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Liquidität und Charttechnik
von Jochen Steffens
 
Wird erneut eine klare Umkehrformation nach oben aufgelöst? Es ist wirklich überraschend, wie vehement der Markt alle negativen Signale ignoriert. Allerdings muss man auch vorsichtig sein, heute ist kleiner Verfalltag. Gerade im DAX konnte man heute einige „verrückte“ Bewegungen sehen, die sonst eher typisch für große Verfallstage sind.
 
Noch ist die Kuh im Nasdaq100 aber  nicht vom Eis, da das alte Hoch noch nicht nachhaltig gebrochen ist. Aktuell kämpft der Nasdaq mit diesem.
 
 Quelle: www.tradesignal-online.com
 
Ich habe den Chart in einem etwas größeren Kontext eingezeichnet. Sie sehen, dass die Gaps des Island-Reversals nach oben aufgelöst wurden. Dieses Island-Reversal bildete sich auch unter der oberen Aufwärtstrendlinie (rote Linie) und, wie Sie wissen, unterhalb einer der großen Abwärtstrends (blaue Linie). Es war also eine sehr eindeutige Formation.
(Einschub: Mit dem heutigen Anstieg wurde diese Abwärtstrendlinie nach oben aufgelöst, es bleibt nun noch die eigentliche Major-Abwärtstrendlinie, hier grün eingezeichnet.)
 
Funktioniert Charttechnik?
 
Nun könnte man natürlich schnell auf die Idee kommen: Charttechnik funktioniert nicht. Doch so einfach ist das nicht. Wenn Sie den Steffens-Daily schon länger lesen, wissen Sie, wie oft charttechnische Prognosen hier funktioniert haben. Man darf jedoch nicht vergessen, dass jede Formation nur eine gewisse Eintrittswahrscheinlichkeit hat. Eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS) hat eine Eintrittswahrscheinlichkeit von bis zu 90 % und ist damit eine der prognosesichersten Formationen, wenn alle Kriterien erfüllt sind.
 
Das bedeutet jedoch, dass eine SKS selbst dann in 10 von 100 Fällen versagt. Ähnlich ist es mit dem Island-Reversal, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit etwas unterhalb der SKS liegt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit allein würde als Begründung ausreichen, um ein Scheitern zu erklären. Es trifft in der aktuellen Situation jedoch nicht den Kern.
 
Liquidität und Charttechnik
 
Klare Verkaufssignale lösen sich auf. Dafür kann es natürlich auch einen fundamentalen Grund geben und dieser ist schnell gefunden: Liquidität und Anlagenotstand. Bei Zinsen unter 1 % sucht Geld nach Rendite. Gleichzeitig steht damit den Märkten eine ungeheure theoretische Liquidität zur Verfügung. Jeder Rücksetzer wird somit als Chance gesehen, einzusteigen. Fundamentale Bedenken werden ignoriert. Eigentlich ist es genau das, was man aus der charttechnischen Entwicklung der letzten Wochen herauslesen kann.
 
Was die Charts uns noch erzählen
 
Meines Erachtens gibt es aber noch mehr, was man aus der aktuellen Situation ableiten kann: Eigentlich weiß der Markt, dass die aktuelle Rallye auf tönernen Füßen steht. Er sieht auch die Gefahrensignale. Das ist der Grund, warum sich so deutliche Umkehrsignale ausbilden.
 
Wir erkennen also im Prinzip in den Charts genau das, was ich in den letzten Wochen beschrieben habe: Die fundamentalen Rahmendaten stimmen zwar bedenklich, dem steht jedoch eine immense Liquidität gegenüber. So einfach ist es - und so unbefriedigend.
 
Die Notwendigkeiten der Fed
 
Aber ist es nicht genau das, was die Fed will? Die USA können sich im Prinzip keinen weiter fallenden Aktienmarkt leisten.
 
Ein wieder oder weiter fallender Aktienmarkt würde
 
1.       die US-Wirtschaft schwächen. Bei fallenden Aktienkursen ist es für die Unternehmen schwieriger, sich Geld zu leihen, Investitionen zu tätigen etc.;
2.       die Vermögen der US-Bürger, aber auch der Unternehmen weiter belasten. Diese sind durch den Einbruch der US-Immobilienpreise und den bisherigen Kursrutsch am Aktienmarkt sowieso schon in Mitleidenschaft gezogen worden. Sinkende Vermögen wirken sich schwächend auf den Konsum aus;
3.       das Vertrauen der US-Verbraucher weiter schwächen. Auch das drückt auf den Konsum;
4.       die großen US-Rentenfonds weiter belasten;
etc.
 
Dere Fed bleibt somit gar nichts anderes übrig, als zu hoffen, über den Aktienmarkt die Lücken zu füllen, welche die Kreditmarktkrise gerissen hat. Entweder sie lässt die USA in eine tiefe Rezession fallen oder sie pumpt wie verrückt Geld in den Kreislauf. Ich Kalkül ist es, mit dieser Aktion die Wirtschaft so lange künstlich am Leben zu erhalten, bis sie wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Das Witzige dabei ist, dass sie nicht einmal selbst damit rechnet, mit dieser Liquiditätsausweitung ein anständiges Wirtschaftswachstum zu erschaffen.
 
Timing
 
Wir als Anleger müssen uns nur fragen, wie lange spielt der Markt dieses Spiel noch mit? Wann wird er umsetzten, dass ohne einen neuen Immobilienboom und eine massive Verbesserung auf dem US-Arbeitsmarkt eine wirtschaftliche Erholung auch trotz geldpolitischer Stimulation nur auf Sparflamme erfolgen wird.  Wann wird er anfangen, den Prognosen der Fed zu glauben?
 
Und eben diese Frage ist nicht zu beantworten. Im Moment sehen wir lediglich, dass klare Verkaufssignale ignoriert werden. Wenn der Nasdaq100 nun nachhaltig über seine letzten Hochs nach oben ausbricht, dabei sogar seinen Major-Abwärtstrend hinter sich lässt, ist das so lange bullish zu bewerten, bis es zu eindeutigen Fehlsignalen nach oben kommt oder sich ein bearishes Signal bestätigt.
 
Allerdings muss man aufpassen. Wie ich gestern schon schrieb: Heute ist Verfallstag, die wirkliche Entscheidung wird erst in der nächsten Woche fallen!
 
Schlittschuhlaufen auf schmelzendem Eis
 
Glauben Sie mir, obwohl ich auch bei dieser Formation wieder gewarnt habe, voreilig zu sein - mir gefallen diese Entwicklungen nicht. Es ist kein gutes Gefühl gegen seine eigentliche Überzeugung handeln zu müssen. Es ist ein wenig so, als würde man auf schmelzende Eisschicht Schlittschuh laufen. Es kann gut gehen, aber es kann auch jederzeit zum Einbruch kommen...
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens 
US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Hausverkäufe bestehender Häuser ist um 7,2 % im Juli auf 5,24 Mio. gestiegen. Analysten hatten mit Werte von 5,00 bis 5,10 Mio. gerechnet. Das ist der stärkste porzentuale Anstieg seit über einem Jahrzehnt. Wie kommt das zustande? Ein klares Zeichen einer plöltzlichen Erholung des US-Immobilienmarktes?
 
Wohl kaum. Bei den bestehenden Häusern kann man sich natürlich auch fragen, ob hier nicht durch die hohe Arbeitslosigkeit der Verkaufsdruck bereits so hoch ist, dass einfach Häuser unter Wert verscherbelt werden. Und tatsächlich, rund 31 % der Verkäufe sind auf Zwangsversteigerungen und andere Notverkäufen zurückzuführen. Kein Wunder also, dass die Häuserpreise gemenssen am Medianpreis im Juni um satte 15,1 % zurückgegangen sind!
 
Also eigentlich sind diese Zahlen eher ein Anzeichen dafür, wie schlecht es in den USA um die Häuserbesitzer bestellt ist. Diese Zusammenhänge, die sich natürlich erst auf den zweiten Blick erschließen, scheinen den Markt jedoch nicht zu interessieren. Er reagierte mit einem deutlichen Kurssprung auf diese Veröffentlichung.  

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