In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: ...
Börse - Intern ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Sven Weisenhaus. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.



Es fehlt der Hinweis auf eine nachhaltige Belebung der US-Wirtschaft
Nachdem die Rauchschwaden sich verzogen haben...

Es fehlt der Hinweis auf eine nachhaltige Belebung der US-Wirtschaft
von Jochen Steffens

Die US-Märkte schlossen am Freitag zum Teil über 3 % im Minus. Auslöser waren einerseits schlechte Arbeitsmarktdaten. Zwar wurden in den USA 431.000 neue Stellen geschaffen, allerdings hatten Analysten mit 535.000 Stellen gerechnet. Die hohe Zahl an sich ist zudem kein Hinweis auf eine wesentliche Verbesserung. Der Großteil dieser Stellen entstand im öffentlichen Sektor im Zusammenhang mit der Volkszählung in den USA. Im privaten Bereich wurden lediglich 41.000 Stellen geschaffen, der Markt hatte 180.000 erwartet.



Damit bleibt die Lage in den USA weiterhin fragil. Bevor das aktuelle Wirtschaftswachstum in den USA nicht einen erkennbaren und nachhaltigen Einfluss auf den US-Arbeitsmarkt nimmt, kann man diesem Aufschwung nicht trauen. Die US-Wirtschaft ist abhängig von der Binnenkonjunktur und dieser wiederum wird durch die hohe Zahl der Arbeitslosen stark belastet. Kein Wunder, dass am Wochenende von mehreren Seiten zu hören gewesen war, dass das Abschwungrisiko für die US-Wirtschaft weiterhin sehr hoch sei.

Niedrige Zinsen stützen weiterhin den Markt

Auf der anderen Seite bedeuten diese Zahlen auch, dass die Zinsen in den USA weiter niedrig bleiben werden. Die Fed wird die weiteren Zinsschritte unter anderem auch am US-Arbeitsmarkt festmachen. So gesehen sollten diese Zahlen die US-Börsen nach unten hin unterstützen.

Ungarn erklärt sich für fast pleite und dann doch nicht

So war es auch eine zweite Nachricht, die sich belastend auswirkte: Die gerade erst ein Woche im Amt befindliche Regierung in Ungarn verbreitete die Information, dass das Haushaltsloch in Ungarn deutlich größer sei, als die zuvor abgewählte Regierung angenommen hätte. Das schürte die Angst, dass nun auch die osteuropäischen Länder in den Strudel der weltweiten Finanzprobleme hineingezogen werden. Mittlerweile rudert die Regierung wieder zurück und will die Angst vor einer Staatspleite zerstreuen. Es solle das geplante Defizit in Höhe von 3,8 % des BIP eingehalten werden.

Euro bricht Unterstützung

Trotzdem erhöhen solche Nachrichten natürlich wieder die Unsicherheit der Anleger. Das war sofort am Euro zu erkennen, der daraufhin die wichtige Unterstützung bei 1,214 Dollar unterschritt (obwohl, das sei hier gesagt, Ungarn noch nicht der europäischen Währungsunion angehört).



Nun muss sich erst einmal ein neuer Boden finden, an dem das in der letzten Woche beschriebene Spiel weitergeführt wird.

Der DAX konnte sich heute zunächst von den sehr schlechten Vorgaben aus den USA abkoppeln. Er spielt immer mehr sein eigenes Spiel. Das wird sicherlich unter anderem auch an eben diesem schwachen Euro liegen, der die deutsche Exportwirtschaft unterstützt.

Viele Grüße

Jochen Steffens 


 

Nachdem die Rauchschwaden sich verzogen haben...
von Torsten Ewert

Verehrte Leserinnen und Leser,

der Mai machte seinem Name alle Ehre. „Sell in May...“ (Verkaufe im May) ist ja ein geflügeltes Wort an der Börse. Es gab ja auch einiges zu verdauen für die Anleger: Griechenland- und Euro-Rettung, den „Zombie-Crash“ am 6. Mai, den neu aufflammenden Korea-Konflikt und die sich anhaltend verschlimmernde Ölpest im Golf von Mexiko.

Unnötige Sorgen über falsche Themen

Inzwischen hat sich der Sturm gelegt, die Rauchwolken ein wenig verzogen. Zwar schwelen einige Brandherde noch, und hier und da flammt gelegentlich noch ein neuer auf. Doch Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen, bleibt allemal.

Als Hauptgrund für die begonnene Korrektur sind sicherlich die Sorgen um die konjunkturelle Lage zu nennen. Diese sind nicht mal von der Hand zu weisen. Doch die meisten Analysten beschäftigen sich dabei mit Nebenkriegsschauplätzen. Die beiden wichtigsten Indikatoren für die weitere Entwicklung spielen derzeit fast keine Rolle...

Bedrohung durch das „Lagergespenst“

So machen sich die Experten Sorge um den sogenannten „Lagerzyklus“. Kurz gefasst geht es dabei um Folgendes: In der Krise wurden die Lager radikal leer gefahren. Neu bestellt wurde nur das Nötigste. Dieses „Auf-Sicht-Fahren“ war auch ein Grund dafür, dass die Wirtschaft 2008 / 2009 so stark einbrach. Als nun die Erholung einsetzte und die Nachfrage langsam stieg, füllten die Unternehmen auch ihre Lager nach und nach auf. Das erhöhte den Bedarf zusätzlich. Diese zusätzliche Produktion war ein wichtiger Faktor für den raschen wirtschaftlichen Aufstieg aus dem Rezessionstal.

Die logische Überlegung und die daraus resultierende Befürchtung sind nun: Ab einem bestimmten Niveau der Lagerauffüllung fällt der dadurch erzeugte Zusatzbedarf weg. Folglich brechen Umsätze und Gewinne der Unternehmen sowie das wirtschaftliche Wachstum insgesamt wieder ein.

Dieses Gespenst des zu Ende gehenden Lagerzyklus hypnotisiert derzeit die Anleger. Doch dieser Rückgang ist etwas völlig normales. Entscheidend ist, wie es danach weiter geht. Und ganz offensichtlich bestehen immer noch erhebliche Zweifel an der Nachhaltigkeit des laufenden Aufschwungs. Kein Wunder also, dass die Kurse purzelten, als zu diesen Zweifeln noch die oben genannten Hiobsbotschaften hinzukamen!

Konsumenten, rettet die Wirtschaft!

Und dann ist da ja immer noch die Sorge um die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Auch hier gibt es eine scheinbar logische Überlegung: Viele Arbeitslose konsumieren weniger als viele Beschäftigte. Weil der private Konsum aber 70 % des US-Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmacht, konstruiert man sich daraus ein Bedrohungsszenario für die US-Wirtschaft.

Doch dies lässt sich so gar nicht nachweisen (siehe Grafik):

 
Quelle: Bureau of Economic Analysis

In Rezessionsjahren, also in Jahren, in den das BIP schrumpfte (weiße Balken nach unten), stieg der Anteil des privaten Konsums am BIP in der Regel sogar (rote Kurve / senkrechte Striche)! Natürlich ging auch der private Konsum, gemessen in Milliarden Dollar, in Rezessionen zurück. Doch andere Komponenten – insbesondere die Investitionstätigkeit! – sanken eben noch stärker.

Die falschen Schwerpunkte und die richtigen Indikatoren

Die Sorge um Arbeitslosigkeit in Verbindung mit dem Konsum setzt also einen völlig falschen Schwerpunkt. Die Konsumenten konnten die Wirtschaft in einer Rezession noch nie „retten“. Wir müssen uns daher auf die Punkte konzentrieren, die wirklich entscheidend sind...

Da sind also ERSTENS die Investitionen. Diese haben die Unternehmen in der Krise natürlich massiv zurückgefahren. Ein Anstieg der Investitionen ist also ein erstes Zeichen für ein Überwinden der Krise. Allerdings liegt die Investitionstätigkeit immer noch auf dem Niveau von 1997. Und das, obwohl in den letzten drei Quartalen bereits ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen war.

Doch da die Daten nur quartalsweise erhoben werden, lässt dieser Indikator nur begrenzt Rückschlüsse zu. Kommen wir also zu dem zweiten wichtigen Faktor.

Dieser hängt mit den Investitionen eng zusammen. In der Krise haben die Unternehmen ja nicht nur an neuen Maschinen und Arbeitskräften gespart. Nahezu alles kam auf den Prüfstand. Das hat dazu geführt, dass viele Ineffizienzen ausgemerzt sind. Paradoxerweise sind also die Firmen derzeit besser aufgestellt als noch im Boom 2006 / 2007!

Das Krisen-Pardoxon

Das ist letztlich auch der Grund, warum die Unternehmen bereits wieder erkleckliche Gewinne ausweisen! Dazu die folgende interessante Grafik:

 
Quelle: Fortune

Hier sehen Sie die Umsatz- und Gewinnveränderungen der letzten Jahre für die 500 größten US-Unternehmen, welche die US-Wirtschaftszeitschrift Fortune seit 1954 anhand ihres Umsatzes ermittelt.

In Krisenjahren sinken dabei üblicherweise Umsätze und Gewinne – so wie in 2002. Im ersten Jahr der Erholung (2003) legen dann die Umsätze wieder zu bei überproportional steigenden Gewinnen. Letztere wachsen im Aufschwung / Boom (2004-2006) im Weiteren nur noch moderat. Vor und am Beginn der Krise (2007 / 2008) fallen dann die Umsatzzuwächse geringer aus, die Gewinne gehen sogar zurück.

2009 war ein sehr ungewöhnliches Jahr...

Das Jahr 2009 war demzufolge eine ziemliche Ausnahme. Die größten US-Firmen mussten einen Umsatzrückgang von fast einer Billion (!) US-Dollar oder fast 9 % hinnehmen. Das war der größte prozentuale Einbruch seit 1983. Trotzdem stiegen aber die Gewinne an, und das in einer Größenordnung, die fast die Summe der Zuwächse von 2004 bis 2006 also im Boom ausmachte!

Ein solcher Gewinnsprung mitten in der Krise ist nur durch massives Sparen möglich! Doch Sie können sich nicht reich sparen. Ein Gewinnanstieg durch Kosteneinsparungen hat nur eine sehr kurze Wirksamkeit. Den nächsten Gewinn müssen Sie durch Ausweitung Ihres Geschäfts erreichen, sonst bricht Ihre Gewinnkurve gleich wieder ein.

Also müssen die Unternehmen ZWEITENS wieder Umsatzzuwächse vorweisen, denn nur neue Umsätze führen zu weiteren Gewinnen. Und genau darauf warten die Börsianer! Und nicht auf sinkende Arbeitslosenzahlen. Der „Lagerzyklus“ spielt nur insofern eine Rolle, weil er natürlich dieses Umsatzwachstum teilweise kompensiert.

Umsatz, Umsatz und – Einstiegsmöglichkeiten!

Aber es gab erste vielversprechende Zeichen in der laufenden Quartalssaison. HP beispielsweise konnte vor allem bei Servercomputern überproportional zulegen. Das sind gleichzeitig Investitionsgüter. Also treffen hier zwei positive Entwicklungen aufeinander.

Auch andere Unternehmen konnten ähnlich verheißungsvolle Ergebnisse verkünden. Doch nach wie vor gibt es natürlich noch reichlich Unsicherheit. Und diese nutzen die Anleger (noch) zu Gewinnmitnahmen.

Dennoch ergeben sich für mutige Anleger bereits interessante Einstiegsmöglichkeiten. Wie Sie diese finden? Prüfen Sie, welche Indizes oder Aktien eine relative Stärke gegenüber den breiten Märkten in der laufenden Konsolidierung gezeigt haben. Wie zum Beispiel Technologiewerte oder exportstarke bzw. rohstoffreiche Märkte...

Warum ausgerechnet die? Weil für die bevorstehenden Investitionen eben neue Technologie benötigt wird, die man bei den Spezialisten kauft. Und Rohstoffe werden sowieso gebraucht, wenn die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt.

Vielleicht ist die Lage ja gar nicht so schlecht wie die derzeitige Stimmung...


Mit besten Grüßen

Torsten Ewert

Anmeldung zum kostenlosen Newsletter "Börse - Intern"

  • Kostenloser Tagesbericht vom Börsenprofi Sven Weisenhaus.
  • Börsentäglich nach Börsenschluss direkt zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Newsletter "Börse - Intern" ab der nächsten Ausgabe.

Anmeldung zum kostenlosen Rohstoffdienst

  • Die ganze Welt der Rohstoffe in einem Newsletter.
  • Mehrmals pro Woche direkt per E-Mail kostenlosen zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Rohstoffdienst ab der nächsten Ausgabe.

Alle Angebote von Stockstreet.de

  • Logo Steffes Daily
  • Logo Der Rohstoffdienst
  • Logo Premium-Trader
  • Logo Hebel-XXL
  • Logo Investment-Strategie
  • Logo Aktien-Perlen
  • Logo Allstar-Trader
  • Logo Target-Trend-Spezial

Allstar-Trader

Das erwartet Sie

Allstar-Trader Cover

Vom Traden leben!

Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Investment-Strategie

Das erwartet Sie

Investment-Strategie Cover

Ihr langfristig orientierter Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Premium-Trader

Das erwartet Sie

Premium-Trader Cover

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Target-Trend-Spezial

Das erwartet Sie

Target-Trend-Spezial Cover

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und Beispiele lesen!

Aktien-Perlen

Das erwartet Sie

Aktien-Perlen Cover

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Hebel-XXL

Das erwartet Sie

Hebel-XXL Cover

Zocken aus Leidenschaft!

Begleiten Sie uns in
das Casino der Hebelprodukte!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!