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Deutschland hat gewählt und jetzt?
von Jochen Steffens
 
Deutschland hat gewählt. Inhaltlich möchte ich auf den Wahlausgang nicht eingehen, das gebietet die parteipolitische Neutralität. Uns interessiert in diesem Rahmen eher, inwieweit diese Wahl einen Einfluss auf die Wirtschaft und damit auch auf die Börse haben wird.
 
Überschätzter Einfluss
 
Doch bei dieser Thematik wird immer wieder der kurz- bis mittelfristige Einfluss der deutschen Politik auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland und somit auch auf die Entwicklung der Arbeitslosenquote etc. massiv überschätzt. Wir als Börsianer wissen, dass die Musik anderswo spielt. Die allernächste Zukunft Deutschlands hängt nicht davon ab, welche Volksparteien regieren, sondern davon, was in den USA geschieht und wie sich dementsprechend die Weltwirtschaft entwickelt.
 
Es hängt davon ab, ob sich die US-Wirtschaft erholen wird
 
Der Erfolg der gerade gewählten schwarz-gelben Koalition wird damit hauptsächlich davon abhängen, ob sich die US-Wirtschaft in den nächsten vier Jahren nachhaltig erholt. Noch hat die USA die Rolle als Lokomotive der Weltwirtschaft inne. Und nur wenn die Weltwirtschaft anzieht, wird auch Deutschland als Exportweltmeister davon profitieren können.
 
Europa als Handelspartner
 
Gut drei Viertel der Ausfuhren von Waren „Made in Germany“ werden allerdings in europäische Länder geliefert. 64 % der Ausfuhren gehen davon direkt an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Also wird auch hier die Entwicklung der europäischen Wirtschaft einen wesentlich größeren Einfluss haben, als Parteien und Politiker. Die europäische Wirtschaft ist natürlich aufgrund ihrer weltweiten Verflechtung wiederum vergleichsweise abhängig von der Weltwirtschaft.
 
 
Dazu ein Diagramm. Dargestellt ist die Rangfolge der 20 wichtigsten Handelspartner Deutschlands nach dem Wert der Exporte. Interessant ist, dass mehr Waren(wert) nach Frankreich als in die USA exportiert werden. China liegt „nur“ an elfter Stelle.  Nach den USA kommen Großbritannien, die Niederlande, Italien, Österreich, Belgien und Spanien, alles EU-Länder.
 
Über 50 % Export
 
Beeindruckender in dem oben genannten Zusammenhang ist jedoch eine andere Grafik. Sie zeigt, wie sehr Deutschland vom Export abhängig ist:
 
 
 
Die Exporte haben einen Anteil von fast 51 % am Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland. Im Vergleich dazu ist der Anteil der Exporte einiger ausgewählter Länder dargestellt. Die Unterschiede sind deutlich. Die USA ist mit einem Anteil von 13 % weit abgeschlagen. In den USA werden also innenpolitische Entscheidungen unter Umständen sogar einen erheblichen Einfluss auf das US-Wirtschaftswachstum haben können.
 
Das BIP
 
Das Bruttoinlandsprodukt gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen.
 
Wenn schon über 50 % des BIPs in Deutschland vom Export abhängig sind und man dazu rechnet, wie viele Waren und Dienstleistungen nicht zyklisch, also nicht oder kaum abhängig von wirtschaftlichen Entwicklungen sind (z.B. Lebensmittel), wird deutlich, auf wie wenig Anteil des BIPs die deutsche Politik tatsächlich Einfluss nehmen kann. Hinzu kommt, dass die meisten Mittel, wie z.B. Steuererleichterungen oder anderes selbst wiederum nur partielle oder indirekte Auswirkungen haben.
 
Fasst man das alles zusammen, enttarnt sich endgültig wie bedauerlich niedrig der kurzfristige Einfluss der Politik auf das Wirtschaftswachstum und damit auch auf die Entwicklung der Arbeitslosenquote in Deutschland ist. Oder vereinfacht ausgedrückt: Boomt die Weltwirtschaft geht es Deutschland gut, tut sie das nicht, geht es Deutschland schlecht.
 
Und damit ist auch erläutert, warum die europäischen Börsen so stark auf Veränderungen an den US-Börsen reagieren und es bisher nicht geschafft haben, sich diesem Sog zu entziehen.
 
Geschmückt mit fremden Federn
 
Umso amüsanter finde ich, wenn Politiker der jeweiligen Parteien einen Wirtschaftsaufschwung, die Verringerung der Arbeitslosenzahlen (sofern er nicht nur „schön gerechnet“ ist) und anderes als Verdienst ihrer eigenen Arbeit bezeichnen. Meistens, wie man auch in 2005 bis 2007 gesehen hat, sind solche Erfolge eher Folgen der positiven weltwirtschaftlichen Entwicklung gewesen.
 
Deutschland zwischen Euphorie und Sorgen
 
Wenn Sie sich also fragen, welchen Einfluss die schwarz-gelbe Politik nun auf die Entwicklung Deutschlands in den nächsten vier Jahren haben wird, kann ich – je nach Ihrer politischen Einstellung – entweder Ihre Sorgen verringern oder muss Ihre Euphorie dämpfen. Es wird nicht viel passieren, und das, was schließlich tatsächlich passiert, hängt zu einem großen Teil eben nicht von politischen Entscheidungen in unserem kleinen Deutschland ab.
 
Die langfristige Entwicklung
 
Doch Politik ist natürlich nicht unnütz. Ich habe immer geschrieben „kurzfristigen“ Einfluss. Eigentlich müssten sich die Politiker vielmehr mit den langfristigen Entwicklungen des Landes beschäftigen. Und hier sind Themen wie Bildungspolitik, Familienpolitik, demographische Entwicklungen, Standortfaktoren, technologische Forschung und die Frage der langfristigen wirtschaftlichen Ausrichtung von sehr zentraler Bedeutung. Doch seinen wir ehrlich, ausgerechnet da, wo die Politik wirklich Einfluss nehmen kann, wurde in den letzten Jahrzehnten vielfach von allen regierungsbildenden Parteien einiges verschlafen.
 
Politische Börsen haben kurze Beine
 
Heute aber feiert der DAX erst einmal den Wahlausgang. Auch das ist typisch. In den meisten Ländern reagiert die Börse positiv, wenn konservative Parteien an die Macht kommen. Es kann sein, dass der DAX noch einige Tage zum Markt eine gewisse Outperformance aufweist, dann wird die Wahl das sein, was die Börse schon immer schnelllebig gemacht hat: eine Nachricht von gestern...
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens 

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