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Aktienboom ohne Wirtschaftswachstum
von Jochen Steffens
 
Im Moment beruhigt sich die Lage im Zusammenhang mit der Sorge um eine Pandemie wieder etwas. Offensichtlich ist dieser Schweinegrippevirus harmloser als erwartet. Bisher wird außerhalb von Mexiko bei Erwachsenen nur von einem sehr milden Verlauf berichtet, der gut zu behandeln ist. In Mexiko können zudem bisher nur sieben Todesfälle eindeutig dem Schweinegrippevirus zugeordnet werden. Die anderen über 150 Todesfälle könnten auch Folge einer normalen Grippeepidemie gewesen sein, das ist noch nicht geklärt.
 
Die erste Welle war harmlos
 
Doch man sollte nun auf der anderen Seite das Thema Schweinegrippe nicht verharmlosen. Auch die spanische Grippe der zwanziger Jahre verlief in drei Wellen, wobei die erste Welle zu einer in dieser Zeit normalen Todesrate führte. Erst die zweite Welle, die wenige Monate später folgte, hatte die bekannten verheerenden Auswirkungen. Diese und die dritte Welle sollen 20 bis 70 Millionen Menschen das Leben gekostet haben. Also selbst wenn in der aktuellen Situation die erste Welle vergleichsweise harmlos verläuft, und es macht allen Anschein, dass das geschieht, sollte man dem Thema weiterhin aufmerksam gegenüberstehen, um notfalls schnell reagieren zu können.
 
GM schliddert in die Insolvenz
 
Sobald die Grippe wieder aus dem Fokus der Anleger rückt, werden wahrscheinlich wieder die Autobauer in eben diesen rücken. GM hat ein Sanierungskonzept vorgelegt. Doch der wichtigste Vorschlag, der Tausch von Schulden (Unternehmensanleihen) in eine zehnprozentige Beteiligung an GM wird bereits von mehreren Anleihegläubigern als unannehmbar und unangemessen bezeichnet. Wenn jedoch nicht mehr als 90 % der Gläubiger diesem Vorschlag zustimmen, kippt der gesamte Sanierungsvorschlag. Damit ist eine Insolvenz von General Motors im Moment wahrscheinlicher, denn je. Doch diese Aussichten lassen die Märkte kalt, offenbar ist eine Insolvenz tatsächlich schon eingepreist.
 
Doch die Märkte reagieren nicht
 
Lediglich etwas Druck kam gestern auf, als durchsickerte, dass zwei der amerikanischen Großbanken, die Citigroup und die Bank of America, mehr oder weniger durch den Stresstest gefallen sind. Dieser Test soll ergeben haben, dass die Institute noch Finanzierungslücken von mehreren Milliarden Dollar aufweisen.
 
Aber auch diese Reaktion war nur kurz. Der Markt zeigt zurzeit eine ungewöhnliche Stärke und ist nun sogar dabei, wichtige Bullensignale zu generieren. Hier muss man jetzt sehr genau analysieren, was passiert. Ich hatte es schon vor Wochen immer mal wieder geschrieben: Wenn der Markt schlechte Nachrichten ignoriert, muss man das bullish werten. Und genau dieses Szenario ist zurzeit zu beobachten.
 
Aktienboom ohne Wirtschaftswachstum

Derweil frage ich mich, woher diese Stärke kommt. Es gibt für mich eine mögliche Erklärung:
 
Wie wir wissen, wird die Geldmenge in den USA zurzeit dramatisch ausgeweitet. Normalerweise müsste das zu einer volkswirtschaftlichen Inflation führen. Das Problem ist: In den USA wird es zurzeit aufgrund der steigenden Arbeitslosenzahlen, der Verarmung breiter Teile der Bevölkerung und der Nachwirkungen der Immobilienkrise schwer, eine nachfrageindizierte Inflation zu erschaffen. Tatsächlich fehlt den US-Amerikanern zurzeit das Geld, um zu konsumieren. Doch ohne Nachfrage, kein Preisanstieg. Und diese Situation wird sich wahrscheinlich bei einer Pleite der Autobauer noch verschlimmern. 
 
Das Geld kommt nicht bei den Konsumenten an
 
Ein Problem dabei ist, dass die Geldmengenausweitung zurzeit noch nicht bei der Wirtschaft ankommt. Das hat natürlich damit zu tun, dass die Banken immer noch nicht bereit sind, die billigen Kredite an Unternehmen weiter zu geben. Erst wenn diese wieder Kredite erhalten und bereit sind zu investieren, wird das Geld den Binnenkonsum beleben.
 
Kurz: Die Fed hat den Geldhahn aufgedreht, das Geld fließt in die Banken, aber es wird nicht weitergegeben. Was passiert mit dem Geld und wo fließt es hin? Ein großer Teil versickert zurzeit in einem enormen Entschuldungsprozess. Viele Kredite, die im Zusammenhang mit dem Immobilienboom, aber auch dem Aktienboom gewährt wurden, sind nun nach dem Zusammenbruch nicht mehr ausreichend gedeckt. Diese schwarzen Kreditlöcher absorbieren Geld. Doch einen gewissen Teil des Geldes werden Banken und institutionelle Anleger (z.B. Hedge-Fonds) dazu nutzen, zu investieren. Es ist, schlicht gesagt, einfach zu verlockend, Geld ohne Zinsen leihen zu können und damit am Markt etwas rumzuspielen.
 
Ein erster Hinweis

Wenn ich mir die Stärke der Märkte anschaue, könnte eben diese Stärke bereits ein Hinweis darauf sein, dass es zu einer Art Asset-Price-Inflation im Aktienmarkt kommt. Nach der Krise 2000-2003 floss das Geld in den US-Immobilienmarkt. Es kam quasi zu einer Immobilienpreisinflation. Ich bezweifle, dass sich das wiederholen wird. In den USA haben wir im Immobilienmarkt im Moment noch mit einem großen Angebot und einer geringen Nachfrage zu tun. Die geringe Nachfrage hängt damit zusammen, dass viele US-Amerikaner nach dem Immobiliencrash dem Kauf von Immobilien sehr skeptisch gegenüber stehen. Außerdem stehen wegen der Rezession, dem Bankencrash und der Hypothekenkrise, wie oben erwähnt, kaum Kredite zur Verfügung.
Das Überangebot wiederum ist Folge der Wirtschaftskrise. Immer mehr Amerikaner können unter anderem aufgrund von Arbeitslosigkeit die Zinsen nicht mehr bezahlen und versuchen, ihre Immobilien los zu werden.  
 
Aus diesem Grund ist es wahrscheinlicher, dass sich die Geldmenge nach dieser Krise eine andere Anlageform sucht. Nur, da gibt es nicht mehr viele Alternativen. Aus diesem Grund besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Aktienmarkt als Anlageziel „neu“ entdeckt wird. Schaut man sich die ungeheure Ausweitung der Geldmenge an, könnte das unter gewissen Voraussetzungen zu einem unglaublichen Aktienboom führen, dem aber zunächst die wirtschaftliche Erholung fehlt. Sozusagen ein Aktienboom ohne Fundament, quasi eine Aktieninflation...
 
Hier entstünde dann eine Reihe von Fragen:
 
Würde eine solche Aktieninflation auch zu einer Belebung der Wirtschaft führen? Schließlich steht zu befürchten, dass dieser Aktienboom zunächst an einem großen Teil der US-Bürger vorbeigehen würde. Diese haben, wie gesagt, viel Geld verloren und es ist fraglich, wie schnell sie wieder Investitionsbereitschaft zeigen. Sollte das so geschehen, würde es wesentlich länger dauern, bis der Aktienboom zu einer höheren Konsumbereitschaft der US-Amerikaner, beziehungsweise Investitionsbereitschaft der Unternehmen führen würde.
 
Was macht die Fed?

Wenn Ben Bernanke auch nur entfernt zu dem steht, was er als Professor über Jahre gelehrt hat, müsste er diesem Boom sehr schnell durch steigende Zinsen begegnen. Da jedoch die Pensionsfonds in den USA unterfinanziert sind und aktuell die Baby-Boomer-Generation in Rente geht (seit 2006), wäre ein Aktienboom genau die richtige Entwicklung. Allerdings kamen aus Reihen der Fed bereits erste Forderungen, die Zinsen möglichst bald wieder anzuheben. In diesem Sinne wird auch die heutige Fed-Sitzung, beziehungsweise das Fed-Statement sehr interessant.
 
Wir müssen also abwarten, wie sich die Märkte weiter entwickeln. Werden die wichtigen Marken, darunter die 1.385er Marke im Nasdaq100, nachhaltig überwunden oder nicht. Sollte es zu einem nachhaltigen Ausbruch kommen, müssen wir die Möglichkeit eines geldmengenindizierten Aktienbooms/Aktieninflation (zunächst) ohne Wirtschaftswachstum zumindest in Betracht ziehen.

Viele Grüße
 
Jochen Steffens
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US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2009 stärker geschrumpft als von Analysten erwartet. In der ersten Veröffentlichung brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um annualisiert 6,1% ein. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 4,6% gerechnet, nach einem Rückgang im vierten Quartal 2008 um 6,3%.
 

Mit dieser Veröffentlichung wurde zum ersten Mal seit 34 Jahren in drei aufeinanderfolgenden Quartalen ein Rückgang verzeichnet. Als Grund für den Einbruch wird ein massiver Rückgang der Investitionen genannt, daran ist auch der Rückgang der Investitionen im Immobilienmarkt beteiligt. 
 
Doch auch diese wirklich schlechte Nachricht lies den Markt kalt. Das könnte jedoch daran gelegen haben, dass trotz der hohen Arbeitslosigkeit der private Konsum in den USA im ersten Quartal noch zugelegt hat und sich positiv auf das BIP auswirkte. 

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