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Der masochistische Trader
von Jochen Steffens
 
Ich habe vor kurzem eine Mail erhalten, in der sich ein Kollege über sich selbst beschwerte, dass er im März nicht eingestiegen sei. Ich weiß, dass sich auch sehr viele andere Anleger ärgern, nicht irgendwo in der Nähe der Tiefs im März investiert zu haben. Dabei hatten all diese Anleger offensichtlich gute Gründe, eben das nicht zu tun – ansonsten hätten sie es doch getan! Das Problem dabei: Die menschliche Psyche ist für das Traden einfach nicht geeignet. Sie neigt dazu, die Vergangenheit zu verfärben. So scheint es fast so, als müsse man als Börsianer einen durchweg masochistischen Charakter haben. Bei all den tollen und doch so klaren Signalen, die es zu verpassen gibt.
 
Man hätte doch im Tief einsteigen sollen, hat es vielleicht sogar getan, aber viel zu schnell verkauft. Wäre man doch vor dem Crash short gegangen – dann wäre alles gut – das ist die beständige Litanei vieler Anleger.
 
Mental destruktiv
 
Tatsächlich sind solche Gedanken nicht nur völlig falsch und zudem sinnlos, sondern auch noch höchst hinderlich beim Traden. Sie müssen sich lediglich fragen, was solche Gedankenwürmer bei Ihnen bewirken, was sie mit Ihnen machen. Über solche Gedanken geraten Sie in den mentalen Minusbereich. Sie haben etwas verpasst, Sie haben etwas nicht richtig gemacht, Sie haben eindeutige Signale nicht gesehen. In der Summe bestätigen Sie sich über Ihre eigenen Gedanken damit nichts anderes, als dass Sie ein schlechter Trader / Börsianer sind. Und der Weg zum Eingeständnis, ein völliger Versager zu sein, ist dann nicht mehr weit.
 
Wie wollen Sie aber mit so einer mentalen Basis gute Trades machen? Solche Gedanken, machen Sie kraftlos, mutlos, unglücklich, frustriert. Im schlimmsten Fall resignieren Sie völlig, ob der ganzen guten Signale, die Sie nicht gesehen haben.
 
Vielleicht sollten Sie innehalten und sich überlegen, welche mentalen Voraussetzungen ein guter Trader haben sollte:
 
Er sollte von sich überzeugt sein, er darf Spaß an seiner Arbeit haben, er muss mutig sein, manchmal sogar verwegen. Er muss kämpfen können und sich über gute Trades freuen. So wird das Traden wesentlich besser gelingen.
 
Der Verstand als Problemsucher
 
Aber die menschliche Psyche liebt es, sich mit Problemen zu beschäftigen. Wenn der Verstand also erkennt, dass Sie einen Trade verpasst haben, stürzt er sich voll Freude auf dieses Thema, bauscht es auf, lässt es Ihrem Kopf immer und immer wieder umherkreisen, raubt Ihnen sogar zuweilen den Schlaf. Aber wozu das Ganze? Als Lerneffekt sind solche Gedankenwürmer nicht hilfreich. Dazu reicht eine kurze, aber ehrliche Analyse. Ändern kann man jetzt auch nichts mehr. Also, was helfen solche Gedanken?
 
Nichts!
 
Mentale Stärke
 
Viel wichtiger ist es, sich auf die positiven Dinge zu konzentrieren, die Sie geschafft haben. Schauen Sie sich Ihre guten Trades an, beschäftigen Sie sich mit Ihren Erfolgen. Es gibt jeden Tag neue Signale und die Börse wird immer wieder neue Chancen bereitstellen, gute Trades zu machen.
 
Tatsächlich, das werden allerdings nur erfahrene Trader zugeben, war das letzte Jahr nicht wirklich besonders gut geeignet, um auf Wochen- und Monatssicht gute Trades zu machen. Das Risiko war sehr hoch, die Chancen, aufgrund der enorm hohen Volatilität deutlich niedriger.
 
Und so gibt es einen Spruch, der dieses „Hätte ich doch“ sehr nett enttarnt:
 
Die wohlhabende Börsenfamilie „Hätte ich doch“ lebt in einer luxuriösen Villa, direkt neben einer völlig runtergekommenen Holzbaracke der Familie „Hätte ich doch nicht“.
 
Eine Konsolidierung oder ein neuer Abwärtstrend?
 
Und etwas Ähnliches werden wir vielleicht in den nächsten Tagen und Wochen erleben. Wir sehen gerade, dass eine kleine Konsolidierung startet. Wissen Sie, ob diese Konsolidierung wirklich nur klein ausfallen wird? Was wäre, wenn diese Konsolidierung sich auswächst? Wo setzen Sie Ihren Stopp in ihrem Gesamtdepot?
 
Dazu ein Blick auf den Nasdaq100 Chart:
 
 
Wir stellen uns vor, Sie wären nach und nach mit mehren Positionen in Einzelaktien eingestiegen und hätten insgesamt auf den Nasdaq100 hochgerechnet einen sehr guten Einstiegskurs erzielt, der bei ca. 1.350 Punkten. Das bedeutet, wenn der Nasdaq100 unter 1.350 Punkten fallen würde, wären Sie mir ihrem Gesamtdepot im Minus.
 
Was tun Sie?
 
Okay, zunächst einmal, so der Charttechniker, müsste man den Retest des roten Abwärtstrends abwarten, vorher verkauft man nicht. Es könnte sich bis dahin lediglich um eine kleine Konsolidierung in einem starken Aufwärtstrend handeln. Immerhin würde Ihr Gesamtdepot nur 6 % verlieren, wenn Sie beim Bruch der roten Linie alles verkaufen. Das wäre noch zu verkraften. Aber alles verkaufen? Und wo dann wieder einsteigen? Schnell hat man den Wiedereinstieg verpasst und schaut den Kursen hinterher.
 
Nach so einem Anstieg sind aber größere Konsolidierungen auch sehr normal. Also müsste man schon dem Aktiendepot etwas Luft geben, schließlich hat man doch einen sehr guten Einstiegskurs erwischt.
 
Das Mindestkorrekturziel einer solchen Bewegung liegt beim 23,6er Retracement. Wenn Sie bis dahin warten, haben Sie bereits 10 % Ihrer Gewinne wieder verloren. Nun, bei so einem starken Trend kann eine normale Konsolidierung auch durchaus mal bis zu 50 % der vorherigen Aufwärtsbewegung korrigieren. In diesem Fall kämen Sie allerdings schon wieder Ihrem Einstiegskurs gefährlich nahe.
 
Wie kann man das Problem lösen?
 
Vergessen Sie es. Sie werden diese Fragen nur mit dem Chart nicht wirklich gelöst kriegen. Sie können versuchen gestaffelt auszusteigen. Aber es kann dann sein, dass der Markt genau, wenn Sie komplett verkauft haben, urplötzlich wieder dynamisch ansteigt und Sie den Einstieg verpassen.
 
Sie können sich sagen, ich habe so einen guten Einstiegskurs erwischt, ich bleibe investiert und lasse mich auf Kaufkurs ausstoppen. Auch hier kann genau dasselbe passieren. Sie können aber auch jetzt sofort aussteigen. Dann haben Sie zwar den Gewinn gesichert, werden sich schließlich aber ärgern, wenn der Nasdaq100 neue Mehrjahreshochs ausbildet und Sie nur zuschauen. Wo steigen Sie wieder ein, wenn Sie jetzt aussteigen? Bei einem neuen Hoch? Das könnte aber auch nur ein Fehlsignal sein. Schwierig.
 
Sollte aber der Nasdaq100 sogar neue Tiefs ausbilden, verspreche ich Ihnen, dass die meisten, die zu guten Kursen eingestiegen sind, von ihren Gewinnen fast nichts übrig behalten werden.
 
Die eigene Marktmeinung
 
Tatsächlich muss man sich, sobald man etwas längerfristig auf Sicht von Wochen tradet, eine Meinung zum Markt bilden und sich auf diese verlassen. Ansonsten werden Ihre Ergebnisse lediglich Zufall bleiben. Sich eine solche Meinung zu bilden, ist bereits in „normalen“ Börsenphasen nicht einfach und erfordert ein ständiges Hinterfragen der aktuellen Nachrichten- und Konjunkturlage. In den letzten Monaten war dies aber meines Erachtens nahezu unmöglich. Zu undurchsichtig war die Bankenkrise, zu wenig aussagekräftig die US-Konjunkturdaten, etc.
 
Und auch jetzt geht diese Gemengelage weiter: Die Liquidität kann die Kurse weiter und weiter treiben. Die wahrscheinlich schlechtere Konjunkturentwicklung in den USA (siehe auch US-Konjunkturdaten von heute - weiter unten) kann die Kurse aber jederzeit in eine Korrektur zwingen. Sollten daraufhin weitere Horrornachrichten folgen, sind auch neue Tiefs denkbar. Das ist die Sachlage.
 
Und zurzeit gibt es wenig Anhaltspunkte, welches dieser Szenarien eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit hat – leider. Der Faktor Liquidität unterwandert die Aussagekraft der fundamentalen Indikatoren – ansonsten wären die Börse bisher nicht so stark angestiegen.
 
In normalen Börsenphase
 
Anders verhält es sich, wenn Sie normale Wirtschaftzyklen und langsame Zinsveränderungen mit den Bewegungen an den Börsen abgleichen können. Hier werden die Konjunkturdaten dem geneigten Börsianer bereits frühzeitig entsprechende Signale liefern. Die Trends sind langsamer und gesunde Konsolidierungen helfen einzusteigen, etc. Hier können Sie für bestimmte Szenarien vergleichsweise hohe Wahrscheinlichkeiten herausarbeiten und diese nutzen, um Ihre Trades zu platzieren.
 
Prägen Sie sich die jetzige Situation ein
 
Was werden Sie in dieser Konsolidierung tun? Jetzt alles verkaufen? Oder darauf hoffen, dass diese Konsolidierung schnell wieder vorbei ist. Egal was Sie tun, prägen Sie sich diese Situation genau ein, damit Sie sich in vier oder fünf Monaten an Ihre Gedanken und Ihre Emotionen erinnern. Dann nämlich werden Sie sich nicht mehr sagen hören „Hätte ich doch!“
 
Gute Trader wissen, warum sie was, wann getan haben. Sie wissen zudem, dass Sie lediglich Entscheidungen treffen können. Dabei ist ihnen bewusst, dass sie niemals wissen, ob sich diese Entscheidung im Nachhinein als falsch oder richtig herausstellt. Das interessiert sie aber auch nicht, im Nachhinein weiß jeder immer alles besser. Doch Trades werden nicht im Nachhinein gemacht, sondern immer jetzt. Und jetzt ist an den Börsen immer und zudem alles möglich...
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 

Ist die Krise schon zu Ende?
Wie Sie Ihr Depot auf das Kommende vorbereiten
 
Am Freitag erscheinent die neue Monats-Ausgabe der Stockstreet Investment Strategie. In dieser entwerfen wir ein Szenario für die nächsten Monate. Dabei beantworten wir die Fragen, die viele Anleger momentan bewegen:
Verfängt sich die Weltwirtschaft in einer anhaltenden Abwärtsspirale oder ist die Krise abgehakt? Wohin wird die Entwicklung uns führen und wie können die aktuellen Probleme gelöst werden? Was bedeutet das alles für die Börsen?
 
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US-Konjunkturdaten
 
von Jochen Steffens
 
Die Bruttoinlandsprodukt der USA ist im zweiten Quartal um annualisiert 0,7% gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen, nachdem bei der letzten Veröffentlichung ein Minus von 1,0% gemeldet wurde. Analysten hatten allerdings mit einer Korrektur auf minus 1,2% gerechnet. Der PCE-Deflator stieg um 1,4% gegenüber dem Vorquartal.
 
 
 
Nach Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing Inc (ADP) ist die Beschäftigung im privaten Wirtschaftssektor der USA im September um 254.000 zurückgegangen und damit stärker gefallen als erwartet. Analysten hatten mit einem Stellenabbau von lediglich 240.000 Stellen gerechnet. Die ADP-Zahlen gelten als Hinweis auf Arbetismarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden. Es kann also sein, dass der Markt im Vorfeld dieser Zahlen schwächer notiert, weil er auch davon ausgeht, dass die Zahlen am Freitag enttäuschen.
 
Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex ist auf 46,1 Punkte zurückgegangen, nach 50,0 Punkten zuvor. Damit notiert der Indikator wieder unter der wichtigen Marke von 50 Punkten und weist auf eine Kontraktion des Gewerbes hin. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 52,5 Punkten gerechnet.
 
 
 
Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex gilt als Indikator für die Entwicklung des ISM-Index. Der Chicagoer Raum ist durch die Automobilindiustrie geprägt. Gerade hier sollte durch die US-Abwrackprämie eigentlich die Stimmung unter den Einkaufsmanagern besser sein. Es wird also spannend, wie der ISM-Index nun tatsächlich ausfällt. Sollte sich auch hier ein derartiger Rückgang zeigen, würde das die Märkte wahrscheinlich nachhaltiger belasten. Aber auch der heute veröffentlichte Wert schickte die Märkte ins Minus.

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