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Protektionismus weitet sich aus
von Jochen Steffens
 
Eine sehr unschöne Nachricht kommt heute aus China: Wie die FTD berichtet, greift nun auch China zu protektionistischen Maßnahmen. China hat eine „Buy-Chinese-Klausel“ in sein milliardenschweres Konjunkturprogramm eingebaut. So sollen bei staatsfinanzierten Projekten nur noch Produkte verwendet werden, die in China hergestellt wurden. Wenn Waren aus dem Ausland eingesetzt werden sollen, muss eine Genehmigung eingeholt werden.
 
Interessant ist, dass die Chinesen nun selbst zu protektionistischen Maßnahmen greifen, obwohl sie genau das vor kurzem noch bei den USA aufs Schärfste kritisiert hatten. Die USA nahmen bereits vor einigen Monaten eine ähnliche Floskel in ihr Konjunkturprogramm auf. Nach massiven Protesten aus dem Ausland wurde diese zwar abgeschwächt, blieb aber doch Teil des Konjunkturprogramms.
 
Wie du mir, so ich dir

Nun folgt also prompt die Retourkutsche aus China. Das Problem dabei ist, dass jetzt die Gefahr von weiteren Nachahmern wächst. Auch Frankreich hatte ja seine Hilfen für die nationalen Autobauer mit entsprechenden Auflagen verbunden. Schon stellt sich die Frage, ob sich die USA mit dieser Klausel einen Gefallen getan haben. Wenn jetzt auch noch weitere Länder anfangen, ihre Märkte über solche Maßnahmen zu schützen, besteht die Gefahr, dass dies die Krise erheblich vertieft. Das hätte wiederum Einfluss auf die Wirtschaft in den USA. Es ist eine Erfahrung aus der Vergangenheit: Eine ähnliche Form des Protektionismus war einer der Gründe, der die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren drastisch verschlimmerte.
 
Was also zunächst ganz sinnvoll für die eigene Wirtschaft erscheint, wird sich relativ schnell als Bumerang herausstellen – auch für die Chinesen.
 
Manchmal fragt man sich, mit welchem Recht sich der Mensch eigentlich immer wieder als intelligentes und vernunftbegabtes Wesen bezeichnet? Ein Wesen, das nicht einmal aus der eigenen Vergangenheit lernt, geschweige denn derart einfache Zusammenhänge versteht, ist wohl weit von dem, was man gemeinhin als „intelligent“ bezeichnet, entfernt (kleiner Scherz).
 
Wer eine solche protektionistische Entwicklung überhaupt nicht gebrauchen kann, ist natürlich der Exportweltmeister Deutschland, aber das ist ein ganz anderes Thema. 
 
Ich frage mich auch, ob diese Nachricht nicht der wirkliche Grund für den aktuellen Kursrückgang ist, da heute auch besonders die Unternehmen schwach sind, die mit Außenwirtschaft zu tun haben. Mich wundert zudem etwas, dass der Markt, der nun so lange an der 5.000er Marke gehalten wurde, noch vor dem Verfallstag Richtung 4.800 Punkte abtaucht. Aber noch ist nicht Freitag, und wie gesagt, es kann in der Verfallswoche sehr volatil werden...
 
Deflationstendenz
 
Gestern wurden die Erzeugerpreise veröffentlicht. Zwar sind diese aufgrund des wieder ansteigenden Ölpreises gestiegen, allerdings ist die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) um 0,1 % zurückgegangen. Hier zeigt sich nun die zeitversetzte Wirkung, von der ich die letzten Monate geschrieben habe. Erst jetzt reagiert die Kernrate auf den starken Rückgang der Erzeugerpreise zuvor. Dazu das Diagramm:
 
 
Deutlich erkennt man, wie die Verbraucherpreise sich 2007 / 2008 von der Kernrate nach oben entfernt hatten. Verantwortlich hierfür war hauptsächlich der explodierende Ölpreis, aber auch steigende Nahrungsmittelpreise trugen dazu bei. Die Kernrate kam erst gemächlich hinterher, reagierte also auch hier schon zeitversetzt. Das hängt damit zusammen, dass steigende Energiekosten sich erst mit der Zeit auf die Produktionskosten auswirken.
 
Mitte letzten Jahres folgte dann der Einbruch der Erzeugerpreise. Doch obwohl die Erzeugerpreise nach dem Hoch massiv zurückgegangen sind, stieg die Kernrate in dieser Zeit noch weiter an. Und erst jetzt sehen wir, dass auch die Kernrate langsam anfängt zu sinken.
 
Wie weit das gehen wird, kann man noch nicht sagen. Trotzdem betreten wir gerade den deflationären Bereich.
 
Verbraucherpreise weniger volatil
 
Auch bei den Verbraucherpreisen sehen wir eine ähnliche Entwicklung. Diese sind im Mai mit 0,1 % moderat gestiegen. Auf Jahressicht kam es zu einem Minus von 1,3 %. Das ist der stärkste Rückgang seit 1950. Die Kernrate stieg im Mai allerdings noch um 0,1 %.
 
 
In diesem Diagramm wird deutlich, wie kontinuierlich, ja fast linear die Kernrate ansteigt (schwarze Linie). Der Unterschied dieser Entwicklung zu der Entwicklung der Kernrate der Erzeugerpreise ist offensichtlich. Auch die Volatilität des Gesamtindex ist wesentlich niedriger. Wenn es hier erst einmal zu einer fallenden Tendenz kommen sollte, hätten wir es mit einer manifesten Deflation zu tun.
 
Deflation und Rezession

Nach den Rekordtiefs bei der Industrieproduktion und der Kapazitätsauslastung (siehe Steffens-Daily unter US-Konjunkturdaten von gestern,klicken Sie hier) ist es kein Wunder, dass wir uns in einem deflationären Umfeld befinden. Die Wirtschaft produziert nicht mehr, weil die Nachfrage nicht mehr vorhanden ist. Wie sollen in so einem Umfeld die Preise steigen?
 
Auch wenn die enorme Ausweitung der Geldmenge in den USA für eine Inflation spricht, bin ich mir angesichts der Schärfe der Rezession nicht sicher, ob wir nicht doch in einer Deflation enden. Allerdings kann es zwischenzeitlich jederzeit zu einem kurzen aber heftigen Anstieg der Inflationsindikatoren kommen, zum Beispiel, wenn die Öl- und Rohstoffpreise wieder stärker steigen. Hier muss dann beobachtet werden, wie sich die anderen Indikatoren entwickeln. Lediglich eine echte und nicht nur vorübergehende Stabilisierung der US-Wirtschaft erhöht die Gefahr einer Inflation. Dafür gibt es bisher noch keine handfesten Anhaltspunkte, diese müssten abgewartet werden.

Die Frage, Deflation oder Inflation ist damit meines Erachtens nach wie vor noch nicht entschieden. Die aktuellen Daten weisen zurzeit noch eher in Richtung Deflation.

Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 

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