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Das FOMC Statement und einige bearishe Sentiment-Überlegungen
von Jochen Steffens
 
Es hat sich zwar etwas an dem Statement der Fed verändert, aber es gab keine größeren Überraschungen. Im Wortlaut hört sich das wie folgt an:
 
„Die Informationen, die seit dem letzten FOMC-Treffen im April eingegangen sind, legen nahe, dass die Geschwindigkeit des wirtschaftlichen Abschwungs abnimmt. Die Bedingungen auf den Finanzmärkten haben sich allgemein in den vergangenen Monaten verbessert. Die Ausgaben der Haushalte zeigen weitere Anzeichen einer Stabilisierung, bleiben aber beschränkt durch anhaltende Arbeitsplatzverluste, geringere Immobilienvermögen und verschärfte Kreditbedingungen. Die Unternehmen verringern Investitionen und Beschäftigung, scheinen aber Fortschritte bei der Anpassung von Lagerbeständen und Umsätzen zu machen. Obwohl die wirtschaftliche Aktivität wahrscheinlich noch eine Zeitlang schwach bleiben wird, geht das Komitee weiterhin davon aus, dass die politischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte und -institutionen, der fiskalische und monetäre Stimulus sowie die Marktkräfte zu einer allmählichen Wiederaufnahme eines nachhaltigen ökonomischen Wachstums in einem Umfeld der Preisstabilität beitragen werden.“
 
Die Fed zeigt sich in diesem ersten Absatz damit noch etwas optimistischer, als bereits in dem letzten Statement. Man muss sagen, dass dieser Absatz eigentlich ziemlich gut die aktuelle Situation wiedergibt. Fraglich ist nur, ob die Hoffnung berechtig ist, aber darum geht es heute nicht.
 
In dem zweiten Absatz ihres Statements geht sie auf die steigenden Rohstoffpreise ein:
 
 „Die Preise von Energie- und anderen Rohstoffen sind in letzter Zeit angestiegen. Allerdings sollte der erhebliche Nachfragerückgang den Kostendruck dämpfen, und das Komitee erwartet daher, dass die Inflation für einige Zeit schwach bleiben wird.“
 
Bei dem Nachfragerückgang geht es natürlich um die weltweite Nachfrage nach Rohstoffen. Da die Wachstumszahlen für die Weltwirtschaft laufend nach unten revidiert werden, kann es gut sein, dass der Kostendruck gedämpft bleiben wird, keine Frage.
 
 Im dritten Abschnitt geht die Fed zunächst auf die Deflations- / Inflationsgefahren ein:
 
„Unter diesen Umständen wird die Federal Reserve Bank alle verfügbaren Instrumente einsetzten, um die wirtschaftliche Erholung zu fördern und die Preisstabilität aufrechtzuerhalten. Das Komitee wird die Zielbandbreite für die Leitzinsen bei 0 bis 0,25 % belassen und geht weiterhin davon aus, dass die ökonomischen Rahmenbedingungen wahrscheinlich das außergewöhnlich niedrige Niveau der Leitzinsen für einen längeren Zeitraum garantieren werden.“
 
Hier kann ich immer nur sagen: Man sollte das ernst nehmen, was die Fed schreibt. Diese niedrigen Zinsen sind nur möglich, solange die Inflation eben nicht anspringt. Also geht die Fed davon aus, dass die deflationären Tendenzen noch eine Weile anhalten werden, das wiederum ist eigentlich keine gute Nachricht.  
Und das ist damit auch das Problem: Die Fed hat nicht wie erwartet Hinweise gegeben, dass sie bald die Zinsen anheben werde. Das wiederum wird nun dahingehend interpretiert, dass die US-Wirtschaft noch zu schwach ist, um eine Zinserhöhung zu verkraften. Das ist insoweit nichts Neues, dementsprechend uneinheitlich reagierten die US-Märkte auf die Veröffentlichung.
 
(Der Rest des Statments ist überwiegend gleich geblieben, ich hänge ihn am Ende dieses Textes an.)
 
Schwäche im Dax
 
Heute konnte man sehen, dass die gestrige Rally tatsächlich nur eine Shortsqueeze gewesen ist. Der deutsche Markt zeigt auch eine deutliche Schwäche, er hat noch nicht einmal die 5.000-Punkte-Marke erreichen können. Das ist schon bedenklich. Man hat das Gefühl, dass im Moment nur noch ein paar hartgesottene Trader und Computerprogramme den Markt beeinflussen. Irgendwie fehlen offenbar die wirklichen Argumente.
Trotzdem muss man vorsichtig sein: In so einem Markt, wenn die breite Masse fehlt, ist jederzeit alles möglich. Ich kann mir im Moment sowohl plötzlich steigende, wie auch massiv einbrechende Kurse vorstellen. Sehr, sehr unnormal, unsicher, unvorhersehbar, unangenehm,  ungewöhnlich – kurz, der Markt ist in jedweder Hinsicht: „un-“
 
Der Weg des größten Schmerzes
 
Viele Anleger sind erst in den letzten Wochen eingestiegen, nachdem sich die Erholung im DAX als nachhaltiger herausgestellt hat. Diese Positionen sollten eigentlich nun alle unter Wasser sein, schließlich hat der DAX in den letzten eineinhalb Wochen die Performance der vorherigen eineinhalb Monate eingedampft. Etwas bedenklich stimmt mich, dass viele Anleger trotzdem doch noch so eine Art Gelassenheit pflegen: „Der Markt kommt schon wieder, jetzt verkaufen ist doch Unsinn.“
 
Das kann stimmen, muss aber nicht! Gerne treibt der Markt Menschen mit dieser Haltung schließlich doch noch aus ihren Positionen, da der Markt fast immer den Weg des größten Schmerzes geht.
 
Ebenfalls bedenklich stimmt mich die Zuversicht vieler institutioneller Anleger, die zum Beispiel auf die Gewinne in ihren Depots, die seit Jahresanfang entstanden sind, hinweisen und mit aller Kraft zum Einstieg blasen. Schaut man genauer hin, haben die entsprechenden Depots die Krise vorher komplett mitgemacht, weil sie investiert geblieben sind. Viele dieser Anleger haben nun die Hoffnung, aus dieser Krise noch einmal mit einem blauen Auge davon zu kommen. Sprich, wenn die Märkte nun wieder impulsiv ansteigen, werden sich ihre Depots weiter erholen und eventuell sogar wieder das Niveau von vor dem Crash erreichen.
 
Das Problem ist, der Markt ist meistens nicht nett, er ist eigentlich eher erbarmungslos. Oft holt er auch noch diese Hoffnung von ihrem Sockel und wird erst dann einen Boden finden, wenn die meisten Anleger wirklich verzweifelt sind.
  
Liquidität versus wirtschaftliche Realität
 
Aber das ist damit genau das Problem, das ich hier schon häufiger angerissen habe: Das Ausmaß dieser Krise und die Möglichkeit, dass uns die Krise auch noch mehrere Jahre begleiten wird, sprechen eigentlich dafür, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung nur eine Bärenmarktrally darstellt. Die ungeheure Liquidität, die die Fed nun auch weiter in Aussicht stellt, könnte diesen Faktor überkompensieren. Es ist zurzeit unmöglich zu sagen, welche dieser beiden Faktoren sich durchsetzen wird. Eigentlich, wenn zwei Seelen an der Richtung der Börsen zerren, kommt es zu einer Seitwärtsbewegung, wie diese dann schlussendlich auch immer aussehen wird. Naja, wir werden es erleben.
Gerade sehe ich, dass die Amis wieder sehr stark sind, vielleicht wird der DAX ja doch noch die 5.000-Punkte-Marke testen...
 
Schon sehr, sehr volatil und reichlich verrückt alles, zurzeit...
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
Der letzte Absatz des Fed-Statements:
 
Wie bereits angekündigt, wird die Fed zur Unterstützung des Hypothekenkredit- und Wohnungsmarkt sowie zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der privaten Kreditmärkte hypothekenbesicherte Anleihen halbstaatlicher Agenturen im Wert von 1,25 Billionen Dollar sowie Schulden dieser Institutionen in Wert von 200 Milliarden Dollar bis zum Ende des Jahres aufkaufen. Darüberhinaus wird die Fed langlaufende Staatsanleihen in einem Umfang von 300 Mrd. Dollar bis zum Herbst erwerben. Das Komitee wird weiterhin Zeitpunkt und Gesamtsumme seiner Käufe von Wertpapieren im Licht der sich entwickelnden ökonomischen Perspektiven und der Finanzmarktbedingungen bewerten. Die Zentralbank erleichtert zudem die Kreditvergabe an Haushalte und Unternehmen und unterstützt das Funktionieren der Finanzmärkte durch eine Reihe von Liquiditätsprogrammen. Die Fed wird die Größe und Zusammensetzung der ihrer Bilanz beobachten und Anpassungen an ihren Kredit- und Liquiditätsprogrammen wie vorgesehen vornehmen.
 

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist 15.000 auf 627.000 gestiegen. Analysten hatten mit einem leichten Rückgang auf 600.000 Anträge gerechnet. Der Wert der Vorwochen wurde von 608.000 auf 612.000 nach oben revidiert. Der aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt stieg um 500 auf 617.250.
 
 
Nachdem es zunächst so aussah, als gehen die Erstanträge langsam zurück, steigen sie nun seit 2 Wochen wieder, so dass sogar der Vierwochendurchschnitt wieder angestiegen ist. Letzten Endes sind diese marginalen Veränderungen jedoch zweitrangig. Wichtiger ist, dass sich nach wie vor jede Woche über 600.000 Menschen in den USA arbeitslos melden. Das ist unvorstellbar...
 
Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2009 mit 5,5 % weniger stark geschrumpft, als in den ersten Veröffentlichung angenommen. Zuvor war von einem Minus von 5,7 % ausgegangen worden.
 
 

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