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Inhaltsverzeichnis

Rosarote Brillen

Man glaubt es kaum, aber die Finanzexperten blicken laut ZEW so zuversichtlich auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft, wie seit Anfang 2011 (also vor der jüngsten Eskalation der EU-Schuldenkrise) nicht mehr. Der ZEW-Index steigt um satte 27 Punkte auf nun 5,4 Punkte. Damit notiert er erstmals seit Mai 2011 wieder im Plus.

Diese gute Stimmung ist angesichts der schwelenden EU-Schuldenkrise schon beachtlich. Hintergrund dieses positiven Meinungsumschwungs werden die stark gestiegenen Börsenkurse sein. Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie sehr die Börsenkurse Stimmungen beeinflussen.

Nachrichten und Kurse

Es existiert eine äußerst interessante und sich wechselseitig beeinflussende Verbindung zwischen Nachrichten und der Börsenkursentwicklung, die sich am besten am Werdegang des unglücklichen Anfängers im Börsen-Dschungel erläutern lässt:

Am Anfang ist alles leicht und falsch

Gerade als Trader-Greenhorn unterliegt man dem festen Glauben, dass es die Nachrichten sind, welche Kurse beeinflussen. Doch dann erlebt der Börsenneuling die ersten von vielen seltsamen Börsen-Überraschungen. Da meldet ein Unternehmen bombige Zahlen und was geschieht: Nach der ersten Euphorie stürzen die Kurse innerhalb weniger Stunden ab. Der Börsennovize fragt sich irritiert: „Was soll das denn jetzt?“

Hier haben natürlich viele erfahrene Anleger schon darauf gewettet, dass die Zahlen gut ausfallen und nehmen die Gewinne mit, sofern nicht noch eine wirklich dramatisch positive Überraschung in den Zahlen enthalten ist. Das ist noch einfach zu begreifen.

Die Zykliker der Berichterstattung

Mit der Zeit entdeckt der Börsenneuling mehr und mehr, dass die Medienlandschaft sich eigentümlich zyklisch verhält. Das bedeutet, wenn die Kurse im Keller sind, wird die Berichterstattung düster. Krisen werden „hervorgeholt“ und Untergangszenarien haben mediale Hochkonjunktur.

Steigen die Kurse, verändern sich die Berichte und werden positiver. Am euphorischsten geben sich die Medien, aber auch die Börsenexperten an diversen Hochs der Kurse.

Und das scheint doch total verrückt zu sein. Wenn man immer dann kauft, wenn in den Medien die Welt unterzugehen scheint und verkauft, wenn alle „Hurra!“ schreien, macht man einfach das beste Geschäft. Der Börsenlaie verliert seinen Anfängerstatus und wird zum überzeugten Antizykliker. „Die Masse liegt immer falsch!“ und „Halte dich da auf, wo die Masse nicht ist!“, sind seine Leitmotive.

Die Psychologie der steigenden und fallenden Kurse

Und dann braucht der zum Börsengesellen aufgestiegene Trader wieder eine kurze oder längere Weile, bis ihm auffällt, dass gar nicht die Nachrichten die Kurse bestimmen, sondern das genau das Gegenteil der Fall ist.

Kurse machen Nachrichten

Steigen zum Beispiel nach einem Crash die Kurse an, vielleicht einfach nur, weil der Markt massiv überverkauft war (technische Gegenreaktion), so werden die ersten grundsätzlich eher bullish gestimmten Anleger und die Antizykliker jubilieren. „Juhu, es geht wieder aufwärts!“ Diese finden sich natürlich auch unter den Börsenjournalisten.

Der Mensch rechtfertigt immer was er getan hat

Vor allem, wenn diese auch selbst in Aktien investieren, wird sich ihre Stimmung sofort dramatisch ändern. Schließlich hat der Mensch eine starke Neigung dazu, Dinge, die er vielleicht sogar aus dem Bauch heraus oder vergleichsweise unbedacht getan hat, im Nachhinein zu begründen. Denn, wenn der Mensch eine Entscheidung, vor allem eine Kaufentscheidung, getätigt hat, versucht er erst einmal viele Argumente zu finden, warum diese Entscheidung wirklich richtig war. Ein Börsenjournalist wird diese Argumente natürlich sofort auch öffentlich bekannt geben – ohne, dass ihm auffällt, in welche „emotionale Falle“ er da geraten ist.

Kurz: Steigen die Kurse weiter, werden immer mehr Journalisten und Kommentatoren auf die Bullenkoppel gezogen und von da an munter positive Stimmung machen. Und sie werden Gründe dafür suchen und auch finden, warum die Börsen nun immer weiter steigen. Diese positive Stimmung beeinflusst natürlich auch weitere Marktteilnehmer, die dem gleichen Effekt unterliegen. Und so kann eine Hausse eine Hausse anfeuern.

Unser tapferer und mittlerweile erfahrene Börsengeselle entdeckt also jetzt die Dynamik der Stimmung und wird zum überzeugten antizyklisch denkenden Sentiment-Trader (Sentiment, engl. = Börsenstimmung).  Damit hat er schon fast die Meisterschaft erreicht. Antizyklisches Handeln in Verbindung mit der Beachtung der Börsenstimmung reicht aus, um längerfristig erfolgreich an den Börsen zu handeln. (Anm. d. Red.: Allerdings nur, wenn er es schafft, sich von der Mainstreamstimmung nicht beeinflussen zu lassen und das gehört leider schon in den Bereich "Meisterschaft".)

Die Meisterschaft

Um auf das Beispiel zurückzukommen: Eine Stimmung kann die Kurse allerdings nur eine Weile tragen. Irgendwann müssen einfach die handfesten Daten diese Stimmungsrally untermauern. Ansonsten bricht diese Rally und die Stimmung schneller zusammen als ein zu Karneval gebautes Kartenhaus…

Das sind dann die klassischen Bearmarketrallys, also technische Gegenreaktionen, die zu Stimmungsrallys werden, denen aber die fundamentale Grundlage fehlt.

Nur wenn die richtige Analyse der fundamentalen Konjunkturdaten Hinweise darauf gibt, dass sich eine in einer Rezession oder Krise befindlichen Wirtschaft auch nachhaltig erholt, wird aus dieser stimmungsgetriebenen technischen Bearmarketrally eine nachhaltige Rally, die neue Hochs erklimmen kann.

Und erst die korrekte Analyse der diversen Zyklen, der Stimmungen, der Charttechnik und vor allem der fundamentalen Wirtschaftsdaten wird aus einem Trader oder Spekulanten einen Meister machen. Und selbst dann, wird er in seinen Prognosen nur um ein paar Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeiten nutzen können als ein Anfänger. Das ist die ewige Bürde des Börsianers – es gibt keine Sicherheit.

Die aktuelle Situation und die Allzeithochs

Diese oben beschriebene Mischung macht die aktuelle Situation so unglaublich brisant. Denn im Umkehrschluss würden zum Beispiel neue Hochs bei den US-Indizes (siehe die Ausgaben der vergangenen Woche) bedeuten, dass die institutionellen Anleger eben eine solche fundamental nachhaltige Entwicklung in den USA erkennen. Und die Entwicklung der US-Börsen hängt natürlich auch mit der Entwicklung der europäischen Indizes eng zusammen.

Und jetzt kommt es: Da aber der Markt sehr überkauft ist und die allgemeine Stimmung in Europa, wie man am ZEW-Index erkennen kann, angesichts der EU-Schuldenkrise erstaunlich positiv, wenn nicht sogar viel zu euphorisch ist, existiert auch aus Sicht der Sentimentanalyse eine erhöhte Konsolidierungsgefahr. Sollten die Bullen es jedoch schaffen, diese belastenden Faktoren (überkaufter Markt, positive Stimmung, große charttechnische Widerstände) überzukompensieren, so dass die Rally fortgesetzt werden kann, wäre das doch schon ein extrem positives und meines Erachtens auch sehr nachhaltiges bullishes Zeichen. Das gilt, wie gesagt, vor allem dann, wenn in den USA neue Hochs ausgebildet werden.

Scheitern die Kurse, wäre es damit ebenfalls der Hinweis, dass die fundamentale Situation in den USA noch nicht stabil genug für einen mittelfristigen Aufschwung ist und dann könnten wir auch hier in Europa einen Rückfall in die schlechte Stimmung der letzten Jahreshälfte 2011 erleben.  

Alles passt zusammen

Und so fügt sich das Eine zum Anderen – alle Analysen ergänzen sich und in der Chartanalyse zeigt sich perfekt, was gerade gespielt wird.

Um den Kreis zu schließen und auf den Anfang zurückzukommen: Neue Hochs in den USA würden wieder zu neuen, noch positiveren Nachrichten führen, welche die Stimmung auch weiter anheizen dürfte. Und so nährt die Hausse die Hausse – und zwar so lange, bis entweder die Realität die Anleger Lügen straft oder der Markt wieder in eine Übertreibung hineinläuft.

Viele Grüße

Jochen Steffens


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