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Hat der JS-Urlaubsindikator seine Aussagekraft verloren?

von Torsten Ewert

 

Verehrte Leserinnen und Leser,

als regelmäßige Leser des „Steffens Daily“ wissen Sie, dass wir gerne diverse Börsenmythen hinterfragen. Ein harter Kern langjähriger Freunde, Kollegen und sonstiger Wegbegleiter von Jochen Steffens rätselte in den vergangenen Jahren zum Beispiel über die Ursachen des folgenden ungewöhnlichen Börsenphänomens:

Wenn Jochen Steffens im Urlaub ist, fallen die Kurse

In der Tat entfaltete diese Regel (gemeinhin „JS-Urlaubsindikator“ genannt) selbst in dem großen Aufschwung bis 2007 mit bemerkenswerter Präzision ihre Wirkung. Während wir im Kollegenkreis diese Auffälligkeit anfangs nur amüsiert betrachteten, waren einzelne Leser weniger nachsichtig. Es gab zeitweise sogar E-Mails, in denen Jochen Steffens beschworen wurde, auf seinen Urlaub zugunsten stabiler Aktienmärkte zu verzichten...

Doch inzwischen hat sich dieses Problem entschärft. In diesem Jahr scheint es gar so, als ob diese Gesetzmäßigkeit – wie letztlich jede Regel an den Börsen – ihre Wirksamkeit verloren hat. Dazu der folgende Chart:

 ../newsletter/steffens-daily/100621_1_SP500.gif

Der grüne Pfeil kennzeichnet den ersten Urlaubstag von Jochen Steffens (9. Juni). Hier versuchten offenbar noch einige „Regelgläubige“, die Kurse zu drücken – eine bearishe Sternschnuppen-Kerze entstand. Doch die Bullen erwiesen sich als stärker, und bereits am Folgetag, dem 10. Juni, schossen die Kurse kräftig nach oben und brachen dabei sogar den steilen Abwärtstrend. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Bodenbildung in den US-Indizes?

Seitdem steigen die Kurse stetig an. Inzwischen scheinen die zuvor etwas schwächlichen US-Indizes sogar eine Bodenbildung zu versuchen. Deutlich ist das „W“ einer Doppelbodenformation zu erkennen. Doch dieser Bodenbildungsversuch ist zumindest aus charttechnischer Sicht noch mit einigen Fragezeichen verbunden. Dazu der nächste Chart:

 ../newsletter/steffens-daily/100621_2_SP500.gif

Ein solcher Doppelboden sollte mit zurückgehendem Volumen in den Tiefs einhergehen. Das finden wir hier auch tatsächlich (blaue Bögen). Fast noch wichtiger ist jedoch der Anstieg des Volumens beim Bruch durch die Spitze des „W“ bei 1.105 Punkten.

Wir sehen hier zwar eine idealtypische lange weiße Durchbruchskerze (grüne Ellipse), doch der dazugehörige deutliche Anstieg des Volumens ist nicht wirklich zu erkennen (grüner Balken im unteren Chartteil).

Noch fehlen einige wichtige Bestätigungen

Auch der weitere Kursverlauf ist eher unbefriedigend. Denn natürlich würden wir nach einem solchen Ausbruch nach oben zunächst weiter steigende Notierungen erwarten. Doch die jüngsten drei Kerzen lassen keinerlei Dynamik erkennen. Im Gegenteil, alle drei sind fast idealtypische Dojis bzw. „Hohe Wellen“, die Unsicherheit signalisieren. Trauen also auch die anderen Marktteilnehmer diesem Ausbruch noch nicht?

Natürlich kommt es im Nachgang eines solchen Ausbruchs häufig noch einmal zu einem Test der Ausbruchslinie (hier: die 1.105-Punkte-Marke) von oben. Erst danach laufen dann die Kurse mehr oder weniger direkt bis an das theoretische Kursziel (ermittelt über die gelben Rechtecke).

Doch obwohl das Tief vom Donnerstag genau auf der 1.105er Linie lag, kann dieser Rücksetzer noch nicht als Test durchgehen. Dafür war, wie gesagt, der Durchbruch durch diese Linie noch nicht nachhaltig genug.

Weitere Szenarien

Damit stehen zwei mögliche Szenarien auf dem Plan: ERSTENS kann nun nach einiger Verzögerung (z.B. durch den großen Verfallstag am Freitag, der die Kurse möglicherweise deckelte) doch noch der erwartete weitere Anstieg erfolgen. Dann nähme die Bodenbildung tatsächlich konkrete Formen an.

Oder aber es kommt ZWEITENS zu einem Rückfall unter die Linie bei 1.105 Punkten, weil z.B. die Sondereinflüsse des Verfallstags diesen Durchbruch überhaupt erst zustande brachten. Dann hätten wir ein lupenreines Fehlsignal.

Danach hinge die weitere Entwicklung von verschiedenen Faktoren ab. Am wahrscheinlichsten ist dann eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung auf diesem niedrigen Niveau. Das würde auch zu den traditionell schwachen Sommermonaten passen.

Neue Tiefs als Kaufgelegenheiten

Nachhaltig neue Tiefs sind momentan eher unwahrscheinlich. Dazu ist die fundamentale Lage inzwischen zu robust. Zumal zuletzt auch eher negative Konjunkturdaten, wie die weiterhin miesen US-Arbeitsmarktdaten, nicht mehr verkauft wurden.

Stellen Sie sich jedoch im Falle eines nochmaligen Rückschlags auch auf einen Test oder sogar ein kurzes Unterschreiten der jüngsten Tiefs ein. Eventuell ist auch ein Kursverfall bis an die runde 1.000-Punkte-Marke im S&P 500 möglich.

Dies könnte allerdings ein typischer „Rausschüttler“ werden, ähnlich wie im März 2009. Auch damals drehten die Indizes ja unmittelbar nach Ausbildung eines neuen Tiefs nach oben. Kurse im Bereich der Mai- und Juni-Tiefs wären also exzellente Kaufgelegenheiten!

Droht gar eine Umkehrung des JS-Urlaubsindikators?

Doch gerade diese mögliche Wiederholung macht dieses Szenario doch reichlich unwahrscheinlich. Denn „eigentlich“ folgen zwei identische Phänomene nicht so kurz nacheinander. Doch was bedeutet schon „eigentlich“ an den Börsen! Auch unser JS-Urlaubsindikator signalisierte ja „eigentlich“ fallende Kurse für die vergangenen zwei Wochen.

Wenn also nun, nachdem Jochen Steffens wohlbehalten, erholt und voller Tatendrang zurück aus dem Urlaub ist, die Kurse fallen sollten, haben wir sicherlich jede Menge Stoff zum Nachdenken...


Mit besten Grüßen

Torsten Ewert
 

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