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Dünne Umsätze sind typisch für den Anfang großer Trends
von Jochen Steffens
 
Es ist ähnlich wie beim Spinat. Dieser wurde aufgrund des hohen Eisengehalts vielen Kindern als Nahrung empfohlen. Heute weiß man, dass Spinat eher geringe Mengen an Eisen enthält, die der menschliche Körper zudem kaum aufnehmen kann. Der Fehler soll dadurch entstanden sein, dass ein Lebensmittelanalytiker während der Untersuchungen und Berechnungen ein Komma um eine Stelle nach hinten gerückt hat. Diesen Fehler hätten alle Lebensmittelchemiker, Ernährungsberater, etc, jedes Mal abgeschrieben. Das behauptet zumindest der englische Krebsspezialist T.J. Hamblin. Aber selbst diese These ist bisher nicht wirklich belegt.
 
Das wird nichts mit dem Trend
 
Es gibt eine charttechnische These, die ebenfalls seit vielen Jahrzehnten von Lehrbuch zu Lehrbuch abgeschrieben wird, aber dadurch leider um kein bisschen wahrer geworden ist.

Der Umsatz soll einen Hinweis darauf geben, ob es sich bei den Kurssteigerungen nach einem scharfen Abwärtstrend um eine Konsolidierung oder um einen neuen Aufwärtstrend handelt. Wenn der Umsatz mit den Kursen anzieht, wäre dies der Beweis für einen neuen Aufwärtstrend, so die Theorie. Und gerade habe ich diese These erneut gehört: Der aktuelle Anstieg könne nicht der Anfang eines großen Aufwärtstrends sein, dazu wären die Umsätze zu dünn. Diese müssten ansteigen, um die Qualität des Aufwärtstrends zu belegen. Folgerichtig müsse es sich bei dem aktuellen Anstieg um eine Konsolidierung handeln.
 
Was geschrieben steht
 
Ich weiß auch nicht, warum so viele Menschen immer noch eine Neigung dazu haben, der Schrift einen fast schon spirituell anmutenden Stellenwert zu geben. Wenn etwas geschrieben steht, glauben wir es. Wenn jemand uns den gleichen Sachverhalt lediglich „erzählt“, ist unsere Bereitschaft es zu glauben bei weitem weniger stark ausgeprägt. Dabei würde es mich nicht wundern, wenn in der Schriftsprache mehr gelogen wird als in der mündlichen Kommunikation. Aber das ist ein anderes Thema. Dass diese These bis heute immer noch in Büchern über Charttechnik zu finden ist, spricht zudem eine eigene Sprache.

Eine These durch einfache Tatsachen widerlegt
 
Schließlich reicht ein einfacher Blick in die Charts, um die oben genannte These zu widerlegen. Man schaue sich dazu einfach große Einbrüche an, und analysiere wie sich anschließend der Umsatz entwickelt hat.
 
 
Ich habe hier die Charts der größten Crashs, den 1929er, den 1987er, den 2003er und den aktuellen zusammengestellt. Oben links sehen Sie das Tief nach dem 1929er Crash im Dow Jones. Zunächst fiel der Umsatz nach einer Umsatzspitze stark ab, dann bildete sich eine Echo-Umsatzspitze (blauer Halbkreis) und anschließend kam es bei den Umsätzen zu einer langen Seitwärtsbewegung, während die Kurse bereits stiegen. Erst nach dem die Kurse zum Teil über mehrere Jahre weiter angestiegen sind, legen auch die Umsätze wieder zu, wie Sie sehen.
 
Es muss also richtig heißen: Oft sind die Umsätze gerade am Anfang einer Rally eher dünn und bleiben in der Anfangsphase zuweilen auch über mehrere Jahre konstant niedrig.
 
Der psychologische Hintergrund
 
Aber man müsste noch nicht einmal die Charts bemühen. Denn sie zeigen nur das, was man sich auch psychologisch erklären kann. Ein großer Aufwärtstrend beginnt immer nach einem stärkeren Einbruch (zwingend logisch). Wenn die Börsen in einem letzten Panikabverkauf endgültig kapitulieren und jeder seine letzten Aktien auf den Markt wirft, steigen natürlich aufgrund dieser Panik die Umsätze massiv an. Aus diesem Grund bilden sich die meisten Tiefs auch mit einer Umsatzspitze aus. Anschließend ist es demnach nur logisch, dass die Umsätze erst einmal stark zurückgehen. Wer verkauft hat, ist draußen und die Marktteilnehmer müssen sich erst einmal von dem Schock der Verkaufspanik erholen. Die Kurse steigen in dieser Zeit aus rein technischen Gründen, um erst einmal die extrem überverkaufte Situation abzubauen.
 
Die zweite Welle
 
In einer zweiten Welle steigen diejenigen aus, die bei der letzten Abwärtsbewegung die Nerven behalten haben, denen die Abverkäufe zu übertrieben erschienen und bessere Ausstiegskurse wollten oder die den Ausstieg schlichtweg zeitlich verpasst haben. Es kommt zu der Echo-Umsatzspitze. Auch das ist ganz normal und passiert sogar bei kleineren Einbrüchen immer wieder.
 
Am Boden liegend

Danach ist der Markt quasi erschöpft, leergeschossen, verbraucht, ausgepowert. Die Masse, die in der Panik verkauft hat, wird sich die Wunden lecken und nie wieder etwas mit Börse zu tun haben wollen. Andere warten erst einmal ab was geschieht. Viel zu viel Geld ist verloren und verbrannt worden. Dieses fehlt, um neue Käuferschichten zu generieren. Wo soll in so einer Situation der Umsatz herkommen? Das ist doch totaler Unsinn.

Nein, die großen Trends fangen im Dunklen, im Abgründigen, in den Stimmungstiefs der Börsen an. Zu einem Zeitpunkt, an dem Aktien alles andere als im Fokus der Masse stehen. Und nur die Masse erzeugt hohe Umsätze.
 
Aber die Panik hat auch die Verkäuferschicht ausgedünnt. Die Zittrigen sind schon lange raus, doch mit der Panik sind schlussendlich auch die Mutigen ausgestiegen. Nur noch die ganz starken Hände, die ihre Aktien auch noch halten würden, wenn es noch einmal 20 % oder mehr nach unten geht, sind noch investiert. Wer soll also in dieser Situation noch verkaufen?
 
Erste vorsichtige Käufer
 
Also steigen die Kurse, zumal die Trader solche überverkauften Situation gerne nutzen, um schnelle Gewinne zu machen. Hinzu kommen die Antizykliker. Diese wenigen Käufer treffen auf noch weniger Verkäufer und so steigen die Kurse, aber der Umsatz bleibt dabei über lange Zeit niedrig.

Je länger sich die Kurse stabil zeigen oder ansteigen, desto mehr werden auch andere Anleger wieder Vertrauen fassen, aber natürlich sehr zögerlich. Die Kurse steigen weiter und irgendwann, zum Teil nach Jahren, wird auch der Umsatz deutlicher zulegen.
 
Sie sehen, die psychologischen Aspekte passen bestens zu den Charts, die ich oben zusammengestellt habe. Eindeutiger kann man eine These nicht widerlegen. Was jedoch stimmt ist, dass bereits länger laufende Trends von einem stetigen Umsatzanstieg begleitet sein sollten. Wenn jedoch die Umsätze überproportional anziehen, ist dies wiederum ein Zeichen für Euphorie und damit ein Hinweis auf das vorläufige oder endgültige Ende des Trends.
 
Die Umsätze in der aktuellen Situation weisen also nicht unbedingt darauf hin, dass es sich bei dem aktuellen Anstieg lediglich um eine Konsolidierung handelt. Sie können auch genauso den Anfang einer langfristigen Rallye anzeigen. Sie sind aber kein Garant dafür, dass die Rallye weitergeht. Mit dieser Schlussfolgerung würde man die Bedeutung der Umsätze überstrapazieren, da es auch genügend Konsolidierung mit schwachem Umsatz gibt.
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Das US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan ist nach den Ergebnissen der zweiten Umfrage auf 70,6 gesunken. Analysten hatten einen Indexstand von 69,8 erwartet. Nach der ersten Befragung hatte sich ein Stand von 69,4 ergeben, nach 73,5 Punkten zuvor.

 Auch hier sieht man, dass sich noch keine weitere Aufwärtsdynamik entwickelt, doch die Eintrübung des Verbrauchervertrauens ist noch nicht so auffällig wie bei der Befragung des Conference Boards.
 
Erfreulicher  entwickelte sich der Chicagoer-Einkaufsmanager-Index. Dieser stieg von zuvor 46,1 Punkten auf nunmehr 54,2 Punkte an und weist damit auf eine Stabilisierung des verarbeitenden Gewerbes im Großraum Chicago hin.
 
 
Dort dominiert die Automobilindustrie. Inwieweit also diese besseren Werte mit den Erfolgen der Abwrackprämie zu tun haben, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. 

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