeit im Dow Jones eine große Seitwärtsbewegung aus, die ich Ihnen hier bereits mehrfach vorgestellt habe. Nein, in diesen Jahren war es hauptsächlich die Inflation, die in diesem inflationsbereinigten Chart die Kurse an die untere Linie drückten. Während die Kurse vergleichsweise stabil blieben, sank der Wert des Dollars, sprich der reale Wert der Kurse. Das wird in diesem Chart deutlich.
 
Aktuell sind es beide Varianten
 
Interessant ist, dass wir es im Moment eigentlich mit beiden Variationen zu tun haben. Im Moment ist uns der Crash aus dem Jahre 1929 „näher“. Immobilienkrise, Bankenkrise, stark fallende Kurse und eine klare Tendenz in eine Deflation.
 
Denkt man jedoch weiter, könnten wir uns aus dieser aktuellen Situation in eine Inflationsproblematik hineinmanövrieren, die den 1960/70er Jahren ähnelt. Wie ich hier geschrieben hatte, besteht durch den Versuch der Fed, die Deflation durch massive Liquidität zu überkompensieren, verbunden mit ausufernden Konjunkturprogrammen, wie den US-Hilfsprogrammen für Banken und Autobauer, die hohe Gefahr, dass wir in absehbarer Zeit, vielleicht schon Ende 2009, erneut in eine Inflation übergehen.
 
Die Wirtschaft, die ins Schleudern kommt
 
Sie können sich das wie ein schleuderndes Auto vorstellen. Bis 2007 stiegen die Inflationsgefahren. Bis 2006 hatte die Fed die Zinsen erhöht, um frühzeitig der Inflation gegenzusteuern. Leider zu schnell und zu stark. Gerade der US-Immobilienmarkt konnte diese steigenden Zinsen nicht kompensieren. Das führte, wie wir alles wissen, zu der Immobilienkrise in den USA. Das Auto brach somit hinten aus.
 
Ab 2007 kam es als Folge dieser Krise zu Schwierigkeiten mit den Banken. Um das ins Schleudern geratene Auto wieder in die Spur zu kriegen, senkte die Fed die Zinsen. Leider dieses Mal nicht schnell genug, zunächst gab es noch ein paar Theoretiker-Spielchen des Professors Ben Bernanke, die alle keine Wirkung erzielten. Erst dann folgten im Januar 2008 massive Zinssenkungen.
 
Von der Inflation zur Deflation geschleudert
 
Durch die erwartet weltweite Rezession rutschte das Auto von der Inflation in die Deflation. Heute wird die Fed wahrscheinlich weitere Zinssenkungen auf ein unsinnig niedriges Niveau beschließen, einfach um über extremes Gegensteuern den Wagen weg vom „Deflationsgraben“ zu bringen.
 
Und zur Inflation zurück
 
Sollte das gelingen, wird natürlich der Schwung die Gefahr erhöhen, dass der Wagen wieder in die andere Richtung rutscht, sprich Inflation. Beim Auto ist das meist das Ende, sprich die Leitplanke.
 
Aus diesem Grund ist es denkbar, sofern wir nicht in der Deflation stecken bleiben, dass wir bereits Ende 2009 in eine Inflation übergehen, die schneller und heftiger zu Tage treten wird, als 2006-2008 und in deren Folge wir in die Inflationsleitplanke rasen.
 
Am unteren Ende des Trendkanals
 
In diesem Fall müssten nicht einmal die Aktienkurse in den USA stark einbrechen, um den inflationsbereinigten Kurs des Dow Jones auf die untere Linie zu treiben. Eine volatile Seitwärtsbewegung würde vollkommen ausreichen.

Der Mix macht‘s

Wir hätten es dann also mit einem Mix aus 1929 und den 1960er/70er Jahren zu tun. Erst der starke Einbruch, dann eine große Seitwärtsbewegung, welche die Kurse - inflationsbereinigt, auf die untere Linie des Trendkanals drückt.
 
Das ist zunächst eine Hypothese, denn erst einmal muss es der US-Regierung und der Fed gelingen, die US-Wirtschaft vom tiefen Graben der sich abzeichnenden Deflation mit Massenarbeitslosigkeit und tiefer Rezession wegzubringen.

Viele Grüße


Jochen Steffens

P.S. Mein hoch geschätzter Kollege Robert Rethfeld, der uns den inflationsbereinigten Chart zur Verfügung gestellt hat, wird im Januar in einer öffentlichen Veranstaltung in Oberursel bei Frankfurt seinen wie immer höchst interessanten Jahresausblick 2009 präsentieren. Mehr dazu im nächsten Abschnitt: 


 

Finanzmarktausblick 2009

Wie wird das kommende Börsenjahr? 

Wir vom wellenreiter-invest.de werden unseren Ausblick auf die Finanzmärkte erstmals im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Oberursel bei Frankfrut präsentieren. Wir berücksichtigen u.a. Verlaufsmuster, Saisonalitäten und politische Einflussfaktoren.

Zudem freuen wir uns darüber, dass es uns gelungen ist, Manfred Hübner als Referenten zu gewinnen. Der Gründer und Geschäftsführer der sentix GmbH gilt als einer der führenden Experten der Behavioral Finance in Deutschland.
 
Komplettiert wird die Rednerliste durch Chris Zwermann. Der Geschäftsführer von Zwermann
Financial kann - wie kaum ein anderer - die globalen wirtschaftlichen Zusammenhänge verständlich erläutern und hat sich als Währungsexperte einen Namen gemacht. Der globale Investmentstratege ist bekannt durch regelmäßige TV-Auftritte.
 
Moderiert wird die Veranstaltung durch den TV-Journalisten Roland Klaus. Der CNBC-Reporter
moderierte zuvor acht Jahre lang Börsensendungen bei n-tv.
 
Robert Rethfeld und Alexander Hirsekorn
 

 

 


 

 

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