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Hinweis oder Taktik?
von Jochen Steffens
 
Sie wissen, ich war kein Anhänger der These, dass die Probleme in Griechenland die Kurse in den USA belastet haben. Ich hatte belegt, dass die Kurseinbrüche in den USA zum Teil mit anderen Nachrichten zu tun hatten. Nun wird immer deutlicher, dass auch eine ganz andere Sicht möglich ist:
 
Die Fed hat gestern nach Börsenschluss überraschend den Diskontsatz um 25 Basispunkte auf 0,75 % angehoben. Zwar wurde bereits in den Wochen zuvor auch innerhalb der Fed über den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik diskutiert, sowie bei der letzten FOMC-Sitzung genau dieser Zinsschritt in Aussicht gestellt, aber so schnell hatte niemand mit dieser Reaktion gerechnet. (Der Diskontsatz sollte dabei nicht mit dem Leitzins verwechselt werden, dieser wurde unverändert belassen. Über den Diskontsatz können sich Geschäftsbanken gegen Hinterlegung von Sicherheiten kurzfristig Geld von der Notenbank leihen. In der Regel tun sie das jedoch nur in Notfällen. )
 
 
Ein Zeichen
 
Die gestrige Aktion der Fed muss als weiterer Hinweis auf eine baldige Zinserhöhung gesehen werden. Sie werden sich erinnern, ich hatte bereits im letzten Jahr geschrieben, dass die Märkte vor möglichen Zinsanhebungen in eine eher seitwärts gerichtete Phase übergehen werden. Die Angst vor Zinserhöhungen und deren Auswirkung auf die US-Wirtschaft wird Anleger dazu bringen, sich erst einmal zurückhaltender zu verhalten. Die Konsolidierung der letzten Wochen hat somit die sich nun verdichtenden Hinweise auf eine Straffung der Geldpolitik vorweg genommen. Börsen nehmen schließlich Entwicklungen vorweg und spätestens seit der Diskussion über mögliche Exit-Strategien hat sich der Markt auf entsprechende Aktionen eingestellt. Nun passt alles zusammen.
 
Weiterhin erkennbar ist dabei, wie extrem vorsichtig die Fed seit Oktober letzten Jahres vorgeht. Die Märkte werden behutsam Schritt für Schritt auf mögliche Zinserhöhungen eingestimmt.
 
Zumindest aus Sicht der im Steffens Daily seit Jahren angewendeten Prognosemittel ergibt sich spätestens mit dieser Nachricht wieder ein stimmiges Bild.
 
Andere Sichtweise
 
Sie wissen, hier im Steffens-Daily versuche ich, soweit möglich, die Börse aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Dazu gehört, dass ich auch Thesen untersuche, die den hier vorgestellten tendenziell widersprechen. Alles andere würde zu Blindheit führen und die ist teuer an den Börsen.
 
Anhebung lediglich politische Taktik?
 
Es gibt eine andere These, die nicht uninteressant ist. Einige Analysten sind der Meinung, dass Zinserhöhungen in den USA zurzeit und auf längere Sicht noch kein Thema seien. Diese sehen einen ganz anderen Grund hinter der Anhebung des Diskontsatzes. So soll diese Maßnahme, die eigentlich keine größere Bedeutung für die Märkte oder die Wirtschaft hat, lediglich dazu dienen, eine bessere Ausgangsposition bei der Anhörung Ben Bernankes vor dem amerikanischen Kongress zu haben. Diese findet in fünf Tagen, also am 24. Februar statt.
 
Die Nähe zu diesem Datum lässt solche Schlüsse sicherlich zu, obwohl ich mich frage, ob das nicht sogar schon zu offensichtlich wäre. Doch die Vertreter dieser These führen noch einen weiteren Grund an:
 
Politiker verlieren Vertrauen 
  
Zurzeit sieht sich Ben Bernanke dem Problem gegenüber, dass immer mehr Politiker in den USA der Fed und deren geldpolitischen Maßnahmen misstrauen. Mit dieser Anhebung des Diskontsatzes, so die Theorie, will Ben Bernanke lediglich den Eindruck erzeugen, die Fed wüsste genau, was sie tut und würde nun tatsächlich einen Ausstieg aus der Politik des leichten Geldes einleiten.
 
Die überraschende Anhebung des Diskontsatzes noch vor der Anhörung im Kongress wäre also nichts weiter als eine politische Strategie. Keine Frage, das ist auch eine interessante Sicht der Dinge.
 
Allerdings wirkt die Aussage, dass Ben Bernanke eine solche Maßnahme beschließt, um eine bessere Position bei der Anhörung vor dem Kongress zu haben, etwas zweifelhaft. Vielleicht hoffe ich auch nur, dass er sich nicht auf solche Kindergarten-Spielchen einlässt. Immerhin geht es hier um höchst relevante geoökonomische Signale. Da wirft man nicht einfach mit Förmchen. Doch gut, das muss Spekulation bleiben.
Andere Hinweise
 
Interessanter finde ich da eine andere Herangehensweise: In letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass die USA den Pfad der Deflation verlassen und wieder zur Inflation zurückfinden. Gestern zum Beispiel wurden die Erzeugerpreise veröffentlicht, die mittlerweile fast schon wieder das Niveau von Mitte 2008 (also vor dem Crash) erreicht haben:
 
 
Auch die Kernrate legte mit einem Anstieg von 0,3 Prozent zum Vormonat kräftig zu. Die Fed weiß, sie muss rechtzeitig reagieren (die Produktpreisentwicklung reagiert oft vor der Verbraucherpreisentwicklung). Tut sie das nicht, könnte sie im schlechtesten Fall von einem zu starken Anstieg der Inflation überrascht werden und müsste dann wiederum zu drastischen Maßnahmen greifen, um eine Übertreibung zu verhindern.
Mir gefällt in diesem Zusammenhang der Vergleich mit einem ins Schleudern geratenen Auto. Man muss rechtzeitig gegenlenken, meist wenn man gerade anfängt in die Gegenbewegung überzugehen, um ein Übersteuern in die andere Richtung zu verhindern.
  
Der endgültige Verlust der Glaubwürdigkeit
 
Und drücken wir es so aus: Sollte die Fed die Zinsen plötzlich ähnlich stark erhöhen müssen, wie sie sie zuvor gesenkt hat, würde sie wahrscheinlich endgültig ihre Glaubwürdigkeit vor dem Kongress verlieren.
  
Meines Erachtens ist also dieses Anziehen der Inflation der eigentliche Grund für die Anhebung des Diskontsatzes. Ich bin zudem gespannt, wie die Märkte nächste Woche reagieren. Die heutigen Kursbewegungen muss man noch im Zusammenhang mit dem Verfallstag sehen.
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Verbraucherpreise sind im Januar um 0,2 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,2 bis 0,3 %. Im Monat zuvor waren die Preise der Konsumenten um 0,2 % geklettert. Auf das Jahr gesehen kletterten die US-Verbraucherpreise um 2,6 %.
 
Die Kernrate ist hingegen erstaunlicherweise um 0,1 % gefallen. Analysten hatten mit einem Plus von 0,1 bis 0,2 % gerechnet, nach einem Plus von 0,1 % zuvor.
 
 
 
Auch die Verbraucherpreise stehen wieder in der Nähe ihrer alten Hochs. Zwar ist bei dem aktuellen Wert, besonders in der Kernrate, noch keine Inflationsgefahr zu erkennen, doch das Gesamtbild lässt schon den Schluss zu, dass auch hier die Deflationsphase verlassen wird. Schließlich reagiert die Kernrate gerne zeitversetzt.

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