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Kommt es nach dem guten ISM-Index zu Zinserhöhungen in den USA?
von Jochen Steffens
 
Gestern wurde der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes veröffentlicht. Es gibt eine Art Börsenweisheit, nach der die Fed dann die Leitzinsen anhebt, wenn der ISM-Index nach einer Rezession drei Mal in Folge deutlich über 50 Punkte notiert hat. Werte über 50 Punkte weisen auf ein Wachstum des verarbeitenden Gewerbes hin.
 
Natürlich hält diese These einer genaueren Überprüfung nicht stand. Doch wie in jeder Sage auch immer ein Stückchen Wahrheit steckt, gibt es eine gewisse Korrelation zwischen den Zinswechseln der Fed und der Entwicklung des ISM-Index. Dabei laufen die Zinsen dem ISM-Index etwas zeitversetzt hinterher:
 
 
Dieser Zusammenhang ist in dem Diagramm deutlich zu erkennen. Es fällt zudem auf, dass die Zinsen seit den 80er Jahren tendenziell immer weiter fallen, während der ISM Index um die 50-Punkte-Marke fluktuiert. Das lässt den Schluss zu, dass in den USA Wirtschaftswachstum lediglich über tendenziell immer weiter fallende Zinsen generiert wird. Diese Entwicklung ist damit ein Hinweis dafür, wie sehr die aktuelle Krise Folge eines strukturellen Problems der US-Wirtschaft ist, welches sich schon seit nunmehr 20 Jahren entwickelt.
 
Der Vergleich mit 2000-2003
 
Doch vergleichen wir die aktuelle Entwicklung mit der der Krisenjahre 2000-2003. Auch damals kam es ab Anfang 2001 zu einer massiven Senkung der Zinsen auf ein extrem niedriges Niveau von 1,00 %. Diese massiven Zinssenkungen führten zunächst dazu, dass der ISM-Index 2002 wieder anzog und auch die 50er Marke überwinden konnte. Dort konnte er sich sogar 8 Monate lang halten (siehe blauen Pfeil im Chart). Die Fed stoppte die Zinssenkungen in dieser Zeit und wartete erst einmal ab. Doch einen Monat, nachdem der ISM-Index wieder unter die 50er Marke sank, wurden auch die Zinssenkungen fortgesetzt. Hieran ist  zu erkennen, wie sehr die Fed die Entwicklung des ISM-Index in ihre Analysen mit einbezieht. Mit dem Abtauchen unter die 50er Marke Ende 2002 kam es zu dem, was gerne als Double Dip bezeichnet wird: Nach der ersten Erholung der Wirtschaft folgt eine zweite Schwächephase.  
 
Überreaktion
 
Auf die extreme Niedrigzinspolitik der Fed reagierte der ISM-Index nachhaltiger und stieg auf Werte, die er seit den frühen 80er Jahren nicht mehr gesehen hatte (roter Pfeil). Diese hohen Werte waren natürlich die Folge der Liquidität. Die Fed reagierte entsprechend und startete einen unerwartet weit gehenden Zinserhöhungszyklus, der zum Schluss die Zinsen auf ein Niveau von 5,25 % trieb. Meines Erachtens war es ein Fehler, die Zinsen derart rigoros anzuheben. Man erkennt die Wirkung dieser Aktion auf die Wirtschaft: Der ISM-Index ging in einen Abwärtstrend über. Doch das ist ein anderes Thema.
 
Double Dip in der aktuellen Situation
 
Uns geht es vielmehr um den Vergleich mit der Krise 2000-2003. Es kann gut sein, dass der ISM-Index nach der jüngsten Stabilisierung auch jetzt wieder unter die 50-Punkte-Marke abtaucht, ähnlich wie 2002-2003. Es ist dabei unerheblich, ob auch das US-Wirtschaftswachstum wirklich negativ wird, schließlich erholt es sich von Extremwerten. Der Double Dip wird somit eventuell nur im ISM-Index zu erkennen sein.
 
Das weitere Vorgehen der Fed
 
Die Fed hat in den letzten Monaten immer wieder angekündigt, die Leitzinsen noch lange niedrig halten zu wollen. Vielleicht will sie eben diese zweite Abschwächung über den Faktor Liquidität abfangen. Sollte es dazu kommen, werden wir spätestens dann einen massiven Anstieg im ISM-Index erkennen. Ob er jedoch so stark ausfallen wird, wie in den Jahren 2004-2005 ist fraglich. Schließlich war es der US-Immobilienboom, der nach dem 2000er Crash die US-Wirtschaft unterstützt hat. Ein solcher ist zurzeit nicht zu erwarten. Auf der anderen Seite ist das Maß an monetärer Stimulation, einschließlich der Konjunkturprogramme, deutliche stärker als damals.
 
Was macht die Börse?
 
Für uns ist im Moment wichtiger, wie der Markt die Lage einschätzt. Man konnte gestern bereits eine wichtige Reaktion erkennen. Nachdem die Börsen den unerwartet stark gestiegenen ISM-Index zunächst euphorisch feierten, kam es doch vergleichsweise schnell zu einem heftigen Abverkauf. Dieser hatte unter anderem damit zu tun, dass den Anlegern bewusst wurde, wie sehr dieser Anstieg des ISM-Index die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Fed die Zinsen anhebt beziehungsweise Zinserhöhungen ankündigt.
 
Zinssitzung am Mittwoch

Da in dieser Woche die Zinssitzung stattfindet, werden die Anleger befürchten, dass die Fed aufgrund dieser Entwicklung vielleicht doch erste Hinweise auf eine Straffung der Geldpolitik geben wird. Doch selbst nach der nicht ganz korrekten Börsenweisheit wird sie damit noch warten. Und zwar  bis der ISM-Index die 50er Marke nachhaltiger überwinden konnte. Es ist also damit zu rechnen, dass der Markt nach der Zinssitzung, sofern die Fed weiterhin ihre Nullzinspolitik bestätigt, mit einer Erleichterungsrallye reagiert.
 
Weiterer Verlauf

In den nächsten Monaten wird der ISM-Index eventuell noch einige Male über 50 Punkten notieren. Jedes Mal wird dann nach der ersten Freude die Sorge aufkommen, dass die Fed den Zinserhöhungszyklus ankündigt. Andererseits kann es bereits sehr schnell zu diesem zweiten Abtauchen des ISM-Index unter 50 Punkte kommen. Eine solche Verschlechterung sehen wir bereits in einigen anderen US-Konjunkturdaten. Sollte sich diese auch im ISM-Index widerspiegeln, wird der Markt nach der ersten Enttäuschung entspannt bis positiv reagieren.
 
Sobald die Fed irgendwann tatsächlich Zinserhöhungen ankündigt, wird dies die Kurse deutlicher belasten. Allein schon wenn die Anleger beginnen ernsthaft Zinserhöhungen zu erwarten, kann dies die Märkte in eine Seitwärtsbewegung zwingen. So schizophren es auch sein mag: Sobald die Zinsen dann tatsächlich angehoben werden, wird der Markt dies wiederum als Zeichen dafür sehen, dass das Schlimmste vorbei ist. In der Folge werden die Börsen dann weiter steigen.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
 
P.S. Hinweis  
 
In diesem Jahr wird der "Traders Award" bereits zum sechsten Mal vergeben. Aus dem Stockstreet-Team wurde in diesem Jahr Chefredakteur Jochen Steffens nominiert, worüber wir uns sehr freuen.
 
Wenn Sie überzeugt sind, dass Herr Steffens mit seinen Texten im Steffens Daily und mit anderen Publikationen "einen signifikanten Beitrag zur Trading-Community" geleistet hat, dann freue wir uns über Ihre Stimme. 
Unter allen, die mitmachen, werden zudem interessante Preise verlost.

 
Sharewise Sentiment
von Jochen Steffens
 
Wie angekündigt heute die Analyse des Sentiment von Sharewise.com. Die Anleger sind sich nicht schlüssig, Bären und Bullen sind gleich stark: 50 / 50.
 
 
In den letzten Monaten fanden Konsolidierungen gerne ein Ende, wenn die 50%-Marke erreicht wurde. Zumindest eine kurze Gegenbewegung ist denkbar. Damit ist der Bereich 5.200/5.300 Punkte als Unterstützungsbereich auch aus Sentimentsicht relevant. Sollte der Markt hier drehen, würde das für eine Fortsetzung der Rally sprechen. Erst wenn Abwärtstrends bei deutlich bearisheren Stimmungen ein Ende finden, muss man sich Sorgen um den Trend machen.

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