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US-Wirtschaft wächst um 5,9 %
von Jochen Steffens
 
Zunächst eine positive Meldung. Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal 2009 stärker gewachsen als in der ersten Schätzung angenommen. Statt 5,7 % steht nun ein sattes Plus von 5,9 % in den Büchern. Als Grund werden höhere Investitionen, ein erneuter Lageraufbau, wie auch Konjunkturprogramme und natürlich die extreme Niedrigzinspolitik genannt.
 
 
Sehr schön sollte man meinen. Doch wenn man sich anschaut, wie sich diese 5,9 % auf den Arbeitsmarkt in den USA ausgewirkt haben, ist man versucht zu sagen: Viel heiße Luft und nichts ist draus geworden.
 
Das Sorgenkind: Der US-Arbeitsmarkt
 
Das eigentliche Problem, das die USA zurzeit haben, ist der Arbeitsmarkt. Das ganze billige Geld und die Konjunkturprogramme sind umsonst, wenn nicht bald neue Stellen geschaffen werden. Die USA sind sehr vom Binnenkonsum abhängig. Ohne einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit ist kein nachhaltiges Wachstum denkbar.
 
Nächste Woche Freitag, den 05.03.2010 werden wir wissen, ob im Februar neue Stellen geschaffen wurden, denn dann werden die Zahlen dazu veröffentlicht. Schaut man sich die anderen Job-Indizes an, besonders die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, sieht es jedoch eher danach aus, dass wir einen weiteren Stellenabbau erleben. Aus diesem Grund fürchte ich, wie bereits gestern schon unter „US-Konjunkturdaten“ geschrieben, dass zumindest die zweite Hälfte der nächsten Woche ganz unter dem Schatten des Arbeitsmarktberichts stehen wird.
 
Etwas ärgerlich ist, dass ich genau an diesem Freitag nicht an meinen Monitoren sitzen werde. Denn am 05.03.2010 werde ich natürlich zur Frankfurter Anlegermesse fahren (www.deutsche-anlegermesse.de). Aber das kennt man, immer wenn es wirklich spannend wird, hat man Termine.
 
Euro-Spekulationen
 
Heute ist zu lesen, dass offenbar mehrere Hedgefonds-Manager sich unter Absprache auf eine Wette gegen den Euro eingelassen haben. Diese Absprache soll laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ bei einem exklusiven Dinner in einem Privathaus in Manhattan getroffen worden sein. Beteiligt soll unter anderem auch George Soros gewesen sein.
 
 
Seit Januar ist der Euro in einer zweiten Abwärtswelle deutlich unter Druck geraten. Mittlerweile hat er das 61,80er Retracement der letzten Aufwärtsbewegung erreicht. Hier scheint er sich zunächst zu stabilisieren.
 
Kein unbeschriebenes Blatt
 
Soros ist in Währungsspekulationen kein unbeschriebenes Blatt. Bekannt wurde er 1992 mit einer Spekulation gegen das englische Pfund. Aber auch die D-Mark hatte er zwischenzeitlich im Visier. Von einem französischen Gericht wurde er 2006 in letzter Instanz für schuldig befunden, bei einer Spekulation mit Aktien der Société Générale von vertraulichen Informationen profitiert zu haben. Er wurde zu einer Geldstrafe in Höhe seines bei dieser Spekulation geschätzten Gewinns verurteilt (2,2 Mio. US-Dollar).
 
Wer weiß - vielleicht ist er ja auch einfach nur sauer und will deswegen den Euro schwächen. Zumindest hat er gegen dieses Urteil eine Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (!) eingereicht.
 
Bewusstes Bashing
 
In diesem Zusammenhang sind natürlich auch die Aussagen Soros in letzter Zeit zu verstehen. Beispiele: „Die Konstruktion des Euro-Gebildes ist offenkundig mangelhaft“. „Selbst wenn die Euroländer die Griechenlandkrise meistern können, bleibt die Zukunft der Gemeinschaftswährung „Euro“ in Frage gestellt“. „Der Eurozone stehen noch größere Probleme mit Defiziten von Spanien, Italien, Portugal und Irland bevor", etc.
  
Das hört sich nach klarem Bashing an (bashing: Beschimpfung; in der Börsensprache eher bewusstes Schlechtmachen von Anlagen, oft um mit Short-Positionen Profit zu erzielen). Wirkliche Aussagekraft haben somit Aussagen von Soros nicht. Hier geht es offensichtlich mehr um Eigeninteressen, denn um Wahrheit. Das muss man wissen, wenn man Interviews u.ä. von Soros liest.  
 
Antizyklisches Handeln?
 
Doch das Spiel ist noch nicht aus. Nun meldet sich Investmentlegende Jim Rogers. Er geht von einer Rally des Euros aus. Einerseits aus fundamentalen Gründen: So rechnet er damit, dass die EU die Probleme in den Griff kriegt. Doch eine andere Überlegung von Jim Rogers ist um ein Vielfaches interessanter. Er weiß um diese Short-Positionen im Euro und sagt, dass es immer gut sei, auf der Gegenseite der am meisten angewendeten Strategie zu stehen. Doch dieser antizyklische Ansatz ist nur ein Teil der Wahrheit.
 
Bekannte Positionen sind gefährdet
 
Sollten tatsächlich mehrere Hedgefonds größere Wetten gegen den Euro abgeschlossen haben, dann werden diese Wetten irgendwann aufgelöst werden müssen. Und das wird natürlich zu einer kleinen oder sogar größeren Rally führen. Hier gilt, den letzten beißen die Hunde.
 
Besonders gefährlich sind solche Spielchen für große Fonds, wenn ihre Short-Positionen bekannt werden. Dann besteht die Gefahr, dass immer mehr andere Hedgefonds anfangen, gegen diese große Short-Position zu spekulieren. Sobald hier eine Schieflage entstehen würde, würde sich sogar der ganze Markt dagegen stellen. Börsen riechen Schieflagen sofort (siehe zuletzt die VW-Short-Spekulationen).
 
Noch gefährlicher ist es allerdings, mit Soros zusammen solchen Wetten einzugehen. Er braucht natürlich die Kapitalkraft, um Gewinn zu machen. Doch die beteiligten Hedgefonds-Manager müssen extrem auf der Hut sein. Denn eins ist sicher, falls der Euro explodieren sollte, ist Soros längst raus und es interessiert Soros nicht die Bohne, wenn die anderen Mitspieler dann nicht mehr aus den Positionen rauskommen und untergehen. Ein Konkurrent weniger...
 
Die einzige Frage ist nun lediglich, wann die Euro-Basher anfangen, ihre Positionen aufzulösen. Heute zumindest dürfte den interessierten Teilen bekannt sein, dass große Short-Positionen im Euro existieren. Nun fehlt nur noch ein Anlass - es wird es also spannend. Insgesamt sollte man nach diesen Nachrichten bei Währungspekulationen im Euro höchst vorsichtig sein. Zwischen den großen Jungs kann man schnell untergehen.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 

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