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Das Fed-Statement und die Emerging Markets
von Jochen Steffens
 
In den ersten Monaten der Amtszeit von Ben Bernanke konnte man beobachten, dass die Statements der Fed zu den Leitzinsbeschlüssen immer knapper und knapper ausfielen. Man hatte fast den Eindruck einer gewissen arroganten Lustlosigkeit, die eigenen Entscheidungen zu kommentieren. Dagegen fiel das Statement der Fed zur gestrigen Zinssenkung fast schon redselig aus. Offenbar besteht hier ein größeres Bedürfnis den Märkten die Situation und die Lösungen zu vermitteln und sie damit zu beruhigen.
 
Da das Statement dieses Mal sehr interessant ist, habe ich es für Sie komplett übersetzt und die Passagen hervorgehoben, auf die ich im Anschluss eingehen werde:
 

FED Statement:
  
Das Federal Open Market Committee hat heute beschlossen, den US-Leitzins um 50 Basispunkte auf 1 Prozent zu senken.
 
Das Tempo der wirtschaftlichen Aktivität scheint sich deutlich verlangsamt zu haben, was vor allem auf einen Rückgang der Verbraucherausgaben zurückzuführen ist. Die Ausgaben für betriebliche Ausstattungen und die industrielle Produktion haben sich ebenfalls in den letzten Monaten abgeschwächt und die Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität in vielen ausländischen Volkswirtschaften dämpfen die Aussichten für US-Exporte.
  
Darüber hinaus führt die Intensivierung der Turbulenzen am Finanzmarkt wahrscheinlich zu einer zusätzlichen Zurückhaltung bei den Ausgaben, zum Teil auch, weil immer weniger Haushalte und Unternehmen noch in der Lage sein werden, Kredite aufzunehmen.
 
In Anbetracht des Rückgangs der Energiepreise und der Preise anderer Rohstoffe bei gleichzeitig schwächeren Aussichten für die wirtschaftliche Aktivität, erwartet der Ausschuss, dass die Inflation sich in den kommenden Quartalen auf ein Niveau abschwächt, das einer Preisstabilität nahe kommt.
 
Die jüngsten politischen Maßnahmen, einschließlich der heutigen Zinssenkungen, die koordinierten Zinssenkungen der Zentralbanken, die außerordentlichen Maßnahmen, um Liquidität zur Verfügung zu stellen und die offiziellen Schritte zur Stärkung der Finanzsysteme, dürften im Laufe der Zeit zu einer Verbesserung der Kredit-Bedingungen führen und eine Rückkehr zu moderatem Wirtschaftswachstum unterstützen.
 
Dennoch, Abwärtsrisiken für das Wachstum bleiben bestehen. Der Ausschuss wird die wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen sorgfältig beobachten und wenn notwendig handeln, um die Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums und Preisstabilität zu garantieren.
 
(...) In einer damit zusammenhängenden Maßnahme, hat das Board of Governors einstimmig eine Senkung des Diskontsatzes um 50-Basis-Punkte auf 1 1/4 Prozent beschlossen.
 
Die Welt entdeckt die Bedeutung der Emerging Markets
 
Die wichtigste Aussage ist wohl, dass die Fed begriffen hat, wie abhängig die wirtschaftliche Aktivität in den USA von den ausländischen Volkswirtschaften geworden ist (siehe Statement). Dahinter verbirgt sich fast schon so etwas wie eine revolutionäre Erkenntnis. Während sich die Industrieländer zunächst ausschließlich um den eigenen Finanzmarkt und die Auswirkungen der Krise auf die eigene Wirtschaft Gedanken gemacht haben, wird ihnen jetzt bewusst, dass die einzige Chance, die sie haben, Wachstum in den Emerging Markets ist!
 
Denn die Wirtschaftskraft der Industrienationen kann weder durch die Binnennachfrage in den USA noch durch die in Europa gestützt werden. In den USA ist die Belastungen der Haushalte zu groß und, wie die Fed in dem Statement selbst einräumt, die Möglichkeit der Verbraucher und Unternehmen neue Kredite aufzunehmen, eingeschränkt ist. In Europa haben einige Länder (Deutschland) bereits seit Jahren mit einer schwächelnden Binnennachfrage zu kämpfen.
 
Kreditlinien eingeräumt
 
Die Industrienationen sind damit auf das Wirtschaftswachstum verschiedener Emerging-Markets angewiesen. Und so verwundert es nicht, dass die Fed vier Schwellenländern, nämlich Brasilien, Mexiko, Südkorea und Singapur,  Swap-Linien zur Steigerung der Dollar-Liquidität im Umfang von bis zu 30 Mrd. Dollar eingeräumt hat.
 
Stützungsmaßnahmen mit negativen Folgen
 
Das Problem war, dass durch die Vereinbarungen der Industrieländer untereinander und die Stützungsmaßnahmen der jeweiligen Länder viele Schwellenländer in Bedrängnis gekommen sind. Gerade auch in Osteuropa führte dies teilweise zu dramatischen Abwertungen der Währungen verschiedener Länder, deren Finanzsysteme eben nicht durch staatliche Garantien gestützt wurde.
 
Hier hatte bereits der Internationale Währungsfonds IWF in den letzten Wochen Kredite bewilligt, um die Gefahr von Staatsbankrotten abzuwenden.
 
Rally in Asien
 
Diese Maßnahme der Fed verursachte heute Nacht, trotz gemischter Vorgaben aus den USA, eine Rally in den asiatischen Ländern, denn sie demonstrierte, dass die Bereitschaft der Welt in allen Belangen zu kooperieren, so groß ist, wie noch nie zuvor. Es zeigt aber auch, dass unsere Welt zu einem Dorf geworden ist, in dem die Abhängigkeiten mittlerweile derart dicht verwoben sind, dass kein Land mehr aus diesem Verbund austreten kann, ohne erhebliche Probleme im eigenen Land zu riskieren. Man kann sicherlich geteilter Meinung über diese Abhängigkeiten sein, aber vielleicht verbergen sich hier auch Chancen, gerade im Hinblick auf die Probleme, die der Welt noch bevorstehen: Klimaveränderung, Rohstoffverknappung, Überbevölkerung, Seuchen, etc...
 
Noch kurz zum Markt:
 
 

Der Nasdaq100 Future konnte die 1.230er Widerstandslinie überwinden, in Folge kam es zu einem starken Anstieg. Doch die 1.382er Marke ist noch nicht geknackt. Und wie ich geschrieben hatte, wird es erst über dieser Marke bullisher.

Es fragt sich nun, ob es zu einer kleinen Konsolidierung kommt (kurze blaue Rechtecke) oder zu einer größeren Konsolidierung, welche die Kurse noch einmal an die 1230er Linie treibt (lange blaue Rechtecke).
 
Da es nur noch wenige Tage bis zur US-Präsidentschaftswahl sind, sind Marktprognosen kaum realistisch. Die nächsten beiden Handelstage werden im Zeichen der Wahl stehen.

Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens
 
US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens 
 
Das US-BIP ist in den USA im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen weniger stark gesunken als von Analysten erwartet. Es ging um 0,3% zurück. Das ist die schwächste Entwicklung seit dem dritten Quartal 2001. Als Begründung wurde ein deutlicher Rückgang des privaten Verbrauchs genannt. Analysten hatten mit einem Minus von 0,5% gerechnet.
 
Der von der Fed als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) stieg um 5,4%. Das ist der stärkste Anstieg seit 1990. Durch die Finanzmarktkrise und die wirtschaftliche Abschwächung ist allerdings damit zu rechnen, dass der Deflator in den nächsten Quartalen deutlich abnimmt (siehe Fed-Statement).
 
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stagnieren bei 479.000. Auch hier noch keine Entwarnung:
 

 
 

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