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Eine kleine Übersicht über mögliche Prognosen für die nächsten Jahre
von Jochen Steffens 
 
Ich sag ja, ich traue dem Markt zurzeit nicht einmal ansatzweise. Nachdem gestern die Zahlen von Alcoa etwas über den Erwartungen ausgefallen sind (noch nicht wirklich gut, aber das ist ein anderes Thema), startete der DAX heute freundlich. Als dann auch noch die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe heute deutlich besser als erwartet gemeldet wurden, gab es im DAX kein Halten mehr. Prompt schoss er 2 % ins Plus. Nachdem er zuvor doch deutliche Short-Signale ausgebildet hat, dürften nun einige Shorties etwas nervös werden. Das ist allerdings etwas früh. Dazu der FDAX, der zurzeit etwas genauer als der DAX läuft:
 
  
Hier erkennt man, was eigentlich los ist. Die Nackenlinie (blaue Linie) der Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) ist gebrochen, wurde von unten getestet, und anschließend ging es weiter abwärts. Das war bearish. Der DAX hielt dann aber an der unteren Linie eines möglichen Abwärtstrendkanals, den ich hier grün eingezeichnet habe.
 
Damit geht es im Moment darum, ob sich die SKS durchsetzt, oder aber dieser Abwärtstrend. Diese Entscheidung wird wahrscheinlich an der blauen Nackenlinie fallen. Das bleibt abzuwarten. Noch will der DAX die Bärensignale nicht umsetzen, daran zeigt sich, dass dieser SKS nicht zu trauen ist. Sie erinnern sich, ich hatte geschrieben, dass man eine kleine Position auf fallende Kurse setzen kann, aber vorsichtig bleiben sollte. So langsam zeigt sich, dass dies ein guter Tipp gewesen ist.
 
Positive Nachrichten vom IWF
 
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft für das Jahr 2010 wieder etwas angehoben. Rechnete der IWF im April noch mit einem Wachstum von 1,9 %, so geht die Organisation nun von einem Wachstum von 2,5 % aus.
 
Hier verbirgt sich die Hoffnung, dass insbesondere die US-Konjunkturmaßnahmen und die geldpolitische Lockerung tatsächlich eine neue Dynamik im Jahr 2010 entstehen lassen. Für uns Börsianer ergeben sich daraus direkt zwei Fragen:
 
1.       Kommt es tatsächlich zu einer moderaten Erholung der Wirtschaft in den USA im Jahr 2010?
2.       Wenn es dazu kommt: Wird diese nachhaltig, oder ist das nur ein kurzes Aufflackern vor einer tieferen Rezession?
 
Wir wissen, dass sich der IWF mit seinen Prognosen auch schon einige Male sehr vertan hat. Also können wir solche Prognosen nicht als zuverlässige Hinweise werten. Diese Aussagen geben im Prinzip nur das wieder, wovon auch Ben Bernanke und andere ausgehen: Es kommt zu einer Stabilisierung oder sogar Erholung im Jahr 2010. Das ist aber auch schon das, was der Markt im Moment umgesetzt hat. Die viel wichtigere Frage ist jedoch, wie geht es nach dieser Erholung weiter, wenn sie denn überhaupt kommt.
 
Konjunkturprogramme und der New Deal
 
Hintergrund für diese Annahme einer Erholung in den USA sind unter anderem die Folgen der massiven Konjunkturprogramme. Aber reichen diese, um den stotternden Motor der US-Wirtschaft wieder in Gang zu kriegen?
 
Hier ist es der Blick in die Geschichte, der mich etwas skeptisch werden lässt: Der New Deal, den Roosevelt nach dem 1929er Crash initiierte, war ebenfalls ein gigantisches Konjunkturprogramm. Staatsgelder wurden in die Wirtschaft gepumpt, um Schlimmeres zu verhindern. Als jedoch die Staatsverschuldung auszuufern drohte, und dieser staatliche Stimulus wieder eingeschränkt werden musste, kam es zu der sogenannten „Roosevelt Depression“. Der Effekt des New Deals verpuffte.
 
Aus dieser Sicht ergibt sich die Frage, ob die große Seitwärtsbewegung, die ich das erste Mal bereits 2003/2004 ins Spiel gebracht habe, doch noch weiter gehen wird. Wobei ich ehrlich zugeben muss, dass ich im Jahr 2006/2007 nicht mehr wirklich daran geglaubt habe, dass die Tiefs noch einmal erreicht werden – keine Frage. Aber nachdem ich dann gesehen habe, was passierte, war auch klar, dass diese Prognose richtig gewesen ist und wahrscheinlich auch noch weiter Bestand haben wird.
 
Hieraus ergibt sich folgende Prognose für die Zukunft:
 
 
 
Wir sehen nun eine Erholung, entweder eher moderater Natur (roter Verlauf) oder sogar sehr impulsiv (blauer Verlauf; Stichwort: Asset Inflation). Dabei könnten sogar die alten Hochs wieder ins Spiel kommen. Im Herbst 2012 bildet sich dann ein neues Tief, das nicht unbedingt tiefer als die bisherigen liegen muss. Hier wird die Börse dann bereits auf eben diese „Roosevelt-Depression“ setzen, die dann vielleicht sogar in Anlehnung an den New Deal „Obama-Depression“ genannt wird. Diese wird 2016 ihren Tiefpunkt erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird dann die Börse auf eine nachhaltigere Erholung der US-Wirtschaft setzen und einen neuen Aufwärtstrend ausbilden, der wiederum 20 Jahre anhält.
 
Diese sicherlich idealisierte Prognose ergibt sich aus den Erfahrungen alter Rezessionen (siehe den Vergleich Nasdaq100 seit 2000 und Dow Jones 1929) und den Erfahrungen aus der großen Seitwärtsbewegung 1960 -1980.
 
Was diese Prognose außen vor lässt

Es ist also eine schematisierte aus historischen Erfahrungen abgeleitete Prognose. Bei dieser werden mehrere Punkte außen vorgelassen:
 
1.       Die Wirtschaftswissenschaftler haben natürlich aus der Vergangenheit gelernt und agieren in der heutigen Krise ganz anders als 1929 (siehe Geldmengenausweitung und Stützung des Bankensystems, sowie Sparergarantien, etc.)
2.       Die Regierungen und Notenbanken versuchen zurzeit noch das Problem gemeinsam in den Griff zu bekommen, obwohl sich auch schon erste protektionistische Maßnahmen zeigen.
3.       Die Emerging Markets, allen voran China, aber auch die Länder, die von dem Rohstoffhunger Chinas profitieren, könnten die Rolle als Lokomotive der Weltwirtschaft übernehmen.
4.       Die Grundsituation in den westlichen Industrieländern ist ganz anders. Der Wohlstand kann eine zeitlang als Puffer dienen.
 
Es kann also sein, dass diese zweite Abwärtswelle bis 2012 sogar ausfällt.
 
Und es gibt auch noch bearishe Prognosen

Auf der anderen Seite gibt es viele Analysten, die damit rechnen, dass die bisherigen Tiefs noch einmal dynamisch nach unten gebrochen werden. Gerade von Analysten, welche die Elliot-Wellen-Theorie nutzen, hört man erschreckende Kursziele. Diese könnten eintreffen, wenn es im Bankensystem doch noch zu weiteren Erschütterungen kommt oder andere Effekte eintreten, die bisher noch nicht vom Markt gespielt werden (z.B.: Kreditkartenblase in den USA).
 
Fazit:
 
Es ist zurzeit noch vieles denkbar. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten anhand der neuen Daten immer deutlicher erkennen können, was genau passiert. So sehen wir zurzeit bei den US-Konjunkturdaten auf breiter Front eine Erholung. Diese wurde bereits durch die Börse vorweggenommen. Es wird nun darauf ankommen, ob diese Erholung nur eine Gegenbewegung war oder nachhaltiger wird. Hier wird die Entscheidung fallen, ob die aktuelle Erholung weiter geht oder nicht.
 
Die weitere Richtung wird dann wohl erst in 2010 / 2011 entschieden. Man muss aber auf jeden Fall mit einer Echo-Rezession rechnen (siehe New-Deal). Ob diese wirklich kommt, wird davon abhängen, ob die Verantwortlichen tatsächlich aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit die richtigen Schritte gegangen sind bzw. gehen werden.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
P.S. Hier in Köln ist Herbst und das mitten im Sommer. Die Temperaturen sind drastisch gesunken, welke Blätter liegen auf den Straßen, seltsames Gefühl. Und mein geschätzter Kollege Manfred Ries schreibt in der aktuellen Ausgabe des Sunset-Traders darüber, wie man als Trader einen traumhaften Sommer auf den Seychellen verbringen kann. Da fragt man sich doch, was man falsch macht. In der aktuellen Ausgabe finden Sie übrigens auch die lukrativsten Candle-Formationen für Trader, wie man in der Südsee am besten entspannen kann und vieles mehr.

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US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA auf 565.000 gefallen. Erwartet wurden 603.000 neue Anträge nach zuvor 617.000 (revidiert von 614.000).
 
 
Nachdem es nun in den letzten beiden Wochen so aussah, als wäre die Abwärtstendenz bei den Erstanträgen aufgehoben, wurde diese nun wiederum durch die heutige Veröffentlichung bestätigt. Erkennbar ist das am Vierwochenschnitt (grüne Linie), der weiter fällt. Allerdings muss man in die Analyse mit einbeziehen, dass es gerade in den Sommermonaten häufiger zu einer Abschwächung kommt, da viele Arbeitnehmer mit den Erstanträgen warten, bis der Urlaub vorbei ist. 
 
Die Lagerbestände im US-Großhandel sind um 0,8 % gefallen. Erwartet wurde ein Rückgang im Bereich 1,0 % nach zuvor -1,3 %.

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