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Abhaengig von der Weltwirtschaft
US-Konjunkturdaten

Abhaengig von der Weltwirtschaft
von Jochen Steffens

Zunächst zu zwei wichtigen Charts:



Sie sehen hier, dass der DAX punktgenau an der unteren Linie des grünen Aufwärtstrends abgeprallt ist. Das muss man zunächst als bullishes Zeichen interpretieren. Die Bullen haben hier an der richtigen Stelle das Ruder an sich gerissen. Zwar kam es auf der oberen Seite zuvor zu einem Schwächesignal (die obere Trendlinie wurde nicht erreicht), das sich immer noch auf den Gesamteindruck belastend auswirkt, doch dieses beeindruckende Reversal lässt hoffen.

Doch noch fehlt die Bestätigung in den US-Indizes:

Der S&P500 hat mit der aktuellen Kerze seine Nackenlinie (rote Linie) wieder erreicht. Doch diese muss nachhaltig überwunden werden, damit das bullishe Zeichen im DAX auch in den amerikanischen Indizes bestätigt wird. An dieser Nackenline fällt somit die Entscheidung, ob der S&P500 der oberen Prognoselinie folgt und damit das Fehlsignal generiert, oder sich doch für die untere Seite entscheidet.

Und damit zu einem anderen Thema:

Die letzten Meldungen zu den deutschen Exporten belegen, dass sich diese wieder in der Näher der Hochs befinden, die sie vor der Finanzkrise erreicht hatten. Im Folgenden sehen Sie die Entwicklung seit dem Jahr 2000:
 



Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Exporte sind in Rot dargestellt. Zunächst ist deutlich der heftige Einbruch in Folge der Finanzkrise 2008 zu erkennen. Hier zeigt sich, dass die Weltwirtschaft kurzzeitig in eine Art Schockstarre gefallen ist. Diesem Einbruch folgt eine ebenso beeindruckende Erholung. Die Frage, die sich aufdrängt ist, ob dies nur eine kurze Gegenreaktion darstellt oder ob es der Anfang eines längeren Trends wie in den Jahren 2003-2007 ist.

Aufholeffekte

Die aktuell hohen Werte können dadurch verursacht worden sein, dass Firmen anderer Länder in der Krise zunächst Importe deutscher Waren, wie auch Investitionen, die zu weiteren Importen geführt hätten, zurückgehalten haben. Als sich die Lage beruhigte, wurde ein Teil dieser Importe nachgeholt. Das würde dafür sprechen, dass wir es im Moment mit einem vorrübergehenden Effekt zu tun haben.

Niedriger Euro

Doch das dürfte nicht der einzige Grund für den Anstieg der Exporte gewesen sein. Der Euro hat seit Ende 2009 gegenüber vielen ausländischen Währungen dramatisch an Wert verloren, so dass einige Länder nun deutsche Waren bis zu 20 % billiger erwerben können. Gerade in der deutschen Automobilindustrie ist die dadurch erhöhte Nachfrage in den letzten Monaten deutlich zu erkennen. Da die Probleme in der EU und auch die aktuelle Niedrigzinspolitik eher dafür sprechen, dass der Euro auch weiterhin von der Tendenz her eher schwach bleibt, sollte auch weiter eine erhöhte Nachfrage aus dem Ausland zu erkennen sein.

Es sei denn…

Es sei denn, das Wachstum der Weltwirtschaft geht zurück. In diesem Fall wird die deutsche Wirtschaft in Bedrängnis geraten, da hier eine enge Korrelation besteht: Seit Anfang der neunziger Jahre ist der Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt bis 2008 auf knapp 50 % gestiegen:


Quelle: Statistisches Bundesamt

Wahrscheinlich werden wir im Jahr 2010 erneut Werte um 45 % erreichen. Daraus resultiert eine erhebliche Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von der weltweiten Konjunktur, und diese Abhängigkeit ist gefährlich.

Warnungen vor Crash in China

Zum einen Problem könnte die wirtschaftliche Entwicklung in China werden. Seit geraumer Zeit fürchten Analysten, dass es in China zu einer Immobilienblase gekommen ist, die früher oder später platzen wird. Unlängst hat sogar der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kenneth Rogoff, ebenfalls vor dem Platzen dieser Blase gewarnt. Er sieht diesen Kollaps bereits kommen und ist überzeugt, dass dieser auch das chinesische Bankensystem treffen wird.

Auch die chinesische Staatsführung ist sich der Gefahren ihres hohen Wirtschaftswachstums durchaus bewusst. So sind verschärfte Bemühungen zu erkennen, das hohe Wachstum zu bremsen. Die Kreditvergabe wird verschärft, die Untergrenzen für Hypothekenzinsen wurden heraufgesetzt und eine Immobiliensteuer wird in Erwägung gezogen, um nur einige Maßnahmen aufzuzählen.

Anleger ziehen sich zurück

Die Anleger reagieren auf die Bemühungen mit Besorgnis, und so haben die chinesischen Indizes seit Mitte / Ende April teilweise Kursverluste von über 30 % hinnehmen müssen. Dieser Einbruch belastet natürlich auch die europäischen Indizes, da viele Anleger davon überzeugt sind, dass das Wirtschaftswachstum in China zurzeit als Stütze der Weltkonjunktur fungiert.

Deutschland ohne China?

Was passiert also mit Deutschland, wenn China tatsächlich einen Immobiliencrash mit nachfolgenden Problemen auf dem chinesischen Finanzmarkt erlebt?
Wir müssen davon ausgehen, dass sich das erheblich auf die deutschen Exporte auswirken wird. Und es geht hierbei nicht nur um den direkten Export nach China, sondern auch um die Exporte in andere Länder, deren wirtschaftliches Wachstum ebenfalls von einem nachlassenden weltweiten Wirtschaftswachstum betroffen wäre.
Ob in diesem Fall die USA wieder als Lokomotive der Weltwirtschaft funktionieren kann, ist angesichts der konjunkturellen und strukturellen Probleme in den USA zumindest fraglich.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob der chinesischen Regierung nicht doch eine sanfte Landung gelingt. Crashs, die vorhergesehen werden, sind selten.

Eine fast unlösbare Aufgabe für die Politik?

Das entscheidende Problem für Deutschland ist, dass die hohe Abhängigkeit von der Weltkonjunktur die deutsche Politik machtlos macht. Sie hat (unabhängig davon, welche Partei an der Macht ist) keine Mittel zur Hand, regulierend oder unterstützend einzugreifen. Schließlich wären weltweite Konjunkturprogramme Unsinn, weil zu teuer. Auch Steuererleichterungen und wachstumsfördernde Investitionen werden sich nur regional auf die Binnenwirtschaft in Deutschland auswirken, nicht aber das Weltwirtschaftswachstum beeinflussen und somit keinen entscheidenden Einfluss auf das exportabhängige Wachstum in Deutschland haben.

Damit ist Deutschland auf Gedeih und Verderb den Zyklen der Weltwirtschaft unterworfen. In einem Land mit einer inversen Bevölkerungspyramide, einer überalternden Gesellschaft, das über wenig eigene Rohstoffe verfügt, wird auch eine nachhaltige Ankurbelung der Binnenkonjunktur wenig helfen, diese Abhängigkeit zu verringern. (Zur Entwicklung der Bevölkerungspyramide in Deutschland siehe: http://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/)

Fazit

Die Entscheidungen der Politik in Deutschland werden mit steigender Abhängigkeit vom Export immer weniger Einfluss auf die Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Deutschland haben. Wenn Sie als Anleger in Deutschland investieren, muss ihr Hauptaugenmerk somit zunehmend auf die geopolitischen und makroökonomischen Zusammenhänge gerichtet sein, die das Weltwirtschaftswachstum beeinflussen. Es wird in diesem Zusammenhang nicht mehr, wie in früheren Zeiten ausreichen, lediglich einen Blick auf die Märkte in den USA zu werfen. Die Geschicke des DAX werden immer mehr von den Ereignissen an den asiatischen Märkten beeinflusst werden. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dienstag dieser Woche, als die asiatischen Märkte eine deutliche Erholung vollzogen und dies den DAX und sogar etwas später die US-Märkte beflügelten.
Zwar wird die Börse durch diese Veränderungen nicht einfacher, aber es ergeben sich daraus durchaus interessante Chancen. Zumindest wenn Sie zu den ersten gehören, die auf diese Zusammenhänge achten.

Viele Grüße
 

Jochen Steffens


US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Der ISM-Dienstleistungsindex ist im Juni von zuvor 55,4 Punkten auf nunmehr 53,8 Punkte gesunken. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 55 Punkte gerechnet.

Diesen Rückgang sollte man noch nicht überbewerten. Eigentlich ist er sogar positiv zu sehen, da die Gefahr von Zinssenkungen in den USA damit weiter nach hinten rückt. Allerdings feuerte er die Sorge der Anleger vor einer Rezession an, und das führte dazu, dass die insgesamt positive Entwicklung an den amerikanischen Börsen etwas gedämpft wurde.

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