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Bearish - für was eigentlich?
von Jochen Steffens

 
Gestern rief ein Kollege an und meinte: „Jochen, ich habe das Gefühl, du bist zu bearish!“ Ich stritt das zunächst ab und meinte, ich bin zurzeit weder bearish noch bullish. Ich warte ab, was passiert. Meine Prognose war, dass wir die 5.000-Punkte-Marke sehen und uns an dieser etwas aufhalten werden. Genau das ist passiert. Und nun warte ich ab, ob wir weitere Hinweise bekommen, wohin sich die Reise entwickeln wird.
 
US-Wirtschaft mit strukturellen Problemen
 
Im weiteren Gesprächsverlauf musste ich jedoch zugeben, dass ich gewisse Bedenken habe, was die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft anbetrifft. Ich rechne zwar damit, dass es nach diesem massiven Einbruch in allen Bereichen zu einer Erholung kommt, diese jedoch nur von kurzer Dauer sein wird.

Das hängt damit zusammen, dass ich nicht erkennen kann, wo die nachhaltige Belebung der US-Wirtschaft herkommen sollte. 70 % der Wirtschaftskraft in den USA sind vom Binnenkonsum abhängig. Der enorme Einbruch des US-Arbeitsmarktes und die massive Belastung der US-Bürger durch Immobilienkredite werden sich mit einer gewissen Zeitverzögerung belastend auf den Konsum in den USA ausweiten.

Hinzu kommt, dass die Folgen dieser Krise, also quasi die Nachbeben, uns noch eine Weile beschäftigen werden. Jederzeit kann es zu Problemen auf den Kreditmärkten kommen, und weitere wichtige Unternehmen der Schlüsselindustrien können in Insolvenz gehen. Die Folgen der GM- und Chrysler-Pleite sind noch nicht abzusehen. Die immense Ausweitung der US-Staatsverschuldung wird irgendwann zurückgeführt werden müssen. Die Gesundheits- und Sozialsysteme der USA müssen reformiert werden. Und schlussendlich stecken wir mitten in der Phase, in der die Baby-Boomer in Rente gehen. Auch in Folge dessen wird ein gewisser Teil der Kaufkraft in den USA verloren gehen. Nein, es gibt wenig in den USA, was Hoffnung macht.
 
Nur, um das schon einmal hier einzuschieben: Das muss jedoch keine Auswirkungen auf die Entwicklung der Börsenkurse haben. Doch dazu gleich mehr.
 
Ähnlich wie 2003?
 
Desweiteren mache ich mir Sorgen, dass viele Anleger mittlerweile bewusst oder unbewusst denken, die Situation ähnelt der im Jahr 2003. Damals hatten die niedrigen Zinsen in den USA schließlich auch die Welt vor dem Untergang bewahrt.  Dieser mögliche Untergang war Ende 2002 und 2003 in den Medien omnipräsent, falls Sie sich noch erinnern.  Und tatsächlich zeigen sich bereits Ähnlichkeiten in der Chartentwicklung.
 
Der entscheidende Unterschied
 
Doch ich sehe einen riesigen Unterschied: In den Jahren des 2000er Crashs haben viele US-Bürger ihr Glück in den vermeintlich krisensicheren Immobilien gesucht. So startete ein Immobilienboom, der durch die Niedrigzinspolitik erst so richtig angeheizt wurde. Analysiert man aus heutiger Sicht die wirtschaftliche Entwicklung der USA seit 2003, kommt man zu dem Schluss, dass es eben dieser Immobilienboom gewesen ist, der der US-Wirtschaft eine Initialzündung gegeben hat. Die Bauwirtschaft ist schließlich die Branche, die in einem Boom auf die meisten anderen Branchen einen positiven Einfluss hat.
 
Zweiter Immobilienboom?
 
Allerdings glaube ich nicht, dass es zu einem erneuten Immobilienboom in den USA kommt. Natürlich wird sich der Immobilienmarkt stabilisieren. Aber um die USA aus der Rezession zu ziehen, müsste es schon einen vergleichbaren Hype wie 2003-2006 geben. Doch zu viele Menschen haben sich in den USA mit Immobilien die Finger verbrannt oder aber kennen welche, die sich verspekuliert haben. Diese stehen nicht mehr für Immobilienkäufe zur Verfügung. Zudem hat die Finanzmarktkrise das Ende der extrem lockeren Kreditvergabe bewirkt. In den Jahren 2004-2007 wurden den US-Bürgern Immobilienkredite quasi aufgedrängt. Mittlerweile wird die Kreditvergabe derart restriktiv gehandhabt, dass viele US-Bürger, selbst wenn sie wollten, keine Hypothekendarlehen mehr erhalten würden.
 
Das Problem der Kreditvergabe
 
Und genau hier verbirgt sich das zweite Problem: Um aus dieser rezessiven Phase in den USA herauszukommen, müsste es zu einem Nachfrageschub kommen. Aufgrund der extrem hohen Arbeitslosigkeit in den USA ist dieser aber nicht zu erwarten. Eine zweite Möglichkeit wäre ein Investitionsboom (so wie es der Immobilienboom im Prinzip auch gewesen ist). Doch auch das ist aufgrund der restriktiven Kreditvergabe nicht zu erwarten.
 
Woher soll er kommen?
 
Woher, und das ist die Frage, die mich quält, woher soll also ein neuer Boom in den USA kommen, der die aktuelle rezessive Phase überkompensiert? Ein Boom, der den Ausfall der Baby-Boom-Rentner als Kosumenten überkompensiert. Ein Boom, der mehrere Millionen neue Arbeitsplätze schafft. Ein Boom, der dem Staat neue Steuereinnahmen beschert, die die immense Staatsverschuldung verringern können.
 
Für die Emerging Markets ist es zu früh
 
Mein Kollege meinte dazu, dass die Emerging Markets, allen voran China und vielleicht Indien, die USA nun als Motor der Weltwirtschaft ablösen werden. Sie wissen, ich hatte diese These bereits hier im Steffens Daily angeführt. Ich vermute aber, dass es dazu noch zu früh ist. Im Moment ist die Weltwirtschaft noch zu sehr auf die USA fixiert. Diese Fixierung wird sich nicht in wenigen Monaten lösen können. Wahrscheinlicher ist, dass die Emerging Markets noch einige Jahre brauchen werden, um die Weltwirtschaft aus einer Rezession zu führen. So schnell kann sich ein globales Wirtschaftssystem einfach nicht umstellen.
 
Börse und Wirtschaft
 
Nun gut, was machen aber die Märkte daraus? Und hier sieht die Situation nicht so eindeutig aus. Einerseits kann die enorme Ausweitung der Geldmenge dazu führen, dass die finanzstarken privaten und institutionellen Anleger einfach aus einem Anlagenotstand heraus den Aktienmarkt als neues Renditeobjekt entdecken. Auf der anderen Seite können die Kurse in der nächsten Zeit auch allein dadurch angetrieben werden, dass sich die Konjunkturdaten im Vergleich zu den Vormonaten positiv verändern. Diese im Vergleich zum Vormonat prozentualen Verbesserungen sind aber nichts weiter als eine Reaktion auf die extremen Einbrüche zuvor.
 
Und hier beginnt die unterschiedliche Sichtweise: Ich bin, was die weiteren Prognosen für die US-Wirtschaft anbetrifft, tatsächlich eher bearish gestimmt. Ich bin aber, was den Markt anbetrifft, zumindest kurz- bis mittelfristig (also erst einmal bis Herbst) eher bullish eingestellt.
 
Soweit so gut. Das Problem ist dabei: Ich mag es überhaupt nicht, wenn meine Prognose zur Wirtschaft und die zum Markt derart auseinandergehen. Es ist vom Gefühl her so, als würde man auf einem ausgehöhlten Gelände ein Hochhaus bauen wollen. Man rechnet einfach jederzeit damit, dass der Untergrund nachgibt und alles einstürzt.
 
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen meine Einschätzung etwas näher bringen
 
Tja, und während ich das schreibe nähert sich der DAX auch schon wieder mit großen Schritten der 5.000-Punkte-Marke. Ich hatte Sie gewarnt: Diese Marke wird den DAX noch eine Weile beschäftigen. Mittlerweile schon seit 20 Handelstagen, sprich einem Monat... 
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

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US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Der ISM-Dienstleistungsindex ist im Mail auf 44,0 Punkte angestiegen. Analysten hatten mit einem stärkeren Anstieg auf 45,0 gerechnet, nach einem Stand von 43,7 zuvor.

 
Zwar kann man hier eine leichte Erholung erkennen, allerdings sinkt der ISM-Index nach der alten Berechnung bereits wieder. Der Dienstleistungssektor macht den überwiegenden Anteil des BIPs aus. So gesehen ist der ISM-Dienstleistungsindex eigentlich der maßgeblichere Index. Leider fehlen hier die historischen Vergleichsdaten, so dass immer noch der ISM-Indesx des verarbeitenden Gewerbes als Hauptindikator herangezogen wird.
 
Um die aktuelle Entwicklung des ISM-Dienstleistungsindex mit dem des verarbeitenden Gewerbes in einen Kontext zu bringen, muss man darauf hinweisen, dass beim ISM-Dienstleitungsindex der Einbruch zuvor nicht so gravierend gewesen ist. Das würde wiederum die These, die ich gestern hier im Steffens Daily aufgestelllt hatte unterstützen. Es weist zudem darauf hin, dass sich die Folgen des Arbeitsplatzabbaus anfangen auszuwirken.

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