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Keine Panik vor den „Umkehrformationen“

Keine Panik vor den "Umkehrformationen"
von Jochen Steffens

Kommen wir heute zu den amerikanischen Indizes. Sollte es in den nächsten Tagen zu weiter fallenden Kursen kommen, befürchte ich, dass Sie überall von den gefährlichen Schulter-Kopf-Schulter-Formationen im Dow Jones und im S&P500 lesen werden.

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist wohl die bekannteste in der Charttechnik. Sie ist eine Umkehrformation, die einen Trend (hier Aufwärtstrend) als Topformation (nachhaltig) beendet. Sie hat eine Eintrittswahrscheinlichkeit von über 80 Prozent und gehört damit zu den zuverlässigsten Chart-Formationen. Sie ist zudem die einzige Chart-Formation deren Relevanz sogar von der FED unter Alan Greenspan anerkannt wurde.

Das Problem ist, wie ich im Steffens Daily auch schon häufiger beschrieben habe, dass neben dem Chartbild noch sehr viele weitere Voraussetzungen stimmen müssen, damit die Formation Gültigkeit hat.

Schauen wir uns dazu den S&P500 Chart an:



Deutlich erkennt man zunächst den typischen Kursverlauf: Links die erste Schulter (S), dann der etwas höhere Kopf (K) und rechts die zweite Schulter (S ?), die allerdings noch nicht fertig ausgebildet ist. Eine Nackenlinie (hier rot) lässt sich auch einzeichnen. Sollte diese gebrochen werden, wird das Geschrei groß werden, denn das würde das Ende des Aufwärtstrends seit März 2009 bedeuten – wenn es denn eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation wäre. Um es vorweg zu nehmen: Es ist keine. 

Die Hintergründe einer Chartformation

Oft wird die Charttechnik als bloße Kaffeesatzleserei diskriminiert. „Irgendwelche“ Linien hätten doch keinen Einfluss auf den Kursverlauf. An dem aktuellen Beispiel kann man nun sehr schön erklären, welche Auswirkungen das Verhalten der Anleger auf die Kurse hat, und warum man somit aus den Kursen wieder Rückschlüsse auf das Verhalten der Anleger ziehen kann.

Wir stellen uns vor, dass eine Vielzahl von Investoren und institutionellen Anlegern aufgrund ihrer intensiven Recherchen (deren Grundlagen sich oft nicht großartig unterscheiden) festgestellt hat, dass der S&P500 bei 1.100 Punkten überbewertet ist. Würde man all diese befragen, wann sie gedenken auszusteigen, dann würde also im Schnitt ein Wert von 1.100 Punkten herauskommen. Natürlich werden diese Investoren nicht sofort all die AKtien verkaufen, wenn diese 1.100er Marke erreicht wird. Große Positionen brauchen Zeit, bis sie aufgelöst sind.

Die Bullen verlieren den Schwung

Aber so ab 1.000 Punkten werden die ersten anfangen zu verkaufen. Noch werden diese Verkäufe von den Anlegern, die aufgrund der langen Rally zuvor sehr bullish sind, kompensiert. Doch im Bereich der 1.100er Marke steigen die Verkäufe stark an und führen dazu, dass bei 1.150 Punkten das Verhältnis zwischen Kaufdruck und Verkaufsdruck umkippt. Da die Stimmung aber sehr bullish ist, kann dieses Verhältnis nur dann kippen, wenn der Umsatz stark zunimmt (zumindest wenn viele Verkäufer im Markt sind).

Die Kurse fangen plötzlich an rasant zu fallen. Unterhalb der 1.100 Punkte-Marke lässt aber der Verkaufsdruck plötzlich nach, da die meisten Verkäufer schließlich zu Kursen um die 1.100 Punkte herauskommen wollen. Schon hat sich die erste, die linke Schulter gebildet. Ganz wichtig ist also, dass der Kursverlauf unter hohem Umsatz in die Abwärtsbewegung gezwungen wird. Nur dieser hohe Umsatz ist das Zeichen dafür, dass hier viele Verkäufer auf viele Käufer treffen und dieser Kampf zu sinkenden Kursen führt.

Ein Hoch mit niedrigem Umsatz ist untypisch für ein Top

Sinkt hingegen der Umsatz im Hoch ist das eher ein Zeichen dafür, dass die Bullen zwar ängstlicher werden, aber noch wenige Verkäufer im Markt sind. Dann kann es zu einer Konsolidierung kommen, bis die Bullen sich an das hohe Niveau gewöhnt haben und neue Zuversicht zu neuen Kurssteigerungen führt.Der Umsatz ist damit der Faktor, der den Unterschied zwischen Top-Formation und Konsolidierungsformation augenfällig werden lässt.

Für eine SKS untypisch

Wenn Sie sich daraufhin den S&P500 anschauen, sehen Sie, dass die Umsätze zur ersten Schulter hin eher sinken. Erst als die Kurse wieder fallen, steigen die Umsätze wieder an (linke graue Striche).

Das ist für eine SKS untypisch. Am Ende der linken Schulter müssten die Umsätze eher wieder sinken, da der Verkaufsdruck unterhalb der anvisierten 1.100er Verkaufs-Marke logischerweise nachlassen wird.

Steigen die Umsätze in den Tiefs, ist das tatsächlich eher ein Hinweis auf das genaue Gegenteil. Hier greifen offenbar Anleger so lange beherzt zu, bis die Panik und die Gewinnmitnahmen kompensiert wurden. Das ist zumeist ein Hinweis darauf, dass größere Anleger mit einer Fortführung der Rally rechnen.

Wie der Kopf entsteht

Zurück zur SKS: Die Anleger, die aussteigen wollen, werden nach dem Tief in der linken Schulter natürlich ein neues Hoch abwarten. Sie wissen, dass viele Anleger ein neues Hoch als bullishes Zeichen interpretieren werden und entsprechend ihre Positionsgröße erhöhen. Das führt dazu, dass der Umsatz zum Kopf hin ansteigt. Und dort findet wieder das gleiche Spiel statt, wie in der linken Schulter.

Im S&P500 hingegen ist auch im Kopf kein Umsatzanstieg zu erkennen. Genau das Gegenteil ist der Fall. In den Tiefs (siehe rechte graue Balken) steigen die Umsätze erkennbar an. Wieder ein Hinweis, dass hier gekauft wird. 

Keine SKS zu erkennen

Fasst man das zusammen, bedeutet das folgendes: Wir haben es unter gar keinen Umständen mit einer SKS zu tun. Es handelt sich lediglich um eine Konsolidierung. Es sind somit auch noch keine Anzeichen eines Tops zu erkennen. Ob es im Anschluss an diese Konsolidierung jedoch weiter nach oben geht, oder die Konsolidierung die Kurse noch etwas nach unten treibt, ist anhand dieser Formation nicht zu erkennen. Dazu bedarf es dann weiterer Analysen.

Fed-Sitzung kann richtungsweisend sein 

Ein wichtiger Punkt für die nächsten Tage wird die FED-Sitzung heute Abend sein. Die Kurse konsolidieren unter anderem, weil Anleger fürchten, die Fed könnte im Statement etwas verlautbaren lassen, das die Märkte belastet. Und somit wird der Markt erst nach dieser Fed-Sitzung weitere verlässlichere Signale senden.

Fazit: Falls Sie in den nächsten Tagen / Wochen von den großen SKS-Topformationen in den US-Indizes lesen, wird Sie das nicht mehr beunruhigen. Sie wissen bereits jetzt, dass diese Behauptungen sich auf unzureichende Analysen stützen. Und darum geht es an den Börsen: Immer ein wenig früher informiert zu sein. Trotzdem kann die Konsolidierung in Form einer SKS natürlich andauern und die Kurse auch noch etwas tiefer treiben. Aber noch ist keine Top-Formation zu erkennen.

Viele Grüße

Jochen Steffens

PS: Und nun drücken wir mal unserer Mannschaft feste die Daumen. Es wäre doch bei diesem Sommerwetter zu schade, nicht mehr mitfiebern zu können...

Mein Tip: 2:0

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