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Wird die Fed unerwartet die Zinsen anheben?
von Jochen Steffens
 
Mich treibt im Moment eine höchst interessante Überlegung um. Es gibt eigentlich zwei Fehler, welche die Fed in den letzten Jahren gemacht hat. Sie hat ab 2003 zu zögerlich die Zinsen erhöht und hat sie dann bis Mitte/Ende 2006 zu stark und zu schnell angezogen. Was der Fed fehlte, war das Feintuning.

Wenn Sie mich schon länger lesen, können Sie sich vielleicht erinnern, dass ich gerade in der Zeit nach dem Ben Bernanke das Amt übernommen hatte, immer wieder angemahnt habe, die Fed solle doch erst einmal abwarten, wie sich die bisherigen Zinserhöhungen auf die Wirtschaft und den US-Immobilienmarkt auswirken werden. Da die Fed natürlich nicht auf einen Börsenkolumnisten hört, von dem sie nicht mal weiß, dass er überhaupt existiert, hat sie die Zinsen weiter bis auf ein Niveau von 5,25  % erhöht.
 
Damals hatte ich anhand von historischen Vergleichen belegt, dass der Markt eigentlich immer dann, wenn ein solches Zinsniveau erreicht wurde, mit unter Umständen auch stärkeren Kursverlusten reagiert. Genau das ist dann schließlich auch passiert. Okay, unwesentlich heftiger als erwartet. Das lag aber daran, dass der US-Immobilienmarkt durch den starken Anstieg der Hypothekenzinsen zu schnell von unten ausgetrocknet wurde.
 
Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich bereits, dass Ben Bernanke die Zinsschraube tatsächlich ein paar Umdrehungen zu fest angezogen hatte. Er musste diese Zinsschritte schnell wieder rückgängig machen. Wie Sie wissen, landete er dabei auf dem historisch tiefsten Niveau von 0 – 0,25 %. Die Schraube war sozusagen überdreht und gebrochen (Nach ganz fest kommt lose, alte Weiseheit..)
 
Rückblick in das Jahr 2003/2004
 
Viele sagen, Alan Greenspan hat einen Fehler gemacht, die Zinsen 2002-2003 auf ein derart niedriges Niveau zu bringen. Das stimmt meines Erachtens so nicht. Das Problem war der Irak-Krieg und die damit verbundene Sorge, dass es zu einem Flächenbrand in der Region kommen würde. Eine Region, die für die Weltwirtschaft aufgrund des Ölreichtums von elementarer Bedeutung war. Sollte der Irak-Krieg einen Öl-Schock auslösen und wäre dieser Öl-Schock auf die ohnehin schon angeschlagene Weltwirtschaft getroffen, musste unbedingt schnell billiges Geld zur Verfügung stehen. Das waren die Lehren aus der Zeit der Ölkrisen der 70er. Die Entscheidung, die Zinsen vorsorglich so weit zu senken, war insoweit zumindest nachvollziehbar.
 
Der eigentliche Fehler kam erst später. Alan Greenspan hätte die Zinsen schneller und nachhaltiger erhöhen müssen. Hier hatte er zu lange gezögert. Es fehlte einfach ein vergleichbares Szenario. Zudem wusste er nicht, dass Bush die Politik der extremen Staatsverschuldung auch nach dem Krieg noch derart exzessiv weiter treiben würde. Aber das ist ein anderes Thema.
 
Aus alten Fehlern lernen

An der aktuellen Krise sieht man, dass die Fed aus Fehlern lernt. Viele Fehler, die 1929 im Zusammenhang mit dem damaligen Börsencrash gemacht wurden, konnten dieses Mal vermieden werden. Aus diesem Grund erwarten wir auch eine etwas andere Entwicklung. Die Frage ist nur, ob die Fed auch aus den Fehlern der „jüngsten“ Vergangenheit gelernt hat. Wenn, müsste sie sehr schnell die Zinsen wieder anheben.
 
Es bleibt die Frage, welches Medium man nutzt, um den richtigen Zeitpunkt herauszufinden. Wie sich aus den Erfahrungen in den Jahren 2003-2005 ableiten lässt, scheint der Aktienmarkt dafür ein probates Mittel zu sein. Sollte sich eine unerwartete Stärke im Aktienmarkt erkennen lassen, sollte der Aktienmarkt schlechte Nachrichten ignorieren, wäre das ein Hinweis, dass die Geldmenge in den Aktienmarkt fließt. Der Aktienmarkt würde damit in Gefahr laufen, zur neuen „Hyperblase“ der Geldmengenausweitung in den USA (und weltweit) zu werden.
 
Die Fed müsste, wenn sie vernünftig agiert, wissen, dass solche Blasen sehr gefährlich sind, da sie die Neigung zum Platzen haben und jede platzende Blase die Gefahr beinhaltet, dass auch andere Assetklassen und insbesondere die Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden können. Das bedeutet, sie müsste alles tun, um das Entstehen einer neuen Blase im Zusammenhang mit der Ausweitung der Geldmenge zu verhindern.
 
Die logische Konsequenz zur Verhinderung einer Blase
 
Die Frage, wie sie das tun kann, ist nur der nächste logische Schritt, deren Antwort sich ebenfalls sofort erschließt. Die Fed müsste möglichst bald, und zwar dann, wenn die Märkte starke bullishe Signale generieren, die Zinsen erhöhen. Wenn sie aus der Vergangenheit gelernt hat, sollte sie wissen, dass den Zeitpunkt einer Erhöhung unter keinen Umständen noch einmal verpassen darf.
 
Ein Zinsschritt auf, sagen wir einmal zunächst 1 %, hätte auf die US-Wirtschaft kaum eine negative Wirkung. Für die Märkte würde dieser jedoch ein entscheidendes Signal generieren. Die Fed würde damit die Bereitschaft signalisieren, einer Asset Inflation im Aktienbereich wirkungsvoll und frühzeitig begegnen zu wollen.
 
Wie werden die Märkte reagieren
 
Das einzige Problem wäre dann nur noch die Frage, ob die Märkte dieses Signal verstehen. Es könnte auch sein, dass sie eine Zinserhöhung als Zeichen dafür sehen, dass die Fed Anzeichen für einen Wiederbelebung der US-Wirtschaft erkennt. Das wiederum könnte dazu führen, dass die Märkte trotz einer Zinserhöhung weiter ansteigen. Die Fed müsste dann eventuell nachkorrigieren. Wichtig wäre also, wie die Fed eine solche Zinserhöhung kommuniziert, sprich, was sie in ihrem Statement zu dieser Zinserhöhung schreibt.
 
Wir sollten aber auf keinen Fall ausschließen, dass es vielleicht sogar sehr bald zu plötzlichen Zinserhöhungen durch die Fed kommt. Ich bin nicht einmal sicher, dass die EZB die Zinsen am Donnerstag, wie zuvor angekündigt, senken wird. Keinesfalls wird sie den von vielen Ökonomen geforderten großen Zinsschritt wagen. Das wäre angesichts der aktuellen Situation kompletter Unsinn.
 
Mahner in der ökonomischen Wüste
 
Leider fürchte ich, dass ich auch dieses Mal ein (logischerweise) ungehörter Mahner in der ökonomischen Wüste unserer Zeit bleiben werde. Aber gut, wenigstens kann ich dann später wieder schreiben: Ich hab‘s doch gesagt. Was für ein Trost...
 
Viele schmunzelnde Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens
 
 
Target-Trend-Methode im DAX
von Jochen Steffens
 
 
Der DAX ist aus seinem flachen Abwärtstrendkanal (rot) ausgebrochen, was zunächst ein erstes bullishes Signal gewesen ist. Nun notiert er unterhalb des entscheidenden, seit 2008 existenten Abwärtstrends (blaue Linie). Sollte er diesen brechen, wäre das nach klassischer Charttechnik ein klares Bullensignal.
 
Wir arbeiten jedoch nach der Target-Trend-Methode, die nach wichtigen Kummulationspunkten im Chart sucht und diese bewertet. Um diese zu finden, benutzen wir verschiedene, zum Teil sehr komplexe Analysemethoden (mehr dazu in meinem Buch, das noch vor der Buchmesse in Frankfurt erscheinen wird).
 
In diesem Chart ist das entscheidende Target hingegen relativ einfach zu finden. Sie sehen, dass das Target (hier als blauer Kreis) den Schnittpunkt aus der blauen Abwärtstrendlinie, der psychologisch wichtigen 5.000- Punkte-Marke und der oberen Linie des steilen Aufwärtstrends (schwarz gestrichelte Linie) beschreibt.
 
Zeitliche Beschränkung
 
Solche Schnittpunkte haben die Angewohnheit den Kurs anzuziehen. Nach dem Bruch des Abwärtstrends lag zwar nahe, dass dieses Target erreicht werden würde, aber es bestand aufgrund der zeitlichen Nähe die Gefahr, dass dann auch bereits schon wieder Schluss sein könnte. Und tatsächlich, heute versuchte der DAX kurz in das Target hineinzupieksen, doch dann kam der Abverkauf.
 
Da, sobald der zeitliche Mittelpunkt des Targets überschritten ist, die Sogwirkung des Targets nachlässt, besteht aus Sicht der Target-Trend-Methode die Gefahr, dass die Bullen erst einmal am Ende sind. Zudem weisen Daten darauf hin, dass die Zielmarke für den kleinen Verfall bei 4600 Punkten liegt (da es nur ein kleiner Verfallstag ist, muss man hier mit diesen Prognosen aber vorsichtig sein).
Sollte also in den nächsten Tagen die blaue Linie nicht überwunden werden und es statt dessen zu deutlicheren Kursverlusten kommen, muss man erst einmal wieder davon ausgehen, dass sich der blaue Abwärtstrend im Dax erneut durchgesetzt hat.

Morgen wird in den USA das Ergebnis des Stresstests veröffentlicht. Ich denke, im Zusammenhang mit dieser Nachricht und den US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag kommen, wird die Frage entschieden, ob der Trend hält oder nicht. Es wird mal wieder spannend.
 

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Der ISM-Index des Dienstleistundssektor ist im April auf 43,7 Punkte gestiegen, nach 40,8 Punkte zuvor. Analysten hatten mir einem Index von 42,5 Punkten gerechnet.
 

Der ISM-Dienstleistungsindex erholt sich weiter. Das ist ein gutes Zeichen. Allerdings hört man von Seiten des ISM-Instituts, dass die Einkaufsmanager weiterhin skeptisch in ihren Prognosen für den Jahresverlauf bleiben.
Die spannende Frage ist ohnehin vielmehr, wird sich die US-Wirtschaft im Jahr 2010 nachhaltiger erholen können, denn das würde die Börse schon jetzt vorweg nehmen. Die charttechnischen Ausbrüche in den amerikanischen Indizes sind ein erster Hinweis darauf. Schauen wir, ob auch der Dax diese Entwicklung bestätigen wird.

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