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Rohstoffrally ohne Fundament?
von Jochen Steffens
 
In den letzten Tagen hört man vermehrt Analystenstimmen, die davon ausgehen, dass es jetzt wieder zu einer starken Rally bei den Rohstoffen kommen wird. Hintergrund ist unter anderem, dass der Ölpreis von seinem Tief bei 33 Dollar mittlerweile wieder auf 58,50 Dollar angestiegen ist.
 
Natürlich ist die Erinnerung an die letzte Rohstoffhausse noch frisch. Die Hoffnung, dieses Mal vielleicht früher dabei zu sein, weckt Begehrlichkeiten. Völlig außen vor gelassen wird bei solchen Überlegungen, welche dramatischen Auswirkungen eine solche Rohstoffhausse in der aktuellen Situation auf die US-Wirtschaft hätte. Meiner Meinung nach ist es aus diesen Gründen auch noch zu früh, um eine solche Hausse prognostizieren zu können.
 
Den US-Bürgern fehlt die Konsumfähigkeit
 
Wie am Freitag schon beschrieben: In den USA sind seit Mitte letzten Jahres über 5 Millionen Stellen abgebaut worden. Die Arbeitslosenquote ist nach offiziellen Zahlen auf 8,9 % angestiegen. Es wird nicht mehr lange dauern, und sie wird zweistellig. Inoffizielle Berechnungen liegen bereits deutlich über den veröffentlichten Werten. Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, können nicht mehr wie gewohnt konsumieren. Ein derartiger Abbau von Arbeitsplätzen wird sich demnach immer auf den Konsum negativ auswirken.
 
Gestern hat Torsten Ewert auf die Sparquote hingewiesen. Diese steigt nach vielen Jahren wieder deutlich an und erreicht nach einem Minus in 2005 nun wieder ein Niveau von über 4 %. Diese eigentlich zunächst eher positive Nachricht ist auf der anderen Seite ein Beleg dafür, dass auch hier die US-Bürger ihren Konsum drastisch einschränken.
 
Sinkende Rohstoffpreise
 
Verblüffend ist, trotz dieser schlechten Arbeitsmarktdaten und trotz der steigenden Sparquote ist der Rückgang des Konsums in den USA noch nicht so stark, wie man erwarten sollte. Das liegt unter anderem an zwei Faktoren: Die Meisten (immerhin 5 Millionen) sind erst in den letzten Monaten arbeitslos geworden. Die betroffenen Familien müssen sich zum Teil erst an die neue Situation anpassen und werden ihren Lebensstil erst nach und nach ändern.
 
Darüber hinaus sind nahezu zeitgleich mit dem Arbeitsmarkt auch die Heiz-, Benzin-, und Energiepreise drastisch eingebrochen. Die Summen, welche die US-Bürger hier nun einsparen können, stehen auf der anderen Seite wiederum dem Konsum zu Verfügung und können somit einen gewissen Ausfall kompensieren.
 
Wie reagieren die US-Unternehmen?
 
Gefährlich wird es, wenn diese Rohstoffpreise in nächster Zeit wieder stark anziehen sollten. Der positive Effekt der niedrigen Energie- und Rohstoffpreise würde sich sofort auflösen. Die US-Unternehmen wären demnach mit einer plötzlich stark sinkenden Konsumbereitschaft konfrontiert, die durch die zeitverzögerten Auswirkungen des Arbeitsplatzabbaus verschärft würde.
 
In Folge eines rückläufigen Konsums wird sich der Konkurrenzkampf zwischen den Unternehmen erheblich intensivieren. Die Unternehmen werden mit Rabattaktionen reagieren, sprich die Preise werden sinken. Wenn jedoch gleichzeitig die Rohstoffpreise steigen, müssen somit die Gewinnmargen der Unternehmen, die sowieso schon unter der aktuellen Krise leiden, weiter zurückgehen. Viele Unternehmen werden entweder weitere Angestellte entlassen müssen oder direkt in Konkurs gehen. Das bedeutet jedoch noch mehr Arbeitslose und damit noch mehr Menschen, die kein Geld zum konsumieren haben.

Wenn also in der aktuellen Situation steigende Rohstoffpreise auf die angeschlagene US-Wirtschaft treffen,  muss mit einem weiteren, eventuell sogar drastischen Anstieg der Arbeitslosenquote gerechnet werden. Dieses Mal können steigende Rohstoffpreise nicht wie bei der letzten Rohstoffhausse durch einen wirtschaftlichen Boom und einer Belebung des Arbeitsmarktes abgefedert werden. Sie würden somit die aktuelle Rezession in den USA erheblich verschlimmern.
 
Rohstoffpreise abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung
 
Da jedoch die Rohstoffpreise wiederum von der Nachfrage abhängig sind und die Nachfrage wiederum von der wirtschaftlichen Aktivität, sollte sich eine Rezession letztlich dämpfend auf die Rohstoffpreise auswirken. Das gilt natürlich besonders für die USA als Motor der Weltwirtschaft.
 
Normalerweise reguliert sich der Markt auf diese Weise selbst, so dass angesichts der schlechten wirtschaftlichen Verfassung der USA mit keiner nachhaltigen Rohstoffrally zu rechnen sein sollte.
 
Externe Faktoren
 
Leider beschreibt dieser Kreislauf lediglich das normale Wechselspiel der Kräfte. Doch zurzeit kommen entscheidende externe Faktoren dazu.

Die US-Regierung hat massive Konjunkturprogramme beschlossen. Diese können natürlich dazu führen, dass die US-Wirtschaft zumindest zeitweise wieder anspringt. Eine sich beschleunigende Aktivität der US-Wirtschaft würde neue Arbeitsplätze schaffen, so dass wieder mehr Geld in den Taschen der US-Bürger vorhanden wäre. Das wiederum würde den Konsum beleben und damit die Wirtschaft antreiben – so zumindest die Hoffnung der US-Regierung. Leider hat schon der New-Deal in den Jahren der Weltwirtschaftskrise nach 1929 in den USA gezeigt, dass dieser Effekt nur von kurzer Dauer ist. Sobald die monetäre Stimulation der Wirtschaft aufgrund ausufernder Staatsverschuldung zurückgeführt werden muss, bricht dieses ganze schöne Gebilde wieder in sich zusammen.
 
Geldmengenhausse

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, der zu beachten ist. Durch die Nullzinspolitik und die damit verbundene enorme Ausweitung der Geldmenge in den USA (und im Rest der Welt), wird immer mehr Geld auf die Suche nach Rendite gehen. Wenn dieses Geld den Rohstoffmarkt entdeckt, kann es gut sein, dass die oben genannten fundamentalen Bedenken, die gegen eine Rohstoffrally sprechen, einfach überkompensiert, spricht vom Geld weggespült werden.
 
Es könnte also tatsächlich entgegen aller fundamentalen Vernunft zu einer Rohstoffhausse, einer Echo-Bubble kommen, welche die US-Wirtschaft in Folge in die Knie zwingen würde. Allerdings wäre eine solche Echo-Blase im höchsten Maße instabil, da ihr schließlich die fundamentale Grundlage fehlt. Diese könnte somit jederzeit noch dramatischer als schon beim ersten Mal in sich zusammenbrechen. Doch wie immer werden solche Gefahren in der Gier ausgeblendet.
 
Fazit:
 
Würde man zurzeit den „normalen“ Gesetzmäßigkeiten des Marktes trauen können, dürfte der aktuelle Anstieg der Rohstoffpreise nichts weiter als eine technische Gegenreaktion nach dem dramatischen Einbruch der letzten Monate sein. Bis jetzt sieht es auch genau danach aus. Wenn die Weltwirtschaft nicht bald wieder nachhaltig anspringt, sollte eine Rohstoffhausse demnach ausbleiben.
 
Leider sind die beiden Aspekte: Konjunkturprogramme in vielen Industrieländern und weltweite Ausweitung der Geldmengen in ihren Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte (und wie hier schon erwähnt auch auf die Aktienmärkte) kaum berechenbar. Es könnte somit im Rohstoffmarkt (wie auch im Aktienmarkt) zu einer Hausse komme, die nicht von einer starken wirtschaftlichen Erholung begleitet wird.
 
Noch ist es allerdings, wie oben bereits erwähnt, zu früh, eine solche Geldmengenhausse zu prognostizieren. Hier bedarf es weiterer Daten und Fakten. Ich werde Sie aber natürlich auf dem Laufenden halten.

Viele Grüße
 
Jochen Steffens
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US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Das Handelsbilanzdefizit der USA ist im März nach vorläufigen Berechnungen auf 27,58 Mrd Dollar angestiegen. Analysten hatten mit einem Minus von 29,70 Mrd. Dollar gerechnet, nach 26,13 Mrd Dollar zuvor.
 

Das ist der erste Anstieg nach acht Monaten. Ein ausschlaggebender Faktor war allerdings der Anstieg des Ölpreises. So fielen die Exporte um 2,4% auf 123,62 Mrd. Dollar zurück, während die Importe lediglich einen Rückgang von 1,0% auf 151,20 Mrd. Dollar zu verzeichnen hatten.

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