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Spielen die Märkte verrückt?
von Torsten Ewert 
 
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
die Kursverläufe der letzten Wochen hinterlassen im Analystenlager einiges Kopfschütteln. Zwei ziemlich klare Umkehrformationen – die viel beachtete SKS im Juli in einer Reihe von Indizes und das jüngste Island-Reversal im NASDAQ 100 – wurden nacheinander nach oben aufgelöst: Am Freitag markierten alle wichtigen Indizes neue Jahreshochs.
 
Von schlechten und von guten Konjunktursignalen
 
Auch der Ölpreis, häufig ein guter Konjunkturindikator, brach über 74 US-Dollar auf neue Hochs aus. All das ist schon verwunderlich, wenn wir uns die vermeintlich gar nicht so rosige Lage an der Konjunkturfront anschauen.
 
Zugegeben, die Rezessionsphase scheint sich ihrem vorläufigen Ende zu nähern. Seit Monaten signalisieren wichtige Indikatoren eine Besserung auf breiter Basis. Doch nach wie vor bleiben Belastungen im Bankensektor, bei Konsumentenkrediten und Unternehmensfinanzierungen. Vom Immobilienmarkt in den USA gar nicht zu reden.
 
Und doch waren gerade die Immobiliendaten am Freitag der Anlass für den fulminanten Anstieg. Dabei sind die Daten vor allem auf den zweiten Blick gar nicht so rosig.
 
Wen interessiert der Immobilienmarkt?
 
Denn gemeldet wurden die Zahlen für bestehende Immobilien. Und hier sind die Verkäufe stärker als erwartet gestiegen. Da gleichzeitig die Preise immer weiter sinken, bedeutet das zunächst, dass mehr Menschen zu niedrigen Preisen verkaufen.
 
Bereits in einer Analyse im April hatte ich an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass dies unweigerlich passieren wird, wenn die Arbeitslosigkeit in den USA weiter steigt. Das hat sie in den vergangen Monaten getan, also können wir vermuten, dass viele US-Bürger ihre Häuser verkaufen mussten. Das bestätigt auch ein genauerer Blick auf die Zahlen vom Freitag, denn danach sind über 30 % der Verkäufe auf Zwangsversteigerungen und Notverkäufe zurückzuführen (siehe Steffens-Daily vom Freitag unter US-Konjunkturdaten).
 
Nun wird von Analysten immer wieder auf die (bisherige!) Bedeutung des Immobilienmarktes in den USA hingewiesen. Mit Verweis darauf können Sie mitunter lesen, dass der Immobilienmarkt der Schlüssel für die Erholung der US-Wirtschaft ist (Ähnliches wird auch über den US-Konsum gesagt). Doch ganz offensichtlich ignorieren die Märkte diese schlechten Signale vom Immobiliensektor derzeit.
 
Dafür kann es zwei Gründe geben: ERSTENS der Immobilienmarkt ist aus irgendwelchen Gründen unwichtig geworden oder ZWEITENS unsere Interpretation der Zahlen vom Freitag ist falsch oder unvollständig.
 
Die Bedeutung des US-Immobilienmarktes
 
Selbst der Mit-Schöpfer des bekannten Case/Shiller-Hauspreisindex, Robert Shiller, rechnet mit einer nächsten Immobilienwelle in den USA nicht innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre. Wirtschaftlich ist der Immobilienmarkt in der nächsten Zeit vielleicht sogar „tot“, das heißt sein Beitrag zum Wirtschaftswachstum wird bedeutend geringer ausfallen als in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten.
 
Aufgrund der vielfältigen Verknüpfungen dieses Sektors zu anderen Wirtschaftsbereichen (Möbel, Elektrogeräte, Baumärkte usw.) wäre das allein schon hart genug für Amerika. Aber ein schrumpfender Immobilienmarkt verringert auch das Vermögen der US-Bürger, die neben Aktien vor allem in Immobilien investiert sind. Und eine Stabilisierung der Situation wirkt unmittelbar auf die Vermögenslage der Bevölkerung und damit auf deren Stimmung und Kauflaune.
 
Die Bedeutung des US-Immobilienmarktes mag sich zwar durch die aktuelle Krise verschoben haben, sie ist aber aufgrund dieses zweiten Aspekts immer noch immens für die USA.
 
Die gute Nachricht hinter den schlechten Zahlen
 
Also müssen wir unsere Interpretation der Daten nochmals überprüfen und dabei auch etwas weiter schauen. Gut, die Hausverkäufe steigen bei niedrigen Preisen und angesichts steigender Arbeitslosigkeit. So weit, so schlecht.
 
Doch zunächst einmal ist es mit einem Hausverkauf so wie mit einem Aktienverkauf: Zu jedem Verkäufer gehört auch ein Käufer. Es werden vielleicht immer mehr Bürger gezwungen, ihre Häuser zu verkaufen, aber wir dürfen auch davon ausgehen, dass es vielen davon bisher noch gar nicht gelungen ist, ihre Immobilien loszuschlagen! Seit Monaten werden die Berichte in den US-Medien immer dramatisch, die von Hausbesitzern berichten, die ihre Häuser nicht los werden.
 
Insofern zeigen die Zahlen anziehender Verkäufe, dass der Markt wieder in Bewegung kommt und das Interesse an Immobilien wieder zunimmt. Eine Bodenbildung scheint in Sicht, und das ist eine gute Nachricht für die Märkte in dieser für viele US-Amerikaner sicher schweren Situation.
 
Bodenbildung am US-Immobilienmarkt?
 
Auch ein anderer Indikator signalisiert eine mögliche Bodenbildung, und zwar der Hauspreisindex, des schon erwähnten US-Ökonomen Robert Shiller (siehe Grafik):
 
 
Quelle: Standard and Poor‘s
 
Ein deutliches Abbremsen seit dem Preisrutsch 2007 ist klar zu erkennen. Viel mehr noch: Der Markt spekuliert eventuell sogar darauf, dass sich die Preise inzwischen vielleicht schon erholt haben. Denn dieser Preisindex erscheint immer mit zweimonatiger Verzögerung, das heißt die hier gezeigten letzten Daten spiegeln die Situation vom Mai 2009 wider.
 
Die oben genannten Zahlen vom Freitag letzter Woche stammen aber bereits vom Juli, und offenbar erkennen viele Marktteilnehmer darin ein positives Zeichen auch für die Preisentwicklung. Das würde aufgrund der genannten psychologischen Komponenten für die US-Bürger eine Entspannung ihrer Vermögenslage bedeuten.
 
Eine gehörige Portion Zweifel bleibt
 
Dennoch bleiben Zweifel, ob das wirklich alles so positiv ist oder nicht doch nur eine Erleichterungsreaktion. Denn selbst bei einer Bodenbildung auf niedrigem Niveau wird ein „toter“ Immobilienmarkt als Wachstumsträger ausfallen. Und diesen Ausfall muss der Rest der US-Wirtschaft erst einmal irgendwie kompensieren. Dieses „Irgendwie“ ist das große Fragezeichen, das vorsichtige Investoren derzeit umtreibt. Die eingangs genannten Umkehrformationen sind auch dafür ein ganz klares Anzeichen.
 
Und selbst die Bodenbildung ist ja noch keine ausgemachte Sache. Gut möglich, dass diese Preisberuhigung nur eine Verschnaufpause vor einem weiteren Einbruch darstellt. Denn die Probleme am Arbeitsmarkt halten weiter an. Und deren Auswirkungen sind in der Wirtschaft immer erst mit einiger Verzögerung zu spüren...
 
Fazit
 
Die Märkte blenden immer noch alle negativen Signale aus. Derzeit denkt man lieber dreimal um die Ecke, bis man doch noch einen positiven Effekt findet, als dass man zwiespältige Nachrichten am Markt umsetzt. Das beleget, dass wir hier die Auswirkungen der viel beschworene Liquiditätsrally sehen.
 
In diesem Fall können mutige Anleger ihre Bedenken auch erst einmal zurück stellen und dieses Spiel mitmachen – natürlich immer mit einer Hand an der Reißleine. Denn irgendwann wird die Börse wieder die Realität widerspiegeln...
 
 
Mit besten Grüßen
 
Torsten Ewert

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