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Extreme Überzeugungen und ihre Wirkung
von Jochen Steffens
 
Ich habe heute direkt hintereinander zwei verschiedene Meinungen gelesen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In solchen Momenten wird einem wieder einmal die ganze Absurdität der Börsenanalysen bewusst. Wie kann es sein, dass zwei Menschen, die theoretisch über das Internet und die Medien die gleichen Informationen besitzen, zu derart unterschiedlichen Schlüssen kommen? Aus gegebenem Anlass heute also ein kleiner Ausflug nach Absurdistan.
 
Vorgeschichte
 
Der Fondsmanager James Altucher von Formula Capital bezeichnet die Warnungen der Bären, dass das Ende der Aktienrally bevorstehe, ein Rückfall in die Rezession wahrscheinlich ist oder sogar das Finanzsystem kollabieren würde als Lächerlichkeiten. Er geht von einem anhaltenden und soliden Aufschwung der US-Wirtschaft aus. Die Konjunkturprogramme seien noch gar nicht in der Wirtschaft angekommen. Die US-Unternehmen stünden nach den Massenentlassungen vor einer großen Einstellungswelle, die wiederum zu einem Anziehen des Konsums führen würde.
 
Die Gegenseite
 
Der altbekannte Mark Faber (langjährige Leser werden ihn aus früheren Publikationen kennen) erwartet hingegen auf lange Sicht einen totalen Zusammenbruch des Finanzsystems. Er wünscht sich den Rücktritt von US-Notenbankchef Ben Bernanke und bezeichnet die Wall Street als korrupt.
 
Zwei Meinungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Ich will diese beiden Meinungen auf zwei fiktive Personen übertragen und karikativ überzeichnen, um diese fiktiven Personen zu enttarnen. Dabei soll deutlich werden, wie Meinungen und Börsen funktionieren.
 
Der bullishe Fondsmanager „A“
 
Wir stellen uns vor, ein Fondsmanager „A“, seinerseits überzeugter Bulle, war im Crash 2008 natürlich voll investiert. Schließlich hing auch schon damals der Börsenhimmel ausschließlich voller Geigen und alles kann immer nur weiter steigen. Doch dann kam der Crash. Dieser hat ihn 53 % Performance gekostet und ca. 500 wütende Briefe von Kunden des Fonds gebracht. Am Tief hat er keine Nacht mehr ruhig schlafen können und befürchtete die Liquidation des Fonds. Seiner Frau hatte er bereits gebeichtet, dass es ihn dieses Mal so richtig erwischt habe und er sich ernsthaft Sorgen mache. Dann kam die Erholung. Er, der gerade anfing, an seiner ur-bullishen Einstellungen zu zweifeln, tauchte aus den tiefen Katakomben der Depression wieder auf. Mit steigenden Kursen, in die er nun auch noch die letzten Reserven seines Fonds investiert, um die 2008er Schmach wieder auszubügeln, streckt sich seine Faust wieder zum Siegeshimmel. Ja, die Börse ist gut. JA! Sie ist bullish, er hat es gewusst. Ben Bernanke ist das Beste, was den internationalen Finanzmärkten passieren konnte. Einer, der alles richtig gemacht hat. Alles wird gut, alles muss gut werden. Denn so etwas wie im Januar 2009 will er nie, nie wieder erleben.

Doch in den Medien wird er mit zweifelnden Stimmen konfrontiert, die frecherweise auch noch mit nachvollziehbaren Fakten argumentieren. Glauben Sie, dass so ein Mensch nun in der Lage wäre, objektiv und der nötigen Gründlichkeit zu hinterfragen, ob nicht doch einige der Bärenargumente stimmen könnten?
 
Nein, sicherlich wird er viel lieber all diese Argumente ganz schnell als große Lächerlichkeiten abtun. Die Börse hat es doch gezeigt. Die Bullen sind die wirklichen Sieger - immer,  und er rast gerade auf der Überholspur der Sonne des Reichtums entgegen. Sollte er da auf die lächerlichen Zweifler, die ewig nörgelnden Verlierer hören? Mitnichten!
 
Der zweifelnde Intellektuelle
 
Auf der anderen Seite steht der Wirtschaftswissenschaftler „B“, vielleicht sogar mit einem mühsam erworbenen Doktortitel in Wirtschaft. Er ist geradezu die Verkörperung des ewig zweifelnden und ganz besonders skeptischen Intellektuellen. Und so kann er Erfolge vorweisen: Er hat den Japan-Crash vorhergesagt und den Crash 2000, genauso wie auch den Crash 2008. Gut, dass diese Voraussagen unter anderem damit zu tun haben, dass er seit dem Crash 1987 zum Dauerbären geworden ist, wird sein Verstand natürlich unter den Tisch kehren.
 
Auch dass er als Skeptiker in der fulminanten Rallye zwischen 2003 und 2008 eine sehr, sehr schwere Zeit gehabt hat, in der er fast schon den Glauben an die eigene Skepsis verloren hatte – geschenkt. 2008 ist schließlich all das eingetreten, was er bereits seit 1987 vorhergesehen hat: Der große Finanzcrash, der (Beinah-)Crash des Systems. Alles, aber wirklich alles, wovor er in unzähligen Kolumnen und Abhandlungen gewarnt hat, ist nun bestätigt – endlich! All die harten Jahre, in denen die Börse immer und immer nur stieg, in denen alle Geld verdienten, nur er nicht - vergessen!

Endlich bestätigt sich alles woran er geglaubt hat. Er kann nun all denen, die in den fünf Jahren zuvor Geld verdient haben, ins Gesicht lachen und sagen: Seht her, ich habe es kommen sehen! Er wird im März, am Tiefpunkt der Märkte den Hochpunkt seiner intellektuellen Überlegenheit erfahren haben. Doch dann geschah das Unglaubliche: Die Börse stieg und stieg und stieg einfach immer weiter. Sollte er sich doch geirrt haben? Nun, nachdem er eben erst den Olymp seines Lebenswerks erstiegen hatte?

Nein, das wird er nicht mit dem nötigen Gleichmut hinnehmen können. Das kann natürlich nur eine weitere Blase sein. Dieser Verbrecher Ben Bernanke und sein Vorgänger, dieser Alan Greenspan, das sind alles Versager! Mit ihren niedrigen Zinsen, schaffen sie nur Blasen, um als Handlanger der korrupten Wallstreet-Gesellschaft den dortigen Händlern die Nase zu vergolden. Doch irgendwann wird das dicke Ende kommen, es kann gar nicht anders sein!
 
Zurück zur Wirklichkeit
 
Wie gesagt, es ist etwas überzeichnet dargestellt. Aber ich hoffe, diese Beschreibungen enttarnen, wie sehr Überzeugungen den Blick auf die Börse beeinflussen können und welche Aussagen in welchen Situationen aus welchen Überzeugungen entstehen. Als Trader und Börsianer sollten Sie lernen, nach und nach zu erkennen, wer aus welchen Motivationen heraus was schreibt. Noch wichtiger ist aber zu erkennen, wie sehr die eigenen Überzeugungen die Wahrnehmung beeinflussen. Und natürlich auch wie sehr Emotionen den Blick auf das tatsächliche Geschehen verstellen. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, Börse sachlich und möglichst objektiv zu analysieren.
 
Vielleicht haben Sie sich sogar ein klein wenig in der einen oder anderen Extremposition wiedergefunden. Spätestens dann sollten Sie überlegen, welche Emotionen oder Charaktereigenschaften in Ihnen derartig extreme Überzeugungen hervorrufen.
 
Das Ende des Trendkanals
Und damit vorerst ein letztes Mal zu unserem Target-Trend-Chart:
 
 
 
Das Kaufsignal an der unteren Trendkanalbegrenzung, von dem ich gestern geschrieben hatte, wurde nicht ausgelöst. Stattdessen hat der DAX nun seinen Trendkanal verlassen. Wie erwartet hat demnach die Schwäche an der Oberseite zu einem Trendbruch geführt. Aus Sicht der Target-Trend-Methode war das Nicht-Erreichen des oberen Targets das entscheidende Schwächesignal. Das nächste Kursziel ist damit die Oberseite des unteren Rechtecks bei 5472,7 Punkten. Hier kann ein Stabilisierungsversuch starten. Um jedoch weitere Targets zu bestimmen, müsste man diesen Chart nun erheblich erweitern. So endet damit erst einmal unser kleiner Ausflug in die Welt der Target-Trend-Methode.
 
Hinweis:

Am 14.11.2009 um 10.00 Uhr werden Torsten Ewert und ich auf der World of Trading 2009 in Frankfurt einen Vortrag zur Target-Trend-Methode halten. Im ersten Teil des Vortrags beschreiben wir, wie man Target-Trend-Charts erstellt und aufbaut. Im zweiten Teil erarbeiten wir an Originalcharts, wie man seine Trading-Performance durch diese Methode erheblich verbessern kann. Der Preis des Seminars beträgt 39,00 Euro

Wenn Sie Interesse haben, an diesem Seminar teilzunehmen, klicken Sie hier und registrieren Sie sich.

Als Leser des Steffens-Daily erhalten Sie dabei ganz besondere Konditionen.

  • Kostenloser Eintritt zur Fachausstellung World of Trading im Wert von 30,-- €
  • Gutschein für den Besuch von Seminaren und Workshops im Rahmen der Messe im Wert von 15,-- €

Insgesamt geht es somit um Vergünstigungen im Wert von 45,-- €.

Melden Sie sich also noch heute an!

Viele Grüße
 
Jochen Steffens

Wie Sie mit der Target-Trend-Methode die großen Chancen entdecken
 
Der Stockstreet Premium-Trader arbeitet nach dieser einzigartigen Methode, die nicht nur Kursziele nennen kann, sondern auch den Zeitpunkt dazu. 
 
Angewandt von den Börsen-Profis Jochen Steffens und Michael Jansen ist die Target-Trend-Methode ein unschlagbares Werkzeug für Ihren Börsen-Erfolg.
 

Ein neuer Sentimentindikator
von Jochen Steffens und sharewise.com 
 
Vielleicht erinnern Sie sich. Das Sentiment von Sharewise.com hatte vor zwei Wochen Freitag mit 71 % ein Extrem erreichten und damit ein gutes Signal für das kurzfristige und vorläufige Ende der Rallye angezeigt. Daraufhin habe ich mich entschlossen, diese Befragungen zunächst einmal rückwirkend zu analysieren und kam zu dem Schluss, dass hier vielleicht auch weiterhin gute Signale generiert werden.


 
 
Tatsächlich kann man bereits bei den wenigen Daten, die mir vorliegen, eine klare Tendenz erkennen. Ein Beispiel:  Bei Bullenwerten, die an die 70 % gehen, muss man vorsichtig werden. Auf der unteren Seite müssen wir zwar noch weitere Extremwerte abwarten, doch Werte unter 50 können auf ein Ende der Konsolidierung hinweisen.
 
So habe ich mich nach Absprache mit Sharewise.com entschlossen, ab nächste Woche Dienstag jeweils im Wochentakt die aktuellen Daten hier im Steffens Daily zu veröffentlichen und zu analysieren.

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Verkäufe neuer Häuser ist im September um 3,6% auf einen saisonbereinigten Jahreswert von 402.000 Verkäufe gefallen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg von 2,6% gerechnet. 
Enttäuschende Zahlen, keine Frage. Offensichtlich verschlechtern sich immer mehr US-Konjunkturdaten. Der Markt quittierte diese Zahlen mit weiteren Abschlägen.
 

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