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Die Interpretation von Analystenschätzungen und Marktreaktionen
von Jochen Steffens
 
Im Moment sind die Analysten, die im Vorfeld diverser US-Konjunkturdaten befragt werden (Analystenschätzungen), eindeutig zu bullish. So auch bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die heute veröffentlicht wurden. Diese sind erneut gestiegen und zwar um 15.000 auf 576.000 Anträge. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang um 8.000 Anträge gerechnet
 
 
Im Diagramm ist schön zu erkennen, dass die Abwärtsbewegung bei den Erstanträgen nachhaltig gestoppt ist. Es scheint sich sogar ein neuer Aufwärtstrend auszubilden. Wir nähern uns damit langsam wieder der 600.000er Marke. Auch der Vier-Wochen-Durchschnitt (grüne Linie) steigt wieder an. Sollten die US-Erstanträge  in den nächsten beiden Wochen weiter zulegen, sehe ich schwarz für den August-Arbeitsmarktbericht, der am 4. September veröffentlicht wird.
 
Zu positive Schätzungen
 
Interessanter ist in diesem Zusammenhang eine andere Auffälligkeit. Es geht um die Analystenschätzungen. Hier kann man immer wieder Regelmäßigkeiten erkennen: Steigt der Markt und  zeigen sich erste positive Signale in der Wirtschaft, werden auch die Analystenschätzungen optimistischer. Irgendwann trüben sich die wirtschaftlichen Rahmendaten leicht ein oder steigen nicht mehr wie erwartet. Die Analystenschätzungen liegen dann über den veröffentlichten Werten. Der Markt reagiert darauf meistens mit einer Konsolidierung.

Damit sind Analystenschätzungen quasi wie eine Art Sentimentindikator (Stimmungsindikator) zu bewerten. Sehen wir ein auffälliges und über mehrere Wochen andauerndes Ungleichgewicht zwischen den Schätzungen und den tatsächlichen Veröffentlichungen, so ist das ein Hinweis darauf, dass die Analysten zu bullish (oder im umgekehrten Fall zu bearish)  sind. Sollte der Markt diese bullishe Stimmung widerspiegeln, steigt er also, wäre dieses Ungleichgewicht ein klarer Warnhinweis, dass bald eine Konsolidierung ansteht.
 
Natürlich kann in Folge eines derartigen Ungleichgewichts auch eine nachhaltige Trendwende eingeleitet wird. Das kann man jedoch allein aus dem Ungleichgewicht nicht ableiten. Hier müsste man dann die Gesamtsituation in die Analyse mit einbeziehen.

Rückblick
 
Im Bärenmarkt haben wir eine solche Entwicklung am Anfang des Jahres gesehen. Sie erinnern sich vielleicht. Damals hatte ich bemerkt, dass sich die US-Konjunkturdaten bereits aufhellten, der Markt, wie auch die Analysten das jedoch noch nicht umgesetzt hatten. Etwas später folgte dann die Erholungen.
 
Solche Ungleichgewichte tauchen immer wieder auf, und sie sind ein wichtiger Indikator, um zukünftige Entwicklungen vorauszusagen.

Wie reagiert der Markt?

Daneben muss natürlich immer geprüft werden, wie der Markt auf die Veröffentlichungen von US-Konjunkturdaten reagiert. Werden negative Daten vom Markt ignoriert und positive Daten gleichzeitig übermäßig durch Kurssteigerungen honoriert, ist das bullish zu werten. Werden hingegen positive Nachrichten ignoriert und kommt es nach schlechteren Nachrichten zu Kurseinbrüchen, muss man das als bearishes Zeichen werten.
 
Fasst man diese beiden Hinweise zusammen, erhält man schon ein gutes Bild über die aktuelle Marktsituation. Allerdings kommt dann noch das nicht unwesentliche Problem des Timings hinzu. Manchmal können sich Ungleichgewichte auch über mehrere Wochen halten (siehe Anfang des Jahres), ohne dass der Markt reagiert. Dieser Effekt tritt besonders, wen wundert es, in Übertreibungsphasen auf.
 
Fazit
 
Wir haben in den letzten Wochen bereits mehrfach zu positive Analystenschätzungen gesehen. Die US-Konjunkturdaten verschlechtern sich zudem. Das ist ein Hinweis auf eine Konsolidierung. Eine sehr kleine haben wir in den letzten Tagen bereits erlebt. Die Frage ist, wird diese sich ausweiten oder war es das schon. Wenn ich mir die US-Arbeitsmarktdaten von heute ansehe, würde ich davon ausgehen, dass die Korrektur noch nicht beendet ist, oder es später noch zu einer heftigeren Korrektur kommt. Der Markt spielt aber im Moment erst einmal die deutlich positiveren Zahlen vom Phily-Fed-Index. Dazu gleich mehr unter den US-Konjunkturdaten.

Zum Nasdaq100: Er hat das Gap-Niveau erreicht und mittlerweile sogar leicht überschritten. Man sieht, dass die Marktteilnehmer immer noch sehr leicht zum kaufen zu bewegen sind. Man muss somit natürlich auch auf der Oberseite mit Fehlsignalen rechnen. Trotzdem, wenn der Nasdaq100 das letzte Hoch nachhaltig überwindet, ist das Island-Reversal als Umkehrformation hinfällig. Und immer wenn klare Umkehrformationen nach oben aufgelöst werden, ist das wiederum ein bullishes Zeichen. Morgen ist kleiner Verfallstag. Die eigentliche Entscheidung wird damit wohl erst am Montag / Dienstag fallen. Ich bin gespannt.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Der Philly-Fed ist im August auf plus 4,2 gestiegen. Das ist der höchste Stand seit November 2007. Analysten hatte hingegen mit einem Wert von Minus 2,0 gerechnet, nach einem Minus von 7,5 zuvor.  Beim Philly-Fed deuten negative Werte auf eine Kontraktion der Wirtschaftstätigkeit, positive Zahlen auf eine Expansion des Gewerbes hin.
 
 
Die Verbesserung des Philly-Fed muss auch wieder im Zusammenhang mit der Abwrackprämie in den USA sowie den US-Konjunkturprogrammen gesehen werden. Wie gesagt, wichtiger ist zurzeit wahrscheinlich der ISM-Dienstleistungsindex. Das kann man auch daran erkennen, dass mit Veröffentlichung des ISM-Dienstleistungsindex, der im Gegensatz zum ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes schlechter ausgefallen war, die US-Märkte  in eine Konsolidierung übergingen.
 
Die US-Frühindikatoren haben sich um 0,6 % verbessert. Analysten war von einem Wert um 0,7 % ausgegangen, nach einem Plus von 0,8 % zuvor.  

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