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Bereitet die Fed eine Zinserhöhung vor?
von Jochen Steffens
 
Ich möchte heute noch mal an den Gedanken von gestern bezüglich Zinserhöhungen seitens der Fed anknüpfen. Man muss sich natürlich fragen, warum sollte die Fed die Zinsen in einer derart fragilen wirtschaftlichen Situation anheben? Das erscheint auf den ersten Blick unsinnig. Wie ich gestern geschrieben habe, befinden wir uns noch in einem deflationären Umfeld, und Deflation bekämpft man, wie es auch Ben Bernanke in seiner Zeit als Professor gerne dargestellt hat, am sinnvollsten mit niedrigen Zinsen, beziehungsweise der Ausweitung der Geldmenge. Um auf diese Frage einzugehen, muss man daher zuvor einige Faktoren in die Überlegungen einbeziehen.

Wie steigen die Preise?
 
Es gibt zwei wesentliche Faktoren, die sich innerhalb einer Wirtschaft treibend auf die Preise auswirken können. Zum einen, wenn sich die Geldmenge ausweitet. In diesem Fall steht quasi mehr Geld der gleichen Anzahl von Produkten gegenüber. Das bedeutet, dass das Geld im Vergleich zu den Produkten „entwertet“ wird. Die Preise werden steigen, sprich, es entsteht Inflation.
 
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass sich die Umlaufgeschwindigkeit ändert. Dazu folgendes Beispiel: Gehen wir davon aus, dass immer mehr Menschen mit einer positiven Entwicklung der Wirtschaft und mit steigenden Löhnen rechnen. Sie hören auf, zu sparen und geben immer mehr Geld aus. Dieses Geld führt dazu, dass eine höhere Nachfrage entsteht, weswegen die Unternehmen mehr produzieren. Diese Unternehmen machen mehr Gewinn und können mehr Arbeitnehmer anstellen, die wiederum mehr Geld ausgeben können. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes steigt an. Immer öfter wird die der Wirtschaft zur Verfügung stehenden Geldmenge pro Jahr umgeschlagen. Hier ist es die höhere Nachfrage nach Produkten, die zu der Preissteigerung führt.
Den umgekehrten Fall kann man sich etwas einfacher vorstellen: Wenn auf einmal alle anfangen würden, zu sparen, würde die Geldumlaufgeschwindigkeit sinken. Die Unternehmen ihre Produkte nicht mehr verkaufen können und müssten die Preise senken. Es entstünde Deflation.

Also beeinflusst auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes die Preisentwicklung.
 
Das bedeutet: Wenn die Geldmenge ansteigt, kann Inflation entstehen, und wenn die Umlaufgeschwindigkeit zunimmt, kann ebenfalls Inflation entstehen.

Aktuelle Situation in den USA
 
Wenden wir uns nun der aktuellen wirtschaftlichen Situation in den USA zu. Die Menschen halten Geld zurück, weil sie eine Wirtschaftskrise befürchten. Wir erkennen das an der stark steigenden Sparquote in den USA. Damit verlangsamt sich die Geldumlaufgeschwindigkeit. Das Geld, das auf den Konten geparkt oder mit dem ein Kredit zurückbezahlt wird, bremst sozusagen den bisherigen schnelleren Geldfluss. Dieses Geld kommt nicht mehr bei den Unternehmen an, so dass diese ihre Produkte nicht mehr so gut veräußern können und die Preise senken. Es entsteht Deflation.

Da die Gewinne sinken, werden Menschen entlassen. Diese können ebenfalls nicht mehr so viel Geld in den Konsum investieren, so dass die Entwicklung beschleunigt wird. Auf der anderen Seite beobachten diejenigen, die noch Arbeit haben die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und werden noch mehr sparen, um sich gegen einen möglichen Arbeitsplatzverlust abzusichern.
 
Zurzeit sinkt also die Geldumlaufgeschwindigkeit.
 
Die versickerte Geldmenge
 
Andererseits versickert im Moment noch die Geldmengenausweitung der Fed bei den Banken, die alles versuchen, um ihre Eigenkapitalquoten zu erhöhen und ihre Kreditausfallsrisiken abzusichern. Das bedeutet: Die Geldmengenausweitung kommt zumindest noch nicht wirklich in der US-Wirtschaft an.
Da gleichzeitig die Umlaufgeschwindigkeit in den USA rapide abnimmt, auch weil die Arbeitslosigkeit explosionsartig zunimmt, werden große Teile der Geldmengenausweitung auch durch diese Faktoren überkompensiert.
 
Das ist der Grund, warum es trotz massiver Ausweitung der Geldmenge im Moment noch zu einer deflationären Entwicklung kommt. Der eine Teil des Geldes versickert in den riesigen Löchern, die durch die Finanzkrise bei den Finanzinstituten entstanden sind, der andere wird durch die Rezession absorbiert.
 
Was passiert, wenn?
 
Nehmen wir nun an, die enorme Ausweitung der Geldmenge wird irgendwann die Löcher im Finanzsystem gestopft haben. Dann wird diese Geldmengenausweitung sofort ungebremst an die Wirtschaft weitergegeben. Das würde zu einer schnellen wirtschaftlichen Expansion führen, die gleichzeitig auch die Geldumlaufgeschwindigkeit rapide erhöhen würde. Es käme zu dem, was so viele Analysten befürchten: einer stark steigenden Inflation.
 
Kann die Fed Inflation zulassen?

Nun sollten Sie nicht denken, die Fed würde diese Zusammenhänge nicht kennen. Gerade Ben Bernanke hat in den Jahren als Professor häufig über diese Themen referiert. Die Frage ist also, will oder besser „kann“ die Fed Inflation zulassen.
 
Viele Anleger behaupten, die USA werde versuchen, über Inflation das Problem mit der Staatsverschuldung zu lösen. Die Schulden würden einfach „weginflationiert“. Um es krass auszudrücken: Wenn eine Billionen Dollar nach ein oder zwei Jahren nur noch die Kaufkraft von einer Milliarde Dollar hätte, wären die Schulden schnell bezahlt. So die Theorie.

Die ganze Sache hat einen großen Haken. Die amerikanische Regierung ist in einem erheblichen Maße von ausländischen Krediten abhängig, um eben diese Staatsverschuldung zu finanzieren. Diese zunehmende Verschuldung treibt bereits jetzt die langfristigen Zinsen in den USA merklich an. (vereinfacht gesagt: da derzeit eine Schwemme von Staatsanleihen auf den Markt kommt, muss den Käufern ein hoher Zins geboten werden, damit sie die Papiere abnehmen).
 
Wenn die Fed also eine starke Inflation des Dollars zulassen würde, würde es immer schwerer werden, neue Gläubiger zu finden. Für die Gläubiger wäre die Gefahr, dass die Inflation die erhofften Zinsgewinne auffrisst, einfach zu groß. Doch ohne dieses ausländische Geld sind die USA faktisch pleite.
 
Für Anleger ist also der Realzins entscheidend (gezahlte Zinsen minus Inflationsrate). Dieser Realzins bestimmt auch den Kurs einer Währung. Erwarten nun – insbesondere ausländische – Anleger eine starke Geldentwertung in den USA und damit einen niedrigen Realzins, wird auch der Dollarkurs unter Druck kommen.
 
Ein niedriger Dollarkurs wäre aber wiederum Gift für die US-Wirtschaft. In Dollar gezahlte Produkte wie Rohöl und andere Rohstoffe würden im Preis steigen und damit die Kosten für Unternehmen und Verbraucher zur Unzeiterhöhen, nämlich in der Rezession.

Die Fed kann also nicht nur die Inflation selbst, sondern schon die Erwartung einer solchen nicht zulassen. In gewissen Grenzen wird sie also auch versuchen, den Dollar zu stützen. Eine mögliche Maßnahme dazu wäre, den Märkten die Bereitschaft zu signalisieren, im Falle einer wirtschaftlichen Erholung sofort die Zinsen zu straffen.
 
Zurück zu unserer Betrachtung:
 
Wenn sich also auch nur die ersten Anzeichen verdichten, dass die US-Wirtschaft nachhaltig anspringt, wird die Fed daraufhin sofort reagieren MÜSSEN, indem sie die Zinsen anhebt und die Geldmengenausweitung vorsichtig zurückführt.
 
Es kann also sein, dass wir viel schneller mit Zinserhöhungen in den USA konfrontiert werden, als viele denken. Nur wenn sich die Rezession und damit auch die Deflation in den USA vertiefen, wird die Fed Zinserhöhungen weiter hinauszögern.  
 
Die Folgen für die Märkte

Ohne diese enorme Ausweitung der Geldmenge müssten sich aber die Kurse in den US-Indizes der wirtschaftlichen Realität stellen. Es würde dann nicht zu einem geldmengengetriebenen Anstieg des Aktienpreises kommen. Die Luft nach oben wäre für die Märkte demnach begrenzt.
 
Bereits vorweg genommen?
 
Es kann nun sein, dass die Märkte diese Überlegungen bereits vorweg nehmen. Denn irgendetwas stimmt meiner Meinung nach seit Anfang letzter Woche mit diesem Markt nicht. Und wenn Sie mich lange genug lesen, wissen Sie, dass ich mit solchen Aussagen sehr, sehr vorsichtig bin.

Vielleicht ist auch durchgesickert, dass die Fed sich nicht mehr nur theoretisch Gedanken darüber macht, wann sie wieder mit einer Zinserhöhungsphase beginnt, sondern schon konkretere Pläne erarbeitet hat. Vielleicht werden wir bei dem Statement morgen erste Hinweise auf höhere Zinsen erhalten. Das würde die aktuelle Reaktion des Marktes erklären.
 
Genauso kann es sein, dass nach dem Ergebnis der Fed-Sitzung der Spuk vorbei ist. Das wäre der Fall, wenn es keine solchen Hinweise gibt.
 
Insgesamt, und das gilt für die nächsten Monate, müssen wir uns – egal was morgen passiert – so langsam damit anfreunden, dass der Markt sich nun mehr und mehr Sorgen um Zinserhöhungen machen wird. Das bedeutet, es kann gut sein, dass wir noch häufiger Kursschwäche im Vorfeld von Zinssitzungen erleben.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
PS: Wenn die Kursschwäche mit der Zinssitzung zusammenhängen sollte, ist es trotzdem gut möglich, dass sich die US-Märkte heute und morgen positiver zeigen. Diese Stärke wäre den Tradern zuzuordnen, die auf ein für den Markt positives Statement der Fed traden.

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens  
 
Die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser ist im Mai um saisonbereinigt 2,4% auf einen Jahreswert von 4,77 Mio. angestiegen. Analysten hatten allerdings mit einem Anstieg um 2,6% auf 4,80 Mio. gerechnet, nach 4,66 Mio. im Vormonat. Der Bestand unverkaufter Häuser ging damit von 10,1 % auf nunmehr 9,6% zurück.
 

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