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Der Staat als Zocker!
von Jochen Steffens
 
Es ist vielleicht die wichtigste Meldung zurzeit: Die Banken fangen an, sich wieder untereinander Geld zu leihen! Das kann man daran erkennen, dass die Zinssätze, zu denen sich Banken Geld leihen, deutlich sinken. Offensichtlich ist das wiederum Folge der milliardenschweren Rettungspakete der Regierungen weltweit. Es hat also funktioniert, auch wenn noch nicht wirklich sicher ist, dass dies ein nachhaltiger Effekt sein wird.

Was natürlich jetzt nicht passieren sollte ist, dass eine weitere Bank in die Insolvenz rutscht und nicht staatlich aufgefangen wird. Aber dieses Risiko ist durch die Staatsgarantien offensichtlich deutlich gesunken, und genau hierauf begründet sich das neue Vertrauen der Banken zueinander.
 
Am besten wir verstaatlichen gleich alles...
 
Unterdessen kommt aus Frankreich ein weiterer Vorschlag: Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat vorgeschlagen, dass in Europa Staatsfonds aufgelegt werden sollen, die Aktien von wichtigen Unternehmen aufkaufen, deren Kurse im Zuge der Finanzkrise stark gefallen sind. So könne ein Ausverkauf an nichteuropäische Investoren verhindert werden. Sobald die Krise vorbei sei, könne man die Anteile schließlich wieder verkaufen, so die Idee.
 
Ein genialer Plan?
 
Man kann nun Stunde um Stunde darüber diskutieren, welche Folgen das für die Marktwirtschaft hätte. Man kann sich aber auch die Frage stellen, ob sich der Staat auf diese Weise nicht auch gesundstoßen könnte. Wenn er in den Markt eingreift, überall Aktien so lange aufkauft, bis keiner mehr verkauft, könnten die Kurse massiv steigen. Wenn der Staat dann diese Aktien in die neue Euphorie hinein verkauft, könnte er wirklich große Gewinne abkassieren. Und Schwups sind die Staatsschulden weg. Uns allen geht es super, die Welt ist wieder in Ordnung.

Warum soll der Staat nicht auch einmal als Zocker fungieren, schließlich hat er genug Geld, um seine eigenen Kurse zu machen – (scheinbar) PERFEKT!
 
Das Lachen, das im Halse stecken bleibt
 
Wir lassen einmal außen vor, dass die Börsen, sobald bekannt werden würde, dass der Staat/der Staatsfonds die Positionen wieder auflösen will, massiv einbrechen würden. Wir lassen auch außen vor, dass einer Manipulation der Märkte in einem bisher unvorstellbaren Ausmaß Tür und Tor geöffnet würde. Wir lassen zudem außen vor, dass ein vom Staat kontrollierter Markt bisher noch nie funktioniert hat, auf Dauer nicht funktionieren kann. Wir lassen zudem außen vor, wer bestimmt, welche Unternehmen von diesen Geldern profitieren...
 
Staat zockt mit unserem Geld
 
Man sollte auch aus einem anderen Grund sehr vorsichtig mit solchen Ideen sein, denn was ist, wenn der Staat sich in großem Maße verspekuliert? Schließlich wird es hier um beachtliche Summen gehen. Die letztendliche Folge wäre eine massive Abwertung der Währung, sprich Inflation. Und wer zahlt diese Inflation? Richtig, der Bürger, der mit seinem Geld, das er verdient, immer weniger Brötchen kaufen kann.
 
Man sollte sich bei diesem Vorschlag bewusst machen, dass der Staat in diesem Falle eigentlich mit dem Geld seiner Steuerzahler zockt. Und ehrlich, reicht unsere persönliche Erfahrung mit den Märkte nicht aus, um zu wissen:  Ein Staat ist nicht in der Lage, die Börsen zu traden, es sein denn über eine massive Manipulation der Märkte, mit den im nächsten Absatz genannten Folgen.
 
Wer will schon gegen einen Staat spekulieren?
 
Völlig außer Acht bleibt bei dieser Überlegung, dass sich natürlich die Anleger vergleichsweise schnell aus einem derart manipulierten Markt verabschieden würden. Ich zumindest würde eine Aktie, bei der ich wüsste, dass der Staat in großem Stil investiert ist und diese Positionen bald wieder auflösen wird, logischerweise nicht anfassen. Wer will schon immer wieder gegen den Staat spekulieren? Nur, wenn sich die großen und kleinen Investoren verabschieden, wem sollte der Staat in diesem Fall noch seine Positionen verkaufen?
 
Aber es war klar, dass die Politiker kaum, dass sie endlich mal was richtig gemacht haben, sofort weit übers Ziel hinausschießen
 
Eine andere Voraussetzung
 
Man muss hier übrigens unterscheiden: Das von den Regierungen beschlossene Rettungsprogramm für die Banken kann man sicherlich auf vielfältige Weise kritisieren, aber die Folgen eines „Banken-Runs“ wären wesentlich dramatischer geworden und zwar für jeden einzelnen Bürger. Hier hat der Bürger also mit seinen Steuergeldern lediglich sein eigenes Vermögen, sein Gehalt, sein finanzielles Überleben gesichert. Das ist, wenn auch mit Magengrummeln, zu akzeptieren.

Man sollte auf die Information zwischen den Zeilen achten!
 
Viel interessanter finde ich an diesem Vorschlag von Sarkozy, dass hier doch eins deutlich wird: Die Unternehmen werden mittlerweile auch schon von den Staatschefs selbst als „deutlich unterbewertet“ bezeichnet. Zwar haben wir in den Jahren 2000-2003 bereits erlebt, dass auf unterbewertete Aktien, preiswerte folgten, die von wahrhaftigen Schleuderpreisen abgelöst wurden. Doch trotzdem, auf sehr langfristige Sicht, sind die Zeichen zurzeit schon vergleichweise deutlich: Herr, schicke mir ein Zeichen...
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S. Zu den Themen US-Präsidentschaftswahl, Korrelation zwischen Wettquoten und S&P sowie der Frage, was nach der Wahl mit den Börsen passiert lesen Sie mehr in meiner Kolumne auf www.boerse-online.de. Klicken Sie dazu hier: 
 
P.P.S. Wie erwartet läuft der Nasdaq100 Future zurzeit volatil zwischen 1.380 (eher 1.360) und 1.280 hin und her. Man muss also den Ausbruch abwarten, wobei ich aufgrund der Entwicklung die 1.260 Punkte Marke als Entscheidungslinie nach unten vorziehen würde.

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