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Ist die GM-Pleite der eigentliche Grund für den Stresstest der FED?
von Jochen Steffens
 
Die amerikanischen Indizes lassen sich trotz schlechter Nachrichten nicht von der Feierlaune abbringen. Der Nasdaq100 hat es nun endlich geschafft, die 1.300er Marke nachhaltig zu nehmen, dazu gleich mehr.

Gründe, diese Suppe zu versalzen, gab es genug:
 
Fed zeichnet düsteres Bild
 
Ein Grund hätte das Protokoll der Fed-Sitzung vom März sein können, das gestern veröffentlicht wurde. Die Fed bleibt, zumindest für die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2009, extrem pessimistisch. Die Wachstumsprognosen wurden sogar erneut gesenkt. Darüber hinaus wies die Fed darauf hin, dass sich die Konjunkturdaten zum Zeitpunkt der Fed-Sitzung sehr schwach zeigten.
 
Anzeichen verdichten sich
 
Dann verdichten sich immer mehr die Anzeichen, dass GM eine Insolvenz nach Chapter 11 beantragen wird. Es macht volkswirtschaftlich keinen Sinn, ein derart marodes Unternehmen weiter zu subventionieren. Wenn GM durch eine Insolvenz aufgespalten wird, kann das Schlechte weggeschnitten werden und das Gute hat die Möglichkeit, schnell wieder aus Chapter 11 auszutreten, um anschließend seine normale Geschäftstätigkeit wieder aufzunehmen. So kann sich GM gestärkt dem aktuell hohen Konkurrenzkampf in der Autobranche neu stellen. Das wird dazu führen, dass auch einige Zulieferer gerettet werden und eine zerstörerische Kettenreaktion (Pleite von Zulieferern,  Arbeitslosigkeit, Kreditausfälle etc.) zwar nicht verhindert, aber zumindest etwas abgedämpft werden wird.
 
Steht die Aufspaltung kurz bevor?
 
Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis sich GM unter Chapter 11 stellt. Wie dann die Märkte darauf reagieren werden, ist schwer zu sagen. Auf der einen Seite kann man anführen, dass natürlich viele Marktteilnehmer mittlerweile mit einer solchen Aufspaltung rechnen. Der negative Überraschungseffekt ist weg. Trotzdem kann eine solche Meldung die Märkte erheblich erschüttern. GM ist schließlich eines der großen Unternehmen in den USA. Es gibt Szenarien von Analysten, die ein dramatisches Bild für die US-Wirtschaft im Falle einer GM-Insolvenz gezeichnet haben. Selbst eine schnelle Abwicklung und Aufspaltung, wie von der US-Regierung für den Fall einer Insolvenz angekündigt, würde sowohl die sowieso schon angeschlagene US-Finanzbranche, als auch die US-Konjunktur erheblich erschüttern. Das wird auch die Börsen nicht kalt lassen.
 
Stresstest bestanden?
 
Der heutige Anstieg an den Börsen ist einer Nachricht zu verdanken, die eigentlich zunächst nicht mit einer Pleite von GM in Verbindung gebracht wird: Nach US-Berichten haben einige der 19 größten US-Banken in dem von der Fed durchgeführten Stresstest, bisher gut abgeschnitten. Das bedeutet, dass die US-Banken insgesamt wohl besser aufgestellt sind als bisher angenommen. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So soll es bei einigen Instituten noch größeren Handlungsbedarf geben, auch weitere Stützungsmaßnamen werden dort notwendig sein.
 
Dieser Stresstest der Fed soll bis Ende April abgeschlossen sein. Dabei wird nach offiziellen Angaben geprüft, wie überlebensfähig die Banken im Falle einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in den nächsten Jahren sind.
 
Die Börsen reagierten auf diese Nachricht positiv, da die Anleger nun etwas gelassener auf die in den nächsten Wochen erscheinenden Unternehmensergebnisse der Banken blicken können.
 
Eine Frage, die sich niemand stellt
 
Ich frage mich derweil, ob der Stresstest der Fed vielleicht nicht einen ganz anderen Hintergrund hat. Kann es nicht sein, dass es nicht um die Situation der Banken im Falle einer länger anhaltenden Wirtschaftskrise in den USA geht, sondern um die Pleite von GM?
  
Stellen wir uns vor, die Fed geht davon aus, dass GM nicht mehr gerettet werden kann. In diesem Fall stellt sich doch direkt die Frage, ob die durch die Finanzkrise angeschlagene US-Finanzbranche eine derart große Insolvenz und deren Folgen auf die US-Wirtschaft zurzeit überhaupt verkraften kann. Der Stresstest hätte dann zum großen Teil den Sinn, zu überprüfen, ob man GM jetzt schon in die Insolvenz schickt oder das Unternehmen noch weiter stützen muss, um diese Pleite einige Monate oder sogar Jahre aufzuschieben.  
 
So gesehen wäre die Nachricht, dass der Stresstest ganz gut verläuft eigentlich für die Märkte eher schlecht, da genau das eine Insolvenz von GM wahrscheinlicher macht. Die Unternehmensergebnisse der Banken in den nächsten Wochen wären dann natürlich vollkommen zweitrangig. Dazu passt, dass der Stresstest bis Ende April abgeschlossen sein soll und kurze Zeit später auch die sechs Wochenfrist für GM endet.
Dass die Fed nicht sagt, wir machen einen Stresstest, um zu überprüfen, ob die USA eine Insolvenz von GM  zurzeit überleben kann, ist nur logisch. Ein solche Aussage hätte zu einer dramatischen Fortsetzung des Crashs geführt... Was mich wundert ist, dass diesen Zusammenhang niemand sonst hinterfragt.
Das Problem dabei: Es ist ungeheuer schwer abzuschätzen, welche Folgen eine Aufspaltung von GM tatsächlich haben wird. Ich fürchte aber, wir werden es erleben und ich fürchte auch, den Märkten wird es nicht gefallen. Seien Sie also weiter vorsichtig.
 
Außenhandelsdefizit sinkt
 
Ein weiterer positiver Schub kam heute vom US-Handelsbilanzdefizit:
 
Das US-Handelsbilanzdefizit ist im Februar auf 26,0 Mrd. US-Dollar gesunken und bildet damit ein Neunjahrestief aus. Analysten hatten mit einem Minus von 36,5 Mrd. US-Dollar gerechnet, nach minus 36,2 Mrd. US-Dollar zuvor.
 
Ein Grund für diesen Rückgang ist, dass die Importe um 5,1 % auf 152,72 Mrd. Dollar zurückgegangen sind, während die Exporte um 1,6 % auf 126,76 Mrd. Dollar angestiegen sind.
 
Einbrechende Nachfrage
 
Das ist der Grund, warum dieses sinkende Handelsbilanzdefizit nur auf den ersten Blick gut ist. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass die Nachfrage in den USA offenbar stark abnimmt. So gingen Importe der im Ausland hergestellten Konsumgüter, wie Spielzeug, Möbel, Elektrogeräte und Kleidung allein im Februar um 1,39 Mrd. Dollar zurück. Davon hauptsächlich betroffen ist natürlich China. Diese sinkende Nachfrage sollte sich eigentlich auch auf die Importpreise auswirken. Da aber die Energiepreise (Öl) im Februar deutlich zugelegt haben, stiegen die Importpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,5 %. Analysten hatten aber eben aus diesem Grund (steigender Ölpreis) sogar mit einem Anstieg um 1 % gerechnet.
 
Deflation ohne sinkenden Ölpreis
 
An dieser Situation erkennen Sie bereits den starken deflationären Charakter der nachhaltig abnehmenden Nachfragesituation. Die sinkenden Preise für andere Waren haben den steigenden Ölpreis überkompensiert. Das Besondere an dieser Nachricht ist damit, dass sich nun zeigt, dass eben nicht nur der zuvor sinkende Ölpreis für die deflationären Tendenzen in den USA verantwortlich ist, wie viele Analysten bisher behauptet hatten, sondern bereits auch andere deflationäre Tendenzen wirksam sind.

Aus diesem Grund ist die zunächst positive wirkende Nachricht, dass das US-Handelsbilanzdefizit deutlich gesunken ist, eigentlich ein klarer Hinweis auf Deflation und damit eine sehr hässliche Nachricht.
 
Nasdaq100 bricht aus...
 
Wenn man sich diese Interpretation des US-Handelbilanzdefizit anschaut, frage ich mich, wie man den heutigen Ausbruch des Nasdaq100 interpretieren soll.
  
 
 
Sie sehen, dass der Nasdaq100 nun den Kampf um die 1.286/1.300er Marke mit einem Gap Up (Kurslücke aufwärts) aufgelöst hat. Das ist eindeutig. Nun neigen die Marktteilnehmer dazu, zunächst impulsiv zu reagieren und dann erst nachzudenken. Das liegt daran, dass die Trader sofort auf US-Konjunkturdaten reagieren, während institutionellen Anleger meistens erst einmal Konjunkturdaten im Gesamtkontext bewerten, bevor sie Investitionsentscheidungen treffen.
 
Es wird also spannend, wie sich die US-Börsen im weiteren Verlauf entwickeln. Bullish wäre, wenn zumindest das heutige Gap bald geschlossen wird. Ansonsten sind schon zwei Gaps im Nasdaq100 offen. Das ist gefährlich. Andererseits kann es auch erst einmal immer weiter gehen und diese Gaps werden erst später, vielleicht im Mai im Zuge einer GM-Insolvenz geschlossen, wer weiß.
 
Hätte, wäre, wenn... Spekulieren kann man viel und alles ist immer und zu jeder Zeit möglich. Viele trauen dem aktuellen Anstieg in den Indizes nicht, Andere sind maßlos überinvestiert. Ich kann Ihnen nur ein ähnliches Procedere empfehlen, wie wir es im Stockstreet-Premium-Trader anwenden. Wenn solche klaren charttechnischen Signale kommen, muss man seine Investitionsquote leicht erhöhen. Bestätigen sich diese, erhöht man die Quote noch weiter. Sollten sie sich als Fehlsignale herausstellen, wird man kleine Verluste generieren, wenn nicht hat man satte Gewinne. Vom Chance/Risiko-Verhältnis ist das in Ordnung. Wirklich wissen, was passiert, wird man an den Börsen in derartigen Extremsituationen sowieso nicht! Und bis Mai ist noch viel Zeit...
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie
ein schönes Osterfest und viel Glück beim Eiersuchen.
 
Viele Grüße
 
Ihr
 
Jochen Steffens
 
PS: Der nächste Steffens-Daily erscheint am Dienstag, den 14.04.2009
 

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens 
 
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA auf 654.000 gefallen. Erwartet wurden 664.000 neue Anträge nach zuvor 674.000 (revidiert von 669.000)
 
 
 
Weiterhin bleiben die Erstanträge auf hohem Niveau. Noch kann von keiner Trendwende geredet werden. Hierzu müsste erst der 4-Wochendurchschnitt zu sinken anfangen.  
 

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